Windenergie in der Steiermark

Ausbau und Verbreitung von und Investitionen in die Infrastruktur von Windenergie in der Steiermark From Wikipedia, the free encyclopedia

Dieser Artikel bietet einen Überblick über den Ausbau der Windenergie und die installierten Windkraftwerke im Bundesland Steiermark.

Windkraftanlage am Präbichl, zweites größeres Windrad (2001)
Tauernwindpark, erster Windpark der Steiermark (2002)

Ende 2025 waren in der Steiermark 121 Windkraftwerke mit einer Gesamt-Nennleistung von 322,65 MW in Betrieb.[1] Damit befand sich die Steiermark weiterhin hinter Niederösterreich (2025: 830 Anlagen mit insgesamt 2324,1 MW) und dem Burgenland (2025: 446 Anlagen mit 1488,7 MW) auf Platz drei der gesamten Windenergienutzung in Österreich.[1]

Vergangene Leistungswerte

Weitere Informationen Jährlicher Zubau und Gesamtleistung ...
Jährlicher Zubau und Gesamtleistung
Jahr MW
1999
 
+00,75
 
0,80
2000
 
+00 00
 
0,80
2001
 
+00,60
 
1,40
2002
 
+19,25
 
20,60
2003
 
+00 00
 
20,60
2004
 
+03,50
 
24,10
2005
 
+13,00
 
37,10
2006
 
+12,70
 
49,80
2007
 
+01,50
 
51,30
2008
 
+00 00
0−10
 
51,30
2011
 
+01,50
 
52,80
2012
 
+0 00
 
52,80
2013
 
+29,90
 
82,70
2014
 
+44,30
 (−16)
 
127,00
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Bezüglich der Zahl und der installierten Leistung der Windkraftwerke liegt die Steiermark traditionell hinter Niederösterreich und dem Burgenland, wie die Tabelle belegt.

Weitere Informationen Steiermark, Niederösterreich ...
Entwicklung der Anzahl und Leistung von Windkraftwerken im Vergleich
Steiermark Niederösterreich Burgenland
JahrZahlLeistungZahlLeistungZahlLeistungQuelle
20134070 MW400700 MW270550 MW
2014127 MW
201560120 MW
2020105261,2 MW7241699,5 MW4371104 MW[2]
2021104260 MW7351760 MW4271220 MW[3]
2022293,8 MW[4]
2023118306,55 MW7972081,7 MW4611411,1 MW[5]
2024122324,15 MW8232199,6 MW4561419,3 MW[6]
2025121322,65 MW8302324,1 MW4461488,7 MW[1]
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In der Steiermark wurden 2007 bei einer Nennleistung von rund 50 MW um die 100 GWh elektrische Energie produziert.[7]

Ausbau und Rahmenbedingungen der Windenergie in der Steiermark

Das realisierbare Potential beträgt insgesamt nur ein Viertel bis zur Hälfte des (viel kleineren) Burgenlandes und etwa ein Zehntel Niederösterreichs, je nach Szenario der Rentabilität nicht optimaler Standorte.[8] De facto liegen die günstigen Gebiete auf den Höhenlagen der alpinen Bergkämme beiderseits der Mur–Mürzfurche, die nur 10 % der Landesfläche darstellen, und über weite Bereiche bedeutende Umweltschutzgebiete darstellen, sodass insgesamt nur wenige ausbaufähige Gebiete verbleiben.[9]

Besonderheiten in der Steiermark sind die durchwegs alpinen Höhenlagen der Standorte (in Niederösterreich und dem Burgenland werden primär die Ebenen ausgebaut, während in Oberösterreich Lagen über 1600 m prinzipiell Ausschlusszone sind). Bemerkenswert sind auch der hohe Anteil örtlicher Initiativen, sowie Österreichs erstes Windkraftwerk zur autarken Versorgung eines Schigebiets (Windpark Salzstiegl–Speikkogel) oder die Demonstrations- und Forschungsanlage Moschkogel.

