Purbach am Neusiedler See

Stadtgemeinde im Bezirk Eisenstadt-Umgebung, Burgenland From Wikipedia, the free encyclopedia

Purbach am Neusiedler See (ungarisch Feketeváros, kroatisch Porpuh)[1] im Burgenland (Österreich) ist eine Stadt mit 3053 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) am Westufer des Neusiedler Sees. Bekannt ist Purbach für seinen alten Stadtkern mit historischer Stadtmauer und seine Kellergasse.

Schnelle Fakten Stadtgemeinde, Wappen ...
Stadtgemeinde
Purbach am Neusiedler See
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Purbach am Neusiedler See
Purbach am Neusiedler See (Österreich)
Purbach am Neusiedler See (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Burgenland Burgenland
Politischer Bezirk: Eisenstadt-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: EU
Fläche: 45,83 km²
Koordinaten: 47° 55′ N, 16° 42′ O
Höhe: 128 m ü. A.
Einwohner: 3.053 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 67 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7083
Vorwahl: 02683
Gemeindekennziffer: 1 03 12
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Hauptgasse 38
7083 Purbach am Neusiedler See
Website: www.purbach.gv.at
Politik
Bürgermeister: Harald Neumayer (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(23 Mitglieder)
13
9
1
13 9 1 
Insgesamt 23 Sitze
Lage von Purbach am Neusiedler See im Bezirk Eisenstadt-Umgebung
Lage der Gemeinde Purbach am Neusiedler See im Bezirk Eisenstadt-Umgebung (anklickbare Karte)HornsteinLorettoRust
Lage der Gemeinde Purbach am Neusiedler See im Bezirk Eisenstadt-Umgebung (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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BW
Altes Marktwappen von Purbach

Geografie

Die Stadt liegt im nördlichen Burgenland nahe der Landeshauptstadt Eisenstadt. Zur Stadtgemeinde gehören keine weiteren Ortschaften. Ortsteile sind die Florianisiedlung und die Waldsiedlung im Nordwesten von Purbach. Teile des Stadtgebietes befinden sich im Naturpark Neusiedler See – Leithagebirge.

Nachbargemeinden

Mannersdorf am Leithagebirge und Hof am Leithaberge Sommerein Breitenbrunn am Neusiedler See
Donnerskirchen Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Neusiedler See
Donnerskirchen Donnerskirchen und Neusiedler See Neusiedler See

Geschichte

Purbach am damals ausgetrockneten Neusiedler See, um 1873 (Ausschnitt aus dem Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Im Ortsgebiet gibt es Funde aus der frühen und späten Bronzezeit.[2] Eine hallstattzeitliche Siedlung ist durch Funde auf dem Burgstall (nördlich des Ortes) bezeugt. Weiters gibt es römerzeitliche Siedlungsfunde. Unter den Römern, lag das heutige Purbach in der Provinz Pannonia.[3]

1527 wurde Purbach zum Markt erhoben. 1529 und 1532 wurde der Markt durch die Türken gebrandschatzt.[3] Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Feketeváros verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Stadtgemeinde ist Purbach am Neusiedler See seit 1997 (durch VO 22, Marktgemeinde 24/1976).

Bevölkerungsentwicklung

Purbach am Neusiedler See: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
1.734
1880
 
1.683
1890
 
1.874
1900
 
1.794
1910
 
1.923
1923
 
1.890
1934
 
2.134
1939
 
2.169
1951
 
2.170
1961
 
2.184
1971
 
2.159
1981
 
2.274
1991
 
2.348
2001
 
2.570
2011
 
2.713
2021
 
2.907
2025
 
3.053
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Der Einwohnerhöchststand wurde 2025 mit 3053 Bewohnern erreicht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Purbach am Neusiedler See
Das „Türkentor“ mit einem Teil Stadtbefestigung
Einer der zahlreich erhaltenen Keller in Purbach
Purbach am Neusiedler See von Westen
  • Pfarrkirche Purbach am Neusiedler See mit zweithöchstem Kirchturm des Burgenlandes[4]
  • Historische Stadtmauer mit Türkentoren und Sonnwendstein (1630–1634)
  • Historisches Kellerviertel
  • Kulturlandschaft Neusiedler See (UNESCO-Weltkulturerbe)
  • Türkenkeller Der Purbacher Türke
  • Nikolauszeche (Renaissancezeit)
  • Kirschblütenregion
  • Frauensäule
  • Pestsäule (1713)
  • Das Ruster Tor

Wirtschaft und Infrastruktur

Purbach liegt an der Burgenland Straße (B 50). Purbach ist mit der Pannoniabahn auch an das Bahnnetz der Ostbahn angeschlossen.

Die Purbacher Wirtschaft ist geprägt vom Weinbau und Tourismus. Als einziger größerer Industriebetrieb befindet sich der Dämmstoffhersteller Austrotherm mit einer Niederlassung vor Ort.

