Zweiundsiebzig
natürliche Zahl
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Die Zweiundsiebzig (72) ist eine gerade natürliche Zahl.
| Zweiundsiebzig | |
|---|---|
| 72 | |
| Darstellung | |
| Römisch | LXXII |
| Dual | 100 1000 |
| Oktal | 110 |
| Duodezimal | 60 |
| Hexadezimal | 48 |
| Mathematische Eigenschaften | |
| Vorzeichen | positiv |
| Parität | gerade |
| Faktorisierung | |
| Teiler | 1, 2, 3, 4, 6, 8, 9, 12, 18, 24, 36, 72 |
Mathematik
Zweiundsiebzig ist eine abundante Zahl, was bedeutet, dass die Summe ihrer echten Teiler größer als sie selbst ist (). Sie hat somit eine Abundanz von 123−72=51. Zweiundsiebzig ist nach der 12, 18, 20, 24, 30, 38, 40, 42, 48, 54, 56, 60, 66 und 70 die 15te abundante Zahl.
Die 72er-Regel ist eine Faustformel aus der Zinsrechnung. Die Regel gibt näherungsweise die Zeit an, in der sich ein zu Zinseszinsen angelegtes Kapital verdoppelt (Verdopplungszeit). Dazu teilt man 72 durch den Zinsfuß, zu dem das Kapital angelegt wird, daher der Name der Regel. Die 72er-Regel kann nicht nur auf die Zinsrechnung, sondern auf jede Art exponentiellen Wachstums angewendet werden.
Weiteres
- 72 ist eine Harshad-Zahl.
- 72 kann als Summe von 4 aufeinanderfolgenden Primzahlen dargestellt werden. (13 + 17 + 19 + 23)
- 72 kann als Summe von 6 aufeinanderfolgenden Primzahlen dargestellt werden. (5 + 7 + 11 + 13 + 17 + 19)
Naturwissenschaft
- Messier 72 ist ein Kugelsternhaufen im Sternbild Wassermann.
- 72 ist die Ordnungszahl von Hafnium.
Mythologie und Religion
Judentum
In der rabbinischen Überlieferung ist vom Shem ha-mefôrash als dem voll ausgeführten Gottesnamen die Rede, was zu Spekulationen über dessen Bedeutung Anlass gegeben hat.[1] Dazu gehören Spekulationen über Gottesnamen mit 72 Buchstaben[1] oder eine Gesamtheit der „zweiundsiebzig, heiligen Namen Gottes, von denen jeder ein Engel ist“.
Christentum
Der Legende nach übersetzten 72 jüdische Gelehrte in Alexandria die Tora (fünf Bücher Mose) in 72 Tagen aus dem Hebräischen ins Griechische. Dabei soll jeder Übersetzer für sich selbst gearbeitet haben, am Ende aber seien alle 72 Übersetzungen absolut identisch gewesen: Der Heilige Geist habe allen dieselben Worte eingegeben. Die Zahl 72 wurde auf 70 abgerundet und die Übersetzung Septuaginta genannt. Die Zahl 70 wiederum erinnert an die siebzig Auserwählten, die mit Gottes Geist begabt wurden, um Mose bei der Rechtsprechung zu helfen (Num 11,24ff EU).
Zweiundsiebzig Sprachen und Völker waren nach christlich-mittelalterlicher Tradition das Ergebnis des Turmbaus zu Babel und der darauf folgenden babylonischen Sprachverwirrung (Gen 11,1–9 EU).

Die zweiundsiebzig Jünger oder siebzig Jünger waren im Neuen Testament frühe Jünger Jesu. Sie wurden von Jesus ausgewählt und paarweise ausgesandt, um seine Botschaft zu verkünden. In der westlichen Kirche werden sie normalerweise als Jünger bezeichnet, während die orthodoxen Kirchen von Aposteln sprechen.

72 Stunden ist der Titel einer Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der Katholischen Jugend Österreichs und der Schweizer Jugendverbände. Alle beteiligten Aktionsgruppen erhalten jeweils eine gemeinnützige soziale, ökologische, interkulturelle oder politische Aufgabe, die sie innerhalb von 72 Stunden lösen sollen.
Islam
Al-Dschinn (arabisch الجن, DMG al-Ǧinn ‚Die Dschinn‘) ist die 72. Sure des Korans, sie enthält 28 Verse. Ihr Titel bezieht sich auf den ersten Vers. Die Verse 1 bis 15 enthalten ein Glaubensbekenntnis der Dschinn, die Verse 16 bis 28 eine Ermahnung an die Menschen.
Weiteres
72 ist eine symbolgeschichtlich bedeutsame Zahl. Sie steht für
- 72 ethnische Totems (biblisch die Söhne jener Engel, die mit den Töchtern der Menschen Söhne zeugten, die Helden der Vorzeit, woraus sich Begriffe von Seele und Volk sowie deren Verhältnis zu Gott ableiten, auf das Fünklein der Seele bei Meister Eckhart, dass Gott unantastbar heilig ist)
- Nur noch 72 Stunden ist ein US-amerikanischer Kriminalfilm von Don Siegel aus dem Jahr Filmjahr 1968. Die deutsche Fassung des Films heißt so, weil die Protagonisten nur noch 72 Stunden Zeit haben, um ihre Aufgabe zu erledigen.
- Zweiundsiebzig Buchstaben ist eine Science-Fiction-Kurzgeschichte des US-amerikanischen Schriftstellers Ted Chiang.[2][3][4] In der alternativen Realität der Kurzgeschichte können Golems durch Namen aus der Kabbala zum Leben erweckt werden. Solche Namen bestehen aus zweiundsiebzig hebräischen Schriftzeichen, welche in sechs Zeilen mit je zwölf Zeichen angeordnet werden.
- 72 Bausteine im äußeren Kreis von Stonehenge
- Zweiundsiebzig Völker, nach christlich-mittelalterlicher Tradition die Zahl der Völker der Welt
- 72 ersten christlichen Bischöfe
- Zweiundsiebzig glückliche Orte des Daoismus
- 72 Gipfel des chinesischen Gebirges Huang Shan[5]
- 72 indische Ragas
- die 72 geheimen Namen des Höchsten bzw. die 72 Buchstaben des geheimen Gottesnamens bzw. den Namen Gottes in 72 Sprachen
- die 72 Engelsnamen nach altjüdischer Tradition
- die 72 Sekten bzw. Ketzereien im Islam[6]
- die 72 Jungfrauen (huris) im Koran[7]
Siehe auch
- 72, Jahr
Literatur
- Harald Specht: Der Jahwe-Code. Auf den Spuren der heiligen Zahl 72. Leipzig 2011, ISBN 978-3-86268-375-8.