U 48 (U-Boot, 1916)
Deutsches U-Boot
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U 48 war ein U-Boot, das im Rahmen eines Kriegsauftrags als MS-(Mobilmachungs)-Typ für die deutsche Kaiserliche Marine gebaut wurde.[1][2]
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Bau und Indienststellung
Das Boot war ein sogenanntes Zweihüllenboot, als Hochseeboot für die ozeanische Verwendung in einem Amtsentwurf konzipiert.[1] Der Auftrag zum Bau des Bootes wurde am 4. August 1914 an die Kaiserliche Werft in Danzig erteilt. Der Stapellauf erfolgte am 3. Oktober 1915, die Indienststellung am 22. April 1916 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Busse.[3] In einer anderen Quelle wird Kapitänleutnant Berndt Buß genannt.[4]
Technik
Das U-Boot war 65 m lang, 6,2 m breit und hatte einen Tiefgang von 3,74 m sowie eine Verdrängung von 725 Tonnen über und 940 Tonnen unter Wasser. Die Besatzung bestand aus 36 Mann, darunter vier Offiziere. Die Maschinen für die Überwasserfahrt waren zwei Sechs-Zylinder-Viertakt Dieselmotoren S 6 V 41/42 von MAN mit zusammen 1.471 kW (2.000 PS). Zur Unterwasserfahrt kamen zwei SSW-Doppel-Modyn-Elektromotoren mit 880 kW (1.200 PS) zum Einsatz. Damit waren Geschwindigkeiten von 15,2 kn (über Wasser) bzw. 9,7 kn (unter Wasser) möglich. Der Aktionsradius betrug bis zu 11400 NM bei 8 kn Überwasserfahrt. Bei getauchter Fahrt mit 5 kn Marschgeschwindigkeit wurden 51 NM erreicht, bei einer maximalen Tauchtiefe von 50 Meter. Die sechs mitgeführten Torpedos konnten über zwei Bug- und zwei Heckrohre verschossen werden.[1][2][5]
Einsätze und Verbleib
U 48 führte während des Ersten Weltkriegs acht,[4] nach anderen Quellen elf[6] Feindfahrten im östlichen Nordatlantik sowie in der Barentssee durch. Dabei wurden insgesamt 34 Handelsschiffe der Entente und neutraler Staaten mit einer Gesamttonnage von 103.552 BRT versenkt.[3] Darunter war das britische Passagierschiff Minnehaha mit 13.443 BRT, das am 7. September 1917 südlich von Irland versenkt wurde.[7] Dabei kamen 43 Besatzungsmitglieder ums Leben.[8] Zum Zeitpunkt des Untergangs befanden sich keine Passagiere an Bord.
Ein Schiff mit 180 BRT wurde beschädigt und zwei Schiff mit 5.904 BRT wurden als Prise aufgebracht.[4]
Wenige Monate vor der letzten Feindfahrt war das U-Boot im Einsatz im Ärmelkanal und versenkte einen britischen Munitionsdampfer. Dabei geriet das tauchende U 48 unter den sinkenden Dampfer, verlor im Turm den Kapitän Buß und den 1. Offizier und sank in knapp 90 Meter Wassertiefe auf Grund. Nach 24 Stunden gelang es der Mannschaft unter Führung des 2. Offiziers, Hinrich Hermann Hashagen, mit der letzten Pressluft aufzusteigen und das schwer beschädigte Boot nach Wilhelmshaven zu bringen.[9] Der kommandierende 2. Offizier Hashagen erhielt ein neues Kommando auf einem anderen U-Boot. U 48 wurde repariert und wieder auf Feindfahrt geschickt.
