Zugvogelschutzgebiet Last Mountain Lake

Zugvogelschutzgebiet in Kanada From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Zugvogelschutzgebiet Last Mountain Lake (englisch Last Mountain Lake Migratory Bird Sanctuary, französisch Refuge d’oiseaux migrateurs du Lac-de-la-Dernière-Montagne) ist ein Vogelschutzgebiet in der kanadischen Provinz Saskatchewan.

Schnelle Fakten
Zugvogelschutzgebiet Last Mountain Lake

IUCN-Kategorie IV – Habitat/Species Management Area

Schreikraniche

Schreikraniche

Lage Saskatchewan (Kanada)
Fläche 47,36 km²
WDPA-ID 18688
Geographische Lage 51° 20′ N, 105° 15′ W
Zugvogelschutzgebiet Last Mountain Lake (Saskatchewan)
Zugvogelschutzgebiet Last Mountain Lake (Saskatchewan)
Meereshöhe von 488 m bis 497 m
Einrichtungsdatum 1921
Verwaltung Canadian Wildlife Service
Besonderheiten Ramsar-Feuchtgebiet
Schließen
Lage des Schutzgebietes

Lage

Das 47,36 km² große Schutzgebiet befindet sich südzentral in der Provinz Saskatchewan. Es liegt 110 km nordnordwestlich der Provinzhauptstadt Regina sowie 125 km südöstlich von Saskatoon.[1] Das Schutzgebiet umfasst das nördliche Ende des namengebenden in der Prärie Kanadas gelegenen abflussregulierten Sees Last Mountain Lake.[1] Zum Schutzgebiet gehören neben der Wasserfläche und den Inseln im Nordteil des Sees noch einige angrenzende Uferbereiche.

Geschichte

Das Schutzgebiet geht auf eine Initiative von Edgar Dewdney, Vizegouverneur der damaligen Nordwest-Territorien, zurück.[2] Am 8. Juni 1887 wurde ein etwa 10 km² großes Ufergebiet am Nordende des Sees vom Verkauf und der Besiedelung ausgeschlossen, da sich dort Brutplätze von Wasservögeln befanden.[1] Es handelt sich damit um das erste Schutzgebiet für Wasservögel in Nordamerika.[1] 1917 erhielt das Schutzgebiet den Namen „Last Mountain Lake Bird Sanctuary“ und wurde von der „Fish and Game League“ betreut. Es steht seit 1921 unter dem Schutz des 1917 verabschiedeten Bundesgesetzes „Migratory Birds Convention Act“.[1] Das Schutzgebiet entspricht der IUCN-KategorieIV – Biotop-/Artenschutzgebiet mit Management“.[1]

Ausweisung als Schutzgebiet

Das Vogelschutzgebiet ist Teil des 1982 eingerichteten Ramsar-Gebietes Last Mountain Lake.[3] 1987 wurde es anlässlich seines 100-jährigen Jubiläums in Anwesenheit von Prinz Philip als National Historic Site of Canada ausgezeichnet.[2][4] Dabei wurde Prinz Philip ein Küken eines Kaninchenkauzes zum Halten angeboten, was er jedoch ablehnte.[4] Weiterhin überlappt sich das Schutzgebiet mit der 1994 gegründeten Last Mountain Lake National Wildlife Area, ein Wildtierschutzgebiet, das keine offenen Wasserflächen umfasst, aber größere Landflächen in Ufernähe sowie die Inseln im nördlichen Teil des Sees.[5]

Außerdem wird die Last Mountain Lake National Wildlife Area von IBA Canada als eine Important Bird Area (wichtiges Vogelgebiet) sowie von KBA Canada als eine Key Biodiversity Area (Schlüssel-Biodiversitätsgebiet) geführt.[6][7]

Lebensraum

Das Schutzgebiet liegt in der „feuchte Mischgrasprärie“-Ökoregion von Saskatchewan.[1] Etwa 68 % der Schutzgebietsfläche bestehen aus offenem Wasser und Sumpfgebieten, 30 % aus offenem Grasland.[1]

Der Last Mountain Lake wird von wenigen kleinen Bächen gespeist. Am südlichen Seeende wird er über den Last Mountain Creek zum Qu’Appelle River hin entwässert. An letzterem befindet sich der Staudamm „Craven Dam“, der bei einer starken Wasserführung des Qu’Appelle River dessen Wasser in den Last Mountain Lake umleitet. Der See dient insbesondere im Frühjahr als Wasserspeicher dem Hochwasserschutz. Mehrere Buchten am Nordende des Last Mountain Lake wurden durch Dämme abgeschnitten und dienen als zusätzliche Speicherbecken während Dürreperioden.[6]

