Vœgtlinshoffen
französische Gemeinde im Elsass
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Vœgtlinshoffen (deutsch Vöklinshofen, früher auch Vögtlinshofen oder Vöklingshofen) ist eine französische Gemeinde mit 479 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Kanton Wintzenheim im Arrondissement Colmar-Ribeauvillé.
| Vœgtlinshoffen | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (68) | |
| Arrondissement | Colmar-Ribeauvillé | |
| Kanton | Wintzenheim | |
| Gemeindeverband | Pays de Rouffach, Vignobles et Châteaux | |
| Koordinaten | 48° 1′ N, 7° 17′ O | |
| Höhe | 267–899 m | |
| Fläche | 3,99 km² | |
| Einwohner | 479 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 120 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 68420 | |
| INSEE-Code | 68350 | |
Vœgtlinshoffen (Vöklinshofen) mit Weingärten, im Hintergrund rechts die Bergburgen-Ruinengruppe Drei Exen | ||

Geographie
Die Gemeinde liegt im Oberelsass auf 340 m Höhe an der Elsässer Weinstraße am Rand der Vogesen, etwa zehn Kilometer südwestlich von Colmar und sechs Kilometer südsüdwestlich von Wintzenheim. Das 3,99 km² umfassende Gemeindegebiet gehört zum Regionalen Naturpark Ballons des Vosges.
Das Winzerdorf verfügt am südexponierten Rebhang zwischen Voegtlinshoffen und Gueberschwihr über eine-Grand-Cru-Lage (Hatschbourg).
Geologie
Im Osten erstreckt sich die Gemarkung über eine flache Hügelzone, deren Untergrund aus Schichten der tertiären Rheingrabenfüllung besteht. Den Untergrund der Rebbergzone über dem Dorf bildet weithin eine Jurakalkscholle. Für den bewaldeten Steilanstieg des Geländes sind die harten Bänke des Buntsandsteins verantwortlich. Dahinter folgt westwärts ein Mosaik von Muschelkalk- und Keuperschollen. Diese Schollen sind bei der Entstehung des Oberrheingrabens in dessen Randbereich abgesunkene Bruchstücke des einst auch Vogesen und Schwarzwald bedeckenden Deckgebirges. Die Vorbergzone der Vogesen wird von einer großen, die Bumat in NO-SW-Richtung querenden Verwerfung gegen das hier aus Granit bestehende Grundgebirgsmassiv der Vogesen abgegrenzt.
Geschichte
Auf der Flur „Altklösterle“ wurden bedeutende Spuren eines altsteinzeitlichen Wohnplatzes entdeckt.
In einer vom Straßburger Bischof Heinrich I. 1188 ausgefertigten und dem Stift Marbach ausgehändigten Urkunde wird ein Ödalrico von Vocelineshoven genannt.[1] Weitere ältere Ortsbezeichnungen kommen vor als Walchilshove (1212), Vochelmisheim (1222), Walchilnshove (1265), Walchilshove (1265), Vochilishofen (1298), Fockelinishoven (13. Jh.), Vokelinshofe ... Vögkelinshoven (14. Jh.), Vöckelshoffen (1424), Vöchliszhoffen ... Vöklinszhoffen (1433), Vockliszhöuen (1487), Fockelszhouen (1488), Feckelszhoffen (1439) und als Hadstat cum filia Voglishouen (1441).[2][3] 1890 wurden südlich des Dorfs auf der Flur ‚Altes Klösterle‘ in Richtung Geberschweier Gold- und Silbermünzen aus dem 14. und 15. Jahrhundert gefunden.[4] Im Dreißigjährigen Krieg suchten die Truppen des in französischem Dienst gegen die Kaiserlichen stehenden Bernhard von Sachsen-Weimar das Dorf heim.
Das Dorf gehörte im Mittelalter zum Besitz und weltlichen Herrschaftsbereich des Bischofs von Straßburg. Im Streit mit diesem wurde der befestigte Friedhof 1298 durch den Grafen von Pfirt zerstört. 1460 gelangte der Ort durch Kauf in den Besitz der Habsburger, die ihn als Lehen den Herren von Hattstatt übereigneten. Von diesen kam er 1585 als Lehen an die Schauenburger, die erst in der Revolution auf ihre Ansprüche verzichten mussten. Im Westfälischen Frieden 1648 ging der Ort mit dem ganzen habsburgischen Besitz im Elsass an die französische Krone, was im Rahmen der Réunionspolitik Ludwigs XIV. 1680 durch die Réunionskammern in Breisach und Metz bekräftigt wurde.
Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam das Gebiet an das deutsche Reichsland Elsaß-Lothringen, und das Dorf wurde dem Kreis Colmar im Bezirk Oberelsass zugeordnet. Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg erlebten die Einwohner nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 die Schikanen der Naziherrschaft. Voegtlinshoffen wurde zum Ende des Zweiten Weltkriegs am 4. Februar 1945, zwei Tage nach Colmar, durch Truppen der 1. französischen Armee unter General de Lattre de Tassigny von der Naziherrschaft befreit. Dies geschah im Zuge der Endoffensive der Alliierten gegen den von den Deutschen noch immer hartnäckig verteidigten Brückenkopf Elsass (poche de Colmar).
Am 1. Januar 1996 wurde der Name von Vœgtlinshofen in Vœgtlinshoffen geändert.
Demographie
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2014 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 433 | 434 | 387 | 392 | 446 | 478 | 531 | 534 | |
| Cassini und INSEE | |||||||||
- Nikolaikirche (Aufnahme 2010)
- Altes Dorfhaus
- Alter südlicher Dorfeingang
- Dorfstraße
- Rathaus (mairie)
- Lourdesgrotte an der Kirche
- Gefallenendenkmal
Bauwerke
Die Sankt-Nikolauskirche (Église Saint-Nicolas) wurde 1788 geweiht und besitzt eine beachtenswerte barocke Innenausstattung (aus Marbach und anderen Gotteshäusern), Das Hochaltargemälde von Franz Carl Stauder. Zwei spätromanische Weihwasserbecken (aus Marbach).
Von der 1115 geweihten Abteikirche Marbach sind nur geringe Reste vorhanden (ein Teil der Westwand, dessen Portal, eine Doppelpforte, ein Teil der gotischen Chorapsis). Zwei Pfeiler des romanischen Kreuzgangs. Skulpturenreste am Ort und in elsässischen Museen. Die Klosterbauten wurden im 19. Jahrhundert als Steinbruch benützt. Erhalten hat sich die Klostermauer; unteres Tor 1492, oberes Tor romanisch.
Infrastruktur
Regelmäßige Veranstaltungen
Am letzten Wochenende des Monats Juni findet das Dorffest statt.
Literatur
- Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 2, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 1337–1338.
