Seefeld (Oberbayern)

Gemeinde im Landkreis Starnberg in Bayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Seefeld ist eine Gemeinde im westlichen Landkreis Starnberg in Oberbayern.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Seefeld (Oberbayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Seefeld hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 2′ N, 11° 12′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Starnberg
Höhe: 570 m ü. NHN
Fläche: 34,85 km²
Einwohner: 7660 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 220 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82229
Vorwahl: 08152
Kfz-Kennzeichen: STA, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 88 132
Gemeindegliederung: 10 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Technologiepark 16
82229 Seefeld
Website: www.seefeld.de
Erster Bürgermeister: Klaus Kögel (CSU)
Lage der Gemeinde Seefeld im Landkreis Starnberg
KarteAmmerseeStarnberger SeeLandkreis Bad Tölz-WolfratshausenLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis Landsberg am LechLandkreis MünchenLandkreis Weilheim-SchongauMünchenAndechsBerg (Starnberger See)FeldafingGautingGilchingHerrsching am AmmerseeInning am AmmerseeKraillingPöckingSeefeld (Oberbayern)StarnbergTutzingWeßlingWörthsee (Gemeinde)
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Geographie

Das Dorf Seefeld liegt am nördlichen Ufer des Pilsensees und etwa 14 Kilometer westlich der Kreisstadt Starnberg.

Gemeindegliederung

Es gibt zehn Gemeindeteile; in Klammern ist der jeweilige Siedlungstyp angegeben:[2][3]

Es gibt die Gemarkungen Drößling, Hechendorf am Pilsensee, Meiling, Oberalting-Seefeld und Unering.[4]

Geschichte

Bis zur Gemeindefusion

Seefeld fand seine Bedeutung als Sitz der Grafen von Toerring. Am 8. Juli 1952 wurde der Name der Gemeinde Oberalting amtlich in Oberalting-Seefeld geändert.[5]

In ihrer heutigen Form existiert die Gemeinde seit dem 1. Januar 1978. Im Zuge der kommunalen Neuordnung Bayerns wurden die Gemeinden Oberalting-Seefeld, Hechendorf am Pilsensee und Meiling zur neuen Gemeinde Seefeld zusammengelegt.[6] Zuvor wurden bereits die Gemeinden Drößling und Unering am 1. Juli 1972 nach Oberalting-Seefeld eingemeindet.[5]

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 5969 auf 7434 um 1465 Einwohner bzw. um 24,5 %.

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
19612928
19703897
19875820
19916332
19956470
20057102
20107039
20157333
20207468
20227694
20237768
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Politik

Bürgermeister

Altes Rathaus der Gemeinde Seefeld

Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2020 Klaus Kögel (CSU).[7] Sein Vorgänger war Wolfram Gum (CSU), der das Amt seit 1990 innehatte.

Gemeinderat

Gemeinderatswahl Seefeld 2020
Wahlbeteiligung: 67,2 %
 %
30
20
10
0
25,3
23,1
19,9
16,1
9,2
6,4
Grüne/BIa
BVSd
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
  −8
−10
−12
−14
+13,4
+1,7
−13,4
+4,9
−4,3
−2,4
Grüne/BI
BVS
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Bündnis 90/Die Grünen/Bürgerinitiative Eichenallee; 2014: Grüne alleine
d Bürgerverein Seefeld
Sitzverteilung im Gemeinderat Seefeld 2020
      
Insgesamt 20 Sitze
  • SPD: 2
  • Grüne/BI: 5
  • BVS: 3
  • FWG: 5
  • FDP: 1
  • CSU: 4
Weitere Informationen Jahr, CSU ...
Sitzverteilung im Gemeinderat:
JahrCSUSPDGrüne + BIFDPBVSFWGgesamtWahlbeteiligg.
2020 4251352067,2 %
2014 7322242058,3 %
2008 7222342066,3 %
2002 7302442064,2 %
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BI = Bürgerinitiative Eichenallee (Bei der Wahl 2020 traten die Grünen zusammen mit der Bürgerinitiative Eichenallee in einer gemeinsamen Liste an[8].)
BVS = Bürgerverein Seefeld
FWG = Freie Wählergemeinschaft Seefeld

Im Jahr 2008 traten zwei CSU-Mitglieder aus Unzufriedenheit mit der CSU-Staatsregierung (u. a. wegen der Erweiterung von Betriebsgenehmigungen für den Sonderflugplatz Oberpfaffenhofen) aus der CSU aus, bildeten jedoch eine Fraktionsgemeinschaft mit ihren ehemaligen Parteifreunden.[9]

Gemeindesteuern

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2021 18.095.500 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen 8.700.000 Euro.[10]