Weinbau und Weinkultur

Die Purbacher Riede Streifling am Leithagebirge
Wahrzeichen von Purbach am Neusiedler See: Der Purbacher Türke

Purbach ist von alters her eine bedeutende Weinbaugemeinde. Bereits im Jahr 1632 erteilte eine kaiserliche Urkunde Ferdinands II. Purbach ein „Privilegium auff die freye Weinausfuhr fver eigenthumblichen Paw Wein vber die Leytha in das Ezherzogthumb Österreich under der Enns vnd andere Länder“.[5]

Wahrzeichen von Purbach ist der „Purbacher Türke“, um den sich eine Weinlegende rankt. Berühmt ist die Purbacher Kellergasse, die als schönste ihrer Art im Burgenland gilt.[6] Am Beginn der Kellergasse befindet sich das „Haus am Kellerplatz“, eine Gemeindevinothek mit innovativem Weinausschanksystem. Anfang Dezember 2023 wurde bekannt, dass die Vinothek im Haus am Kellerplatz mit Jahresende 2023 geschlossen werden soll. Die Gemeinde werde die Finanzierung des Betriebs nicht mehr tragen.[7] Vom Verein Purbacher Ortsvereinigung für Dorferhaltung, Kunst und Kultur wurde eine Weiterführung angestrebt.[8] Nach einer vorübergehenden Schließung wurde die Vinothek mit neuem Pächter wieder geöffnet.[9]

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2022
 %
60
50
40
30
20
10
0
40,12
(−11,54)
53,90
(+11,01)
n. k.
(−5,45)
5,20
(n. k.)
0,78
(n. k.)
20172022
Das denkmalgeschützte Gemeindezentrum
Luftaufnahme des Stadtkerns von Purbach am Neusiedler See

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Einwohnerzahl insgesamt 23 Mitglieder.

Weitere Informationen Partei, Sti. ...
Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2022[10] 2017[11] 2012[12] 2007[13] 2002[14] 1997[14]
Sti. % M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M.
SPÖ 1181 53,90 13 85042,8910 62133,868 69337,469 78043,4110 57334,258
ÖVP 879 40,12 9 102451,6612 121366,1415 102755,5114 95653,2013 101160,4314
Grüne 114 5,20 1 nicht kandidiert nicht kandidiert 583,140 nicht kandidiert nicht kandidiert
LR 17 0,78 0 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
FPÖ nicht kandidiert 1085,451 nicht kandidiert 593,190 613,390 895,321
FBL nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 130,700 nicht kandidiert nicht kandidiert
Wahlberechtigte 2800 2569 2402 2308 2158 2004
Wahlbeteiligung 81,54 % 82,21 % 84,05 % 87,26 % 90,50 % 91,17 %
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Stadtrat

Neben Bürgermeister Harald Neumayer (SPÖ) und Vizebürgermeister Martin Horak (ÖVP) gehören dem Stadtrat Elisabeth Schüller (SPÖ), Dominik Hermann (ÖVP), Harald Lang (SPÖ), Werner Hoffmann (SPÖ) und Rainer Opitz (ÖVP) an. Kassierin ist Astrid Wildenauer (SPÖ).

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit der Gemeinderatswahl 2022 Harald Neumayer (SPÖ), Vizebürgermeister ist Martin Horak (ÖVP).

Chronik der Bürgermeister

Weitere Informationen von, bis ...
bis 1923
vonbisBürgermeister[15]
19031906Josef Pratschner
19061909Josef Schüller
19091912Johann Schüller
19121916Johann Steindl
19161919Johann Schüller
19191920Johann Steindl
19201922Rudolf Neumayer
19221923Josef Steindl
1923–1945
vonbisBürgermeister[15]
1923Rudolf Neumayer
1924Michael Pressl
19311935Johann Schüller
19351938Johann Schüller
19381943Johann Hölzl
19431945Josef Kummer
1945Martin Hölzl
1945Florian Gstettner
ab 1945
vonbisBürgermeister[15]
19451950Johann Karner
19501962Michael Sandhofer (ÖVP)
19631968Robert Schüller
19681977Rudolf Lang
19771992Josef Wein (SPÖ)
19922000Franz Steindl (ÖVP)
20002001Rudolf Wallner (SPÖ)(interimistisch)
20012021Richard Hermann (ÖVP)
20212022Martin Horak (ÖVP)
seit 2022Harald Neumayer (SPÖ)[16]
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Persönlichkeiten

  • Hans Kietaibl, (1911–1999), Schulleiter, Autor, Ehrenbürger und Ehrenringträger von Purbach am Neusiedler See, beerdigt auf dem Stadtfriedhof Eisenstadt[17]
  • Michael Sandhofer (1907–1984), Landwirt und Politiker
  • Franz Steindl (* 1960), Politiker
  • Max Stiegl (* 1980), Koch
  • Bernie Rieder (* 1975), Koch und Kochbuchautor

