Red Wing Seminary

ein von 1879 bis 1932 bestehendes lutherisches theologisches Seminar in Red Wing im US-Bundesstaat Minnesota From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Red Wing Seminary war ein von 1879 bis 1932 bestehendes lutherisches theologisches Seminar in Trägerschaft der Hauge-Synode, das in Red Wing im US-Bundesstaat Minnesota angesiedelt war. Neben dem eigentlichen theologischen Seminar umfasste es auch ein College und eine vorbereitende Akademie.

Gründung1879
Schließung1932
Schnelle Fakten Schulform, Gründung ...
Red Wing Seminary
Das Hauptgebäude des Red Wing Seminary 1915
Schulform Theologisches Seminar
Akademie
Gründung 1879
Schließung 1932
Ort Red Wing
Bundesstaat Minnesota
Staat Vereinigte Staaten
Träger Hauge-Synode
Schüler 105 (1926)
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Vorläufer

Lisbon Seminary

Die Synode unter Elling Eielsen traf 1854 den Entschluss, ein theologisches Seminar für die Ausbildung ihrer Geistlichen zu gründen und erwarb dafür zum Preis von 1.800 $ ein Grundstück von 40 Morgen in Lisbon, Illinois. Zum einzigen Professor und damit auch Präsidenten dieser Schule wurde der örtliche Pfarrer und Theologe Peter Andreas Rasmussen berufen, der im Oktober 1855 den Lehrbetrieb für die drei eingeschriebenen Studenten Bjørn Holland, Syver Holland und Olaus Landsverk aufnahm. Nachdem Rasmussen sich jedoch mit Eielsen zerstritten und die Synode verlassen hatte, wurde auch das Seminar im Mai 1856 geschlossen.[1]

Hauge Seminary

Ein zweiter Versuch wurde 1864 durch die Synode unternommen, die 120 Morgen Land nahe Deerfield in Wisconsin kaufte. Zum Rektor der Schule wurde der candidatus theologiae Andreas Aaserød berufen, unter dessen Leitung die Schule im Herbst 1865 öffnete. Sie wurde von im Schnitt 20 Studenten besucht, die dort in Theologie, der norwegischen, englischen, deutschen und lateinischen Sprache und Mathematik unterwiesen wurden. 1867 trat Aaserød jedoch als Präsident und einziger Lehrer der Schule zurück, und da kein Nachfolger gefunden werden konnte, musste die Schule schließen.[1]

Hauge College and Eielsen Seminary

Unter der Leitung von Østen Hanson wurde nun Land in Red Wing erworben, wo allerdings Bauarbeiten nur sehr schleppend vorankamen. Zugleich machte die Gemeinde der Trinity Lutheran Church in Chicago der Synode ein Angebot, ein neues Gebäude zu errichten, das sowohl eine Kirche, als auch ein theologisches Seminar umfassen könnte. Nachdem die Synode statt Red Wing dieses Projekt unterstützte, wurde am 27. August 1871 mit dem Bau begonnen. Nach dem Großen Brand von Chicago sah sich die Gemeinde von Chicago jedoch überfordert und schlechte Ernten im Westen sorgten dafür, dass auch andere Gemeinden nicht ausreichend zum Erhalt der Schule beitragen konnten. Die Synode beschloss nun 1877, das Projekt aufzugeben und der Gemeinde in Chicago zu überlassen. Bis dahin war der Bau kaum vorangeschritten und es hatte nur wenig Unterricht stattfinden können.[1]

Geschichte

Am 8. Januar 1878 erwarb nun Hans Markussen Sande aus Aspelund ein leerstehendes Grundstück mit Schulgebäude in Red Wing zum Preis von 10.000 $ und stellte es der Hauge-Synode im Tausch für das 1868 gekaufte Land zur Verfügung. Die Synode hatte nun zwar ein Gebäude, allerdings noch keine Lehrer, und beschloss daher, August Weenaas aus Norwegen als Hochschulpräsidenten und Professor der Theologie zu berufen, der diesen Ruf jedoch ablehnte. Im September des folgenden Jahres öffneten das Theologische Seminar und die angeschlossene vorbereitende Akademie dann ihre Türen. Ingvald Eistensen wurde erster Professor für Theologie und Hochschulpräsident, die Akademie wurde vom Englischlehrer G. O. Brohaugh geleitet. Eistensen, der nur als Lehrstuhlvertretung berufen war, lehnte im Folgejahr einen dauerhaften Ruf an das Seminar ab. Johannes Kyllingstad wurde zum Präsidenten berufen, bis er im Folgejahr von dem inzwischen eingetroffenen Weenaas abgelöst wurde.[2] Schon 1882 wurde das ursprüngliche Gebäude zu klein und mit der Summer Hall ein weiteres Gebäude errichtet.[3] 1883 erwarben die ersten fünf Absolventen ihren Abschluss.[2]

