Blumenthal (Selb)

Ortsteil der Stadt Selb im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel i.Fichtelgebirge From Wikipedia, the free encyclopedia

Blumenthal ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Selb im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern).[2] Blumenthal liegt in der Gemarkung Silberbach.[3]

Schnelle Fakten Große Kreisstadt Selb ...
Blumenthal
Große Kreisstadt Selb
Koordinaten: 50° 7′ N, 12° 8′ O
Höhe: 488 m ü. NHN
Einwohner: 0 (25. Mai 1987)[1]
Postleitzahl: 95100
Vorwahl: 09235
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Geographie

Lage

Die Einöde liegt an der Eger und ist allseits von Wald umgeben; im Norden ist es die Selber Forst und im Süden die Kaiserhammer Forst-Ost. Der gesamte Gebiet des dortigen Egertales steht unter Naturschutz. Von Süden kommen drei rechte Zuflüsse der Eger her, die jeweils ganze Weiherketten speisen. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Wellerthal (0,7 km östlich). Ein Anliegerweg führt nach Leupoldshammer (0,9 km nordwestlich).[4]

Sauerbrunnen

Südwestlich und westlich des ehemaligen Gutsgebäudes befindet sich in zwei Taleinschnitten eine Reihe von künstlich angelegten Teichen mit Biotopflächen. In den Verlandungszonen der Teiche wachsen Arten der Großröhrichte, der Eisvogel wurde gesichtet.

Mitten im zweiten Teich befindet sich ein gemauerter Brunnenturm mit Holzaufbau. Unter dem Häuschen sprudelt ein „Sauerbrunnen“, eine eisenhaltige und kohlensäurehaltige Quelle. Wann die Mineralquelle entdeckt wurde, ist nicht bekannt. Der Sauerbrunnen gehört zu einer Quellenreihe, deren Zentrum bei Františkovy Lázně in Tschechien liegt. Ein Holzsteg verband früher das Teichufer mit dem Brunnenhäuschen. Nach 1918 wurde der Fischteich trockengelegt. Von etwa 1920 bis 1936 wurde das heilkräftige Wasser in Flaschen abgefüllt und verkauft. In einer Trinkhalle neben dem Gutshofgebäude Blumenthal wurde an Wanderer und Gäste das Mineralwasser ausgeschenkt. Der beliebte Säuerling lag mitten in der Wiese und wurde im Sommer von vielen Gästen aufgesucht. Das veranlasste den Grundeigentümer, den Teich wieder anzustauen, da es doch zu erheblichen Schäden gekommen war.[5]

Geschichte

Im Jahr 1749 errichtete der Hochofenmeister Benjamin Opp oberhalb des damaligen Blumenthal-Werkes an der Eger eine Eisenschneidmühle. Da der Blumenthaler Betrieb zeitweise völlig zum Erliegen kam, konnte auch die Eisenschneidmühle ab 1753 nicht mehr rentabel arbeiten. Die Anlage wurde vom Besitzer in eine Sägemühle umgewandelt und erhielt 1758 die Konzession. Die Mühle wurde nun „Oppenmühle“ genannt, 1827 wurde sie nicht mehr erwähnt. 1833 erwarb Kommerzienrat Johann Michael Zeitler das Gut Blumenthal, 1895 kaufte Eugen Hutschenreuther, ein Sohn von Lorenz Hutschenreuther, Gut Blumenthal und errichtete neben den Wirtschaftsgebäuden eine Backstein-Villa. 1973 wurde der Porzellanhersteller Hutschenreuther AG Besitzerin des gesamten Areals mit Gebäuden und Fischteichen und richtete ein Feriengut für erholungssuchende Mitarbeiter und Jubilare ein. Bis 1991 gab es eine Gastwirtschaft und ein kleines Porzellanmuseum. Heute besteht dort eine Bildungseinrichtung.[6]

Blumenthal unterstand dem brandenburg-bayreuthischen Amt Thierstein. Von 1797 bis 1810 wurde der Ort vom Justiz- und Kammeramt Wunsiedel verwaltet.[7] Mit dem Gemeindeedikt wurde Blumenthal dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Thierstein[8] und der mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstandenen Ruralgemeinde Silberbach zugewiesen. Am 1. Januar 1978 wurde Blumenthal im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Selb eingemeindet.[9]

Baudenkmäler

In Blumenthal gibt es zwei Baudenkmäler:[10]

  • Ehemaliger Selber Stadtbrunnen im Garten des ehemaligen Ökonomiegebäudes. Das oktogonale Steinbecken mit neugotischem Aufsatz mit zwei Ausläufen stammt aus dem 18. Jahrhundert.
  • Haus Nr. 2: Hutschenreuthersche Villa

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001818001861001871001885001900001925001950001961001970001987
Einwohner 5141099819650
Häuser[11] 222222
Quelle [8][12][13][14][15][16][17][18][19][1]
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Religion

Blumenthal ist evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Michael (Thierstein) gepfarrt.[18]

Museum

1989 eröffnete die Hutschenreuther AG in ehemaligen Stallungen und Heuböden des Guts ein Museum zur Dokumentation der Entwicklung der Porzellanfabriken C. M. Hutschenreuther in Hohenberg und Lorenz Hutschenreuther in Selb sowie der aus ihrer Vereinigung 1969 hervorgegangenen Hutschenreuther AG. Nach der Insolvenz von Hutschenreuther wurde das Museum aufgelöst. Der Verbleib der Porzellanobjekte ist unbekannt, eventuell gingen sie an das Porzellanikon.[20]

Literatur

Fußnoten

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