Markt Neuhodis

Marktgemeinde im Bezirk Oberwart, Burgenland From Wikipedia, the free encyclopedia

Markt Neuhodis (ungarisch Városhodász; kroatisch Novi Hoda, Nimški Hodas; Romani Hodasi)[1] ist eine Marktgemeinde mit 643 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk Oberwart im Burgenland.

Schnelle Fakten Marktgemeinde, Wappen ...
Marktgemeinde
Markt Neuhodis
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Markt Neuhodis
Markt Neuhodis (Österreich)
Markt Neuhodis (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Burgenland Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 19,95 km²
Koordinaten: 47° 18′ N, 16° 24′ O
Höhe: 326 m ü. A.
Einwohner: 643 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 32 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7464
Gemeindekennziffer: 1 09 13
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Hauptstraße 34
7464 Markt Neuhodis
Website: www.markt-neuhodis.at
Politik
Bürgermeister: Joachim Radics (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(15 Mitglieder)
8
7
8 7 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Markt Neuhodis im Bezirk Oberwart
Lage der Gemeinde Markt Neuhodis im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)Bernstein
Lage der Gemeinde Markt Neuhodis im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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BW

In der Gemeinde gibt es eine größere Anzahl von Angehörigen der burgenlandkroatischen Minderheit, die vorwiegend im Ortsteil Althodis (Stari Hodas) beheimatet ist.

Geografie

Die Gemeinde liegt im Südburgenland. Der flache Süden ist Teil der Pannonischen Tiefebene. Nach Norden steigt das Land über Weingärten, später bewaldet bis zum Geschriebenstein, dem höchsten Punkt des Burgenlands, an.[2]

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[3]):

  • Althodis (140)
  • Markt Neuhodis (503)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Althodis und Neuhodis Markt.

Weitere Informationen Deutscher Ortsname, Ungarischer Ortsname ...
Deutscher Ortsname Ungarischer Ortsname Kroatischer Ortsname Romani-Ortsname
AlthodisÓhodászStari Hodas
Markt NeuhodisVároshodászNovi Hodas / Nimški Hodas Hodasi
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Nachbargemeinden

Lockenhaus (OP)
Weiden bei Rechnitz Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Rechnitz
Schachendorf

Geschichte

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Városhodász verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Seit 1921 gehört Markt Neuhodis zum damals neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Die heutige Großgemeinde entstand mit 1. Jänner 1971, als aufgrund des Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes der burgenländischen Landesregierung die zuvor selbständigen Gemeinden Althodis und Neuhodis zur neuen Gemeinde Neuhodis zusammengelegt wurden.[4] Im Jahr 1973 erfolgte die Verleihung des Marktrechtes und die Umbenennung zu Markt Neuhodis.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Markt Neuhodis: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
1.039
1880
 
1.206
1890
 
1.283
1900
 
1.349
1910
 
1.298
1923
 
1.239
1934
 
1.242
1939
 
1.124
1951
 
986
1961
 
939
1971
 
952
1981
 
891
1991
 
856
2001
 
739
2011
 
670
2021
 
661
2025
 
643
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Nur 643 Menschen lebten 2025 in Markt Neuhodis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Markt Neuhodis
Pfarr- und Wallfahrtskirche Dürnbach
Katholische Filialkirche Althodis

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2022
 %
60
50
40
30
20
10
0
44,86
(−5,06)
53,02
(+7,81)
2,11
(n. k.)
n. k.
(−4,87)
20172022
Gemeindeamt Markt Neuhodis

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 15 Mitglieder.

Weitere Informationen Partei, Sti. ...
Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2022[6] 2017[7] 2012[8] 2007[9] 2002[10] 1997[10]
Sti. % M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M.
ÖVP 351 53.02 8 28845,217 32050,968 27244,667 31050,578 20036,235
SPÖ 297 44.86 7 31849,928 30849,047 33755,348 30349,437 31256,527
KLART 14 2,11 0 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
FPÖ nicht kandidiert 314,870 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 407,251
Wahlberechtigte 830 780 772 769 759 680
Wahlbeteiligung 83,61 % 86,67 % 85,49 % 83,88 % 87,35 % 89,41 %
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Bürgermeister

Bürgermeister ist seit der Wahl am 1. Oktober 2017 Joachim Radics (ÖVP). Er ist Nachfolger von Johann Wallner (SPÖ), der seit 2002 der Gemeinde vorstand.[10] Dem Wechsel waren interne Querelen bei der SPÖ vorangegangen, da Wallner vorerst 2017 nicht mehr antreten wollte und seit zwei Jahren nach einem geeigneten Nachfolger suchte. Letztlich kündigte er im März 2017 an, nach Rücksprache mit seiner Ehefrau doch weitermachen zu wollen. Im Rahmen einer Sitzung der SPÖ am 27. Mai 2017, die Wallner aufgrund von „Misstönen“ vorzeitig verließ, beschlossen seine Parteikollegen, mit Quereinsteiger Klaus Glavanics als Bürgermeisterkandidaten in die Wahl zu gehen. Wallner bezeichnete die Bestellung als „statutenwidrig“.[11] Bei der Bürgermeisterdirektwahl am 1. Oktober 2017 eroberte die SPÖ die Mehrheit im Gemeinderat zurück, Glavanics verlor mit 46,52 % gegen Joachim Radics (50,30 %), der seit 2012 Vizebürgermeister und seit 2012 im Gemeindevorstand war.[12] Stefan Szmolian (FPÖ) kam auf 3,18 %.[7][13]

Bei der Wahl 2022 wurde Joachim Radics mit 66,37 Prozent im Amt bestätigt.[6]

Persönlichkeiten

  • Joseph Koller (* 2. Februar 1801 in Althodis; † 7. Juli 1827 mit dem Strange hingerichtet in Pinkafeld): Koller schloss sich 1822 der berüchtigten Räuberbande Stradafüßler unter ihrem Anführer Nikolaus Schmidhofer, genannt Holzknechtseppl, an und wurde unter den Räubernamen Geheimrat oder Naßl oder Kollerl zu einer lokalen Berühmtheit in der damaligen Grenzregion Steiermark, Niederösterreich und dem Burgenland. Er floh zusammen mit seinen Kumpanen in der Nacht vom 30. auf den 31. Mai 1827 aus einem provisorischen Gefängnis in Pinkafeld und erschoss dabei den Korporal der Wachmannschaft.[14] Nachdem Koller und seine Mittäter wieder eingefangen worden waren, wurde er als Deserteur von einem Militärgericht in Güns zum Tode durch den Strang verurteilt. Ihm wurden neben dem Mord beim Ausbruch noch ein weiterer Mord an einem Juden zwischen Ödenburg und Klingenbach sowie viermalige Desertion, 8 Diebstähle und 2 Raube mit einem Gesamtschaden von 901 Gulden zur Last gelegt. Seine Hinrichtung erfolgte am 7. Juli 1827 zusammen mit der von zwei weiteren Unterführern der Bande auf dem Gerichtsberg in Pinkafeld.[15]
  • Rudolf Kedl (1928 Stadt Schlaining – 1991 Markt Neuhodis), österreichischer Bildhauer
Commons: Markt Neuhodis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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