Sulzbach an der Murr

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Sulzbach an der Murr ist eine Gemeinde im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart. Sulzbach an der Murr ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und ein Kleinzentrum für die umliegenden Gemeinden.[2]

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Sulzbach an der Murr
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sulzbach an der Murr hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 0′ N,  30′ O
Bundesland:Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-Kreis
Höhe: 273 m ü. NHN
Fläche: 40,12 km²
Einwohner: 5421 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 135 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71560
Vorwahl: 07193
Kfz-Kennzeichen: WN, BK
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 075
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 3
71560 Sulzbach
Website: www.sulzbach-murr.de
Bürgermeisterin: Veronika Holz
Lage der Gemeinde Sulzbach an der Murr im Rems-Murr-Kreis
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Luftbild von Sulzbach an der Murr (1985)

Geographie

Geographische Lage

Sulzbach an der Murr liegt im Naturraum Schwäbisch-Fränkische Waldberge[3] am Nordbogen der Murr inmitten des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald zwischen den Löwensteiner Bergen und dem Murrhardter Wald, in Luftlinie etwa 34 km nordnordöstlich von Stuttgart. Das Gemeindegebiet liegt zwischen 260m (Murr an der Kläranlage) und 586 m Höhe (wenige Meter südlich unterhalb des Gipfels der Hohen Brach).

Die Oberamtsbeschreibung der Gemeinde Sulzbach an der Murr aus dem Jahr 1871 beginnt mit diesen Worten:

„Wo das anmutige, frischgrüne Murrtal beim Einmünden des südwestwärts heranziehenden Tals der ‚Spiegelberger‘ Lauter und des gerade von Norden kommenden Fischbachtälchen eine ziemliche Weitung erhält, liegt in dem von stolzen Pappelgruppen malerisch besetzten Talgrund der große städtisch aussehende Ort […].“

Ortsbeschreibungen, Beschreibung des Oberamts Backnang

Die längste Ausdehnung hat das Gemeindegebiet mit etwa 9km von Nordnordwest (Waldgewann „Streitjagen“ bei Großerlach-Mittelfischbach) nach Südsüdost (Erhebung „Springstein“ bei Auenwald-Trailhof). Senkrecht dazu sind es nicht ganz 8km (vom Mörderbächle bei Siebersbach im Westsüdwesten bis zum Ortsrand von Großerlach-Hohenbrach im Ostnordosten).

An Sulzbach grenzt im Norden und Nordosten die Gemeinde Großerlach, im Osten und Südosten die Stadt Murrhardt, im Süden die Gemeinde Auenwald und ganz kurz die Stadt Backnang, im Südwesten die Gemeinde Oppenweiler und im Nordwesten die Gemeinde Spiegelberg. Sie alle liegen ebenfalls im Rems-Murr-Kreis.

Die Gemeindereform von 1970 führte zur Bildung des Gemeindeverwaltungsverbandes Sulzbach, dem auch die Gemeinden Spiegelberg und Großerlach angehören. Sulzbach ist außerdem Mitgliedsgemeinde des Wasserverbands Murrtal. Dessen Aufgabe ist der Hochwasserschutz.[4]

Gemeindegliederung

Neben dem von Wiesen und weiten Wäldern umgebenen Hauptort Sulzbach liegen auf der großen Gemarkung der Gemeinde noch 17 zum Teil weit verstreute Weiler und Häuser: die Weiler Bartenbach, Berwinkel, Bushof, Eschelhof, Eschenstruet, Hager, Harrenberg, Ittenberg, Kleinhöchberg, Lautern, Liemannsklinge, Schleißweiler, Siebersbach und Zwerenberg und die Wohnplätze Gronbachmühle, Hammer und die Haselbachmühle.

