Tiefgraben

Gemeinde im Bezirk Vöcklabruck, Oberösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Tiefgraben ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Vöcklabruck im Hausruckviertel mit 4189 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025). Die Gemeinde gehörte bis 1. Juli 2013 zum Gerichtsbezirk Mondsee, seither zum Gerichtsbezirk Vöcklabruck.

Die Zeller Ache am Irrsee
Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Tiefgraben
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Tiefgraben
Tiefgraben (Österreich)
Tiefgraben (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Oberösterreich Oberösterreich
Politischer Bezirk: Vöcklabruck
Kfz-Kennzeichen: VB
Fläche: 38,24 km²
Koordinaten: 47° 52′ N, 13° 22′ O
Höhe: 740 m ü. A.
Einwohner: 4.189 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 110 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 5310, teilweise 4893[1]
Vorwahl: 06232
Gemeindekennziffer: 4 17 42
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Wredeplatz 2
5310 Mondsee
Website: www.tiefgraben.at
Politik
Bürgermeister: Johann Dittlbacher (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(25 Mitglieder)
13
4
4
3
1
13 4 4 3 1 
Insgesamt 25 Sitze
Lage von Tiefgraben im Bezirk Vöcklabruck
Lage der Gemeinde Tiefgraben im Bezirk  Vöcklabruck (anklickbare Karte)AtzbachLenzingManningPfaffingSchlattSt. Lorenz
Lage der Gemeinde Tiefgraben im Bezirk Vöcklabruck (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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BW

Geografie

Das Gemeindegebiet von Tiefgraben umfasst das Flachland zwischen Irrsee und Mondsee und die bewaldeten Berge östlich und westlich davon. Der Irrsee liegt rund 550 Meter über dem Meer, der Mondsee etwa 500 Meter. Die Zeller Ache verbindet die beiden Seen. Der Nordosten entwässert in die Vöckla, das restliche Gebiet über kleine Bäche in die beiden Seen. Die höchsten Erhebungen im Osten sind Saurüssel (956 m), Hochalm (956 m) und Zur Aussicht (1032 m). Im Westen liegen der Hasenkopf (895) und der Kolomansberg (1114 m). In der Mitte der Gemeinde steht der Lackenberg mit 925 Meter Seehöhe.

Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,9 km, von West nach Ost 7,8 km. Die Gesamtfläche beträgt 38 Quadratkilometer. Davon ist mehr als die Hälfte bewaldet, vierzig Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.[2]

Gliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[3]):

  • Gaisberg (629)
  • Guggenberg (670)
  • Hof (1350)
  • Tiefgraben (1540)

Nachbargemeinden

Neumarkt am Wallersee (SL) Zell am Moos Straß im Attergau
Thalgau (SL) Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Oberwang
St. Lorenz Mondsee Innerschwand am Mondsee

Geschichte

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, kam der Ort mit dem Mondseeland nach dem Landshuter Erbfolgekrieg 1506 zum Erzherzogtum Österreich. Noch im selben Jahr verpfändete Kaiser Maximilian das Mondseeland an den Erzbischof von Salzburg. Erst nach 60 Jahren wurde die Rückkaufklausel geltend gemacht und somit kam das Mondseeland 1565 zum Land Österreich ob der Enns. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort zwischen 1809 und 1816 nochmal Bayern zugeschlagen.

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Am 26. März 2025 wird berichtet, dass die Gemeinden Mondsee und Tiefgraben eine Fusion überlegen.[4]

Einwohnerentwicklung

Tiefgraben: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
1.196
1880
 
1.205
1890
 
1.320
1900
 
1.274
1910
 
1.299
1923
 
1.350
1934
 
1.377
1939
 
1.329
1951
 
1.518
1961
 
1.590
1971
 
1.901
1981
 
2.284
1991
 
2.722
2001
 
3.067
2011
 
3.733
2021
 
4.027
2025
 
4.189
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021
Filialkirche St. Koloman
Freilichtmuseum Rauchhaus

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Filialkirche St. Koloman
  • Freilichtmuseum Mondseer Rauchhaus
  • Urnenfriedhof Mondsee (gegründet 1928)[5]

