Østen Hanson

norwegisch-amerikanischer lutherischer Geistlicher From Wikipedia, the free encyclopedia

Østen Hanson (* 8. Juli 1836 auf dem Hof Holtan, Telemark, Königreich Norwegen; † 4. August 1898 in Aspelund, Minnesota) war ein norwegisch-amerikanischer lutherischer Geistlicher, der von 1887 bis 1893 Kirchenpräsident der Hauge-Synode war.

Hanson im Jahre 1896

Biographie

Hanson wurde in der Telemark geboren und wanderte 1851 in die Vereinigten Staaten aus, wo sich seine Familie zuerst in Wisconsin niederließ. Er stieß dort zu einer Versammlung von Haugianern, Anhängern der pietistischen Laienbewegung Hans Nielsen Hauges, und brachte sich in der Gemeinde ein. 1855 zog er weiter in das Goodhue County in Minnesota, wo er sich auf einem Hof in Aspelund ansiedelte. Sein älterer Bruder Hans Hanson wurde dort im Dezember 1857 als Kandidat der Republikaner in das erste Repräsentantenhaus von Minnesota gewählt.[1] Østen betätigte sich lediglich in der Kommunahlpolitik und wurde als das Wanamingo Township 1858 organisiert wurde zum ersten Gemeindevorsteher (chairman) gewählt.[2] Auch in Minnesota trat Hanson als Laienprediger bei den Zusammenkünften der haugianisch geprägten norwegischen Immigranten in der Region auf. Ohne je eine formale theologische Bildung genossen zu haben, wurde Hanson 1861 von Elling Eielsen in dessen Synode ordiniert.[3] Sogleich beriefen ihn seine drei Heimatgemeinden, an denen er schon zuvor gepredigt hatte – die Emmanuel Lutheran Church in Aspelund, die Hauge Lutheran Church in Kenyon und die St. Peter Lutheran Church in Red Wing – als ihren Pfarrer. 1875 wirkte er an der Gründung der Stordahl Lutheran Church im nahen Roscoe Center mit und predigte auch dort. Hanson nahm zeitlebens keinen anderen Ruf mehr an, auch wenn er häufig als Gastprediger an anderen Kirchen tätig war.[4]

Die Hauge Lutheran Church, an der Hanson von 1859 bis 1898 predigte.

Obwohl selbst nie an einer Hochschule ausgebildet, unterstützte Hanson die Einrichtung eines Theologischen Seminars für die Hauge-Synode. 1872 wurde schließlich das Red Wing Seminary in Red Wing gegründet. Hanson übernahm als einer der wenigen ordinierten Pfarrer der Hauge-Synode auch einige Posten in der Gesamtkirche, gehörte ab 1863 dem Kirchenrat an und war etwa zwanzig Jahre lang ihr Vizepräsident. Von 1868 bis 1876 gab er die Kirchenzeitung Budbæreren heraus.[5] Im Vorfeld der Synodalversammlung 1875 trat er als Sprecher einer großen Gruppe von Mitgliedern auf, die die zu diesem Zeitpunkt 30 Jahre alte Kirchenverfassung überarbeiten wollten. Nachdem Eielsen selbst den Änderungen erst zugestimmt hatte, trat er dann jedoch aus der Synode, die er selbst gegründet hatte, aus und führte sie mit wenigen Anhängern unter der alten Verfassung fort. Der Großteil der Gemeinden war bei Hanson verblieben und wählte diesen zu ihrem neuen Präsidenten. Nachdem er dieses Amt kurz darauf an Arne Boyum abtrat, wurde er 1887 erneut selbst zum Präsidenten der Synode gewählt. In diesem Amt blieb er bis 1893, als er von Anfin Olsen Utheim abgelöst wurde, hatte jedoch weiterhin großen Einfluss in der Synode.[5] Trotz dieses Bruches in der Synode pflegte er weiterhin ein freundschaftliches Verhältnis zu Eielsen, der ihn mehrfach besuchte.[3]

Zu seinen Nachbarn im Goodhue County zählte auch Bernt Muus, ein einflussreicher Pfarrer der liturgischen und hochkirchlichen Norwegischen Synode, der später eine entscheidende Rolle bei der Gründung der Vereinigten Norwegischen Kirche einnahm. Trotz der theologischen Differenzen zwischen ihren Kirchen waren Muus, der an der Universität Oslo studiert hatte, und Hanson, der nie mehr als eine Volksschulbildung erfahren hatte, gut befreundet und standen in regem theologischen Austausch. Muus bat Hanson sogar, seine Pfarrstelle an der Holden Lutheran Church während eines Auslandsaufenthalts zu vertreten. Damit war Hanson einer der wenigen Geistlichen seiner von konfessioneller Verhärtung geprägten Zeit, der aktiv den Dialog zwischen den norwegischstämmigen Synoden suchte, der erst 20 Jahre nach seinem Tod zur Vereinigung dieser Kirchen führen sollte.[3]

Hanson heiratete 1859 Marie Sophie Gulbransen, die 1867 verstarb. Im Folgejahr heiratete er Anne Hoven. Er hatte insgesamt dreizehn Kinder, darunter den späteren Präsidenten der Hauge-Synode Martin Gustav Hanson. Nach längerer Krankheit starb Hanson im August 1898 auf seinem Hof und wurde auf dem Friedhof der Kirche von Aspelund begraben.[5]

Einzelnachweise

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