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Stefan Evers

deutscher Politiker (CDU), Berliner Finanzsenator, MdA From Wikipedia, the free encyclopedia

Stefan Evers (* 10. Oktober 1979 in Herdecke) ist ein deutscher Politiker (CDU), Senator für Finanzen seit April 2026 zudem Senator für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Berlin. Nach Kai Wegners Rückzug ist er Spitzenkandidat der Berliner CDU für die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026.[1]

Stefan Evers, 2023

Seit September 2011 ist er Mitglied im Abgeordnetenhaus von Berlin. Dort war er von 2018 bis 2023 Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion. Von Dezember 2016 bis September 2023 war er zudem Generalsekretär der CDU Berlin. Ab September 2023 war er stellvertretender CDU-Landesvorsitzender von Berlin. Seit Juli 2026 ist er kommissarischer CDU-Landesvorsitzender.[1]

Leben

Evers wuchs in Paderborn auf, absolvierte 1999 das Abitur am Reismann-Gymnasium Paderborn und lebt seit 1999 in Berlin. Er studierte Rechtswissenschaft an der Universität Potsdam und absolvierte 2007 die erste juristische Prüfung. Er war während seines Studiums von 1999 bis 2003 Referent des Bundestagsabgeordneten Friedhelm Ost und von 2003 bis 2007 von Werner Kuhn im Deutschen Bundestag. Von 2007 bis 2011 war er Geschäftsführer einer Strategie- und Kommunikationsberatung und von 2011 bis Ende März 2023 selbständiger Unternehmensberater für die Maritime Wirtschaft.

Evers ging 2015 eine eingetragene Lebenspartnerschaft ein und ist mittlerweile verheiratet.[2][3]

Abgeordneter

Von 2006 bis 2011 war Evers Bezirksverordneter in der Bezirksverordnetenversammlung von Charlottenburg-Wilmersdorf. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2011 wurde er erstmals in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt und war dort bis 2018 zunächst stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Von 2018 bis 2023 war Evers Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion. Zudem war er von 2011 bis 2023 Stadtentwicklungspolitischer Sprecher und ab 2022 queerpolitischer Sprecher der Fraktion[4] und wirkte als Obmann in den Untersuchungsausschüssen BER I (2012 bis 2016) und Diese eG (2021) mit. Zuletzt wurde Evers bei der Berliner Wiederholungswahl am 12. Februar 2023 im Wahlkreis Treptow-Köpenick 3 (Altglienicke-Adlershof) direkt ins Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt.[5]

Partei

Evers trat 1998 in die CDU ein,[6] ist Mitglied der Lesben und Schwulen in der Union und der Mittelstands- und Wirtschaftsunion.[7] Nach der verlorenen Abgeordnetenhauswahl 2016 wurde Evers auf Vorschlag der damaligen Landesvorsitzenden Monika Grütters zum Generalsekretär der CDU Berlin gewählt. Dieses Amt behielt er auch nach der Wahl von Kai Wegner zum CDU-Landesvorsitzenden im Jahr 2019.[8]

Gemeinsam mit der ehemaligen NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking leitete Evers bis 2021 den Bundesfachausschuss „Gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land“ der CDU Deutschlands.[9]

Im Juni 2021 wurde er mit einem Rekordergebnis von 92,5 Prozent als Generalsekretär bestätigt.[10] In dieser Funktion zeichnete er auch für die viel beachtete Kampagne der Berliner CDU[11] zur Berliner Wiederholungswahl 2023 verantwortlich, deren Ergebnis von einigen Medien als „Erdrutschsieg“[12] bezeichnet und als „beste Wahlkampagne des Jahres“ mit dem „Politikaward“ der Quadriga Hochschule Berlin[13] ausgezeichnet wurde. Beim Landesparteitag im September 2023 legte er das Amt des Generalsekretärs nieder und wurde mit einer großen Mehrheit zum stellvertretenden Vorsitzenden der CDU Berlin gewählt.

Am 13. Juli 2026 wurde er nach dem Rückzug von Kai Wegner zum Spitzenkandidat für die Wahl zum Abgeordnetenhaus sowie zum kommissarischen Landesvorsitzenden der CDU Berlin gewählt.[1]

Senator

Seit dem 27. April 2023 ist Evers Senator für Finanzen im Senat Wegner.[14] Am 29. April 2026 wurde er nach dem Rücktritt von Sarah Wedl-Wilson zusätzlich zum Senator für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt ernannt.[15]

Evers ist seit dem 2. Mai 2023 Mitglied des Bundesrates für das Land Berlin und dort im Finanzausschuss und im Ausschuss für Kulturfragen.[16]

Ehrenamt und Mitgliedschaften

Evers engagiert sich als Vorsitzender des Bürgervereins „Miteinander im Südosten e. V.“ für ein familien- und kinderfreundliches Treptow-Köpenick.[6] Er ist Mitglied der überparteilichen Europa-Union Berlin (EUB), die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt und Mitbegründer der zugehörigen Parlamentariergruppe im Abgeordnetenhaus von Berlin.[17] Er ist Mitglied des Freundeskreises des „Einsatzgruppenversorgers Berlin e. V.“, der „Marine-Offizier-Vereinigung e. V.“, von Reunion, des Freundeskreises der Kommunalen Galerie Berlin, des Vereins der Eigenheim- und Grundbesitzer, des Bürgervereins Altglienicke, der Europäischen Akademie Berlin, der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft, der Initiative Hauptstadt Berlin, des Unionhilfswerks und des Kuratoriums des Friedhofs der Märzgefallenen.[7] In seinem Studium trat er dem Verband der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine Unitas bei.[18]

Evers ist außerdem Mitglied im Aufsichtsrat der Berlinovo Immobilien Gesellschaft, im Aufsichtsrat der Charité und im Verwaltungsrat der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Positionen

In einem Interview zum Amtsantritt als Finanzsenator bezeichnete Evers es als seine wichtigste Aufgabe, Motor der Verwaltungsreform in Berlin zu sein.[19]

Im Rahmen einer Mitgliederbefragung der Berliner CDU setzte sich Evers öffentlich dafür ein, die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu ermöglichen.[20]

Kritik

Als Generalsekretär war Evers bekannt für harte Zuspitzung in der politischen Auseinandersetzung.[21] Unter anderem bezeichnete Evers im Mai 2017 angesichts anhaltender Gewalt gegen Polizisten in Friedrichshain die mutmaßlichen Täter als „widerwärtiges Gesindel“ und forderte das „Ausräuchern“ des „Nest[s] von Linksfaschisten“. Evers erhielt daraufhin öffentlich Morddrohungen.[22] Der Grüne Werner Graf kritisierte Evers’ Sprachwahl.[23] Immer wieder kritisierte er auch die aus seiner Sicht verfehlte Wohnungspolitik des rot-rot-grünen Senats, bezeichnete die Verantwortlichen als „linke Baubrigade“.[24] In diesem Zusammenhang stand auch seine scharfe Kritik an der Berufung von Andrej Holm zum Baustaatssekretär, den er in einem Interview mit der Berliner Zeitung als „Zumutung für alle Berliner“ bezeichnete.[25]

Commons: Stefan Evers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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