Stadtschlaining

Stadtgemeinde im Bezirk Oberwart, Burgenland From Wikipedia, the free encyclopedia

Stadtschlaining (ungarisch Városszalónak, von ungarisch város Stadt; kroatisch Solunak)[1] ist eine Stadtgemeinde mit 2050 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk Oberwart im Burgenland in Österreich.

Schnelle Fakten Stadtgemeinde, Wappen ...
Stadtgemeinde
Stadtschlaining
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Stadtschlaining
Stadtschlaining (Österreich)
Stadtschlaining (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Burgenland Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 42,07 km²
Koordinaten: 47° 19′ N, 16° 16′ O
Höhe: 409 m ü. A.
Einwohner: 2.050 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 49 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 7400, 7461
Gemeindekennziffer: 1 09 23
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Baumkircher Gasse 1
7461 Stadtschlaining
Website: www.stadtschlaining.gv.at
Politik
Bürgermeister: Markus Szelinger (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(21 Mitglieder)
14
7
14 7 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Stadtschlaining im Bezirk Oberwart
Lage der Gemeinde Stadtschlaining im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)Bernstein
Lage der Gemeinde Stadtschlaining im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick auf Stadtschlaining von der Burg Schlaining Richtung Nordwest
Blick auf Stadtschlaining von der Burg Schlaining Richtung Nordwest
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Schließen

Geografie

Die Stadt liegt im Südburgenland am westlichen Abfall des Günser Gebirges.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[2]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Altschlaining, Drumling, Goberling, Neumarkt im Tauchental und Stadtschlaining.

Weitere Informationen Deutscher Ortsname, Ungarischer Ortsname ...
Deutscher Ortsname Ungarischer Ortsname Kroatischer Ortsname Ortsname in Romani
AltschlainingÓszalónakStari Solunak-
DrumlingDrumoly--
GoberlingGóborfalva (alt Kapornok)-Goblina
Neumarkt im TauchentalKethely, FelsökethelyKetelj-
StadtschlainingVárosszalónakSolunak-
Schließen

Nachbargemeinden

Mariasdorf Bernstein, Unterkohlstätten Unterkohlstätten
Bad Tatzmannsdorf, Oberwart Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Weiden bei Rechnitz
Unterwart Rotenturm an der Pinka Großpetersdorf

Geschichte

Die im 12./13. Jahrhundert erbaute Burg Schlaining lag an einer strategisch wichtigen nord-südlich verlaufenden Mautstraße. Sie wurde im Jahre 1441 von Kaiser Friedrich III. an den Söldnerführer Andreas Baumkircher verpfändet, der sie 1461 samt der Herrschaft in seinen Besitz übernahm, zu einer starken Festungsanlage ausgebaut und Stadtschlaining als bürgerliche Siedlung gegründet. Nach einer Fehde mit Kaiser Friedrich III. wurde Baumkircher 1471 hingerichtet. Nach dem Aussterben der Baumkirchers fiel sie ab 1544 der ungarischen Magnatenfamilie Batthyány zu. Bei der zweiten Türkenbelagerung von 1683 schloss sich Christoph Batthány den Belagerern an. Dies brachte den Batthánys nach der türkischen Niederlage einen ungeheuren Machtverlust ein. Die Burg Schlaining verlor somit an Bedeutung. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts kam es zur Ansiedlung von Juden in Schlaining, welche unter dem besonderen Schutz der Batthánys standen. 1922 verließ der letzte Rabbiner Schlaining und übersiedelte in die Filialgemeinde Oberwart.[3] An diese Gemeinde erinnern heute noch die als Bibliothek genutzte Synagoge und zwei jüdische Friedhöfe.

Burg Schlaining Mitte des 19. Jahrhunderts

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Városszalóna verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Laut Volkszählung von 1934 lebten noch 19 jüdische Bürger in Stadtschlaining, darunter Gisela und Eduard Löwy, die am Rochusplatz Nr. 3 und 4 eine Gemischtwarenhandlung betrieben. Die Familie wurde Im Frühjahr 1938 von den Nationalsozialisten aus dem Ort vertrieben, die jüdischen Geschäfte beschlagnahmt und von sogenannten „Ariseuren“ in Besitz genommen.[4]

Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). Stadtgemeinde ist Stadtschlaining seit 1991 (durch VO 80).

