Schloss Messac
Schloss in Frankreich
From Wikipedia, the free encyclopedia
Das Schloss Messac (französisch Château de Messac, lokal auch Meissac genannt) ist eine Schlossanlage in der französischen Gemeinde Reilhac im Département Cantal der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Das Anwesen liegt an der alten königlichen Straße von Aurillac nach Mauriac und überblickte historisch eine Furt über die Baÿsse, einen Nebenfluss der Authre. Die historische Parkanlage des Anwesens ist im französischen Denkmalportal als „Bemerkenswerter Park“ (Parc remarquable) erfasst.[1]

Geschichte
|
Burgen & Schlösser im Cantal |
|
💥 Caissac-Allianz (Rot/Orange)
🔵 Weitere Sitze (Blau/Grün) |
Mittelalter und die Anfänge
Der Ortsname geht auf die gallorömische Villa *Metiacum* zurück. Im Mittelalter war Messac ein Fief (Lehen), das in Abhängigkeit von den Äbten der Abtei Saint-Geraud in Aurillac und später von den Baronen von Conros stand. Das Gut war bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts Sitz einer lokalen Gerichtsbarkeit. Die ältesten urkundlich belegten Besitzer waren die Ritter de Messac. Im Jahr 1258 sagte der Ritter Astorg de Messac in einer Untersuchung des Königs Philipp III. aus und erwähnte, dass sein Vater und sein Onkel Hugues bereits 1232 als Burgmänner die unweite Festung Naucelle für den Abt von Aurillac verteidigten.
Über die Erbtochter Irlande de Messac gelangte der Besitz durch Heirat an das Haus du Crozet de Bellestat. Durch eine weitere Erbfolge Ende des 15. Jahrhunderts kam die Anlage an den jüngeren Zweig der weitverzweigten Uradelsfamilie de La Garde de Saignes. Maître Jehan de La Garde, ein Pariser Doktor der Theologie, geriet jedoch in finanzielle Engpässe und sah sich im Jahr 1535 gezwungen, das Schloss unter dem Vorbehalt des Rückkaufs an Nicolas de Caissac, den Herrn von Schloss Sédaiges, zu veräußern, der ihm Geld geliehen hatte.[2]
Das Heeresaufgebot von 1387 und 1533
Das Schloss unterstand der historischen Region Carladès und den Vizegrafen von Carlat. Als Bernard d'Armagnac, Vizegraf von Carlat, im Auftrag des Königs zum Kriegshauptmann im Languedoc und in Guyenne ernannt wurde, zog auch die Besatzung von Messac mit in den Krieg. Bei der feierlichen Heerschau (Ban et arrière-ban) am 4. Februar 1387 in Rodez stellte das Haus Messac bewaffnete Reiter für das Heer.
Beim späteren Heeresaufgebot von 1533 wurde das Schloss ebenfalls offiziell erfasst. Bei der Musterung ließ sich der damalige Schlossherr Jehan de La Garde durch den alliierten Edelmann Jacques Brunnenc (den Herrn von Schloss Vixouze) vertreten. Dieser gab zu Protokoll, der Schlossherr sei ein Mann der Kirche und der Sitz bestehe lediglich „aus einer Wiese und einem Haus“.[3]
Frühe Neuzeit: Familie Caissac
Da der Rückkauf durch die Familie La Garde ausblieb, ging das Schloss vollständig in den Besitz der Familie de Caissac über, wodurch es fester Bestandteil ihres herrschaftlichen Netzwerks im Carladès wurde. Nicolas de Caissac, der sich 1517 mit Marguerite Jouvenroux von Schloss La Trémolière vermählt hatte, übergab Messac an seine Söhne. Zunächst wurde Guy de Caissac 1552 Herr von Messac, ihm folgte sein Bruder Antoine nach.
