Belgische Rugby-Union-Nationalmannschaft

Rugby-Auswahlmannschaft von Belgien From Wikipedia, the free encyclopedia

Die belgische Rugby-Union-Nationalmannschaft (französisch Équipe nationale de Belgique de rugby à XV; niederländisch Belgisch rugbyteam) ist die Nationalmannschaft Belgiens in der Sportart Rugby Union und repräsentiert das Land bei allen Länderspielen (Test Matches) der Männer. Die Mannschaft trägt den Spitznamen „Schwarze Teufel“. Die organisatorische Verantwortung trägt der 1931 gegründete Verband Belgium Rugby (BR). Vom Weltverband World Rugby wird Belgien in die dritte Stärkeklasse (third tier) eingeteilt. Das Team spielt in der Rugby Europe Championship, der ersten Division der Europameisterschaft des Kontinentalverbandes Rugby Europe.

Schnelle Fakten
Belgien
Logo
Spitzname(n) Schwarze Teufel (dt.),
Diables noirs (frz.),
Zwarte Duivels (nld.)
VerbandBelgium Rugby (BR)
Nationalstadion Nelson-Mandela-Stadion, Brüssel
TrainerFrankreich Laurent Dossat (seit 2024)
KapitänJens Torfs
WR-KürzelBEL
WR-Rang21. (61.03)
(Stand: 16. März 2026)
[1]
Heim
Auswärts
Meiste Länderspiele
Thomas Dienst (27)[2]
Meiste erzielte Punkte
Alan Williams (173)[3]
Meiste erzielte Versuche
Thomas de Molder (5)[4]
Erstes Länderspiel
Erstes inoffizielles Testmatch
Niederlande Niederlande 0:6 Belgien Belgien
(Den Haag, Niederlande; 1. Juli 1930)
Erstes offizielles Testmatch
NiederlandeNiederlande Niederlande 6:6 Belgien Belgien
(Amsterdam, Niederlande; 13. März 1932)
Höchster Sieg
Vereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate 3:94 Belgien Belgien
(Dubai, Vereinigte Arabische Emirate; 8. Dezember 2012)
Höchste Niederlage
Spanien Spanien 77:0 Belgien Belgien
(Madrid, Spanien; 8. Dezember 1996)
Weltmeisterschaften
Teilnahmen: bislang keine
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Das erste inoffizielle Länderspiel fand 1930 gegen die Niederlande statt; das erste Test Match folgte zwei Jahre später. In den folgenden Jahren spielten beide Mannschaften regelmäßig gegeneinander. Zu den weiteren Gegnern der Anfangszeit gehörten auch Italien und Deutschland. 1934 gehörte der belgische Verband zu den Gründungsmitgliedern der Fédération internationale de rugby amateur (FIRA; heute Rugby Europe), die damals als Konkurrentin zum angelsächsisch dominierten International Rugby Football Board (IRFB; heute World Rugby) auftrat. Seit den 2000er Jahren hat sich der Rugbysport in Belgien stetig weiterentwickelt, so dass die Auswahl mittlerweile regelmäßig 1.000 Zuschauer zu den Heimspielen anzieht. Die meisten Spiele Belgiens finden im Rahmen der Europameisterschaften statt. Der größte Erfolg der Nationalmannschaft sind der Aufstieg in die erste Division 2010, 2014 und 2022. Bisher konnte sich die Mannschaft noch nicht für eine Weltmeisterschaft qualifizieren; 2025 verpasste sie die Qualifikation denkbar knapp nach einem Unentschieden gegen den Dauerteilnehmer Samoa im interkontinentalen Qualifikationsturnier. Traditionell spielt Belgien in rot-schwarz-gestreiften Trikots mit schwarzen Hosen und schwarzen Socken.