Wappen

Blasonierung: „Unter dreimal von Rot und Gold (Gelb) gespaltenem Schildhaupt in Silber (Weiß) eine eingeschweifte blaue Spitze, darin ein goldenes (gelbes) Kleeblatt; vorne eine rote heraldische Rose mit goldenem (gelbem) Butzen, hinten nebeneinander zwei pfahlweise gestellte schwarze Rauten.“[11]
Wappenbegründung: Das Gemeindewappen vereint heraldische Symbole verschiedener adliger Familien, die in der Geschichte des heutigen Gemeindegebiets eine Rolle spielten: Die mehrfache Spaltung von Rot und Gold im Schildhaupt, der sogenannte Meilinger Balken, erinnert an die adlige Familie der Meilinger, die im Hochmittelalter als Andechser Ministerialen und Grundherren in Hechendorf von Bedeutung waren. Die zwei senkrecht gestellten schwarzen Rauten sind dem Familienwappen der Hochfreien von Seefeld entnommen. Ihre Güter und das Wappen haben nach einigen anderen Besitzern 1472 die Törring-Jettenbach, dann 1555 die Törring-Stein übernommen, die seit 1630 den Grafentitel führten und sich auch nach Seefeld nannten. Die rote heraldische Rose ist die Minderung des Törring-Stammwappens und erinnert an die Grafen von Törring-Seefeld, denen es bis Mitte des 18. Jahrhunderts gelang, eine ausgedehnte Herrschaft um den Pilsen- und den Wörthsee zu formieren. Die Törring hatten Seefeld bis Mitte des 19. Jahrhunderts zuletzt das Patrimonialgericht inne. Der Meilinger Balken und die Törring-Rose waren auch Bestandteil des 1968 von der früheren Gemeinde Hechendorf angenommenen Wappens. Das Kleeblatt verweist auf die noch landwirtschaftlich genutzten Gebiete der Gemeinde vor allem im Bereich der bis 1972 ebenfalls noch selbstständigen Gemeinden Unering und Drößling. Die Feldtingierung in Silber und Blau nimmt die bayerischen Landesfarben auf; sie waren auch die dominierenden Farben des von 1974 bis 1978 gültigen Wappens der Gemeinde Oberalting-Seefeld.

Das heutige Gemeindewappen wir nach Beschluss des Gemeinderats und Zustimmung der Regierung von Oberbayern seit 1981 geführt.

Gemeindepartnerschaften

Mit Gossensaß in Südtirol besteht eine Gemeindepartnerschaft.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Im Jahr 2022 erzielte Seefeld Einnahmen aus der Gewerbesteuer in Höhe von 11,15 Millionen Euro. Mit einem Gewerbesteuerhebesatz von 320 % zählt die Gemeinde zu den steuerlich attraktiven Standorten Deutschlands.[13] Seefeld ist etwa steuerlich deutlich günstiger als die Landeshauptstadt München (Gewerbesteuerhebesatz 490 %).[14]

Es gab 2021 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 26, im produzierenden Gewerbe 2149, im Bereich Handel und Verkehr 275, im Bereich Unternehmensdienstleister 401 und im Bereich öffentliche und private Dienstleister 513 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2926. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Im Jahr 2020 bestanden zudem 28 landwirtschaftliche Betriebe. Im Jahr 2020 gab es eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 1345 ha, darunter waren 811 ha Ackerfläche und 534 ha Dauergrünfläche.[15] Die größten Unternehmen in Seefeld sind die Firmen Solventum (Spin-off von 3M) und die TQ-Group.

Verkehr

Seit 1903 verläuft die Bahnstrecke Pasing–Herrsching durch Hechendorf. Der Bahnhof Seefeld-Hechendorf ist seit 1972 eine Station der S-Bahn München, er wird durch die Linie S8 von Herrsching zum Flughafen München bedient.[16]

Weitere Informationen Linie, Linienverlauf ...
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ÖPNV

Seefeld wird durch mehrere Regionalbuslinien des Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) nach Fürstenfeldbruck, Weßling, Andechs, Herrsching und Starnberg angebunden.[17]

Weitere Informationen Linie, Linienverlauf ...
Linie Linienverlauf Verkehrsunternehmen
820Seefeld-Hechendorf – Inning – Grafrath – Buchenau – Fürstenfeldbruck, Schöngeisinger StraßeAmperbus GmbH
923GP Inning/Wörthsee – Steinebach – Weßling – ESPE/3M – SteinebachGeldhauser
924Ortsverkehr Seefeld-HechendorfGeldhauser
928Andechs, Kloster – Seefeld-Hechendorf – Steinebach – WalchstadtGeldhauser
950Herrsching – Frieding – Oberalting – Starnberg NordGeldhauser
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Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bedeutendstes Bauwerk im Hauptort ist das Gräflich Toerring’sche Schloss, das 1302 erstmals als Feste Schloßberg erwähnt wurde und im 18. Jahrhundert seine heutige barocke Form erhielt. Im Gemeindeteil Unering befindet sich die katholische Filialkirche St. Martin, ein Zentralbau des Rokoko, erbaut um 1732 von Johann Michael Fischer.[18]

Die Kirche St. Peter und Paul liegt im Gemeindeteil Oberalting, direkt am Marienplatz. Es handelt sich um ein barockisiertes spätgotisches Gebäude mit einer Geschichte, die rund 1200 Jahre zurückreicht.[19] Die erstmals im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnte Pfarrkirche St. Michael im Ortsteil Hechendorf ist ein Chorturmanlage und wurde 1772 barockisiert.[20]

Persönlichkeiten

  • Placidus Scharl (1731–1814), Mönch des Klosters Andechs, Professor an der Benediktineruniversität Salzburg und Dramaturg, geboren in Seefeld.
  • Julius Anton Beck (1852–1920), Schriftsteller, starb am 15. März 1920 in Seefeld/Hechendorf.
  • Franz Joseph Esser (1891–1964), Maler, Aquarellist, Karikaturist, Zeichner und Grafiker, starb am 18. Juni 1964 in Seefeld.
  • Gert Heidenreich (* 1944), Schriftsteller, lebt seit 1993 in Seefeld.
  • Karl Heinz Metz (* 1946), Historiker und Hochschullehrer, in Seefeld geboren.
  • Wolfgang Krebs (* 1966), Kabarettist, in Seefeld geboren.
  • Johannes Steck (* 1966), Schauspieler, lebt und arbeitet in Seefeld.

Einzelnachweise

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