Dessen Sohn, François de Caissac (1545–1618), der als Kammerherr des Königs diente und 1602 den Ordre de Saint-Michel erhielt, sicherte der Familie den Aufstieg. Sein Sohn Alexandre de Caissac vermählte sich 1614 mit Sybille de Glandières (einer Tochter des Dichters Louis de Balsac) und schlug zeitweise seine Residenz in Messac auf, wo er 1658 verstarb und in der Pfarrkirche Saint-Laurent beigesetzt wurde. Alexandres Sohn, Edme de Caissac, heiratete 1664 Marguerite de Pestels von Schloss Pesteils, deren Mutter eine geborene Anjony war, wodurch das Schloss dynastisch mit den mächtigsten Festungen der Umgebung verflochten wurde. Im 18. Jahrhundert fiel Messac schließlich über die Erbtochter Catherine de Méallet von Fargues an die Familie de Léotoing d'Anjony.[2]
Moderne und die Generäle der Familie Prax
Während der Französischen Revolution wurde das Anwesen als Nationalgut (Bien national) beschlagnahmt, in 35 Parzellen aufgeteilt und versteigert. Im Jahr 1802 erwarb der Anwalt Jean Prax (1759–1827) die Anlage. Über drei Generationen hinweg brachte die Familie Prax bedeutende Militärs hervor, die das Schloss prägten:
- Jean-Louis Prax (1786–1877), Sohn des Käufers, stieg zum General auf, war langjähriger Bürgermeister von Reilhac und Kommandeur der Ehrenlegion.
- Léon Prax (1834–1927), dessen Sohn, diente ebenfalls als General und Platzkommandant von Aurillac und veranlasste umfassende historisierende Erweiterungsbauten am Schloss.
- Louis Prax (1864–1950), Sohn des Maurice Prax, bekleidete den Rang eines Generals und lehrte als Professor an der französischen Kriegsakademie.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Schloss von dem Industriellen Pierre Canal erworben, der den Architekten Georges Breuil (1903–1999) mit einem tiefgreifenden Modernisierungsprojekt beauftragte. Später ging das Anwesen an die Familie Maitrier über, die unter anderem mit dem Artillerieoberst Louis Maitrier (1898–1984) und dem General Bernard Maitrier mehrere hochrangige Offiziere hervorbrachte. Im Jahr 2001 wurden die architektonischen Pläne von Breuil zusammen mit dem wertvollen, bis ins 13. Jahrhundert zurückreichenden historischen Schlossarchiv (Chartrier de Messac) dem Départementarchiv des Cantal übergeben.[4]
Architektur
Das Schloss präsentiert sich als vielgestaltiger, dreigeschossiger Baukörper mit vier Fensterachsen. Den Kern der Anlage bildet ein wuchtiges, rechteckiges Hauptgebäude (Logis), an dessen Nordseite sich der älteste Bauteil anschließt: ein mächtiger, runder Wehrturm aus unregelmäßigem Bruchsteinmauerwerk mit Kreuzrippengewölbe, dessen Ursprünge im 14. Jahrhundert liegen. Im 16. Jahrhundert wurden dem Hauptbau ein kleinerer Flügel im Stile eines Schleppdachs mit einem charakteristischen, eselsrückenförmigen Kielbogen-Türsturz sowie zwei Anbauten mit Korbbogengewölben hinzugefügt.[5]
Das heutige Erscheinungsbild wird maßgeblich durch die Erweiterungen des späten 19. Jahrhunderts geprägt: Der General Léon Prax ließ den großen Ostflügel sowie den quadratischen Südturm anbauen, die auf dem älteren napoleonischen Kataster noch nicht verzeichnet waren. Das Schlossareal umfasst zudem eine Schlosskapelle mit kunstvollen Buntglasfenstern, repräsentative Räume wie den „Grünen Salon“ sowie einen weitläufigen Landschaftspark. In den Jahren um 1930 führte der Architekt Georges Breuil tiefgreifende Restaurierungen und Modernisierungen am Schloss durch. Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
Heraldik
- Die Familie de Messac führte: Ein gebrochener Sparren, begleitet von Sternen (Un chevron rompu avec des étoiles).
- Der in Messac ansässige Zweig der Familie de La Garde de Saignes führte: In Blau ein silbernes Schwert als Schrägbalken, erhöht um einen silbernen, gezahnten Schildrand (D'azur à l'épée d'argent en bande, à la bordure engrêlée d'argent).
- Zum Wappen der Familie de Caissac siehe: Schloss Sédaiges.
Literatur
- Jean-Baptiste de Ribier du Châtelet: Dictionnaire statistique, ou Histoire, description et statistique du département du Cantal. Artikel: Reilhac, Band V, Aurillac 1857, S. 92.
- Louis de Ribier: Laroquebrou et ses seigneurs. Paris 1936.