Auf dem Gemeindegebiet liegen weiterhin die abgegangenen Ortschaften Einsiedel, Horben,[5] Ittenberger Sägmühle, Wüstenmühle,[A 1] Alte Sägmühle,[6] Löfflinsweiler,[7.1] der Schollen- und der Häuseräcker Hof[8][A 2] sowie die ehemaligen Burgen am Utschberg[9][10] und auf dem Berg Roßstall.[9][11] Der Flurname Bad südöstlich des Dorfs weist auf ein abgegangenes Bad hin, von dem sich ansonsten keine Reste erhalten haben.[5]

Die Gronbachmühle liegt im Murrtal knapp oberhalb der Dorfgrenze von Sulzbach, weiter aufwärts folgen Bartenbach und Schleißweiler. Lautern, Siebersbach und zuoberst Hammer liegen im zulaufenden Lautertal. Alle anderen Ortsteile liegen fern der drei großen Verkehrsachsen von oberem und unterem Murr- bzw. Lautertal, deren Sohlen in offener Flur liegen. Abgesehen von der in einem Seitental liegenden Haselbachmühle handelt es sich um von Rodungsinseln umgebene Siedlungen auf den Höhen zwischen den tief eingeschnittenen und ebenfalls bewaldeten Bachtälern zu den beiden Flüssen.

Kleinhöchberg liegt auf dem Bergrücken zwischen dem Lauter-Zufluss Siebersbach und dem Fischbach, Berwinkel auf dem zwischen Fischbachtal und dem bei Bartenbach mündenden Haselbachtal, das dicht von Wald umgeben die Haselbachmühle birgt. Noch weiter östlich zwischen Haselbach und Harbach reihen sich in einer großen, nach Norden langgezogenen Flurinsel Harrenberg, Zwerenberg, Hager und – auf etwa gleicher Breite – westlich Bushof und östlich Eschenstruet. Noch wenig weiter nördlich liegt Liemannsklinge isoliert, durch ein bewaldetes Quertal von den anderen fünf getrennt.

Auf der Höhe südlich des Murrbogens liegt in einer größeren Rodungsinsel Ittenberg, noch weiter südlich in einer kleineren der Eschelhof.[12]

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2018.[13]

Geschichte

Gebietsstand des löwensteinischen Stabsamtes Sulzbach um 1800, in den Grenzen des württembergischen Oberamts Backnang
Farblegende
  • Löwenstein
  • Württemberg
  • Murrhardt
  • Ritterschaft
  • Das 1295[7.2] erstmals erwähnte Sulzbach liegt an teilweise schon in der Römerzeit genutzten wichtigen Straßenverbindungen. In seinem Ursprung ist Sulzbach deshalb wohl wesentlich älter. Einst stand der Ort unter der Lehnsabhängigkeit des benachbarten Klosters Murrhardt. Der Ortsname ist aus „Sülze“ oder „Sulz“ abzuleiten, was so viel wie „morastige Stelle“ oder „sumpfiges Wasser“ bedeutet.[7.2] Im Ortswappen erinnert noch heute der Löwe an die Grafen von Löwenstein als einstige Grundherren der Gemeinde, der Fisch an den namengebenden Fischbach. Auf einer kleinen Geländeschwelle westlich über diesem Bach liegen hochwassersicher die ältesten Teile des Ortskerns mit den Resten der einstigen Wehrkirchenanlage rund um die markante Ulrichskirche.

    Mit einiger Sicherheit lässt sich sagen, dass Sulzbach im fränkischen Murrgau lag. Aus einer Urkunde aus dem Jahre 1027 geht hervor, dass die Gegend um Sulzbach Königsgut war. In dieser Urkunde bestätigt Kaiser Konrad II. die Schenkung dieses „Bannforst“ genannten Königsguts an den Bischof von Würzburg. In ihr finden sich außerdem die ersten schriftlichen Erwähnungen von Lauter („Lutihara“) und Siebersbach („Siurenesbach“).[14]

    1464 wurde die Grafschaft Löwenstein kurpfälzisch. 1488 belehnte Kurfürst Philipp der Aufrichtige seinen Vetter Ludwig mit der Grafschaft. im Zuge des Landshuter Erbfolgekriegs 1504 wurde die Grafschaft (und damit auch das Dorf Sulzbach) von Württemberg besetzt und kam 1510 endgültig unter württembergische Oberhoheit, blieb jedoch weiterhin Sitz des Amtes Sulzbach-Fornsbach. 1611 gelangte Sulzbach an die Linie Löwenstein-Wertheim-Freudenberg. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss wurde Sulzbach 1805 endgültig württembergisch.[6][15]