Literatur

  • Alex Garami: Kurzgefasste Geschichte der Gemeinde Purbach am Neusiedlersee (Burgerland), Sopron 1937.
  • Alois Wegleitner: Agrargeographie der Gemeinden Jois, Winden, Breitenbrunn, Purbach, Donnerskirchen. Mit besonderer Berücksichtigung der jüngsten Entwicklung. Universität Wien, Hausarbeit, Wien 1969.
  • Hans Kietaibl: Purbach am Neusiedler See. 1270–1970, hrsg. von der Gemeinde Purbach, Purbach 1970.
  • Hans Kietaibl: Aus dem ältesten Matrikenbuch der Pfarre Purbach am Neusiedler See. In: Burgenländische Heimatblätter. 33. Jg., 1971, S. 123–131 (zobodat.at [PDF]).
  • Hans Kietaibl: Aus den Waisenbüchern des Marktes Purbach am Neusiedler See (1550–1650). In: Burgenländische Heimatblätter. 36. Jg., 1974, S. 123–142 (zobodat.at [PDF]).
  • Anton Rainprecht: Die Geschichte der adeligen Familie Rainprecht zu Purbach, zu Donnerskirchen und zu Veszprem. Eigenverlag Anton Rainprecht, Wien 1980.
  • Hans Kietaibl: Die Binderzeche in Purbach am Neusiedlersee. In: Volk und Heimat, Nr. 37/2, 1982, S. 43–45.
  • Hans Kietaibl: Die Siegel der Marktgemeinde Purbach am Neusiedlersee. In: Burgenländische Heimatblätter. 45. Jg., 1983, S. 61–66 (zobodat.at [PDF]).
  • Sylvia Schmidt-Luttenberger: Purbach – ein Dorf im politischen sozialen Wandel. Univ.-Diss., Wien 1984.
  • Hans Kietaibl: Die Purbacher Herrschaftsurbare (1515–1750). In: Burgenländische Heimatblätter. Nr. 47, 1985, S. 49–57 (zobodat.at [PDF]).
  • Hans Kietaibl: Die Sebastianibruderschaft in Purbach am Neusiedler See. In: Burgenländische Heimatblätter. 49. Jg., 1987, S. 115–121 (zobodat.at [PDF]).
  • Hans Kietaibl: Die Erbfischwässer in Purbach am Neusiedler See. In: Burgenländische Heimatblätter. 50. Jg., 1988, S. 125–133 (zobodat.at [PDF]).
  • Sigrid Laue-Strohschneider: Eine Siedlungsgrube mit Vornotenkopfkeramik aus Purbach. Ein neuer Nachweis zur frühesten Besiedlungsgeschichte des Burgenlandes. In: Burgenländische Heimatblätter. 50,4, 1988, S. 145–169 (zobodat.at [PDF]).
  • Hans Kietaibl: Die Entstehung des Ortsnamens „Purbach“. In: Burgenländische Heimatblätter. Nr. 52, 1990, S. 39–41 (zobodat.at [PDF]).
  • Grete Maar: Gedruckte Gebetbücher in Donnerskirchen, Purbach am See und Schützen am Gebirge. In: Burgenländische Heimatblätter. 55. Jg., 1993, S. 3–48 (zobodat.at [PDF]).
  • Grete Maar: Gedruckte Glaubensbücher aus Donnerskirchen, Purbach und Schützen am Gebirge vor 1920. In: Burgenländische Heimatblätter. 56. Jg., 1994, S. 137–154 (zobodat.at [PDF]).
  • Hans Kietaibl: Die Purbacher See- und Straßenmaut (Bodenmaut). In: Burgenländische Heimatblätter. Nr. 57, 1995, S. 131–136 (zobodat.at [PDF]).
  • Hans Kietaibl: Die Kirchenrechnungen der St. Sebastiani-Zeche in Purbach am Neusiedler See. In: Burgenländische Heimatblätter. Nr. 57, 1995, S. 74–83 (zobodat.at [PDF]).
  • Hans Kietaibl: Der Purbacher Türke in Sage und Dichtung. Eisenstadt 1997.
  • Robert Heger (Hrsg.): Purbach, die Stadt am Land. Stadtgemeinde Purbach am Neusiedlersee, Purbach am Neusiedlersee 1997.
  • Purbacher Jahrbuch. Beiträge zur Stadtgeschichte von Purbach am Neusiedler See. Hrsg. vom Verein zur Erforschung der Purbacher Geschichte, Purbach am Neusiedler See, 2003 ff.
  • Karolína Flimelová: Yacht-Camp-Purbach. Technische Universität Wien, Diplomarbeit, Wien 2007.
  • Purbach am Neusiedler See, hrsg. vom Verein zur Erforschung der Purbacher Geschichte, red. Leitung Franz Steindl und Johann Egermann, Purbach 2007.
  • Johann Werfring: Vinophiler Streifzug durch die „Schwarze Stadt“. In: „Wiener Zeitung“, 11. Juli 2014, Beilage „Wiener Journal“, S. 22 f.

Einzelnachweise

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