Entwicklungsprogramm für den Sachbereich Windenergie

Schon 2002 wurde im Auftrag des Landes Steiermark vom LandesEnergieVerein eine Ausweisung von Eignungsgebieten für Windenergienutzung vorgenommen.[10] Dabei wurden 28 Gebiete festgestellt, von denen bis Ende der 2000er Jahre ein Viertel erschlossen wurden.[9][11]

Nach Schätzungen könnte die bis Ende der 2000er installierte Leistung verdoppelt[9] bis verdreifacht werden.[12] 2013 wurde von der Landesregierung ein Entwicklungsprogramm für den Sachbereich Windenergie (Sapro Windenergie) erlassen,[13][14] die im Sinne der Zielsetzungen der Energiestrategie Steiermark 2025 (2009) den „raumverträglichen Ausbau der Windenergie“ fördern soll, aber die „Ziele und Grundsätze des Natur- und Landschaftsschutzes, der Raumordnung und der Erhaltung unversehrter naturnaher Gebiete und Landschaften im Sinne der Alpenkonvention berücksichtigt.[15] Dabei wurden folgende Zonengruppen definiert:[16]

  • Vorrangzonen, in denen die Errichtung von Windkraftanlagen konzentriert werden soll: „Flächen mit guter Windeignung und guten infrastrukturellen Voraussetzungen (Zuwegung, Energieableitung etc.), in denen die Errichtung von Windkraftanlagen im größeren Umfang konzentriert werden soll.“ Größen von über 20 MW sind möglich.[16]
  • Eignungszonen, welche die Vorrangzonen ergänzen: Sie sind in der Größenordnung so gewählt, dass „zumindest fünf Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von insgesamt zumindest 10 MW errichtet werden können.“[16]
  • Ausschlusszonen, in denen die Errichtung von Windkraftanlagen nicht zulässig ist. Die Ausschlusszonen entsprechen weitgehend den bedeutenden Umweltschutzgebieten.

Dadurch wurden überregional einheitliche Kriterien für Standorte geschaffen.

Standorte

Liste der Windkraftanlagen in der Steiermark

Gem.–KGGemeinde und Katastralgemeinde, mit Koordinate
A. … Einzelanlagen
MW … Nennleistung der Einzelanlage in MW
ges. … Nennleistung der Gesamtanlage in MW
Err. … Errichtungsdatum
Type … Bautype[17]
H … Nabenhöhe in Meter
⌀ … Rotordurchmesser in Meter
Betreiber … aktueller Betreiber (in Klammer: Inhaber, Projektentwickler u. ä.); hier auch weitere Anmerkungen
VZ … Vorrangzone, EZ … Entwicklungszone lt. SaPro Windenergie 2013