    1844 erfolgte die Abtrennung Fornsbachs. Mit dem Verkauf des Schlosses Lautereck im Jahr 1867 gaben die Grafen von Löwenstein ihren standesherrlichen Besitz auf. Im Königreich Württemberg und im Volksstaat gehörte Sulzbach zum Oberamt Backnang. Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Sulzbach 1938 dann zum Landkreis Backnang. Ab 1945 gehörte die Gemeinde zum Land Württemberg-Baden in der Amerikanischen Besatzungszone und seit 1952 zum neu gegründeten Bundesland Baden-Württemberg. Nach der Auflösung des Landkreises Backnang kam die Gemeinde im Zuge der Kreisreform zum neu gebildeten Rems-Murr-Kreis.

    Einige Zeit soll Sulzbach Stadtrecht besessen haben.[6] 1573 erhielt die Gemeinde das Marktrecht, welches bis zum heutigen Tage in Form von drei Jahrmärkten und einem Wochenmarkt ausgeübt wird.

    Wie alt ist Sulzbach an der Murr?

    Lange ging man davon aus, dass eine Urkunde Ludwigs des Frommen aus dem Jahr 817, die die Schenkung des Reichswaldes zwischen Rot- und Lautertal mit der Pfarrei Sulzbach an das Kloster Murrhardt belegen sollte, die älteste Erwähnung des Ortes sei. Diese Urkunde existiert aber nur noch in Form einer Abschrift aus dem späten 12. Jahrhundert, deren Glaubwürdigkeit zunehmend angezweifelt wurde.[16] In der Oberamtsbeschreibung von 1871 heißt es hierzu:

    „Wenn auch die Stiftungsurkunde des Klosters Murrhardt von 817, nach welcher König Ludwig der Fromme diesem Kloster die Pfarrei Sulzbach geschenkt hätte, unächt, und die Zurückführung Kloster murrhardtischen Zehentbesitzes dahier durch das Chronicon Murrhartense auf einen seiner Mönche, Konrad von Roth, unerwiesen ist, so stand doch von Alters her der Kirchensatz, die Kastvogtei, das Patronatrecht, die Advokatie, Kollatur und Lehenschaft der Pfarrei dem Kloster zu.“

    Ortsbeschreibungen, Beschreibung des Oberamts Backnang

    Während die Existenz Sulzbachs also seither nur für die Entstehungszeit der Fälschung um 1160 als gesichert angenommen werden konnte – immerhin scheint das Bestehen der Pfarrei 817 für deren Verfasser selbstverständlich gewesen zu sein –,[6][17] so hat die neuere Forschung ergeben, dass die Abschrift „nach aller Wahrscheinlichkeit als Vorlage ein – oder zwei? – echtes Ludivicianum“ besessen hat.[18] Zwar findet sich der Name Sulzbach auf einer Inhaltsangabe der Originalurkunde in den Murrhardter Summarien zunächst nicht.[19] Eine Urkunde des Klosters aus dem Jahre 873[20] bestätigt jedoch weitgehend die Angaben von 817. In der Privilegiensammlung des Klosters haben sich für die Abschrift außerdem zahlreiche Bestätigungsurkunden gefunden. Man kann also davon ausgehen, dass die Stiftung des Reichswaldes mit Sulzbach an das Kloster Murrhardt 817 tatsächlich so stattgefunden hat.[21]

    Das Sulzbacher Patrozinium, Ulrich, kann 817 noch nicht bestanden haben und lässt keine Rückschlüsse auf das Alter des Ortes zu.[21] 1277 wird Sulzbach abermals in einer Urkunde erwähnt, wobei es sich allerdings um einen Flurnamen bei Markgröningen handeln soll.[22] Damit stammt die erste einwandfreie Erwähnung Sulzbachs aus dem Jahr 1295.[7.2]

    Städtebauliche Geschichte

    Auf einer kleinen Geländeschwelle westlich über diesem Bach liegen hochwassersicher die ältesten Teile des Ortskerns mit den Resten der einstigen Wehrkirchenanlage rund um die markante St.-Ulrichs-Kirche.