In der Nähe des Nordendes des Sees befinden sich Sumpfgebiete sowie kleine Gletschertöpfe (potholes), kleine Vertiefungen in der Landschaft glazialen Ursprungs.[1] Innerhalb der Grenzen des Schutzgebietes besteht die Uferlinie größtenteils aus Sand mit einigen kiesigen oder felsigen Abschnitten. Das umliegende Land weist alkalische Böden mit Grasland und heimischer Prärie auf.[1] Am Ufer befinden sich zahlreiche Flächen mit heimischen Gräsern. Mit Hilfe von Beweidung und kontrollierten Buschbränden sollen das Buschwerk und nichtheimische Gräser zurückgedrängt werden.[6]

Tierwelt (Fauna)

Das Gebiet am nördlichen Ende des Last Mountain Lake bildet ein wichtiges Brutgebiet und einen wichtigen Rastplatz für Zugvögel, von denen viele nur in der Prärieregion vorkommen.[5] Eine riesige Anzahl an Entenvögeln, Gänsen (Schneegänse, Zwergschneegänse sowie in geringeren Zahlen Kanadagänse), Kanadakranichen und anderen Zugvögeln nutzen das Areal im Frühjahr und im Herbst als Rastplatz auf ihrem Weg durch die Great Plains von ihren Winterquartieren im Süden zu ihren Brutgebieten im Norden und zurück.[5][2][1] Mehr als 300 Vogelarten wurden während der Vogelzüge im Schutzgebiet schon gezählt.[1] Bis zu 50.000 Kraniche, 450.000 Gänse und mehrere Hunderttausend Enten werden gewöhnlich während des Höhepunkts der Zugsaison beobachtet.[5]

Von mindestens 110 Arten ist bekannt, dass sie im Schutzgebiet brüten.[1] Als besonders gefährdete Vogelarten gelten der Flötenregenpfeifer und der Schreikranich.[1] Die Inseln im Last Mountain Lake werden von Koloniebrütern genutzt, darunter Ohrenscharbe, Ringschnabelmöwe, Kalifornienmöwe, Flussseeschwalbe, Forsterseeschwalbe und Nashornpelikan.[1] Weitere wichtige Brutvögel im Schutzgebiet sind Ohrentaucher, Schwarzhalstaucher, Bindentaucher, Renntaucher und Nachtreiher.[1] Im Schutzgebiet kommen auch Schweifhuhn und Rebhuhn vor.[1]

Seit 1990 führt das Observatorium am Ostufer des Sees ein intensives Monitoring des Vogelzugs von Landvögeln durch.[6] Im Durchschnitt werden jährlich 3400 Vögel aus 76 Arten beringt.[6] Die tatsächliche Anzahl der durchziehenden Vögel ist jedoch weitaus höher, da die Beringung nur in einem kleinen Abschnitt erfolgt. Die fünf häufigsten beringten Arten sind: Kronenwaldsänger, Goldwaldsänger, Fahlammer, Erlenschnäppertyrann und Zwergschnäppertyrann.[6] Die meisten der durchziehenden Singvögel sind neotropische Zugvögel, die den Winter in Zentralamerika (einschließlich Mexiko) oder noch weiter südlich in Südamerika verbringen.[6]

Zu den Säugetieren im Schutzgebiet gehören Rotfuchs, Silberdachs, Kojote, Präriehase und Weißwedelhirsch.[1] Im Last Mountain Lake kommt der Großmäulige Büffelfisch vor.[2]

Infrastruktur

Am nördlichen Ende des Last Mountain Lake befinden sich ein Parkplatz, ein Informationsstand, Toiletten, ein Aussichtsturm sowie mehrere Lehrpfade mit Informationstafeln (mit schwimmendem Steg und Vogelbeobachtungsstand).[1] Weiterhin sind eine Reihe von Freizeitaktivitäten möglich, die jedoch im Zweifelsfall zu klären sind, insbesondere während der Brutsaison von Mai bis Juli:[1] Angeln, Jagd, Kanu- oder Kajaktouren, Wandern, Vögel beobachten und Naturfotografie.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI