Siegfried Besser

deutscher Maler und Grafiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Siegfried Besser (* 21. Juni 1941 in Görlitz) ist ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben

Besser besuchte von 1958 bis 1961 die Arbeiter-und-Bauern-Fakultät für bildende Kunst in Dresden und erwarb das Abitur. Danach arbeitete er kurzzeitig als Transportarbeiter. Von 1962 bis 1967 studierte er Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Er erhielt das Karl-Marx-Stipendium. Seine wichtigsten Lehrer waren Gerhard Bondzin, Jutta Damme und Rudolf Bergander.

Während des Studiums lernte Besser seine spätere Frau Anke kennen. Nach dem Studium folgte er ihr in ihre Heimatstadt Erfurt, wo er dann freischaffend als Maler und Grafiker arbeitete. U. a. konzipierte er zusammen mit seiner Frau das Denkmal zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung an der Gedenkstätte Eisenacher Parteitag 1869. 1972 und 1973 hatte Besser mit Günther Brendel, Eberhard Hückstädt, Dieter Rex und Wolfram Schubert Studienaufenthalte im Donbassgebiet, wo sie insbesondere im Stahlwerk Asow-Stahl künstlerisch arbeiteten und Kontakt zu den Arbeitern fanden. Besser schrieb später: „So wurde diese Begegnung, die für uns fast wie ein Experiment begann, zu einem schönen Beispiel sowjetisch-deutscher Freundschaft …“[1]

Besser war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und von 1974 bis 1988 Mitglied dessen Zentralvorstand sowie von 1978 bis 1988 Vorsitzender des Bezirksverbands Erfurt.

Von 1985 bis 1990 arbeitete Besser als Honorardozent an der Pädagogischen Hochschule Erfurt, und von 1990 bis 1994 hatte er einen Lehrauftrag an der Fachhochschule Erfurt.

Besser musste nach der deutschen Wiedervereinigung den Verlust seines mobilen Wandbilds Kosmisches Picknick hinnehmen, das er für das Interhotel Erfurt geschaffen hatte. Nach dessen baulicher Rekonstruktion war das Bild nicht mehr auffindbar.[2]

1996 zogen Besser mit seiner Frau ins mecklenburgische Marxhagen.

Selbstreflexion

"Meine Gratwanderung zwischen Abstraktem und Realem ist mir bewusst. Aber es gilt: Die Möglichkeiten gestalterischer Freiheiten im Ungegenständlichen nutzen, aber auch den Zwängen nicht ausweichen, wenn es darum geht, eine Naturform mit der Kunstform in Einklang zu bringen.

Malerei ist etwas Wundervolles, Schönes und Kostbares. So möchte ich sie auch zur Wirkung bringen. Die Welt hat genug Hässliches zu bieten."[3]

Ehrungen

Werkbeispiele

Siehe auch Bildindex der Kunst & Architektur[4]

Tafelbilder

  • Die Vorstellungswelt des Kindes (1972, dreiteilige Bildfolge, Mischtechnik)[5]
  • Picknick im Freien (1973, Öl)[6]
  • Der Brotladen (1974, Öl, 60 × 80 cm)[7]
  • Sowjetische Arbeiterinnen (1974, Öl, 65 × 80 cm)[8]
  • Urlaub (1974, Öl, 123 × 102,5 cm)

Zeichnung

  • Sowjetische Stahlarbeiter (1973, Feder/Kreide)[9]

Publizierte Essays Bessers

  • Vom Gefühl des Gebrauchtwerdens. In: Bildende Kunst, Berlin, 1974, S. 235–237
  • Zu einigen spezifischen Problemen junger Künstler. Aus einem Diskussionsbeitrag auf dem VII. Kongress des VBK-DDR. In: Bildende Kunst, 10/1974, S. 507 ff.

Literatur

  • Helga Möbius: Originalität und Verantwortungsbewusstsein. Der Erfurter Maler Siegfried Besser. In: Bildende Kunst, Berlin, 1/1971, S. 14–16
  • Lothar Lang: Malerei und Grafik in der DDR. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig (Reclams Universal-Bibliothek Band 955), 1983, S. 117/118
  • Saur. Allgemeines Künstlerlexikon. Band 10, 1995, S. 209/210
  • Besser, Siegfried. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 71.

Einzelnachweise

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