Am 23. November 1917 befand sich U 48 auf Feindfahrt in die Straße von Dover. Kapitänleutnant C. Edeling wollte jedoch aufgrund des ungewöhnlich hellen Mondlichtes umkehren. Dabei kam er nördlich der Goodwin Sands in eine Netzsperre und lief auf Grund. Am folgenden Tag wurde das gestrandete U-Boot von einer Gruppe Patrouillenboote gesichtet. Es waren die Boote Paramount, Majesty, Present Help, Feasible, Acceptable und Claud Hamilton. Die Schiffe eröffneten das Feuer, das von U 48 mit dem Deckgeschütz erwidert wurde. Als sich zusätzlich der Zerstörer Gypsy näherte, wurde das U-Boot durch die eigene Besatzung gesprengt. Die Überlebenden, 22 U-Boot-Fahrer, ergaben sich der britischen Marine. Der Kommandant Edeling befand sich unter den 19 Gefallenen. Die Selbstsprengung ereignete sich etwa auf folgender Position: 51° 11′ N, 1° 31′ O. Das Wrack wurde nicht gehoben. Es ist aber infolge der Wanderung der Sandbank bei Ebbe zeitweise sichtbar.[10][11]
Anfang der 1970er erschien der Turm des U-Bootes kurzzeitig bei Ebbe vor Ramsgate (Bild berichtete). Wenige Tage später versank das Wrack wieder vollständig im Sand/Schlick.
Kommandanten
| Dienstgrad | Name | von | bis |
|---|---|---|---|
| Kapitänleutnant | Berndt Buß (Busse)? | 22. April 1916 | 9. März 1917 |
| Oberleutnant zur See | Hinrich Hermann Hashagen | 10. März 1917 | 16. März 1917 |
| Kapitänleutnant | Karl (C.) Edeling? | 17. März 1917 | 24. November 1917 |
Versenkte Schiffe (Auswahl)
Die folgende Liste enthält Schiffe mit einer Tonnage von mehr als 1000 Bruttoregistertonnen.[8]
- Britischer Dampfer Lotusmere (3.911 BRT) am 2. Oktober 1916[12]
- Norwegischer Dampfer Brink (1.391 BRT) am 4. Oktober 1916[13]
- Schwedischer Dampfer Tuva (2.270 BRT) am 6. Oktober 1916[14]
- Russischer Dampfer Tuskar (3.042 BRT) am 29. Dezember 1916[15]
- Französischer Dampfer Alphonse Conseil (1.629 BRT) am 6. Januar 1917[16]
- Französischer Dampfer Ville Du Havre (5.025 BRT) am 6. Januar 1917[17]
- Norwegischer Dampfer Borgholm (1.719 BRT) am 7. Januar 1917[18]
- Griechischer Dampfer Evangelos (3.773 BRT) am 7. Januar 1917[19]
- Norwegischer Dampfer Tholma (1.896 BRT) am 8. Januar 1917[20]
- Norwegischer Dampfer Vestfold (1.883 BRT) am 8. Januar 1917[21]
- Französischer Dampfer Sydney (2.695 BRT) am 14. Januar 1917[22]
- Norwegischer Dampfer Esperanca (4.409 BRT) am 16. Januar 1917[23]
- Britischer Dampfer Nailsea Court (3.295 BRT) am 19. Januar 1917[24]
- Irischer Passagierdampfer Connaught (2.646 BRT) am 3. März 1917[25]
- Norwegischer Dampfer Navarra (1.261 BRT) am 7. März 1917[26]
- Britischer Dampfer East Point (5.234 BRT) am 9. März 1917[27]
- Französischer Segelschiff Guerveur (2.596 BRT) am 12. März 1917[28]
- Britischer Tanker San Onofre (9.717 BRT) am 12. Mai 1917[29]
- Britischer Dampfer Jessmore (3.911 BRT) am 13. Mai 1917[30]
- Französischer Dampfer Meuse (4.075 BRT) am 15. Mai 1917[31]
- Finnisches Segelschiff Margareta (1.822 BRT) am 12. März 1917[32]
- Finnisches Segelschiff Lynton (2.531 BRT) am 21. Mai 1917[33]
- Norwegisches Segelschiff Madura (1.096 BRT) am 21. Mai 1917[34]
- Britischer Dampfer Exford (4.503 BRT) am 14. Juli 1917[35]
- Britischer Dampfer Torcello (2.929 BRT) am 15. Juli 1917[36]
- Britischer Dampfer Westbury (3.097 BRT) am 31. August 1917[37]
- Britischer Dampfer Minnehaha (13.714 BRT) am 7. September 1917[7][38]
- Dänischer Dampfer Elsa (1.236 BRT) am 9. September 1917[39]
- Britischer Dampfer Rollesby (3.955 BRT) am 15. September 1917[40]