Schweizer Rugby-Union-Nationalmannschaft

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Die Schweizer Rugby-Union-Nationalmannschaft (französisch Equipe Nationale Suisse de Rugby à XV; italienisch Nazionale di Rugby XV della Svizzera) ist die Nationalmannschaft der Schweiz in der Sportart Rugby Union und repräsentiert das Land bei allen Länderspielen (Test Matches) der Männer. Die Mannschaft trägt den Spitznamen «Edelweiss». Die organisatorische Verantwortung trägt der 1972 gegründete Schweizerische Rugbyverband (FSR). Vom Weltverband World Rugby wird die Schweiz in die dritte Stärkeklasse (third tier) eingeteilt. Das Team spielt in der Rugby Europe Championship, der ersten Division der Europameisterschaft des Kontinentalverbandes Rugby Europe.

Schnelle Fakten
Schweiz
Spitzname(n) Edelweiss
VerbandFédération Suisse de Rugby (FSR)
TrainerOlivier Nier
KapitänCyril Lin
WR-KürzelSUI
WR-Rang28. (55.47)
(Stand: 16. März 2026)
[1]
Heim
Auswärts
Erstes Länderspiel
Schweiz Schweiz 4:23 Portugal PortugalPortugal
(Neuenburg, Schweiz; 11. April 1973)
Höchster Sieg
Schweiz Schweiz 85:0 Slowenien Slowenien
(Pernik, Bulgarien; 17. März 2012)
Höchste Niederlage
Georgien Georgien 110:0 Schweiz Schweiz
(Tiflis, Georgien; 1. Februar 2025)
Weltmeisterschaften
Teilnahmen: keine
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Das erste Test Match fand 1973 gegen Portugal statt. Die Schweiz lag seit dem zweiten Sieg gegen Deutschland am 7. März 2026 an der besten Klassierung seit Einführung der Weltrangliste auf Platz 27 mit 56,43 Punkten. Die Schweiz gewann 2022/23 erstmals die Rugby Europe Trophy mit Siegen gegen Schweden, Litauen, die Ukraine und Kroatien. Die meisten Spiele der Schweiz finden im Rahmen der Europameisterschaften statt. Der größte Erfolg der Nationalmannschaft sind der Aufstieg in die erste Division 2023. Bisher konnte sich die Mannschaft noch nicht für eine Weltmeisterschaft qualifizieren. Traditionell spielt die Schweiz in roten Trikots, roten Hosen und roten Socken.

Organisation

Verantwortlich für die Organisation von Rugby Union in der Schweiz ist der Schweizerische Rugbyverband (FSR). Der Verband wurde 1972 gegründet und 1988 Vollmitglied des International Rugby Football Board (IRFB; heute World Rugby).[2] Der Schweizerische Rugbyverband trat 1974 der Fédération internationale de rugby amateur (FIRA; heute Rugby Europe) bei.[3]

Die höchste Rugby-Union-Liga in der Schweiz ist die seit 1972 bestehende Nationalliga A mit acht Mannschaften, die an der Schweizer Rugby-Union-Meisterschaft teilnehmen. Diese wird zwischen insgesamt vier Ligen ausgetragen. Ein Großteil der für die Nationalmannschaft antretenden Spieler spielen in der Meisterschaft, weitere sind vor allem in Frankreich tätig.

Neben der eigentlichen Nationalmannschaft ruft der Schweizerische Rugby-Verband weitere Auswahlmannschaften zusammen. Wie andere Rugbynationen verfügt die Schweiz über eine U-18- und U-20-Nationalmannschaft, die an den entsprechenden Europameisterschaften teilnehmen. Hinzu kommt die Siebener-Rugby-Nationalmannschaft.

Geschichte

Schweiz gegen Litauen (2009)
Die Schweizer Nationalmannschaft (2021)

Die Schweiz bestritt ihr erstes Test Match am 11. April 1973 in Neuenburg gegen Portugal und unterlag mit 4:23. Im darauf folgenden Jahr verlor sie gegen Belgien mit 10:18, 1975 schlug sie derselbe Gegner mit 33:3. Nach der zweiten Niederlage gegen Belgien gewann die Schweiz ihr erstes Test Match und besiegte Jugoslawien mit 12:3 in Genf. Der einzige weitere Sieg in den 1970er Jahren war ein 7:4 gegen Luxemburg 1977. 1979 unterlag sie Marokko mit 0:43 und Portugal mit 0:31.

In den 1980er Jahren gelangen den Schweizern bessere Ergebnisse mit einem Sieg gegen Luxemburg von 10:7 in Bern, sowie knappen Niederlagen gegen Schweden und Belgien. 1981 siegte Portugal wieder zu Null, worauf ein Sieg gegen Dänemark gelang. Nach erneuten Niederlagen gegen Belgien und Schweden 1982 erzielten sie 60 unbeantwortete Punkte gegen Finnland. Darauf folgte eine Niederlagenserie von neun Spielen zwischen 1982 und 1986, bevor sie Jugoslawien im Mai 1986 mit 5:0 schlugen.