Stand: 12/2024 plus Ergänzungen

Weitere Informationen Name, Baujahr ...
Name Baujahr Gesamt-
leistung (MW)
Anzahl Typ (WKA) Ort Bezirk Koordinaten Projektierer / Betreiber Bemerkungen
Windpark Silbersberg[18] 2024 13,8 4 Vestas V117-4.2MW Trofaiach LN 47° 28′ 14″ N, 15° 0′ 41″ O Grünstrom GmbH
Windpark Stanglalm[19] 2022 29,7 9 Stanz im Mürtal BM 47° 29′ 38″ N, 15° 32′ 13″ O Windpark Stanglalm GmbH
Windpark Pretul I 2017 42 14 Enercon E-82 Langenwang, Ratten Bundesforste Größtes der Steiermark, 49 Mio. € Investitionskosten
Windkraftanlagen Gaberl 2006 1,6 2 Enercon E-48 (8×) Kleinlobming MT 47° 5′ 52″ N, 14° 55′ 4″ O Bio Energie Köflach, Stadtwerke Köflach
Windkraftanlage Plankogel 1999 0,75 1 NEG Micon NM48/750 (1×) Sankt Kathrein am Offenegg WZ 47° 20′ 57″ N, 15° 55′ 0″ O ARGE Almwind
Windkraftanlage Präbichl 2001 0,6 1 Enercon E-40/6.44 Eisenerz LN 47° 31′ 26″ N, 14° 56′ 57″ O Rudolf Schartner abgebaut
Windkraftanlagen Salzstiegl 2007
2011
2,85 1 )von ehem. 2) Leitwind LTW77 (1×)
Leitwind LTW80 (1×)
Kothgraben MT 47° 3′ 23″ N, 14° 51′ 51″ O Friedrich Kaltenegger Versorgung von Skigebiet. 1 von 2 WKA etwa 2015 nach Defekt abgebaut, Fundament etwa 2022 abgebrochen.[20]
Windpark Freiländeralm 2014, vierte Anlage 2016
2025
68,4 12 Vestas V100-2.2MW (3×)
Goldwind GW175-7.8MW (8×)
Klosterwinkel DL 46° 54′ 34″ N, 15° 3′ 19″ O Energie Steiermark mit Bürgerbeteiligung
zweite Phase in Bau in mehreren Bauabschnitten
Windpark Hochpürschtling 2013 18,45 9 REpower MM92 Alpl BM 47° 29′ 16″ N, 15° 34′ 44″ O Windheimat
Windpark Moschkogel 2006 11,5 5 Enercon E-70 Ganz BM 47° 33′ 35″ N, 15° 44′ 44″ O Viktor Kaplan Akademie Forschungsanlage
Windpark Pongratzer Kogel/Masenberg 2013 9,2 4 Enercon E-70 E4 Vorau HF 47° 21′ 2″ N, 15° 53′ 28″ O ECOwind (Windpark Pongratzer Kogel GmbH)
Windpark Steinriegel 2005
2014
38,3 21 Bonus B1300/62 (10×)
Enercon E-70 (11×)
Ratten WZ 47° 32′ 3″ N, 15° 43′ 7″ O Wien Energie 2014 + 25,3 MW
Tauernwindpark 2002
2004
2013
2019
32,05 14 Vestas V112-3,3MW (9×)
Enercon E-92 (1×)
Oberzeiring MT 47° 16′ 9″ N, 14° 22′ 48″ O Tauernwind 2002: 11 Vestas
2004: + 2 Vestas
2013: +1 Enercon
2019: Repowering –13 +9
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Weitere Kleinanlagen:

  • Gasen (Windrad am Höllhofer Eck), GasenSonnleitberg ; 1 ZEUS 17 kW ⌀ 12 m, err. November 1998, Rudolf Peßl/STEP GmbH – lokale Entwicklung der Technik, erstes modernes Windrad der Steiermark[21]

Planungszonen Windenergie

Die sechs Vorrangzonen und neun Eignungszonen des Entwicklungsprogramm Windenergie sind:[9]

VZ … Vorrangzone, EZ … Eignungsszone lt. SaPro Windenergie 2019
Gebiet … Gebiet/Gebirgszug
Gemeinde(n) … Standortgemeinden
H. … Höhenbereich[22]
Fl. … Fläche ca. in km²[22]
A. … installierte Einzelanlagen; geklammert: in Bau
MW … installierte Gesamt-Nennleistung in MW; geklammert: in Bau
seit … Gebiet erschlossen seit