Organisation

Verantwortlich für die Organisation von Rugby Union in Belgien ist der Verband Belgium Rugby (BR), bis 2019 Fédération Belge de Rugby (FBRB) genannt. Belgium Rugby wurde 1931 gegründet und 1998 Vollmitglied des International Rugby Board (IRB; heute World Rugby).[5] Der belgische Verband war außerdem im Jahr 1934 Gründungsmitglied des Kontinentalverbandes Fédération internationale de rugby amateur (FIRA; heute Rugby Europe).[6]

Die höchste Rugby-Union-Liga in Belgien ist die 1937 gegründete Erste Division mit acht Mannschaften, in der um die belgische Rugby-Meisterschaft gespielt wird. Ein Großteil der für die Nationalmannschaft antretenden Spieler speist sich aus dieser Liga, weitere Spieler sind vor allem in Frankreich tätig. In Belgien tätige Nationalspieler gehören meist der professionellen Mannschaft Brussels Devils an, die seit 2021 am Rugby Europe Super Cup teilnimmt.[7]

Neben der eigentlichen Nationalmannschaft ruft Belgium Rugby weitere Auswahlmannschaften zusammen. Wie andere Rugbynationen verfügt Belgien über eine U-20-Nationalmannschaft, die an den entsprechenden Europa- und Weltmeisterschaften teilnimmt.[8] Hinzu kommt die Siebener-Rugby-Nationalmannschaft. Kinder und Jugendliche werden bereits in der Schule an den Rugbysport herangeführt und je nach Interesse und Talent beginnt dann die Ausbildung.

Geschichte

Einführung und Verbreitung von Rugby

Belgien gegen Italien beim FIRA-Turnier 1937

Das Rugby in Belgien geht vor allem auf Briten und Franzosen zurück. Der Rugby Club Français wurde vom Franzosen Jean Rey gegründet, dem späteren ersten Nationaltrainer. Danach waren Briten an der Gründung des British Sport Club in Antwerpen (1919) und Brüssel (1925) beteiligt, die das Rugby in Belgien weiter etablierten. Belgien spielte am 1. Juli 1930 sein erstes Rugbyspiel auswärts in Den Haag und gewann mit 6:0 gegen die Niederlande, womit die bis heute andauernde Rivalität mit dem nördlichen Nachbarn begann. Später im selben Jahr folgte das zweite Spiel in Brüssel, das sie mit 11:0 für sich entschieden. Beide Spiele werden jedoch von Belgium Rugby (BR) nicht als offizielle Test Matches anerkannt, da sowohl der belgische als auch der niederländische Rugbyverband noch nicht existierten. 1931 wurde der Verband Fédération Belge de Rugby (FBRB; heute Belgium Rugby) gegründet.[9] Die erste Vorstandssitzung fand am 20. Januar 1932 statt. Am 13. März desselben Jahres wurde in Amsterdam das erste, vom belgischen Verband anerkannte, offizielle Test Match gegen die Niederlande ausgetragen und endete 6:6 unentschieden.[10] Bis 1937 trafen die Belgier jährlich auf die Niederländer, unterlagen jedoch in jeder Begegnung.

1934 gehörte der belgische Verband zu den Gründungsmitgliedern der Fédération internationale de rugby amateur (FIRA; heute Rugby Europe), die als Konkurrentin zum angelsächsisch dominierten International Rugby Football Board (IRFB; heute World Rugby) auftrat.[6][11] Dennoch blieben internationale Begegnungen eine Seltenheit. 1937 wurde die Erste Division, die belgische Rugbymeisterschaft, erstmals ausgetragen. Im selben Jahr, beim zweiten FIRA-Turnier in Paris (dem Vorläufer der Europameisterschaft), trafen die Belgier erstmals auf Italien, unterlagen jedoch. Im Spiel um Platz fünf gelang ein Sieg gegen die Niederlande.[12]

Regelmäßige internationale Kontakte

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges traf die belgische Mannschaft Ende der 1940er Jahre ausschließlich auf die Niederlande. 1952, nach einer fünfzehnjährigen Pause, wurde wieder ein Europapokal ausgetragen, wobei die Belgier Westdeutschland unterlagen, was das Vorrundenaus bedeutete.[13] Beim Europapokal 1954 trafen die Belgier erstmals auf Spanien, schieden jedoch abermals nach der Vorrunde aus.[14] Bis 1969 trugen die Belgier mindestens ein jährliches Freundschaftsspiel gegen den nördlichen Nachbarn aus.