1989 unternahm die Schweiz den Versuch, sich für die Weltmeisterschaft 1991 in den damaligen Five Nations zu qualifizieren und spielte in der europäischen Qualifikation in der Runde 2A. Diese schlossen sie auf dem dritten Platz ab, nachdem sie eines ihrer drei Spiele gewannen. Ebenso nahm die Schweiz an der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1995 in Südafrika teil, wo sie aus der Runde 1 die Runde 2 erreichte, dort jedoch ausschied.

In der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1999 in den damaligen Five Nations erreichte die Schweiz den dritten Platz unter sechs Teams in Runde 1, nachdem sie von vier Spielen eines Spiel gewann und eines Unentschieden endete. Die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2003 in Australien verlief erfolgreicher, als die Schweiz Gruppe B in der Runde 1 gewann und Runde 2 erreichte, dort jedoch ausschied. In der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2007 in Frankreich belegte die Schweiz in der Gruppe D der Runde 2 den vierten Platz.

Der Schweiz gelang es auch nicht, sich für die Weltmeisterschaften der Jahre 2011, 2015, 2019 und 2023 zu qualifizieren.

2016 erreichte die Schweiz erstmals seit der Einführung des neuen Formats 2000 die zweite Division der Rugby-Union-Europameisterschaft (Rugby Europe Trophy, früher Division 1B), nachdem sie Division 2A im Zweijahreszyklus 2014–16 gewann. In der Rugby Europe Trophy 2022/23 gewann sie alle vier Spiele gegen Schweden, Litauen, die Ukraine und Kroatien, womit die Schweiz erstmals dieses Turnier gewann und mit dem 27. Platz ihren bisher besten Platz in der World-Rugby-Weltrangliste erreichte.[4][5] Die Rugby Europe International Championships 2024/25 begann gegen den haushohen Favoriten Georgien mit einer Rekordniederlage von 0:110. Insgesamt erreichten die Schweizer mit einem Sieg im Play-off gegen Deutschland den siebenten Platz, womit sie die Weltmeisterschaft 2027 verpassten.[6] In der Rugby Europe International Championships 2025/26 erreichten die Schweizer den sechsten Platz, womit sie den Klassenerhalt sicherten.[7]

Die Schweizer Nationalmannschaft spielt traditionell in roten Trikots, roten Hosen und roten Socken. Das Auswärtstrikot ist weiß mit weißen Hosen und weißen Socken.

Das Logo der Fédération Suisse de Rugby zeigt einen Alpen-Edelweiss in Rot mit dem Schriftzug Suisse Rugby rechts daneben. Der Spitzname der Schweizer Rugby-Union-Nationalmannschaft lautet «Edelweiss».

Test Matches

Die Schweiz hat 83 ihrer bisher 182 Test Matches gewonnen, was einer Gewinnquote von 45,60 % entspricht. Die Statistik der Test Matches der Schweiz gegen alle Nationen, alphabetisch geordnet, ist wie folgt (Stand: 18. März 2026):

Weitere Informationen Land, Spiele ...
Land Spiele Gewonnen Unent-
schieden
Verloren % Siege
Andorra Andorra860275,00
Armenien Armenien640266,67
Belgien Belgien15401126,67
Bulgarien Bulgarien650183,33
Danemark Dänemark1032530,00
Deutschland Deutschland1030730,00
Elfenbeinküste Elfenbeinküste211050,00
Finnland Finnland1100100,00
Georgien Georgien30030,00
Israel Israel752071,43
Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien1021720,00
Kroatien Kroatien1080280,00
Lettland Lettland410325,00
Litauen Litauen850362,50
Luxemburg Luxemburg5500100,00
Malta Malta530260,00
Marokko Marokko10010,00
Moldau Republik Moldau2200100,00
Monaco Monaco1100100,00
Niederlande Niederlande921622,22
Osterreich Österreich3300100,00
Polen Polen730442,86
Portugal Portugal70070,00
Schweden Schweden920728,57
Senegal Senegal10010,00
Serbien Serbien630350,00
Slowenien Slowenien531160,00
Spanien Spanien30030,00
Tschechien Tschechien730442,86
Tschechoslowakei Tschechoslowakei10010,00
Tunesien Tunesien20020,00
Ukraine Ukraine740357,14
Ungarn Ungarn1100100,00
Gesamt1828389145,60
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Erfolge

Weltmeisterschaften

Die Schweiz konnte sich noch nicht für eine Weltmeisterschaft qualifizieren.