Weenaas kehrte 1885 nach Norwegen zurück und die Leitung des Seminars fiel an John Kildahl. Im Folgejahr übernahm Martin Gustav Hanson, der dem ersten Absolventenjahrgang angehört hatte, diese Stelle, bevor er 1887 vom Professor Ole Meland abgelöst wurde. 1889 folgte diesem H. H. Bergsland nach, der das Seminar bis 1897 leitete und bis zu seinem Tod 1907 als Professor dort lehrte. Im Jahr 1898 wurde ein englischsprachiger Lehrstuhl geschaffen, nachdem die englischsprachige Lehre zuvor größtenteils durch Pfarrer der umliegenden Kirchen geleistet worden war. Im selben Jahr trat Martin Gustav Hanson erneut seine Stelle als Präsident des Seminars an und verblieb bis 1910 in diesem Amt. Auf ihn folgte Edward W. Schmidt.[2] Von 1902 bis 1904 wurde ein neues Hauptgebäude errichtet, die alten Lehrgebäude wurden danach in Studentenwohnungen umgewandelt. Bis 1909 wurden auch ein Haus für den Präsidenten, ein Krankengebäude und ein Heizkraftwerk errichtet.[3] Bereits 1904 war ein Junior College eingerichtet worden, das 1910 zu einem normalen College umgewandelt wurde. 1914 wurde die Schule – bis auf das theologische Seminar – koedukativ.[4]

Der Abschlussjahrgang 1898 mit den Professoren Bergslund und Hanson

Nachdem die Hauge-Synode 1917 in der Norwegian Lutheran Church of America aufgegangen war, konsolidierte diese ihre Seminare am Luther Seminary in St. Paul, das Theologische Seminar in Red Wing wurde geschlossen. Bis dahin hatte es 183 Absolventen vorzuweisen, insgesamt 19 Professoren der Theologie hatten am Seminar gelehrt.[2] Der College-Betrieb wurde bis 1932 fortgesetzt, als finanzielle Situation und die geringe Schülerzahl des Colleges dazu führten, dass es dem St. Olaf College angegliedert wurde.[4] Bis zum Ende seines Bestehens hatte das Red Wing Seminary über alle Abteilungen hinweg insgesamt 5.025 Schüler und Studenten gehabt.

Lehre

Das Theologische Seminar war auf eine Studiendauer von drei Jahren ausgerichtet, wobei der ganze theologische Fächerkanon gelehrt wurde. Kirchengeschichte, alt- und neutestamentliche Exegese wurden dabei jedes Jahr gelehrt, Dogmatik und Praktische Theologie verstärkt im zweiten und dritten Studienjahr. Das theologische Curriculum wurde mehrmals überarbeitet, zuletzt 1911.[2]

Die vorbereitende Akademie war ursprünglich ebenfalls auf drei Jahre ausgelegt, wurde aber schon 1889 auf vier und 1897 auf fünf Jahre verlängert. 1907 wurde es auf sieben Jahre ausgeweitet und umfasste damit einen vollständigen College-Kurs. Es wurden bis 1909 auch eine Handels- und eine Musikabteilung eingerichtet.

Der Lehrermangel für das College und die Akademie bewirkte, dass die theologischen Professoren auch dort lehrten. So lehrte etwa Edward Schmidt neben Kirchengeschichte und Neuem Testament auch Biologie und Physische Geographie oder Gustav Bruce neben Ethik und Praktischer Theologie auch Soziologie, Politikwissenschaften und Religionswissenschaften.[2]

Hochschulpräsidenten

Einzelnachweise

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