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San Servolo (Venedig)

Kloster nebst Kirche San Servolo auf der gleichnamigen Insel From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Kloster nebst Kirche San Servolo entstand wohl schon im 8. Jahrhundert auf der gleichnamigen Insel. Es trug den Namen eines Märtyrers aus Triest. Damit bestand die Einrichtung bereits zu einer Zeit, als Metamaucum noch das Zentrum der venezianischen Macht war, während diese Rolle das heutige historische Zentrum erst Anfang des 9. Jahrhunderts übernahm. Das Kloster blieb von 1109 bis ins 17. Jahrhundert benedikitisch, bis die Anlage ab 1715 von Hospitalitern als Hospiz für kranke Soldaten, dann als Provinz-„manicomio“ (Irrenanstalt) genutzt wurde. Noch 1734 bestand ein Campanile, der 10 m hoch war.[1]

Die Kirche San Servolo
Luftbild

Geschichte

Spätestens ab dem 8. Jahrhundert bewohnten Mönche dieses Eiland, ihnen folgten die Nonnen vom Kloster der Santissimi Leone e Basso von der ehemaligen Hauptstadt der Lagune Metamaucum (fälschlich: Malamocco), eine Stadt, die möglicherweise von einer Sturmflut zerstört worden war. Von dem Kloster ging wohl 819 die Initiative aus, das Kloster Santi Ilario e Benedetto zu gründen. Es sollte, folgt man Flaminio Corner, dem Unterhalt des Klosters auf der Insel dienen, wozu eine Reihe von Mönchen in die Neugründung umzog. Von 820 bis 825 war ein Abt des Klosters als Johannes V. Patriarch von Grado. Kaiser Otto III. besuchte hier im Jahr 1101 den Dogen Pietro II. Orseolo.

Abt Petrus (Piero oder Pietro) trat, mit Erlaubnis der Mönche von Santi Ilario e Benedetto, die Insel San Servolo an Benediktinerinnen aus Metamaucum ab, wo gleich zwei solcher Klöster bestanden hatten. Das Nonnenkloster S. Basso e Leone Confessore (der zweite Name verweist auf den Bischof von Samos (?), dessen Reliquien ins Kloster gelangten), in der zerstörten Stadt Metamaucum, zog um 1108 auf die Insel San Servolo um. Erste Äbtissin war nach Corner eine Vita ab dem Jahr 1109. Bischof Leo II. von Metamaucum war der Initiator der Translation besagter Reliquien auf die Insel. Der Doge Ordelaffo Falier sowie Giovanni Gradenigo, der Patriarch von Grado, erklärten schriftlich ihr Einverständnis im Februar 1109 (more veneto). 1127 verkaufte die Äbtissin Auria zusammen mit ihren Nonnen eine Saline aus ihrem väterlichen Besitz an einen Pietro Enzo aus San Moisè.[2]

Die Familie Calbana, seit kurzem aus Capodistria nach Venedig gekommen, sorgte für einen großzügigen Ersatz der baufälligen Einrichtungen. Gegen den Willen des Bischofs von Chioggia, Domenico, wurde das Kloster dem Bischof von Castello unterstellt. Erst die Intervention des Patriarchen Enrico Dandolo und der anderen Bischöfe der Venezia marittima brachte den Bischof zur Einsicht, so Corner. Der spätere Doge Pietro Ziani übertrug den Nonnen zu ihrem Unterhalt einige Häuser in der Gemeinde „San Giovanni di Rialto“.

Drei Nonnen des Klosters Santa Croce della Giudecca übernahmen 1434 bei der vom Papst geforderten Reform des heruntergewirtschafteten Klosters auf San Servolo eine zentrale Rolle. Eine der drei Nonnen war Scolastica, die dort Äbtissin wurde – wohl auf Druck des Bischofs von Castello Lorenzo Giustinian. Während ihrer Amtszeit erholte sich das nur noch von vier Frauen gehütete Kloster aufgrund der umfangreichen Zuwendungen und wuchs wieder auf 80 Nonnen an. Scolastica starb am 24. August 1478. Ihr folgte Cristina Gavardi im Amt (bis zu ihrem Tod am 29. März 1499). Danach beendete Papst Alexander VI. mit einer Bulle vom 3. Oktober 1499 die lebenslange Amtsdauer der Äbtissinnen und reduzierte diejenige der Nachfolgerinnen Gavardis auf maximal drei Jahre. Die erste von ihnen war Domitilla Malipiero.[3]

Nach dem Weggang der Nonnen zu Anfang des 15. Jahrhunderts, wohl bedingt durch eine weitere ökonomische Krise, wurde die Lücke erst durch 142 Nonnen geschlossen,[4] die 1648 (nach Corner 1646) von den Türken von der venezianischen Insel Kreta vertrieben worden waren. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren jedoch nur noch wenige Nonnen auf San Servolo zu finden.

So beschloss der Senat im Jahr 1715, dort ein Hospiz für Soldaten zu errichten, deren Leitung er am 27. Juni 1733 den Hospitalitern übertrug.

Literatur

  • Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 488–492. (Digitalisat)
  • Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, n. 164, S. 102 f.
Commons: Kirche San Servolo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

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