Uta Schorn (Schauspielerin)
deutsche Schauspielerin
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Uta Schorn (* 13. Januar 1947 in Göggingen) ist eine deutsche Schauspielerin und Moderatorin.
Leben
Herkunft
Uta Schorn wurde als Tochter des Schauspieler-Ehepaars Joe Schorn und Traudi Harprecht in Augsburg-Göggingen geboren. Sie hat einen jüngeren Bruder. Im Jahr 1948 zog die Familie nach Bremen und 1949 dann nach Berlin-Friedrichshagen um, weil Joe Schorn ein Engagement am Metropol-Theater in Ost-Berlin erhielt.[1] Uta Schorn besuchte die Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Köpenick. Bereits während der Schulzeit spielte sie bei Theaterjugendklubs mit.
Ausbildung und Theater
Uta Schorn studierte von 1966 bis 1970 an der Staatlichen Schauspielschule Berlin, heute Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin.[2] Zu Beginn ihrer Karriere spielte sie am Berliner Maxim-Gorki-Theater, unter anderem in der Jugendrevue Wenn Knospen knallen, 1972 in der Uraufführung des Theaterstücks Himmelfahrt zur Erde von Armin Stolper, in Das gewöhnliche Wunder von Jewgeni Schwarz (1973), jeweils unter der Regie von Wolfram Krempel, und in Adam und Eva von Peter Hacks.[3]
Theaterengagements hatte sie an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul, am Landestheater Halle (Der zerrissene Rubel von Sergei Antonow, Kleiner Mann – was nun?), am Fernsehtheater Moritzburg in Halle (Saale) (u. a. in Ludwig Thomas Waldfrieden und Gelähmte Schwingen, 1979, sowie in Klabunds XYZ – Ein Spiel zu dreien, 1980, Inszenierungen: Robert Trösch) und am Theater im Palast der Republik (Welt und Traum des Hieronymus Bosch von Rosemarie Schuder; Biedermann und die Brandstifter, Regie: Cox Habbema).[3] Als Moderatorin und Darstellerin trat sie auch im Berliner Friedrichstadtpalast auf.
Im Jahr 1995 spielte Schorn unter der Regie von Brigitte Grothum bei den Berliner Jedermann-Festspielen im Berliner Dom die Rolle der Buhlschaft.[3] 2001 trat sie an der Komödie Dresden in der Boulevardkomödie Weekend im Paradies auf. Im Oktober/November 2006 übernahm sie die Rolle des Fräulein Schneider in einer Inszenierung des Musicals Cabaret in der Media City in Leipzig.[4][5]
Ab März 2013 spielte sie an der Comödie Dresden an der Seite von Renate Blume, Viktoria Brams, Walfriede Schmitt, Heidi Weigelt, Ursula Karusseit und Angelika Mann die Rolle der Celia in der Komödie Kalendergirls von Tim Firth.[6]
In der Saison 2015/16 war Schorn mit der Komödie Sei lieb zu meiner Frau von René Heinersdorff auf Theatertournee; sie trat u. a. im Theater Vorpommern und am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau auf.[7][8] Im November 2016 trat sie im Berliner Kriminal Theater in der Kriminalkomödie Fisch zu viert auf.[9]
Ab 2018 spielte sie an der Comödie Dresden unter der Regie von Urs Alexander Schleiff die Paartherapeutin Elli in Alle unter eine Tanne nach dem gleichnamigen Fernsehfilm von Oliver Schmitz.[10]
Film und Fernsehen
Ihr Filmdebüt gab Schorn im Jahr 1969 bei der DEFA mit der Rolle der Renate in dem Spionage-Film Verdacht auf einen Toten. Danach spielte sie gelegentlich in weiteren DEFA-Produktionen, zumeist in Nebenrollen.[11] Bekannt wurde sie insbesondere durch ihre Tätigkeit für den Deutschen Fernsehfunk (DFF) der DDR.[12] Ab den 1970er-Jahren wirkte sie in zahlreichen Folgen der DDR-Kriminalserie Polizeiruf 110 mit. Schorn wurde in den unterschiedlichen Rollen besetzt; oft verkörperte sie allerdings „selbstbewusste Frauen, die ihren eigenen Weg im Leben gehen“, so insbesondere in ihrer Serienhauptrolle als alleinerziehende Ärztin Dr. Uta Federau in der Serie Bereitschaft Dr. Federau (1988).
An der Seite von Gerd E. Schäfer moderierte sie fast 18 Jahre lang die Sendung Der Wunschbriefkasten. Sie moderierte am 26. Februar 1983 die 61. Ausgabe der Samstagabendshow Ein Kessel Buntes.
