Bahnstrecke Landquart–Davos Platz

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Die Bahnstrecke Landquart–Davos Platz, auch Davoserlinie,[7] Davoserbahn, Prättigauerlinie oder nach der früheren Bahngesellschaft manchmal Landquart–Davos-Bahn genannt, ist eine meterspurige Schweizer Schmalspurbahn. Sie gehört zum Stammnetz der Rhätischen Bahn (RhB) und verbindet seit 1890 Landquart im Rheintal mit dem Kurort Davos.

Weitere Informationen Landquart–Davos Platz ...
Landquart–Davos Platz
Streckenverlauf
Streckennummer (BAV):910 (Landquart–Klosters)
915 (Klosters–Davos)
Fahrplanfeld:910, 941
Streckenlänge:49,978 km
Spurweite:1000 mm (Meterspur)
Stromsystem:11 kV 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 45 
Minimaler Radius:90 m
Streckengeschwindigkeit:90 km/h
Zweigleisigkeit:Klosters Dorf–Klosters Platz
Klosters Selfranga
StreckeStrecke
von Chur / von Chur
BahnhofBahnhof
0,00 Landquart 523 m ü. M.
Brücke über WasserlaufBrücke über Wasserlauf
Landquart I (40 m / 43 m)
StreckeStrecke nach links
nach Sargans
Bahnhof
2,07 Malans GR 536 m ü. M.
Blockstelle
2,68 Malans Ost (Abzw) 543 m ü. M.
Blockstelle
4,13 Malans alte Säge 559 m ü. M.
Strecke von links (außer Betrieb)Abzweig geradeaus und ehemals nach rechts
Umtrassierung 1963
Strecke (außer Betrieb)Tunnel
[G 1] Klus (984 m) [G 2]
Strecke nach links (außer Betrieb)Abzweig geradeaus und ehemals von rechts
Blockstelle
5,97 Klus 581 m ü. M.
Haltepunkt / Haltestelle
6,73 Seewis-Pardisla 593 m ü. M.
Bahnhof
7,91 Grüsch 630 m ü. M.
Brücke
Mundatisch (86 m)
Blockstelle
8,90 Mundaditsch (Abzw) 614 m ü. M.
Brücke
Schiers (37 m)
Bahnhof
11,46 Schiers 654 m ü. M.
Blockstelle
12,81 Schiers Schlangenboden (Abzw) 666 m ü. M.
Brücke über Wasserlauf
Landquart II (52 m)
Abzweig geradeaus und ehemals nach linksStrecke von rechts (außer Betrieb)
Umtrassierung 1978
TunnelTunnel (Strecke außer Betrieb)
Fuchsenwinkel (786 m, ehem. 236 m) [G 3]
Abzweig geradeaus und ehemals von linksStrecke nach rechts (außer Betrieb)
Blockstelle
14,85 Fuchsenwinkel 705 m ü. M.
Bahnhof
15,39 Furna 715 m ü. M.
Bahnhof
16,74 Jenaz 723 m ü. M.
Abzweig ehemals geradeaus und nach linksStrecke von rechts
18,10 Umtrassierung geplant[1] (1370 m)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)Bahnhof
18,20 Fideris 744 m ü. M.
Tunnelanfang (Strecke außer Betrieb)Strecke
Fideris (geplant)[1] (1370 m)
Tunnelende (Strecke außer Betrieb)Blockstelle
19,59 Äuli 772 m ü. M.