Weitere Informationen Jahr, Resultat ...
JahrResultatSpieleSiegeUnent.Ndlg.+/-Punkte
1987nicht eingeladen
1991nicht qualifiziert (1. Qualifikationsrunde)
1995nicht qualifiziert (2. Qualifikationsrunde)
1999nicht qualifiziert (1. Qualifikationsrunde)
2003nicht qualifiziert (2. Qualifikationsrunde)
2007nicht qualifiziert (2. Qualifikationsrunde)
2011nicht qualifiziert (2. Qualifikationsrunde)
2015nicht qualifiziert (3. Qualifikationsrunde)
2019nicht qualifiziert (4. Qualifikationsrunde)
2023nicht teilgenommen
2027nicht qualifiziert (Rugby Europe Championship 2024/25)
2031noch ausstehend
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Europameisterschaft

An der Rugby-Union-Europameisterschaft nimmt die Schweizer Mannschaft seit Gründung des Wettbewerbs teil, meist in der zweiten Division.

Weitere Test Matches

Aufgrund der späten Etablierung unternahm die Schweiz während der Amateurära kaum Touren nach alter Tradition, da sie um das Jahr 2000 zum Erliegen kamen. Heute stehen für Test Matches gegen Teams der südlichen Hemisphäre jedes Jahr zwei Zeitfenster zur Verfügung: Die Mid-year Internationals im Juni und die End-of-year Internationals im November. Im Gegensatz zu den meisten anderen Rugbynationen spielt die Schweiz dabei jedoch um keine Trophäen gegen seine Gegner.

Spieler

Aktuelles Kader

Die folgenden Spieler bildeten das Kader für die Rugby Europe Trophy 2022/23:[8]

Weitere Informationen Spieler, Position ...
Hintermannschaft
SpielerPositionMannschaftLänderspiele
William MeyerGedrängehalbFrankreichFrankreich RCS Rumilly06
Simon PerrodGedrängehalbFrankreichFrankreich RC Drancy36
Donovan O’GradyVerbinderEnglandEngland Eton Manor RFC16
Jules PorcherVerbinderFrankreichFrankreich RC Aubenas Vals09
Jess RobersonInnendreiviertelSchweiz GC Zürich04
Tommaso VoltaInnendreiviertelSchweiz Hermance RRC04
Gaëtan MoserInnendreiviertelSchweiz Servette RC01
Lucas HeinrichAussendreiviertelSchweiz Servette RC29
Hugo MalyonAussendreiviertelFrankreichFrankreich RC Suresnes09
Hugh KisielewskiAussendreiviertelSchweiz GC Zürich10
Jolan VincentSchlussmannFrankreichFrankreich US Nantua Haut Bugey06
Stürmer
SpielerPositionMannschaftLänderspiele
Nathan PelsyHaklerFrankreichFrankreich US Annecy18
Maxime LuçonHaklerFrankreichFrankreich CA Pontarlier30
Manu RonzaHaklerSchweiz Lausanne UC13
Andri KoeferliHaklerSchweiz GC Zürich03
Reuben Bachofner-BrownPfeilerEnglandEngland Hornets RFC01
Maximiliano DucommunPfeilerSchweiz Nyon RC03
Cameron HolensteinPfeilerEnglandEngland Hartpury University03
Vincent VialPfeilerFrankreichFrankreich CS Vienne14
Alexandre GrillonPfeilerSchweiz Lausanne UC02
Dominic GormanPfeilerSchweiz RC Yverdon17
Christian RohrigZweite-Reihe-StürmerSchweiz GC Zürich10
Romin VivariéZweite-Reihe-StürmerSchweiz Lausanne UC02
Antoine SalinoDritte-Reihe-StürmerSchweiz Servette RC02
Tim VögtliDritte-Reihe-StürmerSchweiz GC Zürich23
George HallamDritte-Reihe-StürmerEngland Coventry RFC02
Cyril Lin (C)ein weißes C in blauem KreisDritte-Reihe-StürmerSchweiz Nyon RC42
Nicolas LugeonDritte-Reihe-StürmerSchweiz Stade Lausanne RC05
Ahmed KaneDritte-Reihe-StürmerFrankreich Lyon Olympique Universitaire02
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Bekannte Spieler

Bisher wurde noch kein Schweizer Spieler in die World Rugby Hall of Fame aufgenommen.

Position in der Rugby-Weltrangliste (jeweils am Jahresende)

Weitere Informationen Jahr, Position ...
Jahr Position Punkte
2003 37. 50,41
2004 39. 49,08
2005 45. 47,70
2006 48. 47,13
2007 52. 45,51
2008 54. 45,14
2009 58. 43,05
2010 67. 41,36
2011 49. 45,88
2012 52. 46,16
2013 39. 49,83
2014 46. 47,22
2015 35. 50,95
2016 33. 51,84
2017 31. 53,35
2018 31. 53,26
2019 31. 52,62
2020 28. 54,12
2021 35. 51,53
2022 28. 53,80
2023 28. 55,52
2024 29. 56,04
2025 28. 55,26
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Quelle: World-Rugby-Weltrangliste[9]

Literatur

  • Richard Bath: The Complete Book of Rugby. Seven Oaks, 1997, ISBN 1-86200-013-1.
  • Huw Richards: A Game for Hooligans: The History of Rugby Union. Mainstream Publishing, Edinburgh 2007, ISBN 978-1-84596-255-5.
Commons: Schweizer Rugby-Union-Nationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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