Als die FIRA die Europameisterschaft nach über zehnjähriger Pause wiederbelebte (mit Beteiligung nordafrikanischer Länder), traten die Belgier in der zweiten Division an. Beim FIRA-Nationenpokal 1965/66 verpassten sie nach einem Unentschieden gegen Portugal auf eigenen Boden den Aufstieg in die erste Division.[15] Beim FIRA-Nationenpokal 1966/67 scheiterte die Mannschaft im Finale an der Tschechoslowakei.[16] 1967/68 unterlagen sie Spanien, Marokko und Portugal.[17] 1968/69 erreichte das Team mit einem Sieg gegen die Niederlande die Finalrunde, unterlag in dieser aber Italien und Spanien.[18] 1970/71 kam Belgien nicht über die Gruppenphase hinaus.[19]

Nach einer Restrukturierung der Europameisterschaft verblieben die Belgier beim FIRA-Pokal 1975/76 in der zweiten Division. Da sie beide Gruppenspiele verloren,[20] fanden sie sich in der dritten Division der Austragung 1976/77 wieder, in der nach drei Siegen der direkte Wiederaufstieg gelang.[21] 1977/78 erlitt das Team eine Niederlage gegen Marokko, während es gegen Jugoslawien Forfait verlor.[22] Bis Mitte der 1980er Jahre klassierten sich die Belgier überwiegend in der dritten Division des europäischen Wettbewerbes, durch eine weitere Restrukturierung nach dem FIRA-Pokal 1984/85, als die FIRA die zweite und dritte Division zusammenlegte, blieben sie drittklassig.[23]

Im Jahr 1985 beschloss der IRFB, der damals noch sehr exklusiv war und nur acht Mitglieder zählte, die Einführung der Weltmeisterschaft. Für die erste Austragung 1987 vergab er neun Startplätze durch Einladungen, wobei Belgien unberücksichtigt blieb.[24] Die Belgier beteiligten sich erstmals 1991 an der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1991. In dieser erreichten sie in der zweiten Runde der europäischen Qualifikation nur den vierten Platz, nachdem sie alle ihre drei Spiele verloren hatten.[25]

In den 1990er Jahren spielten die Belgier regelmäßiger gegen andere europäische Mannschaften und beim FIRA-Pokal 1992–1994 in der ersten Division.[26] In der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1995 gelang der Mannschaft zwar ein Sieg gegen die Schweiz, sie unterlag aber Portugal und Spanien.[27]

Die FIRA nahm wieder eine Restrukturierung der Europameisterschaft vor, jedoch gehörte Belgien im FIRA-Pokal 1994–1997 weiterhin der ersten Division an und schloss dort die Hauptrunde auf dem letzten Gruppenplatz ab.[28] 1998 wurde Belgien Mitglied des IRB.[5] Die Jahre 1997 bis 1999 waren eine Ära des Umbruchs im europäischen Rugby, da sich die FIRA einerseits dem IRB als Kontinentalverband unterordnete und sich gleichzeitig von ihren außereuropäischen Mitgliedern trennte. Außerdem nahmen mit Frankreich und Italien die beiden stärksten Teams nicht mehr an Europameisterschaften teil. Aus diesen Gründen fanden stattdessen Ersatzturniere statt, die nicht den Status von Kontinentalmeisterschaften hatten. Beim FIRA-Turnier 1996/97 erreichten die Belgier den achten Platz.[29] Bei der anschließenden Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1999, die im Winterhalbjahr 1997/98 stattfand, erreichten sie nur den fünften Gruppenplatz.[30]

Beim FIRA-Turnier 1998/99 gewann Belgien gegen Jugoslawien und Luxemburg, während es Tunesien und Deutschland unterlag.[31] Das Team erreichte dadurch den dritten Gruppenplatz, was die Einteilung in die dritte Division des European Nations Cup 1999/2000 bedeutete, der ersten Austragung der Europameisterschaft in einem neuen Format. Belgien gewann bei dieser zwar das Spiel gegen die Schweiz, verlor aber die übrigen Partien gegen Polen, Tschechien und Lettland.[32]

Im neuen Millennium

Belgien bei einem Qualifikationsspiel gegen Deutschland für die WM 2007
Belgien gegen Polen während der WM-Qualifikation 2009

Der European Nations Cup 2000/01 und der European Nations Cup 2001/02 dienten gleichzeitig als erste und zweite Runde der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2003. Die Belgier erreichten mit ihren Aufstieg in die zweite Division auch die zweite Runde, in der sie lediglich den letzten Platz erreichten.[33]

Beim European Nations Cup 2002–2004 belegten die Belgier wiederum den letzten Platz ihrer Gruppe.[34] Die Ergebnisse des European Nations Cup 2004–2006 flossen in die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2007 ein. Diese beendete das Team in der zweiten Runde, nachdem es dort den zweiten Platz erreicht hatte.[35] Vor dem Beginn der Weltmeisterschaft traf eine belgische Auswahl auf Argentinien und am 24. Mai 2008 spielte eine belgische Mannschaft gegen den Barbarian FC.