Abzweig ehemals geradeaus und von linksStrecke nach rechts
20,10
Brücke über Wasserlauf
Landquart III Dalvazza (76 m)
Blockstelle
20,62 Küblis Ariesch (Abzw) 792 m ü. M.
Bahnhof
21,44 Küblis 810 m ü. M.
Strecke von links (außer Betrieb)Abzweig geradeaus und ehemals nach rechts
Umtrassierung 1961
Strecke (außer Betrieb)Tunnel
Küblis (215 m)
Strecke nach links (außer Betrieb)Abzweig geradeaus und ehemals von rechts
Brücke über Wasserlauf
Truntobel-Viadukt (61 m)
Abzweig geradeaus und ehemals nach linksStrecke von rechts (außer Betrieb)
Umtrassierung 2005
TunnelTunnel (Strecke außer Betrieb)
Saas (77 m, ehem. 87 m)
Abzweig geradeaus und ehemals von linksStrecke nach rechts (außer Betrieb)
Bahnhof
24,56 Saas im Prättigau ehem. Saas 935 m ü. M.
Blockstelle
26,23 Matteli 1004 m ü. M.
Brücke über Wasserlauf
Reutlandtobel (53 m)
Dienststelle, ehemals Bahnhof
27,66 Serneus 1028 m ü. M.
Brücke über Wasserlauf
Saaseralpbach (60 m)
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
28,82 Büel 1060 m ü. M.
Bahnhof
30,65 Klosters Dorf 1124 m ü. M.
ehemalige Blockstelle
31,35 Klosters Gäuggeli (Abzw, bis 2023) 1152 m ü. M.
Strecke von links (außer Betrieb)Abzweig geradeaus und ehemals von rechts
Umtrassierung 1930
Strecke (außer Betrieb)Bahnhof
32,44 Klosters Platz (bis 2011: Klosters) 1191 m ü. M.
Brücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)Brücke über Wasserlauf
Landquart (89 m)
Strecke (außer Betrieb)Abzweig geradeaus und nach links
Strecke (außer Betrieb)Tunnel
[G 4] Klosters-Tunnel (402 m)
Strecke nach links (außer Betrieb)Abzweig geradeaus und ehemals von rechts
Tunnel
Kehrtunnel Cavadürli (334 m), Wassertobelbach (75 m)
Bahnhof
36,62 Cavadürli 1352 m ü. M.
Strecke von links (im Tunnel)Kreuzung mit Tunnelstrecke
Zugwald (2172 m)
Strecke nach links (im Tunnel)Kreuzung mit Tunnelstrecke
StreckeDienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
Klosters Selfranga
StreckeAbzweig ehemals geradeaus und nach links
nach Sagliains
StreckeTunnelanfang (Strecke außer Betrieb)
Wolfgang (geplant)[2] (7810 m)
BahnhofStrecke (außer Betrieb) (im Tunnel)
40,82 Davos Laret 1522 m ü. M.
BahnhofStrecke (außer Betrieb) (im Tunnel)
43,69 Davos Wolfgang Scheitelpunkt 1625 m ü. M.
TunnelStrecke (außer Betrieb) (im Tunnel)
Lawinengalerie Seehorn (81 m)
Abzweig geradeaus und ehemals von linksStrecke nach rechts (außer Betrieb) (im Tunnel)
46,40
Bahnhof
47,33 Davos Dorf 1560 m ü. M.
Bahnhof
49,98 Davos Platz 1540 m ü. M.
Strecke
nach Filisur