    Am 29. Mai 1753 vernichtete ein großer Brand zwei Drittel des damaligen Gebäudebestandes nebst Kirche und Rathaus. Lediglich 62 Gebäude blieben vom Brand verschont. Nach dem Brand wurde mit Hilfe einer Kollekte die Kirche 1754 wieder aufgebaut und 1756 eingeweiht. Sie erhielt damals im Wesentlichen ihre heutige Gestalt mit Ausnahme des Turmes, den 1856 ein Blitzschlag traf und der infolgedessen ausbrannte. Vor dem Brand von 1856 war der Turmhelm zwiebelförmig. Wann mit dem Wiederaufbau des Rathauses begonnen wurde, ist unbekannt, es muss aber 1779 fertiggestellt gewesen sein.

    Rathaus

    Das alte Rathaus – wohl ein zweigeschossiger Fachwerkbau über gemauertem Sockelgeschoss – stand auf Höhe der Iltisgasse quer über der Backnanger Straße, die unter einem Torbogen darunter hindurchführte. Erklären lässt sich diese merkwürdige Lage mit einem noch im 18. Jahrhundert dort erwähnten Zollstock, sodass „das Rathausgebäude selbst als Abschrankung zum Einnehmen der Zölle Durchreisender“ gedient haben könnte.

    Nach der restlosen Vernichtung des alten Rathauses im Brand 1753 zog sich der Wiederaufbau arg in die Länge: Erst 1779, immerhin 26 Jahre nach der Brandkatastrophe, war das Gebäude wiederhergestellt. Das wiederum als zweistöckiger Fachwerkbau ausgeführte Gebäude besaß nun ein barockes Mansardwalmdach sowie ein mit einer geschwungenen Haube versehenes Glockentürmchen.

    Durch den zunehmenden Verkehr wurde der Torbogen immer mehr als Verkehrshindernis wahrgenommen. 1864 Erwarb die Gemeinde schließlich das Wirtshaus „Ochsen“ und richtete Rathaus sowie Amtswohnung des Schultheißen dort ein. Das alte Rathaus wurde 1876 abgerissen.[8.1]

    Altes Freibad

    Das als Erdbecken mit schrägen Wänden und Holzverkleidung ausgeführte Waldfreibad wurde 1959 renoviert. Es wurde mit Oberflächenwasser des Seitenbachs gespeist. Deshalb und aufgrund der daraus resultierenden Veralgung entsprach das Becken nicht mehr den gesundheitspolizeilichen Bedingungen und musste 1974 geschlossen werden. Auf dem Gelände befindet sich heute die Freizeitanlage Seitenbachtal,[23] die im Volksmund noch heute „altes Freibad“ genannt wird.[24]

    Verwaltungsgeschichte

    16. Jahrhundert

    Die geistliche Obrigkeit Sulzbachs mit allen Rechten und Pflichten gehörte dem Kloster Murrhardt. Für ihre Aufgaben erhob die Kirche den „Zehnten“ und erbat sich Stiftungen. Das Kloster war der Herr sämtlicher alter Lehen auf der Sulzbacher Markung und verwaltete diese.[A 3]

    Die weltliche Obrigkeit teilten sich das Kloster Murrhardt und die Grafschaft Löwenstein.

    Wachssiegel des löwensteinischen „Staabs Amt Sulzbach an der Murr“, um 1808

    Das gräfliche Stabsamt in Sulzbach gliederte sich in das obere und das untere Amt und wurde von einem Stabschultheiß vertreten, der von der Grafschaft ernannt wurde. Der Amtsbezirk des unteren Amtes umfasste Sulzbach mit Lautern, Siebersbach, Kleinhöchberg, Berwinkel, Erlach, Liemersbach, Trauzenbach, Kieselhof, Zwerenberg, Bartenbach, Schleißweiler, Siebenknie, Eschelhof und Ittenberg; der des oberen Amtes Fornsbach mit Köchersberg, Mettelberg, Schlossberg und Hinterwestermurr.

    Jeder dieser Teilorte war innerhalb seiner Markungsgrenzen eine selbstständige Verwaltungseinheit mit eigenem Bürgermeister. Die Obrigkeit griff in die Gemeindeverwaltung nur ein, wenn ihre Interessen berührt wurden.