Die Belgier verbesserten sich stetig. Waren sie 2004 noch auf dem 55. Platz der Weltrangliste, erzielten sie in den folgenden Jahren gute Resultate gegen andere europäische Mannschaften und waren 2010 unter den 30 besten Mannschaften der Weltrangliste angelangt. Seitdem blieb Belgien konstant unter dieser Marke.[36] Den European Nations Cup 2006–2008 beendeten die Belgier auf dem zweiten Platz und verpassten damit den Aufstieg in die erste Division.[37] Beim European Nations Cup 2008–2010, dessen Ergebnisse in die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2011 einflossen, verpassten die Belgier sowohl den Aufstieg als auch das europäische Play-off in der WM-Qualifikation.[38]

Der European Nations Cup 2010–2012 verlief für die Belgier äußerst erfolgreich, als sie zwischen März 2011 und Dezember 2012 zehn Partien hintereinander gewinnen konnten.[39] Daraufhin trafen sie in der Division 1A des European Nations Cup 2012–2014 auf Mannschaften wie Spanien und Portugal, aber auch die WM-Teilnehmer Rumänien, Georgien und Russland. Die Mannschaft erreichte jedoch nur den sechsten Platz und stieg damit wieder in die Division 1B ab.[40] Da dies gleichzeitig die europäische Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2015 war, schied das Team gleichermaßen aus.[41] Beim European Nations Cup 2014–2016 gelang Belgien nach neun Siegen der direkte Wiederaufstieg in die Division 1A.[42]

Eine Kontroverse und ihre Folgen

Nach einer weiteren Formatänderung der Europameisterschaft trat Belgien in der höchstklassigen Rugby Europe Championship 2017 an. Deren Ergebnisse zählten ebenso wie jene der Rugby Europe Championship 2018 als Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2019 (abzüglich aller Partien mit Beteiligung der bereits qualifizierten Georgier). Den Belgiern gelang jedoch nur ein Sieg über Deutschland. Darauf folgte am 18. März 2018 in Brüssel ein kontroverser 18:10-Heimsieg über Spanien. Der rumänische Schiedsrichter Vlad Iordăchescu und die beiden ebenfalls rumänischen Assistenten trafen während des Spiels mehrere umstrittene Entscheidungen zugunsten der Belgier, was dazu führte, dass Rumänien anstelle Spaniens qualifiziert gewesen wäre.[43]

Drei Wochen später kündigte World Rugby eine Untersuchung an. Die Funktionäre waren besorgt über die Nominierung eines offensichtlich nicht neutralen Schiedsrichterteams durch den Kontinentalverband Rugby Europe. Ebenso wollten sie zwischenzeitlich aufgetauchte Gerüchte untersuchen, wonach mehrere Mannschaften Spieler eingesetzt hätten, die nicht teilnahmeberechtigt gewesen seien. Rugby-Nationalmannschaften konnten damals neben Staatsbürgern auch ausländische Spieler umfassen, die ihren Wohnsitz seit mindestens drei Jahren ununterbrochen im entsprechenden Land hatten (seit 2020 sind es fünf Jahre).[44] Mitte Mai 2018 veröffentlichte der von World Rugby beauftragte unabhängige Untersuchungsausschuss seinen Bericht. Demzufolge hatten Belgien, Rumänien und Spanien in mehreren Fällen Spieler eingesetzt, die gegen die Wohnsitzregelung verstießen. Belgien war in sechs Spielen im Zusammenhang mit der WM-Qualifikation betroffen und wurde mit dem Abzug von 30 Tabellenpunkten bestraft (fünf je Spiel). Dadurch rutschte die Mannschaft vom vierten auf den sechsten Platz ab. Der Startplatz der ebenfalls bestraften Rumänen ging an Russland, während Deutschland anstelle Spaniens die nächste Qualifikationsrunde bestreiten durfte.[45] Eine unabhängige Berufungsinstanz bestätigte im Juni das Urteil.[46]

Aktuelle Entwicklung

Im Frühjahr 2019 änderte der belgische Verband seinen offiziellen Namen in Belgium Rugby. Damit wollte er sich einerseits einen neutralen Namen im mehrsprachigen Belgien geben und andererseits zugänglicher für die internationale Rugbygemeinschaft werden.[9] In der Rugby Europe Championship 2020 gelang den Belgiern nur ein Sieg über Russland, woraufhin sie auf den letzten Gruppenplatz landeten und ein Relegationsspiel gegen die Niederländer bestreiten mussten. Dieses verloren sie denkbar knapp mit 21:23, womit sie in die Rugby Europe Trophy abstiegen und gleichzeitig die Weltmeisterschaft 2023 verpassten.[47]

Ab März 2020 musste der internationale Spielbetrieb wegen der COVID-19-Pandemie bis Oktober 2021 ruhen. In der Rugby Europe Trophy 2021/22 klassierte sich Belgien auf dem ersten Platz[48] und fand sich in der Saison 2022/23 in der Rugby Europe Championship wieder, in der die Mannschaft den siebten Platz unter acht Teilnehmern belegte.[49] In der Rugby Europe International Championships 2023/24 belegten die Belgier ebenfalls den siebten Platz, was für den Klassenerhalt ausreichend war.[50] Während des Turnieres gelang den Belgiern ein überraschender Heimsieg über den WM-Teilnehmer Portugal (10:6).[51] Im Sommer desselben Jahres unternahmen die Belgier erstmals eine Südamerikatour und traten gegen Brasilien, Chile und Paraguay an.[52] Während gegen die Paraguayer ein deutlicher Sieg gelang, erlitt Belgien gegen die Brasilianer und Chilenen ebenso deutliche Niederlagen.[53] Bei der Rugby Europe International Championships 2024/25 erreichte das Team den fünften Platz, womit es das interkontinentale Qualifikationsturnier zur Weltmeisterschaft 2027 erreichte.[54] Dort gewannen sie gegen Brasilien und Namibia, während das letzte entscheidende Spiel gegen Samoa 13:13 unentschieden endete; dank mehr Bonuspunkten erreichte Samoa anstelle Belgiens die Endrunde in Australien.[55] Nach dem interkontinentalen Qualifikationsturnier erreichte Belgien mit dem 21. Platz seine beste Platzierung in der Weltrangliste und war das einzige Team unter den besten 25, das sich nicht für die Endrunde qualifizieren konnte.[36] Die anschließende Rugby Europe International Championships schlossen die Belgier abermals auf dem fünften Platz ab.[56]

Trikot, Logo und Spitzname

Die Nationalmannschaft Belgiens spielt traditionell in rot-schwarz-gestreiften Trikots mit der belgischen Flagge auf den Ärmeln, schwarzen Hosen und schwarzen Socken mit der belgischen Flagge an der Oberseite. Das Auswärtstrikot ist gelb-schwarz-gestreift mit der belgischen Flagge auf den Ärmeln, schwarzen Hosen und schwarzen Socken mit der belgischen Flagge an der Oberseite.

Aktueller Trikotausrüster der belgischen Nationalmannschaft ist der neuseeländische Sportartikelhersteller Canterbury, Trikotsponsor ist der belgische Ersatzteilhersteller TVH.[57] Auf den Trikots erscheint das Verbandslogo auf der rechten Seite, das Ausrüsterlogo links und das Sponsorenlogo in der Mitte.

Das Logo von Belgium Rugby zeigt einen schreitenden Löwen, das Wappentier Belgiens, vor Malstangen und einem Rugbyball in den Nationalfarben gelb, rot und schwarz mit der Abkürzung F.B.R.B. darüber. Der Spitzname der belgischen Nationalmannschaft lautet seit 2006 deutsch Schwarze Teufel, französisch Diables noirs bzw. niederländisch Zwarte Duivels; er verbindet den Spitznamen der belgischen Fußballnationalmannschaft („Rote Teufel“) mit jenem der neuseeländischen Rugby-Union-Nationalmannschaft („All Blacks“). Es gibt aber auch einen historischen Bezug zum Gefecht bei Halen während des Ersten Weltkrieges, bei dem eine belgische Radfahrer-Kompanie mit dem Spitznamen „Rote Teufel“ einen deutschen Angriff abwehrte.[58]

Stadion

Das Heimstadion der belgischen Nationalmannschaft ist das Nelson-Mandela-Stadion im Brüsseler Stadtteil Neder-Over-Heembeek mit 750 Sitzplätzen.[59] Es wurde 2017 eröffnet und dient auch als Verbandssitz von Belgium Rugby.