Quellen: [3][4][5][6]
 nicht dargestellte Galerien (Tunnel-Verlängerungen):

  1. Galerie Klus I (15 m)
  2. Galerie Klus II (20 m)
  3. Galerie Fuchsenwinkel (36 m)
  4. Galerie Klosters (22 m)
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Streckenbeschreibung

Der Bahnhof Landquart ist ein Eisenbahnknoten. Reisende aus Richtung Zürich oder St. Gallen, die ins Prättigau, nach Davos oder über die Vereinalinie ins Unterengadin wollen, müssen dort von der normalspurigen Bahnstrecke Chur–Rorschach der Schweizerischen Bundesbahnen in die Schmalspurzüge der RhB umsteigen. Aus Richtung Chur verkehren, von der Bahnstrecke Landquart–Thusis her kommend, auch durchgehende Züge nach Klosters und Davos beziehungsweise Scuol-Tarasp.

Nach dem Verlassen des Bahnhofs Landquart fährt der Zug zunächst in Richtung Norden, überquert den Fluss Landquart und wendet sich dann Richtung Osten. Die ersten 15 bis 20 Kilometer sind sehr gut ausgebaut und für Geschwindigkeiten bis zu 90 km/h zugelassen. Bis zur Station Malans entfernt sich die Strecke vom Ufer der Landquart, kehrt dann jedoch wieder zurück und wird diesem Fluss bis Klosters folgen. Ursprünglich war bei Malans eine Streckenführung direkt neben der Landquart geplant. Da sich die Malanser aber eine Anbindung an das Schienennetz wünschten, stellten sie das nötige Bauland zur Verfügung und erwirkten so den kleinen Umweg durch Malans.

Ge 4/4 I mit Pendelzug und zwei Verstärkungswagen kurz vor Saas, hinten im Tal liegt Küblis
Ge 4/4 II Nr. 630 durchfährt Klosters Dorf (Januar 2010)
Steigungsdiagramm der Strecke

Von Landquart bis Malans wurde die Strecke zweigleisig ausgebaut.

Zwischen Malans und der Station Seewis-Pardisla in Pardisla (593 m ü. M.) führt die Strecke durch den 1017 m langen Chlus-Tunnel, der seit 1963 eine enge Schlucht, die Chlus, umgeht. Parallel zu diesem Tunnel verläuft auch ein Strassentunnel, durch den die Nationalstrasse 28 führt.

Hinter Grüsch erreicht die Strecke nach einem Doppelspurabschnitt den dreigleisigen Bahnhof Schiers. 2008 wurde der Abschnitt nach dem Bahnhof bis zum Fuchsenwinkel-Tunnel auch zu einer Doppelspur ausgebaut. So auch die zwei Brücken über den Schraubach im Dorf Schiers und über die Landquart, bei der die Strecke auf die südliche Seite der Landquart wechselt.

Die hinter dem östlichen Tunnelmund des 786 m langen Fuchsenwinkel-Tunnels beginnende Kreuzungsstelle Fuchsenwinkel besteht aus einem 460 m langen Ausweichgleis. Vor dem nächsten bedeutenderen Bahnhof, Küblis, wird die Landquart erneut überbrückt. Der folgende Abschnitt bis Klosters ist mit bis zu 44 Promille der zweitsteilste Abschnitt der Strecke.

Hinter Serneus wird bereits der nach Klosters im 180°-Winkel gewendete Streckenabschnitt nach Davos sichtbar. Ins Auge sticht aber vor allem die 525 m lange und 60 m hohe Sunnibergbrücke, Kernstück der für den Strassenverkehr gebauten Umfahrung Klosters, die das südlich der Strecke entlang laufende Tal der Landquart überspannt. Nach der Durchquerung von Klosters Dorf erreicht das Trassee den Bahnhof Klosters Platz (bis 2011 Klosters) in der Fraktion Klosters Platz.

Der Bahnhof Klosters Platz besteht aus drei überdachten Bahnsteiggleisen. Ein weiteres Durchfahrtsgleis dient dem Güterverkehr. Hinter dem Bahnhof liegt in einer 45°-Kurve die Landquartbrücke IV. Sie stellt die vierte und letzte Querung der Landquart dar. Aufgrund der ungünstigen örtlichen Gegebenheiten wurde sie als Balkenbrücke mit Fachwerksöffnungen realisiert. Nach dem zuständigen Sachbearbeiter beim ausführenden Ingenieurbüro Rigendinger wird sie auch Maag-Brücke genannt. Die zweigleisige Brücke mit Kreuzung führt zu zwei Tunnelbauwerken:

  • Durch den Tunnel auf der linken Seite, den Zugwaldtunnel, gelangen die Züge zur Verladestation des im Jahr 1999 eröffneten Vereinatunnels. Dieser bildet das Kernstück der zeitgleich eröffneten Vereinalinie, die Nordbünden mit dem Unterengadin verbindet.
  • Die Strecke nach Davos verläuft durch den rechten, 388 m langen Klosters-Tunnel, einen Kehrtunnel, und wendet sich dabei in einem weiteren 45°-Winkel nun nach Westen. Hier liegt die Steigung bei 45 Promille.