Stand: 10/2013

Weitere Informationen Zone, Gebiet ...
Zone Gebiet Gemeinde(n) H. Fl. in km² Anzahl der Anlagen MW seit
VZ Steinriegel Fischbacher Alpen Ratten, Langenwang 1400–1580 2,5 10 13,0 Okt. 2005
VZ Pretul Fischbacher Alpen Langenwang, Mürzzuschlag, Rettenegg, Ratten 1510–1660 1,9 26 49,8 2005
VZ Oberzeiring Wölzer Tauern Oberzeiring, Pusterwald, Oberwölz 1700–1920 1,5 14 25,0 Dez. 2002
VZ Hochpürschtling Fischbacher Alpen Kindberg, Krieglach, Sankt Barbara im Mürztal, Stanz im Mürztal 1250–1500 4,5 9 18,5 Okt. 2013
VZ Handalm Koralpe Deutschlandsberg, Schwanberg 1650–1850 3 0 36
VZ Gaberl Stubalpe Weißkirchen in Steiermark, Lobmingtal, Maria Lankowitz, Hirschegg-Pack 1400–1700 8,2 2 1,2 2006
VZ Rosskogel Mürzsteger Alpen Neuberg an der Mürz, Krieglach, Langenwang, 1300–1480
VZ Fürstkogel Fischbacher Alpen Stanz im Mürztal, Fischbach 1220–1420 1,0 5 17,75
VZ Freiländer Alm Koralpe Hirschegg-Pack, Edelschrott, Deutschlandsberg 1380–1550 4 0 3 6,0 Okt. 2014
VZ Soboth Koralpe Eibiswald 1230–1490 5,22
VZ Kletschachkogel Hochschwabgruppe Proleb, St. Kathrein an der Laming 1340–1460 1,02
VZ Gruberkogel Wechsel Rettenegg 1325–1467 1,74
VZ Permannsegger Kogel Fischbacher Alpen Stanz im Mürztal 1160–1310 3,58
VZ Bocksruck-Habring Wölzer Tauern Unzmarkt-Frauenburg, Pölstal 1440–1640 2,30
EZ Herrenstein Wechsel Rettenegg 1340–1445 0,9 6− 19,95
EZ Pongratzer Kogel Joglland Grafendorf bei Hartberg, Vorau 1200–1250 0,3 4 9,2 Sep. 2013
EZ Präbichl Hochschwabgruppe Eisenerz 1260–1600 0,2 1 0,6 Jan. 2001
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Geplante und verworfene Standorte

Literatur

  • Otmar Frühwald, Christian Ulrich: Leitfaden zur Errichtung von Windkraftanlagen in der Steiermark. Hrsg.: ecowatt, LandesEnergieVerein. 2. Auflage. Januar 2007 (lev.at [PDF] Überarbeitung 2010, 1. Auflage 2002; umwelt.steiermark.at).
  • Amt der Steiermärkischen Landesregierung – Abteilung 7 Landes- und Gemeindeentwicklung (Hrsg.): Entwicklungsprogramm für den Sachbereich Windenergie. Verordnung, Erläuterungen, Umweltbericht, LGBl. Nr. 72/2013. Graz 2013 (PDF [Memento vom 2. Dezember 2013 im Internet Archive]; raumplanung.steiermark.at mit Publikationen und Karten Sapro Windenergie).
Commons: Windenergie in Österreich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  •  Karte mit allen Koordinaten: OSM | WikiMap
  • Road Map Windenergie. Land Steiermark – Amt der Steiermärkischen Landesregierung: energie.steiermark.at > Erneuerbare Energien

Quellen

(für die Liste der Windkraftanlagen, chronologisch nach Stand).

  • Google Maps Windkraft-Landkarte. IG Windkraft (Österreich, mit Kurzinformationen, aktualisiert).
  • Steiermark (Österreich). thewindpower.net (Liste, aktualisiert)
  • @1@2Vorlage:Toter Link/noest.all2web.atWindenergienutzung in der Steiermark. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Oktober 2015. Suche im Internet Archive ) (PDF; 958 kB) ecowatt, Folder, noest.all2web.at, Stand Jänner 2008.
  • Lit. Frühwald, Ulrich: Leitfaden zur Errichtung von Windkraftanlagen. Januar 2007, Tabelle 1 Auflistung der steirischen Windkraftanlagen, S. 11 (pdf S. 12, Stand Ende 2006).
  • Windenergie Steiermark. Folder. büro ecowatt, März 2005 (online [Memento vom 11. Mai 2005 im Internet Archive] [PDF; 357 kB; abgerufen am 16. November 2013]).
  • Patrick Scherhaufer: Möglichkeiten und Grenzen einer lokalen umweltverträglichen Energieversorgungspolitik. Aufgezeigt am Beispiel des Windparks in der Gemeinde Zurndorf (Bgld.). Diplomarbeit, Universität Wien. Wien Mai 2002, Anhang A – Windkraftanlagen in Österreich, S. 126 ff. (othes.univie.ac.at [PDF] Stand: Dez. 2001; Quelle: energiewerkstatt.at).

Einzelnachweise

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