Test Matches

Belgien hat 148 seiner bisher 333 Test Matches gewonnen, was einer Gewinnquote von 44,44 % entspricht. Die Statistik der Test Matches Belgiens gegen alle Nationen, alphabetisch geordnet, ist wie folgt (Stand 18. März 2026):[60]

Weitere Informationen Land, Spiele ...
Land Spiele Gewonnen Unent-
schieden
Verloren % Siege
Armenien Armenien10010,00
Brasilien Brasilien320166,67
Chile Chile10010,00
Danemark Dänemark760185,71
Deutschland Deutschland351212234,29
Fidschi Fidschi10010,00
Georgien Georgien50050,00
Hongkong Hongkong410325,00
Italien Italien20020,00
Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien1080280,00
Kanada Kanada410325,00
Kroatien Kroatien530260,00
Lettland Lettland210150,00
Litauen Litauen320166,67
Luxemburg Luxemburg5500100,00
Malta Malta2200100,00
Marokko Marokko70070,00
Moldau Republik Moldau970277,78
Monaco Monaco1100100,00
Namibia Namibia1100100,00
Niederlande Niederlande764243055,26
Paraguay Paraguay1100100,00
Polen Polen22911240,91
Portugal Portugal18421222,22
Rumänien Rumänien1100110,00
Russland Russland910811,11
Samoa Samoa20110,00
Serbien und Montenegro Serbien und Montenegro1100100,00
Slowenien Slowenien421150,00
Schweden Schweden14110378,57
Schweiz Schweiz14100471,43
Simbabwe Simbabwe1100100,00
Spanien Spanien17211411,76
Tschechien Tschechien741257,14
Tschechoslowakei Tschechoslowakei610516,67
Tunesien Tunesien1151545,45
Ukraine Ukraine950455,56
Uruguay Uruguay10010,00
Vereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate1100100,00
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten10010,00
Gesamt3331481217344,44
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Erfolge

Weltmeisterschaften

Belgien konnte sich noch nicht für eine Weltmeisterschaft qualifizieren.

Weitere Informationen Jahr, Resultat ...
JahrResultatSpieleSiegeUnent.Ndlg.+/-Punkte
1987nicht eingeladen
1991nicht qualifiziert (2. Qualifikationsrunde)
1995nicht qualifiziert (2. Qualifikationsrunde)
1999nicht qualifiziert (2. Qualifikationsrunde)
2003nicht qualifiziert (2. Qualifikationsrunde)
2007nicht qualifiziert (3. Qualifikationsrunde)
2011nicht qualifiziert (4. Qualifikationsrunde)
2015nicht qualifiziert (5. Qualifikationsrunde)
2019nicht qualifiziert (5. Qualifikationsrunde)
2023nicht teilgenommen
2027nicht qualifiziert (Repechage)
2031noch ausstehend
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Europameisterschaft

An der Europameisterschaft nimmt die belgische Mannschaft seit Gründung des Wettbewerbs teil, meist in der zweiten Division.

Weitere Test Matches

Aufgrund der späten Etablierung unternahm Belgien während der Amateurära kaum Touren nach alter Tradition, da sie um das Jahr 2000 zum Erliegen kamen. Heute stehen für Test Matches gegen Teams der südlichen Hemisphäre jedes Jahr zwei Zeitfenster zur Verfügung: Die Mid-year Internationals im Juni und die End-of-year Internationals im November. Im Gegensatz zu den meisten anderen Rugbynationen spielt Belgien dabei jedoch um keine Trophäen gegen seine Gegner.

Spieler

Aktueller Kader

Die folgenden Spieler bildeten den Kader für das interkontinentale Qualifikationsturnier zur Weltmeisterschaft 2027:[61]

