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Sankt Margarethen im Burgenland

Marktgemeinde im Bezirk Eisenstadt-Umgebung, Burgenland From Wikipedia, the free encyclopedia

Sankt Margarethen im Burgenland (ungarisch Szentmargitbánya, Szentmargit, Margita; kroatisch Margareta)[1] ist eine Marktgemeinde mit 2705 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Burgenland im Bezirk Eisenstadt-Umgebung in Österreich.

Schnelle Fakten Marktgemeinde, Wappen ...
Marktgemeinde
Sankt Margarethen im Burgenland
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Sankt Margarethen im Burgenland
Sankt Margarethen im Burgenland (Österreich)
Sankt Margarethen im Burgenland (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Burgenland Burgenland
Politischer Bezirk: Eisenstadt-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: EU
Fläche: 26,54 km²
Koordinaten: 47° 48′ N, 16° 36′ O
Höhe: 151 m ü. A.
Einwohner: 2.705 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 102 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7062
Vorwahl: 02680
Gemeindekennziffer: 1 03 13
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Hauptplatz 1
7062 Sankt Margarethen im Burgenland
Website: www.st-margarethen.at
Politik
Bürgermeister: Eduard Scheuhammer (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(23 Mitglieder)
15
8
15 8 
Insgesamt 23 Sitze
Lage von Sankt Margarethen im Burgenland im Bezirk Eisenstadt-Umgebung
Lage der Gemeinde Sankt Margarethen im Burgenland im Bezirk Eisenstadt-Umgebung (anklickbare Karte)Breitenbrunn am Neusiedler SeeDonnerskirchenGroßhöfleinHornsteinKlingenbachLeithaprodersdorfLorettoMörbisch am SeeMüllendorfNeufeld an der LeithaOggau am Neusiedler SeeOslipPurbach am Neusiedler SeeSankt Margarethen im BurgenlandSchützen am GebirgeSiegendorfSteinbrunnStotzingTrausdorf an der WulkaWimpassing an der LeithaWulkaprodersdorfZagersdorfZillingtalEisenstadtRustBurgenland
Lage der Gemeinde Sankt Margarethen im Burgenland im Bezirk Eisenstadt-Umgebung (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Rathaus
Rathaus
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Geografie

Die Gemeinde liegt im nördlichen Burgenland nahe der Landeshauptstadt Eisenstadt. Sankt Margarethen im Burgenland ist die einzige Ortschaft der Gemeinde. Weitere Ortslagen sind das Industriezentrum Gewerbe-u.-Handelspark, die Wochenendhaussiedlung Sankt Margarethen-Berg, der Tierpark Märchenwald, der Sulzhof, die Mühlen Klostermühle und Eselmühle sowie der Römersteinbruch. Der Ort erstreckt sich vor der westlichen Hanglage des Ruster Hügellands.

Nachbargemeinden:

Trausdorf an der Wulka Oslip Rust
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Siegendorf Fertőrákos, Ungarn Mörbisch

Geschichte

St. Margarethen und der Steinbruch an der Straße nach Rust (Mitte links) am damals ausgetrockneten Neusiedler See, um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Sankt Margarethen in der Provinz Pannonia.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1276, dabei wurde der Ort nach dem Patrozinium einer Kirche oder Kapelle „Sancta Margareta“ genannt.[2]

Aus den Urbaren von 1515 ist ersichtlich, dass St. Margarethen zur Herrschaft Eisenstadt zählte. Nach mehreren Besitzwechseln geht es 1622 pfandrechtlich und ab 1648 erblich in den Besitz der Familie Esterházy über.[2]

Marktgemeinde ist Sankt Margarethen im Burgenland seit 1647.[2] Der Ort gehörte, wie das gesamte Burgenland, bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Ab dem Jahr 1867 war der ungarische Name „Szentmargitbánya“. Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der Name „Margita“ verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum damals neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Am heutigen Grenzübergangspunkt zwischen Sankt Margarethen und Sopronkőhida (Ungarn) gelang am 19. August 1989 am Rande des Paneuropäischen Picknicks mehreren hundert DDR-Bürgern die Flucht über die damals abgeriegelte Grenze in den Westen. Dieses Ereignis wird heute vielfach als wegweisend für den Fall des Eisernen Vorhangs gewertet.

