Sankt Margarethen im Burgenland
Marktgemeinde im Bezirk Eisenstadt-Umgebung, Burgenland
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Sankt Margarethen im Burgenland (ungarisch Szentmargitbánya, Szentmargit, Margita; kroatisch Margareta)[1] ist eine Marktgemeinde mit 2705 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Burgenland im Bezirk Eisenstadt-Umgebung in Österreich.
| Marktgemeinde Sankt Margarethen im Burgenland | ||
|---|---|---|
| Wappen | Österreichkarte | |
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Land: | ||
| Politischer Bezirk: | Eisenstadt-Umgebung | |
| Kfz-Kennzeichen: | EU | |
| Fläche: | 26,54 km² | |
| Koordinaten: | 47° 48′ N, 16° 36′ O | |
| Höhe: | 151 m ü. A. | |
| Einwohner: | 2.705 (1. Jän. 2026) | |
| Bevölkerungsdichte: | 102 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 7062 | |
| Vorwahl: | 02680 | |
| Gemeindekennziffer: | 1 03 13 | |
| NUTS-Region | AT112 | |
| Adresse der Gemeinde- verwaltung: |
Hauptplatz 1 7062 Sankt Margarethen im Burgenland | |
| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Eduard Scheuhammer (ÖVP) | |
| Gemeinderat: (Wahljahr: 2022) (23 Mitglieder) |
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| Lage von Sankt Margarethen im Burgenland im Bezirk Eisenstadt-Umgebung | ||
Rathaus | ||
| Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria | ||
Geografie
Die Gemeinde liegt im nördlichen Burgenland nahe der Landeshauptstadt Eisenstadt. Sankt Margarethen im Burgenland ist die einzige Ortschaft der Gemeinde. Weitere Ortslagen sind das Industriezentrum Gewerbe-u.-Handelspark, die Wochenendhaussiedlung Sankt Margarethen-Berg, der Tierpark Märchenwald, der Sulzhof, die Mühlen Klostermühle und Eselmühle sowie der Römersteinbruch. Der Ort erstreckt sich vor der westlichen Hanglage des Ruster Hügellands.
Nachbargemeinden:
| Trausdorf an der Wulka | Oslip | Rust |
| Siegendorf | Fertőrákos, Ungarn | Mörbisch |
Geschichte

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.
Später unter den Römern lag das heutige Sankt Margarethen in der Provinz Pannonia.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1276, dabei wurde der Ort nach dem Patrozinium einer Kirche oder Kapelle „Sancta Margareta“ genannt.[2]
Aus den Urbaren von 1515 ist ersichtlich, dass St. Margarethen zur Herrschaft Eisenstadt zählte. Nach mehreren Besitzwechseln geht es 1622 pfandrechtlich und ab 1648 erblich in den Besitz der Familie Esterházy über.[2]
Marktgemeinde ist Sankt Margarethen im Burgenland seit 1647.[2] Der Ort gehörte, wie das gesamte Burgenland, bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Ab dem Jahr 1867 war der ungarische Name „Szentmargitbánya“. Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der Name „Margita“ verwendet werden.
Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum damals neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).
Am heutigen Grenzübergangspunkt zwischen Sankt Margarethen und Sopronkőhida (Ungarn) gelang am 19. August 1989 am Rande des Paneuropäischen Picknicks mehreren hundert DDR-Bürgern die Flucht über die damals abgeriegelte Grenze in den Westen. Dieses Ereignis wird heute vielfach als wegweisend für den Fall des Eisernen Vorhangs gewertet.
Bevölkerungsentwicklung
| Sankt Margarethen im Burgenland: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1869 | 1.911 | |||
| 1880 | 2.066 | |||
| 1890 | 2.197 | |||
| 1900 | 2.244 | |||
| 1910 | 2.141 | |||
| 1923 | 2.062 | |||
| 1934 | 2.307 | |||
| 1939 | 2.559 | |||
| 1951 | 2.268 | |||
| 1961 | 2.363 | |||
| 1971 | 2.546 | |||
| 1981 | 2.603 | |||
| 1991 | 2.608 | |||
| 2001 | 2.762 | |||
| 2011 | 2.710 | |||
| 2021 | 2.795 | |||
| 2026 | 2.705 | |||
| Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021 | ||||
Der Bevölkerungshöchststand wurde 2021 mit 2795 Bewohnern erreicht. 2025 lebten 2720 Menschen in Sankt Margarethen im Burgenland.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Römersteinbruch St. Margarethen: Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist der Römersteinbruch, in dem auch heute noch St. Margarethener Kalksandstein abgebaut wird. Hier wurde unter anderem das Baumaterial für den Wiener Stephansdom, aber auch später zum Bau vieler Gebäude entlang der Wiener Ringstraße gewonnen.
- Bildhauerhaus Sankt Margarethen mit Skulpturen beim Römersteinbruch
- Pfarrkirche St. Margarethen im Burgenland: Eine weitere Sehenswürdigkeit in St. Margarethen ist die im Kern gotische Pfarrkirche. Das heutige Gebäude wurde 1516 fertiggestellt. Die barocke Kanzel aus Sandstein stammt aus dem Jahr 1795. Die Kirche wurde in den Jahren 1959/60 erweitert. Im Jahr 1991 Neugestaltung des Altarraumes.
- Karner aus dem 14. Jahrhundert
- Pranger aus dem 17. Jahrhundert
- Familypark Neusiedlersee: der größte Freizeitpark in Österreich mit rund 140.000 m²
Regelmäßige Veranstaltungen

