Ronnie Rondell Jr.

US-amerikanischer Stuntman, Schauspieler und Regisseur From Wikipedia, the free encyclopedia

Ronald Reid Rondell Jr. (* 10. Februar 1937 in Los Angeles, Kalifornien; † 12. August 2025 in Osage Beach, Missouri) war ein US-amerikanischer Stuntman, Schauspieler und Regisseur italienischer Abstammung.[1][2][3][4]

Leben

Rondell Jr. wurde 1937 im Stadtteil Hollywood von Los Angeles geboren. Er war der Sohn von Ronald Reid Rondell und Ruth Carol Durham und hatte einen Bruder, Ric Rondell; einigen Quellen nennen als Name seines Vaters Ronald Salvatore Rondell. Sein Vater, der in Neapel geboren wurde, spielte in Stummfilmen mit und arbeitete später als Regieassistent für Film und Fernsehen. Seine Mutter war als Sekretärin in der Filmbranche beschäftigt, als sie Rondell Sr. im Jahr 1937 heiratete. Als Junge begleitete Rondell Jr. seinen Vater oft zu Filmsets, wo er schließlich 1952 die Rolle des Dannie Kettle in Ma and Pa Kettle at the Fair erhielt; die Rolle wiederholte er in zwei weiteren Filmen bis 1955. Als Jugendlicher besuchte er die North Hollywood High School, wo er Gerätturnen und Turmspringen betrieb. Nach der High School trat er in die United States Navy ein und diente als Taucher.[1]

Er war von 1956 bis April 1968 in erster Ehe mit Joan Kay Homestead verheiratet und vom 23. Mai 1969 bis 12. August 2025 – seinem Tod – in zweiter Ehe mit Mary Evelyn Smith. Aus der Ehe mit seiner Frau Mary stammen zwei Söhne, Reid Rondell und Ronald A. Rondell, die ebenfalls als Stuntman arbeiteten. Im Jahr 1985 kam sein Sohn Reid im Alter von 22 Jahren bei einem Hubschrauberabsturz in der Nähe von Los Angeles ums Leben, während er als Stuntdouble für den Schauspieler Jan-Michael Vincent an der Fernsehserie Airwolf arbeitete.[1][5][6]

Rondell Jr. starb am im Jahr 2025 im Alter von 88 Jahren in der Seniorenresidenz Arrowhead Senior Living in Osage Beach, Missouri. Er hinterließ seine Frau Mary und seinen Sohn Ronald.[1][7][8]

Karriere

Nach dem Ende seiner Dienstzeit in der Navy versuchte sich Rondell Ende der 1950er-Jahre zunächst als Komparse, bevor er in den Stuntbereich wechselte, der besser bezahlt war. Er wurde Stuntdouble mehrerer Fernsehschauspieler, darunter David Janssen, Robert Horton und Doug McClure. Er spezialisierte sich auf Luftstunts – wie etwa den koordinierten Sturz von einem dreißig Meter hohen Mast im Film Könige der Sonne (1963) – sowie auf Fahrzeugstunts, wozu auch die Fahrt in einem brennenden, explodierenden Auto in Eisstation Zebra gehörte. 1970 gründete Rondell zusammen mit Hal Needham und Glenn Wilder die Firma „Stunts Unlimited“ in Calabasas.[1]

Für die Schallplattenhülle des Musikalbums Wish You Were Here der Band Pink Floyd wurde Rondell 1975 von Aubrey Powell vom Designstudio Hipgnosis fotografiert. Dabei wurde er in Brand gesetzt, während er seinem Stuntman-Kollegen Danny Rogers (1943–2021) die Hand schüttelte. Laut Powell weigerte sich Rondell zunächst, den Stunt auszuführen, mit der Begründung, dass es gefährlicher sei, stillzustehen, als sich in einer Actionszene zu bewegen. Er trug einen feuerfesten Anzug unter einem normalen Anzug. Sein Kopf war durch eine Haube unter einer ebenfalls feuerfesten Perücke geschützt, zudem wurde feuerabweisendes Gel als Flammschutzmittel aufgetragen. Die Aufnahme entstand in den Warner Bros. Studios im kalifornischen Burbank, die damals als The Burbank Studios bekannt waren. Während die ersten vierzehn Aufnahmen erfolgreich verliefen, erlitt Rondell beim fünfzehnten Versuch leichte Verbrennungen, als der Wind drehte; dabei versengte er sich seinen Schnurrbart und verlor eine Augenbraue. Die beiden Stuntmen tauschten daraufhin die Positionen und das Bild wurde später gespiegelt. Rondell erzählte in der Dokumentation The Story of Wish You Were Here aus dem Jahr 2012 von diesem Ereignis.[1][8]

Rondell wirkte an den Stunts einiger der bekanntesten Actionfilme der späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre mit, darunter Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis, Thelma & Louise und Speed. In dieser Zeit führte er auch Regie bei seinem ersten und einzigen Actionfilm, No Safe Haven, mit Wings Hauser in der Hauptrolle und arbeitete als Second-Unit-Regisseur an Filmen wie Die Spur führt zurück – The Two Jakes, Mighty Ducks – Das Superteam und Captain Ron. Daneben arbeitete er als Stunt-Koordinator und für zahlreiche Fernsehproduktionen, teilweise auch vor der Kamera in kleineren Gast- und Statistenrollen.[1][2][3]

Im Jahr 2003 kehrte er noch einmal aus dem Ruhestand zurück, um in einer komplexen Verfolgungsjagd in Matrix Reloaded mitzuwirken, wobei er mit seinem Sohn Ronald A. Rondell zusammenarbeitete, der in der Produktion als Stunt-Koordinator fungierte.[1][2]

Im deutschen Sprachraum wurde Rondell unter anderem von Konrad Halver und Wolfgang Ziffer synchronisiert.[9][10]

Auszeichnungen

Filmografie (Auswahl)

Stuntman

Schauspieler

Literatur

  • Nicholas Schaffner: Saucerful of Secrets. 1. Auflage. Sidgwick & Jackson, London 1991, ISBN 0-283-06127-8, S. 190–192 (englisch).
  • Gene Scott Freese: Hollywood Stunt Performers: A Dictionary and Filmography of Over 600 Men and Women, 1922–1996. McFarland & Company, 1998, ISBN 978-0-7864-0511-4, S. 191 (englisch, google.com).
  • Gene Scott Freese: Hollywood Stunt Performers, 1910s–1970s: A Biographical Dictionary. 2. Auflage. McFarland, 2014, ISBN 978-0-7864-7643-5, S. 242–243 (englisch, google.com).

Einzelnachweise

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