Bevölkerungsentwicklung

Sankt Margarethen im Burgenland: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
  
1.911
1880
  
2.066
1890
  
2.197
1900
  
2.244
1910
  
2.141
1923
  
2.062
1934
  
2.307
1939
  
2.559
1951
  
2.268
1961
  
2.363
1971
  
2.546
1981
  
2.603
1991
  
2.608
2001
  
2.762
2011
  
2.710
2021
  
2.795
2026
  
2.705
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Der Bevölkerungshöchststand wurde 2021 mit 2795 Bewohnern erreicht. 2025 lebten 2720 Menschen in Sankt Margarethen im Burgenland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Römersteinbruch St. Margarethen
Pfarrkirche St. Margarethen im Burgenland
Familypark Neusiedlersee

Regelmäßige Veranstaltungen

Opernbühne im Römersteinbruch Sankt Margarethen mit Kulissen für Carmen
  • Die Opernfestspiele St. Margarethen finden jährlich im Sommer im stillgelegten Teil des Steinbruchs statt.
  • Passionsspiele im Römersteinbruch: Rund 450 Laienschauspieler und weitere 200 Mitarbeiter aus allen Alters- und Berufsschichten – vorwiegend aus St. Margarethen – führen im Römersteinbruch in 5-jährigem Intervall die Passionsspiele auf. Im Jahre 1926 wurden in St. Margarethen zum ersten Mal Passionsspiele in einem Bauernhof dargestellt. Seit 1961 wird für die alle fünf Jahre stattfindende Aufführung die Naturkulisse des Römersteinbruchs genutzt. Im Jahre 2001 kamen an 20 Spieltagen insgesamt 70.000 Besucher. Mit dem Reinerlös der Aufführungen werden pfarrliche, soziale und missionarische Projekte unterstützt.
  • Bildhauersymposion St. Margarethen: Im und um den Römersteinbruch sind mehr als 100 Skulpturen aufgestellt. Von 1959 bis in die 70er Jahre wurden hier, auf Initiative von Karl Prantl, Bildhauer-Symposien durchgeführt. Das Bildhauersymposion in St. Margarethen gilt als Initialzündung für eine weltweite Bewegung, die sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte in zahlreichen neuen Bildhauer-Symposien in Europa, Amerika und Asien niederschlug.

Politik

Rathaus

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 23 Mitglieder.

Bürgermeister

  • 1918–1919 Paul Reuter
  • 1919 Paul Koller (Räterepublik)
  • 1920–1921 Paul Reuter
  • 1921–1922 Franz Wartha
  • 1922–1927 Michael Unger
  • 1928–1938 Alexander Kugler
  • ab 1938 Karl Unger
  • Schuster
  • Hans Scheitz
  • 1982–1992 Andreas Waha[8]
  • 2002–2007 Franz Strasser (ÖVP)
  • seit 2007 Eduard Scheuhammer (ÖVP)

Wappen

Blasonierung: In rotem Schild über einem grünen Berg die goldene Figur der Hl. Margarethe mit dem goldenen Wurm.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Ehrenbürger der Gemeinde

  • Georg Lang (* 1963), von 1998 bis 2016 Pfarrer von St. Margarethen, Leiter der Passionsspiele St. Margarethen, Generalvikar der Diözese Eisenstadt von 2010 bis 2013

Personen mit Bezug zur Gemeinde

  • Martin Kugler (1630–1682), Steinmetzmeister und Bildhauer
  • Karl Prantl (1923–2010), österreichischer Bildhauer, Gründer des 'Bildhauer-Symposion in St. Margarethen'
  • Peter Paszkiewicz (* 1943), Stein-Bildhauer, lebt und arbeitet im Ort

Literatur

  • Franz Joseph Grobauer: Steine, Menschen, Zeiten. St. Margarethen. Selbstverlag, Wien 1965, 64 Seiten.
  • Josef Altenburger: Festschrift 750 Jahre Marktgemeinde St. Margarethen (1232–1982). Marktgemeinde St. Margarethen, 1982, 187 S.
  • Josef Altenburger: Erinnerungen an ein Leben im Dorf. Verlag Marktgemeinde St. Margarethen im Burgenland, 2000, 246 S.
  • Alfred Weidinger (Hrsg.): Wir wollen Zeichen setzen. 50 Jahre Bildhauersymposion St. Margarethen. Weitra 2009, ISBN 978-3-900000-46-2.

Einzelnachweise

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