Im 334 m langen Cavadürli-Kehrtunnel dreht sich das Trassee erneut in die entgegengesetzte Richtung, nun wieder nach Osten.

Die 1930 aufgelassene Brücke über die Landquart in Klosters

Der Klosters-Tunnel wurde zur Verbesserung des Betriebsablaufs 1930 nachträglich erbaut. Ursprünglich war Klosters ein Spitzkehrenbahnhof, in dem die Züge jeweils die Fahrtrichtung wechselten. Beim Bau des Tunnels wurde auch der Bahnhof leicht verschoben. Die ehemalige Bahnbrücke von 1889 ist heute noch vorhanden und dient als sogenannte Rütipromenade nun Fussgängern und Skifahrern.[8]

Die Ausweichstelle Cavadürli, die beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen ist, liegt schon 160 m über Klosters Platz. Im Folgenden führt die Strecke durch dichte Lärchen- und andere Nadelwälder zur Station Davos Laret. Höchster Punkt ist die Haltestelle Davos Wolfgang. Danach führt die Strecke wieder bergab und dem Davosersee entlang zum Bahnhof Davos Dorf und weiter nach Davos Platz. Der gleichnamige Bahnhof ist der Endpunkt dieser Strecke, sie geht dort in die Bahnstrecke Davos Platz–Filisur über.

Ein 2008 erfolgter parlamentarischer Vorstoss zur Verbindung der Strecke mit der Arosabahn wird zurzeit von der Bündner Regierung angesichts knapper finanzieller Mittel nicht als prioritär betrachtet.[9]

Der Bahnhof Schiers brannte in der Nacht auf den 3. August 2021. Dabei wurden der Güterschuppen und das daran angebaute Stationsgebäude stark beschädigt, so dass ein Abbruch sinnvoll ist.[10] Deswegen wird der für 2028–2030 vorgesehene Umbau des Bahnhofplatzes mit Ersatzneubau des Bahnhofgebäudes vorgezogen und soll Mitte Dezember 2022 abgeschlossen sein.[11]

Ausbauprojekt

Das letzte noch nicht ausgebaute Teilstück der Nationalstrasse 28 zwischen der Station Fideris (Jenaz) und Dalvazza soll bis 2035 ausgebaut werden. Dafür wird im Rahmen von STEP 2035 die Strecke der Rhätischen Bahn in einen Tunnel verlegt. Auf dem freiwerdenden Bahntrassee wird dann die neue Hauptstrasse gebaut.[12][1]

Literatur

  • Rhätische Bahn (Hrsg.): Rhätische Bahn heute – morgen – gestern. Verlagsgemeinschaft (Desertina Verlag, Disentis; Verlag M&T-Helvetica, Chur; Terra Grischuna Verlag, Bottmingen), 1988, ISBN 3-907036-08-5 (Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Bahn).
  • Hans-Bernhard Schönborn: Die Rhätische Bahn, Geschichte und Gegenwart. GeraMond, München 2009, ISBN 978-3-7654-7162-9.
  • Die RhB. Teil 4: Landquart-Klosters-Davos-Filisur und Vereinastrecke. In: Eisenbahn Journal. Hermann Merker Verlag, Fürstenfeldbruck 2000, ISBN 3-89610-063-7.
  • Hans Domenig: Vom Tingelzüglein zur Hochgebirgsbahn. In: Terra Grischuna. 59. Jg., Nr. 1, Chur 2000, ISSN 1011-5196.
  • Katharina Hess, Paul Emanuel Müller: Über der wilden Plessur. In: Terra Grischuna. 48. Jg., Nr. 1, Chur 1990, ISSN 1011-5196.

Einzelnachweise

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