Mühlbach (Selb)
Ortsteil der Stadt Selb im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel i.Fichtelgebirge
From Wikipedia, the free encyclopedia
Mühlbach ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Selb im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Mühlbach hat eine Fläche von 2,900 km². Sie ist in 291 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9965,71 m² haben.[3] In ihr liegen außer dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Neuenbrand.[4]
Mühlbach Große Kreisstadt Selb | |
|---|---|
| Koordinaten: | 50° 11′ N, 12° 10′ O |
| Höhe: | 580 m ü. NHN |
| Einwohner: | 73 (25. Mai 1987)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1978 |
| Postleitzahl: | 95100 |
| Vorwahl: | 09287 |
Geographie
Das Dorf liegt verstreut an der Selb unweit der tschechischen Grenze im Osten. Haus Nr. 31 liegt 1,5 km südwestlich von Haus Nr. 20. Im Zentrum steht das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Mühlbach. Von diesem aus gemessen führen Gemeindeverbindungsstraßen nach Neuenbrand (1,4 km nordöstlich), nach Wildenau (1,6 km nördlich), nach Schatzbach (0,8 km westlich) und nach Längenau (1,6 km südöstlich).[5]
Geschichte
Im Jahr 1372 verkaufte Konrad von Neuberg den Zehnten vom „Torleinshof und von der Mühle“ an den Rat zu Eger. Dies ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung von Mühlbach. 1417 bekamen die Burggrafschaft Nürnberg die Hoheit über den Ort. Seit 1448 ist das Adelsgeschlecht Raitenbach nachweisbar. Das Hochgerichte gelangte in der Rechtsnachfolge an das brandenburg-kulmbachischen Amt Selb, während das raitenbachische Rittergut Erkersreuth im Ort begütert blieb. 1697 gehörten diesem 4 Mühlen, 2 Höfe und 3 Güter.[6]
Von 1797 bis 1810 unterstand Mühlbach dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel.[7] Mit dem Gemeindeedikt wurde Mühlbach dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Erkersreuth zugewiesen.[8] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Mühlbach, zu der Neuenbrand gehörte. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit blieb das Patrimonialgericht Erkersreuth zuständig.[6] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Selb und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Selb (1919 in Finanzamt Selb umbenannt). Ab 1862 gehörte Mühlbach zum Bezirksamt Rehau (1939 in Landkreis Rehau umbenannt) und weiterhin zum Landgericht Selb (1879 in das Amtsgericht Selb umgewandelt, 1973 aufgehoben, seitdem Amtsgericht Wunsiedel). 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche der Gemeinde von 2,903 km².[9] Am 1. Januar 1978 wurde Mühlbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Selb eingemeindet.[10][11]
Bodendenkmäler
In der Gemarkung Mühlbach gibt es ein Bodendenkmal.[12]
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Mühlbach
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 121 | 139 | 138 | 136 | 124 | 142 | 161 | 159 | 143 | 130 | 143 | 130 | 142 | 145 | 132 | 135 | 144 | 126 | 120 | 146 | 145 | 155 | 147 | 143 |
| Häuser[13] | 26 | 26 | 27 | 25 | 25 | 26 | 26 | |||||||||||||||||
| Quelle | [8] | [14] | [14] | [14] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [14] | [22] | [14] | [23] | [14] | [24] | [14] | [14] | [14] | [25] | [14] | [9] | [26] |
Ort Mühlbach
Religion
Mühlbach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich rechts des Baches nach Asch, links des Baches nach Selb gepfarrt.[6] Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Umpfarrung nach Zum Guten Hirten (Erkersreuth).[25]
Literatur
- Michael Brix, Karl-Ludwig Lippert: Ehemaliger Landkreis Rehau und Stadt Selb (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 34). Deutscher Kunstverlag, München 1974, ISBN 3-422-00545-5, S. 43.
- Johann Kaspar Bundschuh: Mühlbach. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 658 (Digitalisat).
- Dietmar Herrmann, Helmut Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land. Lexikon. Ackermannverlag, Hof (Saale) 2000, ISBN 3-929364-18-2, Sp. 432 f.
- Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel. 2. Auflage. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner GmbH, Hof (Saale) 1975, DNB 760334978, S. 178.
Weblinks
- Mühlbach in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 10. Juni 2022.
- Mühlbach in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 15. November 2025.
- Mühlbach im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 15. November 2025.