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Tobias Rausch (Politiker)

deutscher Politiker (AfD), MdL From Wikipedia, the free encyclopedia

Tobias Rausch (* 28. November 1990 in Mellrichstadt) ist ein deutscher Politiker (AfD). Er gehört seit 2016 dem Landtag von Sachsen-Anhalt an und ist seit 2026 als bundesweit erstes AfD-Mitglied Landtagspräsident.

Leben

Rausch wuchs in Staßfurt auf.[1] Sein Vater ist der AfD-Politiker Daniel Rausch, der ebenfalls Abgeordneter im Landtag von Sachsen-Anhalt ist.[2] Tobias Rausch absolvierte zunächst eine Ausbildung als Kfz-Mechaniker. Von 2010 bis 2013 hatte er eine Ausbildung als Immobilienkaufmann absolviert und ist seit 2014 als Unternehmer in diesem Bereich tätig.[3] Er ist Geschäftsführer einer Immobilienfirma mit Sitz in Hecklingen.[4]

Politik

Rausch ist seit 2013 Mitglied der AfD und Gründungsmitglied des AfD-Kreisverbandes Salzlandkreis.

Er war als Landesjugendbeauftragter und Stellvertretender Landesvorsitzender Mitglied des AfD-Landesvorstands. Nach den Zerwürfnissen im AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt 2014 wurde Rausch zum kommissarischen Landesvorsitzenden durch den Bundesvorstand und das Bundesschiedsgericht der AfD ernannt.[1]

2014 wurde Rausch in den Stadtrat der Stadt Staßfurt gewählt und bildet dort mit der „Unabhängigen Wählergemeinschaft Salzland“ (UWG) eine Fraktion.

Am 13. März 2016 gelang ihm bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2016 der Einzug als Abgeordneter in den Landtag von Sachsen-Anhalt. Auf der konstituierenden Sitzung der AfD-Landtagsfraktion wurde Rausch zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt.[5] Im Dezember 2016 wurde Rausch bei den anstehenden Neuwahlen des Fraktionsvorstandes in Gommern im Amt des stellvertretenden Vorsitzenden bestätigt.

Bei den Kommunalwahlen 2019 wurde Rausch in den Kreistag des Salzlandkreises gewählt und ist dort Vorsitzender der AfD-Fraktion.[6]

Für die Landtagswahl 2021 trat er erneut als Direktkandidat im Landtagswahlkreis Schönebeck an[7] und zog über Platz 5 der AfD-Landesliste ins Parlament ein.[8] Von seiner Fraktion wurde er 2021 als Parlamentarischer Geschäftsführer gewählt und nach der Landtagswahl 2026 im Amt bestätigt.[9]

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026 gewann er das Direktmandat im Wahlkreis Schönebeck mit 48,2 % der Stimmen.[10] Von seiner Fraktion wurde Rausch einstimmig zum Kandidaten für den Landtagspräsidenten aufgestellt.[11] Bei der konstituierenden Sitzung des neunten Landtags am 6. Oktober 2026 wurde er mit einer Mehrheit von 48 von 82 der abgegebenen Stimmen in das Amt des Landtagspräsidenten gewählt, als bundesweit erstes AfD-Mitglied in dieser Funktion.[12]

Vetternwirtschaftsaffäre der AfD

Rausch als parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt stand im Zentrum von Vetternwirtschaft-Vorwürfen innerhalb der Partei und war Mitglied der intern „Pokerrunde“ genannten Clique um Ulrich Siegmund.[13] Die Vorwürfe beziehen sich konkret auf die Beschäftigung seiner drei Geschwister bei der AfD-Bundestagsabgeordneten Claudia Weiss sowie die Anstellung seines Schwagers im AfD-Bundestagsbüro von Thomas Korell.[14][15] Zudem soll einer seiner Brüder nicht nur für Weiss gearbeitet haben, sondern auch in Rauschs eigener Immobilienfirma tätig gewesen sein.[16][17] Im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2025 soll Rausch für mehr als 40.000 Euro Plakate für einen Konkurrenten des offiziellen AfD-Kandidaten Kay-Uwe Ziegler organisiert haben. Ziegler befand sich zu dem Zeitpunkt im Konflikt mit dem Landesvorstand der AfD.[18]

Rausch nahm seine spätere Ehefrau Lisa Lehmann mehrfach auf Delegationsreisen mit. Lehmann war seit Juli 2023 Mitarbeiterin im Wahlkreisbüro des Landtagsabgeordneten Oliver Kirchner, in der Jungen Alternative aktiv und zuvor Partnerin des ehemaligen Landesvorsitzenden André Poggenburg. Später wurde sie zusätzlich zu ihrer Arbeit für Kirchner in der AfD-Landtagsfraktion angestellt und verdiente monatlich rund 520 Euro für fünf Stunden Arbeit bei Kirchner sowie als Bürokauffrau 6.000 Euro brutto monatlich aus dem Fraktionsetat.[19][20][21] Lehmann reiste 2022 mit Rausch und dem Europaausschuss nach Armenien. Im Oktober 2025 heirateten die beiden. Im Dezember 2025 nahm Rausch Lisa Lehmann auf eine Reise einer AfD-Delegation nach New York und Washington mit. Laut Table Media wurde dies parteiintern als „Flitterwochen in den USA“ bezeichnet.[20]

Teile der AfD-Basis warfen Rausch vor, durch Schweigen und Druck auf Kritiker die Aufklärung zu blockieren.[22] AfD-Bundeschef Tino Chrupalla gab an, die Praxis habe „ein Geschmäckle“, sei aber rechtlich nicht zu beanstanden.[23] Die Zeit beschreibt die Strukturen als „familiäre Versorgungsnetzwerke“, die Steuergelder für steuerfinanzierte Jobs nutzen.[24] Rausch und Weiss wiesen die Vorwürfe zurück.[25][22]

Laut Mitteldeutscher Zeitung hat Rausch vier Spieler des SV 09 Staßfurt, dessen Vereinsvorsitzender er ist, in seinem Abgeordnetenbüro angestellt.[26]

Einzelnachweise

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