    Viermal im Jahr tagte das Dorfgericht in Sulzbach, das zur Hälfte vom Kloster Murrhardt besetzt wurde. Es konnte einfache Fälle eigenständig bearbeiten. Auch eine Bürgerwehr soll zeitweise existiert haben.[25][A 4]

    18. Jahrhundert

    Um 1797 hatten sämtliche Filialen von Sulzbach bereits eigene Schulen, allerdings wurde das Lehramt von Handwerkern und Arbeitern wahrgenommen. Der Sulzbacher Lehrer wurde im Jahr mit 463 fl. Jahresgehalt besoldet, rangierte damit im ganzen Herzogtum Württemberg an zweiter Stelle. Im Jahr 1760 wurde die Schule von 130 Schülern besucht, im Jahr 1838 waren 230 Kinder schulpflichtig.[16][25]

    Religionen

    Eine Kirche wird in Sulzbach erstmals 1295 erwähnt. Sie wird mit der Einführung der Reformation in Württemberg evangelisch-lutherisch. Die heutige St.-Ulrichs-Kirche von 1754 bildet den ältesten Teil des Ortskerns und diente in der Vergangenheit als Wehrkirche.

    Eine römisch-katholische Kirche entstand erst wieder nach dem Zweiten Weltkrieg nördlich der Landesstraße 1066. Daneben gibt es auch eine neuapostolische und eine evangelisch-methodistische Gemeinde.

    Politik

    Bürgermeister

    Bürgermeisterin ist seit dem 1. Februar 2024 Veronika Holz.[26][27] Sie wurde am 3. Dezember 2023 mit 73,5 Prozent der Stimmen gewählt.[28][29]

    Zuvor war ab dem 12. Mai 1992 Dieter Zahn Bürgermeister, er wurde 2000, 2008 und 2016 wiedergewählt. Nach 32 Jahren als Bürgermeister gab Zahn am 19. September 2023 nach langer Krankheit seinen Rücktritt als Bürgermeister bekannt.[30] Zahn starb am 16. Oktober 2023.[31]

    Zahns Vorgänger Willy Ehnis hatte das Amt 38 Jahre bekleidet.[32] Seit dem 16. September 2023 trägt zu seinem Andenken die Sulzbacher Sporthalle seinen Namen.[30]

    Weitere Informationen Zeitraum, Name ...
    Die Gemeindeoberhäupter seit 1509
    ZeitraumNameBezeichnung
    1509 Hans Jäger[25] Schultheiß
    1544 Jörg Maier[25] Schultheiß
    1590 Jakob Geiger[25] Schultheiß
    1809 Wilhelm Heinrich Künzle[T 1] Amts-Verweser, zugleich Amts-Bürgermeister
    1812 Johann Konrad Schätzlein[T 2] Stabschultheiß und Gerichtsschreiber
    1828 Ungerer[T 3] Schultheiß
    1847 Clausnizer[T 4] Schultheiß
    1854 Bosch[T 5] Schultheiß
    1866–1894 Gustaf Wenzel[T 6] Schultheiß
    1894–1922 Gottlieb Friederich Haag[T 7] Schultheiß
    1922–1932 Friedrich Schmidt Schultheiß
    1932–1945 Hermann Stroh Bürgermeister
    1946–1948 Hugo Bezler Bürgermeister
    1948–1954 Hermann Stroh Bürgermeister
    1954–1992 Willy Ehnis Bürgermeister
    1992–2023 Dieter Zahn Bürgermeister
    seit 2024 Veronika Holz[26][27] Bürgermeister
    1. Königlich Württembergisches Hof- und Staats-Handbuch, Joh. Frid. Steinkopf, Stuttgart 1810.
    2. Königlich Württembergisches Hof- und Staats-Handbuch, Joh. Frid. Steinkopf, Stuttgart 1812.
    3. Königlich Württembergisches Hof- und Staats-Handbuch, Joh. Fried. Steinkopf, Stuttgart 1828.
    4. Königlich Württembergisches Hof- und Staats-Handbuch, Verlag der Königlichen Hofbuchdruckerei zu Guttenberg, Stuttgart 1847
    5. Königlich Württembergisches Hof- und Staats-Handbuch, Verlag der Königlichen Hofbuchdruckerei zu Guttenberg, Stuttgart 1866
    6. Königlich Württembergisches Hof- und Staats-Handbuch, Hrsg. Königl. Statistisch-Topographisches Bureau, Stuttgart 1854
    7. Hof- und Staats-Handbuch des Königreiches Württemberg, Hrsg. Königl. Statistisches Landesamt, Stuttgart 1894
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    Gemeinderat