1988 bis 2014 befand sich die European Peace University in der Stadt. Sie war 1995 Mitveranstalterin der internationalen Konferenz „Gegen Rassismus, Gewalt und Diskriminierung“, deren Ergebnis die Deklaration von Schlaining war.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Stadtschlaining: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
3.586
1880
 
3.633
1890
 
3.675
1900
 
3.568
1910
 
3.121
1923
 
2.795
1934
 
2.695
1939
 
2.567
1951
 
2.424
1961
 
2.255
1971
 
2.273
1981
 
2.203
1991
 
2.284
2001
 
2.093
2011
 
2.083
2021
 
2.001
2025
 
2.050
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Von den 103 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren fünf Haupterwerbsbetriebe, im Jahr 1999 waren es noch fünfzehn. Im Produktionssektor ging die Anzahl der Baufirmen von 2001 bis 2011 um eine zurück. Im gleichen Zeitraum sank die Beschäftigtenzahl von 47 auf 18.[6][7][8]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 103 152 16 16
Produktion 12 15 46 71
Dienstleistung 87 78 271 234
Schließen

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Bildung

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2022
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
66,77
(−0,17)
31,19
(+1,28)
n. k.
(−3,15)
2,04
(n. k.)
20172022

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 21 Mitglieder.

Weitere Informationen Partei, Sti. ...
Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2022[10] 2017[11] 2012[12] 2007[13] 2002[14] 1997[14]
Sti. % M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M.
SPÖ 852 66,77 14 91366,9415 84558,4013 65845,019 63144,0610 55741,029
ÖVP 398 31,19 7 40829,916 45031,106 66845,6910 74752,1611 70651,9911
KLART 26 2,04 0 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
FPÖ nicht kandidiert 433,150 nicht kandidiert nicht kandidiert 543,770 957,001
BLS A1 nicht kandidiert nicht kandidiert 15210,502 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
FBL nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 1369,302 nicht kandidiert nicht kandidiert
Wahlberechtigte 1773 1743 1833 1849 1778 1737
Wahlbeteiligung 78,91 % 84,22 % 85,22 % 86,48 % 88,36 % 89,81 %
Schließen
A1 
Bürgerliste Stadtschlaining

Stadtrat

Neben Bürgermeister Markus Szelinger (SPÖ) und Vizebürgermeister Hans Walter Bieler (SPÖ) gehören weiters Manuela Eberwein (SPÖ), Christian Osztovits (ÖVP), Gerald Rohr (ÖVP), Jürgen Trattner (SPÖ) und Waltraud Weschitz (SPÖ) dem Stadtrat an.[15]

Manuela Eberwein (SPÖ) wurde zudem zur Umweltgemeinderätin gewählt.[16]

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit der Bürgermeisterdirektwahl am 7. Oktober 2012 Markus Szelinger (SPÖ). Bei den Gemeinderatswahlen 2012 verlor die ÖVP vier Mandate und fiel auf sechs zurück, die SPÖ stieg von neun auf dreizehn Mandate. Die ÖVP-Kandidatin Evelin David, die die Nachfolge von Herbert Dienstl, der seit 2007 der Stadtgemeinde vorstand, antreten sollte, kam auf 27,11 %, während der ebenfalls neu angetretene Szelinger im ersten Wahlgang mit 64,11 % gewann, der dritte Bewerber war Wagner (BLS), der über 8,78 % nicht hinauskam.[12] Bei der Wahl am 1. Oktober 2017 wurde Szelinger mit 74,08 % als Bürgermeister bestätigt. Gerald Rohr (ÖVP) kam auf 23,98 % und Gerhard Pichelbauer (FPÖ) auf 1,94 %.[11]

Bei der Wahl 2022 wurde Markus Szelinger mit 70,55 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.[10]

Leiter des Stadtamts ist Wolfgang Hotwagner.[17]

Liste der Bürgermeister

  • 1992–2006 Alfred Rohr (ÖVP)
  • 2007–2012 Herbert Dienstl (ÖVP)
  • seit 2012 Markus Szelinger (SPÖ)

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI