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Sahlenburg

Stadtteil von Cuxhaven From Wikipedia, the free encyclopedia

Sahlenburg (niederdeutsch Sahlenborg) ist ein Ortsteil der Mittelstadt Cuxhaven sowie ein Erholungsort[3] an der niedersächsischen Nordseeküste. Sahlenburg ist eines der Touristenzentren im Cuxland.

Schnelle Fakten
Sahlenburg
Sahlenborg (niederdeutsch)Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/Alternativname
Stadt Cuxhaven
Wappen von Sahlenburg
Koordinaten: 53° 52′ N, 8° 38′ O
Höhe: 5 m ü. NHN
Fläche: 9,39 km²[1]
Einwohner: 2951 (19. Mai 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 314 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juni 1970
Postleitzahl: 27476
Vorwahl: 04721
Sahlenburg (Niedersachsen)
Sahlenburg (Niedersachsen)
Lage von Sahlenburg in Niedersachsen
Sahlenburg in der Stadt Cuxhaven
Sahlenburg in der Stadt Cuxhaven
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Geografie

Geschichte

Auf 18.000 v. Chr. werden die ersten Funde von Feuersteinwerkzeugen eiszeitlicher Rentierjäger im Sahlenburger Pennworthmoor datiert. 1325 wurde die Sahlenburg der Herren von Lappe, einem Adelsgeschlecht, erstmals urkundlich erwähnt. Um 1400 verlegten die Grundherren ihren Wohnsitz in eine Steinburg nach Ritzebüttel. Dieses Gebäude gilt als Vorläufer für das Schloss Ritzebüttel. Eine sichere Erklärung für den Ortsnamen „Sahlenburg“ gibt es bis heute nicht.

Sahlenburg gehörte bis 1864 dem hamburgischen Amt Ritzebüttel und danach der Landherrenschaft Ritzebüttel an. 1871 bekam Sahlenburg mit der Einführung der Hamburgischen Gemeindeordnung eine eigene Gemeindevertretung.

1926 ging die Gemeinde Sahlenburg in der Landherrenschaft Hamburg auf. Mit dem Groß-Hamburg-Gesetz vom 1. April 1937 ging Sahlenburg an den Landkreis Land Hadeln, Regierungsbezirk Stade der preußischen Provinz Hannover.[5] 1939 wurde die Johannes-Kirche eingeweiht.

Sahlenburg war Standort einer Küstenfunkstelle.

Seehospital

1903 begannen die Testamentsvollstrecker von Marcus Nordheim mit der Gründung der „Hamburgischen Seehospital Nordheimstiftung“. Im September 1906 wurde es als erstes deutsches Seehospital auf einem rund 35 Hektar großen Heidegrundstück eröffnet. Es wurde von der Nordheim-Stiftung errichtet und betrieben. Dort sollten Kinder, die an Tuberkulose und Skrofulose litten, an frischer Seeluft behandelt werden.

Die Hamburger Kauffrau Mathilde Emden stiftete dann 1914 als Zustiftung das Mathilde-Emden-Haus zur Erweiterung und als Ergänzung. „So ist denn von dem Seehospital Nordheim-Stiftung bereits ein großer Segen über viele mit schwerem Leiden behaftete Kinder ausgebreitet worden.“[6]

Das Hamburgische Seehospital der Nordheim-Stiftung wurde während des Ersten Weltkriegs (1914–1918) für seinen ursprünglichen zivilen Krankenhauszweck außer Betrieb gesetzt, weil es im Küstenverteidigungsgebiet lag beziehungsweise vom Militär genutzt wurde. Einer Quelle zufolge wurden die Gebäude militärisch belegt. Zugleich berichtet Joachim Ringelnatz in seinen Kriegserinnerungen von Besuchen „bei den Schwestern der Nordheimstiftung“, was darauf hindeutet, dass es zumindest zeitweise (als Lazarett) genutzt wurde. Die Wiedereröffnung erfolgte 1919.

Im Ersten Weltkrieg wurde das Krankenhaus vorübergehend geschlossen. In der Inflationszeit verlor die Nordheimstiftung viel Geld, woraufhin die Stadt Hamburg finanziell einsprang.

Dieses „Hamburgische Seehospital «Nordheim-Stiftung» [war eine] Heilstätte für chirurgische Tuberkulose [für] Kinder und Erwachsene“.[7] In einem Artikel der Cuxhavener Zeitung vom 11. Januar 1936 wurden Marcus Nordheim und Mathilde Emden als Stifter erwähnt; man verschwieg jedoch ihre jüdische Herkunft. Es wurde die „extrapulmonale Tuberkulose“ behandelt.[8]

Als es nach den Nachkriegsjahren weniger Tuberkuloseerkrankungen gab, wurden andere Abteilungen aufgebaut, wie Urologie und Orthopädie. Es gab eine Behandlungsstation für rheumatische Erkrankungen (Rheumazentrum).

Am 19. Juli 1976 trat Peter Edelmann (* 1937, † 27. Februar 2026) seine Stelle als Chefarzt der II. Orthopädischen Abteilung und der Kinderorthopädie im Seehospital Sahlenburg an. Schwerpunkte waren Implantationen von künstlichem Gelenkersatz und Wechseloperationen an Gelenken und Kinder- und Wirbelsäulenorthopädie.[9]

Unmittelbar danach leitete Peter Edelmann im Sommer 1976 die Gründung des Norddeutschen Skoliosezentrums ein. Das Zentrum entwickelte sich zu einer der bekanntesten deutschen Einrichtungen für die konservative Behandlung von Skoliose bei Kindern und Jugendlichen. Ebenfalls 1976 entstand in Zusammenarbeit mit dem Orthopädietechniker Peter Gutgesell (Firma Gutgesell GmbH Sanitätshaus Orthopädietechnik) das sogenannte Cuxhaven-Korsett, eine individuell angefertigte Skoliose-Orthese, die bundesweit und international Beachtung fand.

1998 hatte das Seehospital Sahlenburg als orthopädische Fachklinik und Skoliosezentrum 180 Betten und beschäftigte 25 Ärzte.[10]

Das Seehospital in der Nordheimstraße 201 wurde 2002 an die Wittgensteiner Kliniken AG verkauft und vier Jahre später von den Helios Kliniken übernommen. Die Einrichtung wurde in Helios-Seehospital-Sahlenburg umbenannt. Der Helios-Konzern betrieb diese Einrichtung von 2006 bis 2021 als Helios Seehospital Sahlenburg. Die letzten Patienten wurden im Dezember 2021 entlassen, danach wurde der Betrieb eingestellt. Das Krankenhaus wurde aufgelöst und zusammen mit dem Skoliosezentrum in die Helios Klinik Cuxhaven eingegliedert.

Eingemeindungen

Sahlenburg wurde am 1. Juni 1970 in die Stadt Cuxhaven eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohnerQuelle
1866136[11]
1871131
1910371[12]
1925414[13]
1933453
JahrEinwohnerQuelle
19390837[13]
19501345[1]
19561537
20063578[14]
20182951[2]
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Religion

Die evangelisch-lutherische Johannes-Kirche gehört zum Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover. Das 1939 erbaute Gotteshaus steht an der Nordheimstraße.

Die katholische Hauskapelle St. Pius befindet sich im Familienferienheim Stella Maris, sie wurde nach Papst Pius X. benannt.[15] Das 1963 erbaute Familienferienheim wird heute vom Kolpingwerk getragen und befindet sich an der Oskar-von-Brock-Straße.[16] Es wird von einem 2008 gegründeten Förderverein unterstützt.