    Gemeinderatswahl in Sulzbach an der Murr 2024[33]
    Wahlbeteiligung: 62,22 %
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    Gewinne und Verluste
    im Vergleich zu 2019
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    UBL
    PULS
    Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang
    Sitzverteilung nach der Gemeinderatswahl 2024
    7
    5
    1
    1
    7 5 1 1 
    Insgesamt 14 Sitze

    Der Gemeinderat in Sulzbach an der Murr hat 14 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Endergebnis.[34]

    Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem.[35.1] Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Sitzungstermine und Tagesordnungen der Gemeinderatssitzungen sind im Ratsinformationssystem der Gemeinde für die Öffentlichkeit einsehbar.[36]

    Es bestehen mit dem Verwaltungs- und dem Bau- und Planungsausschuss zwei beschließende Ausschüsse.[35.2]

    Wappen und Flagge

    Wappen der Gemeinde Sulzbach an der Murr
    Wappen der Gemeinde Sulzbach an der Murr
    Blasonierung: „In geteiltem Schild oben in Gold (Gelb) ein schreitender roter Löwe, unten in Blau ein silberner (weißer) Fisch.“
    Wappenbegründung: Der rote Löwe im ersten Feld weist auf die Grafen von Löwenstein hin, die bis zur Mediatisierung 1805 lange Zeit die Herrschaft über Sulzbach ausübten. Der silberne Fisch im zweiten Feld verweist auf die einst fischreichen Wasserläufe von Murr, Lauter und Fischbach.[37][38]

    Das Sulzbacher Wappen ist in Siegelabdrücken seit 1650 nachgewiesen.[37][38]

    Die Farben der Gemeinde sind silber–blau (weiß–blau) und wurden vom Landratsamt am 18. Februar 1981 verliehen.[37][38]

    Kultur und Sehenswürdigkeiten

    Sulzbach liegt an der Idyllischen Straße.

    Bauwerke

    Schloss Lautereck in Sulzbach

    Das Schloss Lautereck ist ein Wasserschloss und wurde von den Grafen von Löwenstein zur Sicherung der an Sulzbach vorbeiführenden Straße errichtet. Es stammt in seiner heutigen Form aus dem dritten Viertel des 16. Jahrhunderts. Der massive Unterbau aus Sandsteinquadern, die Formen der Ecktürme und der Rundbogeneingang deuten aber auf frühere Bauphasen, wahrscheinlich im 13. Jahrhundert, hin. Es war früher von einer Ringmauer mit Wassergraben umgeben.

    Das gut erhaltene Schloss wurde 2008 und 2009 von Grund auf saniert und modern ausgestattet, unter anderem mit einem Aufzug und einem neuen Trauzimmer. Auch zwei Bürgersäle und eine Küche sind eingerichtet worden.

    Willy-Ehnis-Sporthalle

    Die 1985 erbaute Willy-Ehnis-Sporthalle an der Jahnstraße wurde von Behnisch & Partner entworfen und erhielt mehrere Architekturpreise.[39]

    Naturdenkmale

    Bekannte Naturdenkmale in Sulzbach sind zum Beispiel die Königseiche[40] oder der sogenannte „Teufelstein“.[41]

    Regelmäßige Veranstaltungen

    • Wöchentlich: Wochenmarkt (Samstags, 8–12 Uhr)
    • Februar: Faschingsumzug am Faschingsdienstag
    • März: Ungefähr 20 Marktbeschicker bieten Alltagsgegenstände beim Krämermarkt, der jeweils Anfang März und Juli stattfindet, an.
    • Frühling: Beim Bürgerempfang der Gemeinde Sulzbach an der Murr werden jedes Jahr verdiente Bürger geehrt.
    • Juli: Ungefähr 20 Marktbeschicker bieten Alltagsgegenstände beim Krämermarkt, der jeweils Anfang März und Juli stattfindet, an.
    • November: Nussknackermarkt, der stets am Samstag des ersten Advents stattfindet.

    Wirtschaft und Infrastruktur

    Bahnhof Sulzbach (Murr)

    Verkehr

    Der Bahnhof Sulzbach (Murr) an der Bahnstrecke Waiblingen – Schwäbisch Hall-Hessental wird werktags tagsüber halbstündlich von den Metropolexpresszügen Stuttgart – Schwäbisch Hall-Hessental bzw. Crailsheim/Nürnberg bzw. Gaildorf West bedient. Am Wochenende und an Feiertagen werden die RE Stuttgart – Schwäbisch Hall-Hessental durch erst ab Backnang verkehrende Regionalbahnen ersetzt. Der vormalige Bahnhof Schleißweiler selbiger Strecke wurde inzwischen aufgehoben.

    Neben dem Bahnanschluss bestehen Busverbindungen nach Murrhardt, Schwäbisch Hall, Wüstenrot, Backnang, Stuttgart und Heilbronn.

    Sulzbach liegt am Knotenpunkt der B 14 (Stuttgart – Nürnberg) mit der L 1066 (Gaildorf – Murrhardt Löwenstein), wobei Letztere hier ein Teilstück der Idyllischen Straße bildet.

    Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-Württemberg[42] ist Sulzbach über Oppenweiler mit Backnang und in der anderen Richtung über Murrhardt mit Gaildorf verbunden.

    Durch Sulzbach führt der Stromberg-Murrtal-Radweg, der als Fernradweg von Karlsruhe nach Gaildorf führt und damit den Rheinradweg mit dem Kocher-Jagst-Radweg verbindet.

    Wirtschaft

    Im Jahr 2022 waren in Sulzbach 2 051 Personen beschäftigt, dies entspricht einer Steigerung um 20,6 % seit 2010. Die Wirtschaft ist besonders vom produzierenden Gewerbe geprägt; in diesem Sektor waren rund zwei Drittel der Beschäftigten tätig.[43]

    Aus dem 1900 gegründeten Bauholzsägewerk entstand die in der Holzverarbeitung tätige Unternehmensgruppe Häussermann,[44] die von 1976 bis 2010 auch im Ort den Fachmarkt Holzland SHZ betrieb.[45]

    Seit 1935 produziert die HES-Präzisionsteile Hermann Erkert GmbH Drehteile in Sulzbach an der Murr. Der Hersteller beschäftigt rund 990 Mitarbeiter und ist der größte Arbeitgeber in Sulzbach an der Murr.[46]

    Im Jahr 2011 hat Titan Spezialfahrzeuge auch seinen Firmensitz an den Produktionsstandort Sulzbach verlegt.

    Von 1865 bis 1986 bestand das Brauhaus Sulzbacher Adlerbräu.

    Bildungseinrichtungen

    Sulzbach verfügt über eine Realschule sowie eine Grund- und Gemeinschaftsschule.[47] Der Rems-Murr-Kreis unterhält eine Außenstelle der Sprachheilschule mit Sprachheilkindergarten. Daneben gibt es mit den Kindergärten Fischbachweg und Ziegeläcker zwei evangelische und mit dem Kindergarten „Murrtal-Löwen“, dem Waldkindergarten und dem Kindergarten „Märchengruppe“ im Teilort Bartenbach drei kommunale Kindergärten.[48]

    Freizeit- und Sportanlagen

    Es gibt in Sulzbach die 1985 erbaute Willy-Ehnis-Sporthalle, einen Rasen- und Kunstrasenplatz mit Laufbahn und leichtathletische Anlagen.

    Wanderwege

    Wanderheim Eschelhof

    Auf der waldreichen Gemarkung von Sulzbach findet sich ein weitläufiges Netz von Wanderwegen, darunter der vom Deutschen Wanderinstitut prämierte Feenspuren-Premiumwanderweg „Sagenhafter Femelwald“, der Vogel- und Waldlehrpfad im Seitenbachtal oder der 38 km lange 125-Jahre-Jubiläumsrundwanderweg der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins.[49] Auf der Markung verlaufen ferner der Georg-Fahrbach-Weg und der Jakobspilgerweg.