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

Von den 133 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 72 im Haupt-, 57 im Nebenerwerb und vier von Personengemeinschaften geführt. Im Produktionssektor arbeiteten 245 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren, 141 im Baugewerbe und 21 in der Wasserver- und Abfallentsorgung. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche Handel (213), freiberufliche Dienstleistungen (128) und soziale und öffentliche Dienste (91 Mitarbeiter).[6][7][8]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 133 151 108 142
Produktion 42 29 407 367
Dienstleistung 205 91 589 365
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1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln

Im Jahr 2011 lebten 1989 Erwerbstätige in Tiefgraben. Davon arbeiteten 481 in der Gemeinde, drei Viertel pendelten aus. Dafür kamen 623 Menschen zur Arbeit nach Tiefgraben.[9]

Fremdenverkehr

Die Anzahl der Übernachtungen stieg von 58.000 im Jahr 2010 auf 110.000 im Jahr 2019. Tiefgraben ist eine Gemeinde mit einer Saison im Sommer mit der Spitze in Juli und August.[10]


 Arbeitsmarkt 
lokal beschäftigtAuspendl...Auspendler anderer BezirkAuspendler a...Einpendler...Einpendler ander...Einpendler anderes Bu...lokal beschäftigtAuspendler andere GemeindeAuspendler anderer BezirkAuspendler anderes BundeslandEinpendler andere GemeindeEinpendler anderer BezirkEinpendler anderes Bundesland

Politik

Gemeinsames Rathaus des Mondseelandes der Gemeinden Tiefgraben, St. Lorenz und Innerschwand auf Wredeplatz 2 in Mondsee

Die drei Nachbargemeinden von MondseeInnerschwand, St. Lorenz und Tiefgraben – haben ein gemeinsames Gemeindeamt im „Rathaus“ am Wredeplatz in Mondsee (ähnlich einer deutschen Verwaltungsgemeinschaft). Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder.

Bürgermeister

Bürgermeister seit 1850 waren:[12]

  • 1850–1858 Wolfgang Hafner
  • 1858–1861 Josef Wehenauer
  • 1861–1864 Josef Klaushofer
  • 1864–1867 Johann Schmidhuber
  • 1867–1870 Andrä Edtmair
  • 1870–1873 Josef Buchschartner
  • 1873–1876 Josef Klaushofer
  • 1876–1879 Josef Brichthauser
  • 1879–1882 Franz (Georg?) Schwaighofer
  • 1882–1885 Josef Eder
  • 1885–1894 Franz Wendtner
  • 1894–1897 Martin Fischhofer
  • 1897–1900 Michael Schweighofer
  • 1900–1903 Johann Schwertl
  • 1903–1906 Josef Mühlbacher
  • 1906–1909 Mathias Schweitzer
  • 1909–1912 Josef Landauer
  • 1912–1919 Anton Wesenauer
  • 1919–1929 Josef Mayerhofer
  • 1929–1935 Josef Mayrhofer
  • 1935–1936 Karl Stabauer
  • 1936–1942 Josef Mühlbacher
  • 1942–1945 Georg Pimwinkler
  • 1945–1955 Josef Mühlbacher
  • 1955–1967 Johann Schafleitner
  • 1967–1971 Franz Mayrhofer
  • 1971–1985 Johann Pöllmann
  • 1985–1997 Josef Schafleitner
  • 1997–2015 Matthias Reindl (ÖVP)
  • seit 2015 Johann Dittlbacher (ÖVP)

Wappen

Blasonierung:

Geteilt durch einen blauen, oben golden gesäumten Balken, darin ein silberner Einbaum; oben in Grün eine silberne, dreifach gebogene, gestürzte Spitze, unten in Gold eine blaue, steigende Spitze.“

Die Gemeindefarben sind Gelb-Blau-Weiß.

Das Gemeindewappen wurde 1985 verliehen. Das obere Drittel verweist auf die Lage der Gemeinde im Tal der Zeller Ache, das vom Kolomannsberg im Westen und vom Lackenberg im Osten begrenzt wird und erklärt damit auch den Ortsnamen.[13]

Die beiden blauen Felder stehen für den Mondsee und den Irrsee, die die südliche bzw. nördliche Gemeindegrenze bilden. Der typische Mondseer Einbaum wurde schon in der Jungsteinzeit am Mondsee verwendet und hat sich bis heute erhalten.[14]

Literatur

  • Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde Tiefgraben. Endbericht. Gutachten Naturschutzabteilung Oberösterreich. 2005, S. 1–68 (zobodat.at [PDF]).
Commons: Tiefgraben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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