Die Kirche der neuapostolischen Gemeinde Cuxhaven steht an der Spanger Straße. Am 1. Dezember 1952 wurde die neuapostolische Gemeinde Sahlenburg gegründet, die 2018 mit der neuapostolischen Gemeinde Cuxhaven zusammengeschlossen wurde.[17] Gotteshaus der fusionierten Gemeinde ist die 1995 erbaute Kirche in Sahlenburg.[18]

Politik

Ortsratswahl 2021
Wahlbeteiligung: 58,5 %
 %
50
40
30
20
10
0
40,4 %
22,0 %
18,9 %
12,7 %
6,0 %
Cux d
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d 
Cuxhavener WG politisch unabh. Bürger

Ortsrat

Der Ortsrat von Sahlenburg setzt sich aus neun Ratsmitgliedern (drei Ratsfrauen und sechs Ratsherren) folgender Parteien zusammen:[19]

(Stand: Kommunalwahl 12. September 2021)

Ortsbürgermeister

Die Ortsbürgermeisterin von Sahlenburg ist Claudia Bönnen (CDU). Ihr Stellvertreter ist Sebastian Schlagmann (Die Cuxhavener).

Wappen

Der Entwurf des Kommunalwappens von Sahlenburg stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.[20]

Wappen von Sahlenburg
Wappen von Sahlenburg
Blasonierung: „Wellengeteilt von Blau und Silber; oben: eine silberne fliegende Möwe; unten: eine rote Zinnenmauer.“[20]
Wappenbegründung: Die Möwe versinnbildlicht die Lage des Ortes an der Nordsee, desgleichen die Wellen; beide weisen zugleich auf den Charakter des Orts als Seebad hin. Die Zinnenmauer erinnert an die Endsilbe im Ortsnamen.

Städtepartnerschaft

  • Frankreich Theix, Gemeinde in Frankreich, seit 1995[21]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Johannes-Kirche von 1939 (Nordheimstraße 26)
  • Neuapostolische Kirche (Spanger Straße 24)
  • Helios Seehospital (Nordheimstraße 201)

Naturdenkmale

  • Schwarzer Deich (Verordnungsdatum 5. März 1938)
  • Eiche und Eibe (Verordnungsdatum 28. Juni 1952)

Fotogalerie

Morgendliches Panorama von Sahlenburg

Vorlage:Panorama/Wartung/Para4

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

Sahlenburg gilt wie Döse als Familienbadeort, da die Preise hier im Allgemeinen niedriger sind als zum Beispiel in Duhnen. Bei den Touristen sind der Sahlenburger Strand und das Waldfreibad beliebt. Neben der Möglichkeit, im Sommer bei Flut im Meer zu baden, bieten sich auch Spaziergänge in die Duhner Heide und in den Wernerwald, in dem das Naturschutzgebiet Finkenmoor liegt, sowie nach Duhnen und zur Insel Neuwerk an. Nach Neuwerk fahren täglich Pferdekutschen, die sogenannten Wattwagen. Geprägt wird Sahlenburg durch zwei große Campingplätze. Außerdem sind bereits aus großer Entfernung zwei Hochhäuser zu sehen.

Bildung

In Sahlenburg befindet sich die Sahlenburger Grundschule.

Verkehr

Sahlenburg ist in weiten Teilen verkehrsberuhigt. An der Hans-Retzlaff-Straße befinden sich öffentliche Großraumparkplätze für Tagesbesucher. Weitere öffentliche Parkmöglichkeiten bestehen entlang der Wernerwaldstraße und der Oskar-von-Brock-Straße. Der ÖPNV verbindet den Ortsteil mit dem Bahnhof Cuxhaven (ZOB).

Persönlichkeiten

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

  • Marcus Nordheim (1812–1899), jüdischer Kaufmann, von seinen Testamentsvollstreckern wurde die Nordheim-Stiftung ins Leben gerufen und diese erbaute das Seehospital, eine Straße in Sahlenburg erinnert an den Kaufmann (Nordheimstraße)
  • August Jauch (1848–1930), holsteinischer Gutsherr und Hamburger Politiker, war im Vorstand der Nordheim-Stiftung in Sahlenburg
  • Hugo Groothoff (1851–1918), Architekt, baute das Seehospital
  • Karl Waller (1892–1963), Lehrer und Heimat- und Vorgeschichtsforscher des Elbe-Weser-Raumes, Kulturpfleger der Stadt Cuxhaven, unter seiner Leitung fanden Ausgrabungen und Notbergungen u. a. in Sahlenburg statt
  • Rudolf Robbert (* 1947), Politiker (SPD), gehörte zum Ortsrat von Sahlenburg

Einzelnachweise

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