    Der Schwäbische Albverein unterhält mit dem Wanderheim Eschelhof außerdem ein beliebtes Wanderheim mit Bewirtung an Feiertagen und Wochenenden.[50]

    Sagen

    In Sulzbach an der Murr ranken sich zwei Sagen um den Bergsporn Roßstall zwischen dem Murr- und dem Lautertal westlich des Dorfes Sulzbach:

    • Ein junger Schäfer soll einst seine schwangere Geliebte ermordet und im Wald Roßstall verscharrt haben. Der Schäfer wurde angeklagt, verurteilt und enthauptet. Sein Geist soll seitdem keine Ruhe finden und dort im Wald spuken. Markus Stricker von der schwäbischen Mundart-Band Wendrsonn hat dem Roßstall-Schäfer ein Lied gewidmet.[51]
    • Auf dem Roßstall habe einst eine Burg gestanden, die über einen unterirdischen Gang mit dem Schloss Lautereck verbunden gewesen sei.[9]

    Persönlichkeiten

    Ehrenbürger

    • Willy Ehnis, von 1954 bis 1992 Bürgermeister der Gemeinde

    Söhne und Töchter der Gemeinde

    Literatur

    • Sulzbach. In: Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Backnang (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 53). H. Lindemann, Stuttgart 1871, S. 318–325 (Volltext [Wikisource]).
    • Mathias Klink: Sulzbach an der Murr. Bauten und Denkmäler im alten Ortskern und in den Teilorten (= Bürgermeisteramt Sulzbach an der Murr [Hrsg.]: Heimatgeschichtliche Reihe der Gemeinde Sulzbach an der Murr. Nr. 1). Verlag Manfred Hennecke, Sulzbach an der Murr 1998, ISBN 3-927981-62-1.
    • Ernst Jäckle: Sulzbach an der Murr. Ein Beitrag zur Chronik eines Dorfes. Gemeindeverwaltung Sulzbach an der Murr, 1989.
    • Dr. Heinz Mayer: Sulzbach an der Murr. Von seiner Gründung bis zum Jahre 1500. Gemeindeverwaltung Sulzbach an der Murr, 1989.
    • Dr. Heinz Mayer: Sulzbach an der Murr im 16. Jahrhundert. Gemeindeverwaltung Sulzbach an der Murr, 1986.

    Anmerkungen

    1. Lage vermutlich im Fischbachtal in einer heute siedlungslosen Tallichtung nahe der Einmündung des von Berwinkel im Osten her zulaufenden Spatzenbachs, oder in dessen engerem Tal selbst, dessen nördlicher Waldhang nach der Topographischen Karte den Gewannnamen Wüstenmühle trägt. 49° 1′ 55,7″ N,  30′ 13,8″ O
    2. Anfang des 18. Jahrhunderts entstand zwischen Siebersbach und Kleinhöchberg eine „Häuseräcker“ genannte Siedlung, an die heute nur noch der Flurname erinnert. Als erster Bewohner ist 1713 der zuvor in Kleinhöchberg ansässige Hans Jacob Klingler in den Kirchenbüchern eingetragen. In den 1730er-Jahren sind zwei Familien Schieber als Bauern, Michael Otterbacher als Schneider sowie David Heyd als Beisitzer, 1741 außerdem noch Johann Franz August Ochs als Tagelöhner eingetragen. Wenig später wurde der Ort – wohl auch seiner ungünstigen Lage wegen – wieder aufgegeben.
    3. 1590 gab es 27 Lehen, darunter die Dorfmühle.
    4. Die Bürgerwehr Sulzbachs umfasste sieben Musketiers und 2 Tambours (Trommler), die dem Korporal Schneeberger unterstanden. Dem Konstabler (Büchsenschütz) unterstand ein Katzenkopf (Böllerkanone) auf einem zweirädrigen Wägelein. Beim Tambour Reeber wurden eine Trommel und eine Zwerchpfeife aufbewahrt.

    Einzelnachweise

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