Nach der Wiedervereinigung gelang Schorn relativ zügig der Wechsel ins gesamtdeutsche Fernsehen. Sie übernahm mehrere durchgehende Serienhauptrollen, so als Gaststätteninhaberin Sabine Boehling in der ZDF-Serie Elbflorenz, als Anna Frohner in der ZDF-Serie Der Landarzt und als Hebamme Henriette in der ZDF-Serie Frauenarzt Dr. Markus Merthin.[13][14] In der Justizerie Mit Herz und Robe (1991) spielte sie die Hauptrolle der Richterin und alleinerziehenden Mutter Petra Selig.[15] In der ZDF-Actionserie Alarmcode 112 (1996) spielte sie die Frau des Feuerwehrchefs Kalli Kraussnick (Andreas Schmidt-Schaller).
Von Dezember 1999 (Folge 53) bis Dezember 2014 (Folge 668) spielte sie die Chefsekretärin Barbara Grigoleit in der ARD-Serie In aller Freundschaft.[16][17] Danach hatte sie bis September 2017 (Folge 784) noch mehrere Gastauftritte in der Serie.[18] Von April 2004 (Folge 1) bis zur Einstellung im Januar 2020 (Folge 129) verkörperte sie die Figur der Inge Kleist (früher: März) in der ARD-Serie Familie Dr. Kleist. In dem romantischen Fernsehfilm Sommer der Entscheidung aus der ZDF-Fernsehreihe Inga Lindström war Schorn im Jahr 2008 als Ehegattin eines Brauereibesitzers zu sehen. Schorn wirkte insgesamt in über 80 Film-und-Fernsehproduktionen mit.
Gelegentlich war Uta Schorn auch als Synchronsprecherin tätig.[19][20]
Im Jahr 2021 erschien ihre Autobiografie mit dem Titel „Und wenn ich nüscht kann, bellen kann ich“, die ihr öffentliches Lebenswerk abschließt.
Privates
Uta Schorn war von 1968 bis 1982 in erster Ehe mit dem Schauspieler Tim Hoffmann verheiratet. Ihre 1968 geborene Tochter Danne Hoffmann arbeitet ebenfalls als Schauspielerin.
Von 1984 bis zu dessen Tod 2018 war Schorn in zweiter Ehe mit dem Schauspieler Peter Zintner verheiratet; lebte aber bereits seit 2003 getrennt von ihm.
Im Jahr 2014 erkrankte Schorn an Brustkrebs.[21] Sie lebte bis 2023 in einem Haus in Berlin-Müggelheim.[22][23] Im Juni 2023 gab Schorn ihren Umzug in eine Seniorenresidenz bekannt.[24] Im September 2023 erlitt sie einen Schlaganfall.[25] Sie musste daraufhin ihre Karriere aufgeben und lebt seither in einer Seniorenresidenz.[26][27]
Filmografie
- 1969: Verdacht auf einen Toten
- 1970: Mannesjahre
- 1971: Salut Germain (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1971: Artur Becker (TV-Miniserie)
- 1972: Polizeiruf 110: Verbrannte Spur (Fernsehreihe)
- 1972: Es ist eine alte Geschichte
- 1972: Polizeiruf 110: Blutgruppe AB
- 1972: Bettina von Arnim
- 1973: Letzte Nachrichten (Fernsehtheater Moritzburg)
- 1973: Polizeiruf 110: Vorbestraft
- 1974: Der Untergang der Emma
- 1974: Der Sandener Kindesmordprozeß
- 1975: Tischler und Präsident
- 1976: Das Mädchen Krümel (Fernsehserie)
- 1976: Polizeiruf 110: Der Fensterstecher
- 1976: Nicht kleinzukriegen
- 1976: Die Lindstedts (Fernsehserie)
- 1977: Zweite Liebe – ehrenamtlich
- 1977: Der Staatsanwalt hat das Wort: Eine Waschmaschine
- 1977: Ein Trompeter kommt
- 1978: Rentner haben niemals Zeit (Fernsehserie)
- 1978: Der Staatsanwalt hat das Wort: Ich kündige
- 1978: Hilfe, ich bin ein Kind
- 1979: Ein Mann und seine Frau
- 1979: Waldfrieden
- 1979: Polizeiruf 110: Barry schwieg
- 1980: XYZ
- 1981: Verbindlich reserviert (Fernsehtheater Moritzburg)
- 1981: Polizeiruf 110: Der Schweigsame
- 1981: Ein total verrückter Einfall (Fernsehtheater Moritzburg)
- 1981: Romane schreiben
- 1982: Geschichten übern Gartenzaun (Fernsehserie)
- 1982: Der Zeigefinger des Chefs (Fernsehtheater Moritzburg)
- 1982: Der blaue Oskar (Fernsehtheater Moritzburg)
- 1982: Der Staatsanwalt hat das Wort: Ich bin Joop van der Dalen (Fernsehreihe)
- 1982: Das große Abenteuer des Kaspar Schmeck
- 1983: Ein Kessel Buntes (TV-Show, 1 Sendung als Moderatorin)
- 1983: Ideen hast Du, Liebling (Fernsehtheater Moritzburg)