- Die Opernfestspiele St. Margarethen finden jährlich im Sommer im stillgelegten Teil des Steinbruchs statt.
- Passionsspiele im Römersteinbruch: Rund 450 Laienschauspieler und weitere 200 Mitarbeiter aus allen Alters- und Berufsschichten – vorwiegend aus St. Margarethen – führen im Römersteinbruch in 5-jährigem Intervall die Passionsspiele auf. Im Jahre 1926 wurden in St. Margarethen zum ersten Mal Passionsspiele in einem Bauernhof dargestellt. Seit 1961 wird für die alle fünf Jahre stattfindende Aufführung die Naturkulisse des Römersteinbruchs genutzt. Im Jahre 2001 kamen an 20 Spieltagen insgesamt 70.000 Besucher. Mit dem Reinerlös der Aufführungen werden pfarrliche, soziale und missionarische Projekte unterstützt.
- Bildhauersymposion St. Margarethen: Im und um den Römersteinbruch sind mehr als 100 Skulpturen aufgestellt. Von 1959 bis in die 70er Jahre wurden hier, auf Initiative von Karl Prantl, Bildhauer-Symposien durchgeführt. Das Bildhauersymposion in St. Margarethen gilt als Initialzündung für eine weltweite Bewegung, die sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte in zahlreichen neuen Bildhauer-Symposien in Europa, Amerika und Asien niederschlug.
Politik

Gemeinderat
Der Gemeinderat hat 23 Mitglieder.
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 1997: ÖVP 11, SPÖ 10, FPÖ 2.
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2002: ÖVP 12, SPÖ 11.[3]
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2007: ÖVP 15, SPÖ 8.[4]
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2012: ÖVP 14, SPÖ 8, FPÖ 1.[5]
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2017: ÖVP 15, SPÖ 6, FPÖ 2.[6]
- Gemeinderatswahlen im Burgenland 2022: ÖVP 15, SPÖ 8.[7]
Bürgermeister
- 1918–1919 Paul Reuter
- 1919 Paul Koller (Räterepublik)
- 1920–1921 Paul Reuter
- 1921–1922 Franz Wartha
- 1922–1927 Michael Unger
- 1928–1938 Alexander Kugler
- ab 1938 Karl Unger
- Schuster
- Hans Scheitz
- 1982–1992 Andreas Waha[8]
- 2002–2007 Franz Strasser (ÖVP)
- seit 2007 Eduard Scheuhammer (ÖVP)
Wappen
Blasonierung: In rotem Schild über einem grünen Berg die goldene Figur der Hl. Margarethe mit dem goldenen Wurm.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
- Hans Pascher (1858–1942), Architekt des Historismus
- Paul Koller (1889–1950), Beamter und Politiker
- Emmerich Tálos (* 1944), Politikwissenschaftler und Autor
- Erwin Schneider (1955–2007), Fußballspieler und -funktionär
Ehrenbürger der Gemeinde
- Georg Lang (* 1963), von 1998 bis 2016 Pfarrer von St. Margarethen, Leiter der Passionsspiele St. Margarethen, Generalvikar der Diözese Eisenstadt von 2010 bis 2013
Personen mit Bezug zur Gemeinde
- Martin Kugler (1630–1682), Steinmetzmeister und Bildhauer
- Karl Prantl (1923–2010), österreichischer Bildhauer, Gründer des 'Bildhauer-Symposion in St. Margarethen'
- Peter Paszkiewicz (* 1943), Stein-Bildhauer, lebt und arbeitet im Ort
Literatur
- Franz Joseph Grobauer: Steine, Menschen, Zeiten. St. Margarethen. Selbstverlag, Wien 1965, 64 Seiten.
- Josef Altenburger: Festschrift 750 Jahre Marktgemeinde St. Margarethen (1232–1982). Marktgemeinde St. Margarethen, 1982, 187 S.
- Josef Altenburger: Erinnerungen an ein Leben im Dorf. Verlag Marktgemeinde St. Margarethen im Burgenland, 2000, 246 S.
- Alfred Weidinger (Hrsg.): Wir wollen Zeichen setzen. 50 Jahre Bildhauersymposion St. Margarethen. Weitra 2009, ISBN 978-3-900000-46-2.