Weitere Informationen Spieler, Position ...
Hintermannschaft
SpielerPositionMannschaftLänderspiele
Julien BergerGedrängehalbLa Roche-sur-Yon65
Isaac MontoisyGedrängehalbSalles19
Timothe RifonGedrängehalbMâcon13
Hugo De FrancqVerbinderAgronomia20
Matias RemueVerbinderToulouse13
Florian RemueInnendreiviertelValence d’Agen27
Jens Torfs (C)ein weißes C in blauem KreisInnendreiviertelBarbezieux39
Maxime VacquierInnendreiviertelBéziers07
Robin WedlakeInnendreiviertelCamborne00
Dazzy CornezAußendreiviertelAubenas25
Lucas MichielsAußendreiviertelAlcobendas04
Ervin MuricAußendreiviertelOlympique Marcquois19
Thomas WallrafAußendreiviertelLangon32
Siméon SoenenSchlussmannAlbi15
Stürmer
SpielerPositionMannschaftLänderspiele
Alexandre RaynierHaklerAuch21
Vincent TauziaHaklerMartres de Veyre13
Charlesty BerguetPfeilerVannes13
Jean-Baptiste de ClercqPfeilerAlbi17
Maxime JadotPfeilerEmak Hor56
Basile van ParysPfeilerBrussels Devils14
Seppe VerelstPfeilerBrussels Devils06
Bruno VliegenPfeilerOlympique Marcquois17
Gillian BenoyZweite-Reihe-StürmerBéziers31
Maurice FromontZweite-Reihe-StürmerStade Métropolitain09
Maximilien HendrickxZweite-Reihe-StürmerSuresnes27
Jérémie BrasseurFlügelstürmerOrléans14
Toon DeceuninckFlügelstürmerAuch14
Jean-Maurice DecubberFlügelstürmerAngoulême20
Felipe GeraghtyFlügelstürmerBrussels Devils07
Lucas RassinfosseFlügelstürmerAnglet14
William Van BostFlügelstürmerBéziers14
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Bekannte Spieler

Jacques Rogge (2014)

Bisher ist noch kein belgischer Spieler in die World Rugby Hall of Fame aufgenommen worden.

Der ehemalige Präsident des Internationalen Olympischen Komitees Jacques Rogge wurde zehnmal für die belgische Nationalmannschaft berufen.[62]

Spielerstatistiken

Nachfolgend sind die wichtigsten Statistiken aufgelistet, die Spieler Belgiens betreffen. Die mit * markierten Spieler sind noch aktiv und können sich weiter verbessern.

(Stand: März 2026)

Weitere Informationen Rang, Name ...
Meiste Spiele im Nationalteam[63]
RangNameZeitraumSpiele
01Thomas Dienst2014–202127
02Guillaume Piron2013–202123
03Alan Williams2013–202123
04Thomas de Molder2013–202121
05Bertrand Billi2013–202020
06Gillian Benoy2017–202120
07Maxime Jadot2013–202118
08Tom Cocqu2017–202118
09Alexis Cuffolo2013–202017
10Julien Berger2013–202016
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Weitere Informationen Rang, Name ...
Meiste erzielte Punkte[64]
RangNameZeitraumPunkte
01Alan Williams2013–2021173
02Vincent Hart2017–2021032
03Louis de Moffarts2019–2021027
04Thomas de Molder2013–2021025
05Thomas Dienst2014–2021020
06Gillian Benoy2017–2021020
07Maxime Jadot2013–2021020
08Julien Berger2013–2020015
09Ervin Muric2017–2020015
10Charles Reynaert2017–2019015
Meiste erzielte Versuche[65]
RangNameZeitraumVersuche
01Thomas de Molder2013–20215
02Thomas Dienst2014–20214
03Gillian Benoy2017–20214
04Maxime Jadot2013–20214
05Jens Torfs2014–20214
06Julien Berger2013–20203
07Ervin Muric2017–20203
08Charles Reynaert2017–20193
09Craig Dowsett2017–20202
10Vincent Hart2017–20212
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Trainer

Richard McClintock (2015)

Folgende Personen waren Trainer der belgischen Nationalmannschaft:

Weitere Informationen Name, Jahre ...
NameJahre
FrankreichFrankreich Richard McClintock2004–2014
FrankreichFrankreich Guillaume Ajac2014–2020
FrankreichFrankreich Frédéric Cocqu2020–2022
EnglandEngland Chris Cracknell2022–2023
EnglandEngland Mike Ford2023
FrankreichFrankreich Laurent Dossatseit 2024
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Literatur

  • Richard Bath: The Complete Book of Rugby. Seven Oaks, 1997, ISBN 1-86200-013-1.
  • Huw Richards: A Game for Hooligans: The History of Rugby Union. Mainstream Publishing, Edinburgh 2007, ISBN 978-1-84596-255-5.
Commons: Belgische Rugby-Union-Nationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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