- 1984: Der Staatsanwalt hat das Wort: Wenn zwei sich streiten
- 1984: Haus Seeblick
- 1984: Eine sonderbare Liebe
- 1985: Weiße Wolke Carolin
- 1985: Das Doppelleben des Monsieur Tourillon (Fernsehtheater Moritzburg)
- 1985: Neues übern Gartenzaun (Fernsehserie)
- 1986: Polizeiruf 110: Gier
- 1986, 1990: Schauspielereien (Fernsehreihe, 2 Folgen, verschiedene Rollen)
- 1987: Wie die Alten sungen…
- 1987: Tumult bei Wernickes
- 1988: Bereitschaft Dr. Federau (Fernsehserie)
- 1988: Eine verfahrene Kiste (Fernsehtheater Moritzburg)
- 1988: Eine Magdeburger Geschichte
- 1990: Der Westminster-Gong
- 1990: Polizeiruf 110: Warum ich …
- 1991: Mit Herz und Robe (Fernsehserie)
- 1991: Agentur Herz (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1992: Durchreise – Die Geschichte einer Firma (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1993–1995: Ein Bayer auf Rügen (Fernsehserie)
- 1994: Ein Fall für zwei (Fernsehserie, Folge: Wer die Treue bricht)
- 1994: Elbflorenz (Fernsehserie)
- 1994: Hallo, Onkel Doc (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1994–1996: Der Landarzt (Fernsehserie)
- 1994–1997: Frauenarzt Dr. Markus Merthin (Fernsehserie)
- 1995: Der Mond scheint auch für Untermieter (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1995–2002: Für alle Fälle Stefanie (Fernsehserie, 7 Folgen, verschiedene Rollen)
- 1996: Unser Lehrer Doktor Specht (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1996: Immer wieder Sonntag (Fernsehserie, 3 Folgen)
- 1997: Leinen los für MS Königstein (Fernsehserie, 2 Folgen)
- 1997: Liebling Kreuzberg (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1997: Das Traumschiff: Hawaii (Fernsehreihe)
- 1999–2014; 2015, 2017: In aller Freundschaft (Fernsehserie)
- 2000: Am liebsten Marlene (Fernsehserie, 1 Folge)
- 2000: Der letzte Zeuge (Fernsehserie, 1 Folge)
- 2001: Salto Kommunale (Fernsehserie, 1 Folge)
- 2002: Hallo Robbie! (Fernsehserie, 4 Folgen)
- 2003: Echte Männer
- 2003: Liebe zartbitter
- 2003: Im Namen des Gesetzes (Fernsehserie, 1 Folge)
- 2004–2020: Familie Dr. Kleist (Fernsehserie, 124 Folgen)
- 2004: Edel & Starck (Fernsehserie, 1 Folge)
- 2005: Unser Charly (Fernsehserie, 1 Folge)
- 2008: Inga Lindström: Sommer der Entscheidung (Fernsehfilm)
- 2011: In aller Freundschaft: Was wirklich zählt (Fernsehfilm)
- 2011: Engel der Gerechtigkeit (Fernsehserie, 1 Folge)
- 2013: In aller Freundschaft: Bis zur letzten Sekunde (Fernsehfilm)
Hörspiele
- 1975: Joachim Witte: Die Schlange (Kati) – Regie: Joachim Witte (Hörspielreihe: Neumann, zweimal klingeln – Rundfunk der DDR)
- 1978: Inge Ristock: Neue Aufregung um Jörg (Lore) – Regie: Inge Ristock (Hörspielreihe: Neumann, zweimal klingeln – Rundfunk der DDR)
Literatur
- Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Lexikon der DDR-Stars. Schauspieler aus Film und Fernsehen. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-304-7, S. 299.
- Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Die Schauspieler aus Film und Fernsehen. Erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8, S. 342–343.
- Frank-Burkhard Habel: Lexikon. Schauspieler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2009, ISBN 978-3-355-01760-2, S. 383.
- Günter Helmes, Steffi Schültzke (Hrsg.): Das Fernsehtheater Moritzburg. Institution und Spielplan. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2003. ISBN 3-936522-99-5.
- Claudia Kusebauch (Hrsg.): Fernsehtheater Moritzburg II. Programmgeschichte. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2005. ISBN 3-86583-015-3.
- Claudia Kusebauch (unter Mitarbeit von Michael Grisko): Das Fernsehtheater Moritzburg – Programmchronologie. Ebd., S. 15–208.
Buch
- Uta Schorn: Und wenn ich nüscht kann, bellen kann ich. Autobiografie. Verlag Neues Leben, Berlin 2021. ISBN 978-3-355-01905-7.
Weblinks
- Uta Schorn bei IMDb