Breitengüßbach

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Breitengüßbach (bambergisch: Güßboch) ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg. Breitengüßbach ist ein Kleinzentrum und zählt zur Metropolregion Nürnberg.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Breitengüßbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Breitengüßbach hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 58′ N, 10° 54′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bamberg
Höhe: 245 m ü. NHN
Fläche: 16,86 km²
Einwohner: 4481 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 266 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96149
Vorwahlen: 09544, 09547Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 119
Gemeindegliederung: 5 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 4
96149 Breitengüßbach
Website: breitenguessbach.de
Erste Bürgermeisterin: Sigrid Reinfelder (UBB[2])
Lage der Gemeinde Breitengüßbach im Landkreis Bamberg
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Geographie

Lage

Durch das Gemeindegebiet fließt der Güßbach, der an der westlichen Gemeindegrenze in die dort befindliche Weiherplatte des Mains als rechter Zufluss mündet. Gegen Osten wird das Gelände hügeliger. Rund die Hälfte des Gemeindegebiets ist bewaldet. Es gibt zahlreiche Baggerseen, beispielsweise den Brückenhaussee, den Großen See und den Baunacher See.[3]

Entfernungen zu größeren Orten im Umkreis: Bamberg 10 km, Bad Staffelstein 18 km, Ebern 17 km, Scheßlitz 12 km, Coburg 37 km, Lichtenfels 25 km, Haßfurt ca. 35 km, Forchheim 34 km, Erlangen 49 km und Nürnberg 73 km.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Zapfendorf, Scheßlitz, Memmelsdorf, Kemmern, Baunach und Rattelsdorf.

Gemeindegliederung

Es gibt fünf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[4][5]

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Breitengüßbach, Hohengüßbach, Unteroberndorf und Zückshut.[6] Die Gemarkung Breitengüßbach hat eine Fläche von 7,789 km². Sie ist in 3268 Flurstücke aufgeteilt.[7][8]

Ortsname

Der Ort wurde 809/831 als „Gusibach“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des dem Ortsnamen zugrundeliegenden Hydronyms ist ahd. gussi ‚Wasserschwall, Überschwemmung‘, demnach also ein Bach mit dieser Eigenschaft. Die heutige Schreibweise findet sich erstmals im Jahr 1561 in der latinisierten Form „Breitengüßbacensis“.[9] Die ursprüngliche Form war dennoch bis Ende des 18. Jahrhunderts geläufig.[10]

Geschichte

Pfarrkirche St. Leonhard

Bis zur Gemeindegründung

Nach der Ersterwähnung von Breitengüßbach Anfang des 9. Jahrhunderts und der beurkundeten Zugehörigkeit zum Königshof Hallstadt schenkte König Heinrich II. im Jahr 1007 bei der Gründung des Bistums Bamberg den Königshof mit Güßbach der Bamberger Kirche als Tafelgut. Bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts hatte Breitengüßbach ein eigenes Gotteshaus, St. Leonhard. Im Jahre 1392 wurde Güßbach von der Pfarrei Hallstadt abgetrennt und bekam eigene Pfarrrechte.

Eine neue Dorfordnung (Dorfverfassung) gaben sich die Güßbacher bereits 1594 als Grundlage für ein geregeltes Gemeindewesen in den folgenden Jahrhunderten. Der Schulmeister, der Schmied, der Bader, der Hirte und eine Hebamme wurden von der Gemeinde gestellt und besoldet. Ein eigenes Gemeindehaus, eine gemeindeeigene Dorfschmiede und eine öffentliche Badestube waren in der Gemeinde vorhanden. In den Schwedenkriegen wurde am 8. Februar 1633 halb Güßbach in Schutt und Asche gelegt.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Breitengüßbach aus 91 Anwesen. Das Hochgericht hatte das bambergische Centamt Hallstadt. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte die Amtsverweserei Hallstadt aus. Grundherren waren

  • das Amt Hallstadt: 1 Sölde, 9 Söldenhäuser, 5 Söldenhäuslein, 27 Häuser mit Stadel, 9 Häuser, 1 Erbschenkstatt mit Bräuhaus, 5 Wirtshäuser mit Bräuhaus und Schildgerechtigkeit, 3 bebaute Hofstätten, 1 bebautes Hofstättlein;
  • das Domkapitel Bamberg, Oblei Güßbach: 2 Söldenhäuser, 3 Söldenhäuslein, 7 Häuser mit Stadel, 2 Häuser, 1 Hofhäuslein, 1 Häuslein;
  • das Gotteshaus Güßbach: 1 Söldenhaus, 2 Söldenhäuslein, 2 Gütlein, 1 Mühle mit zwei Mahlgängen;
  • die Pfarrei Güßbach: 1 Haus, 1 Söldenhäuslein, 1 Gütlein;
  • die Gemeinde: 1 Gemeindehaus, 1 Hirtenhaus, 1 Schmiede;
  • Freieigen: 1 Gütlein, 1 Haus.[11]

Die Viehzucht und der Getreidebau waren vortrefflich.[10]

Im Jahre 1802 kam Breitengüßbach an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Breitengüßbach gebildet, zu dem Unteroberndorf gehörte. 1818 entstand die Ruralgemeinde Breitengüßbach ohne Unteroberndorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheßlitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheßlitz (1919 in Finanzamt Scheßlitz umbenannt, ab 1928 Finanzamt Bamberg-Land). Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Bamberg I für die Verwaltung zuständig, mit dessen Auflösung im Jahr 1929 ist es das Bezirksamt Bamberg (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Scheßlitz (1880 in Amtsgericht Scheßlitz umbenannt, 1932 aufgelöst, seitdem Amtsgericht Bamberg).[12] Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 7,775 km².[13]

20. und 21. Jahrhundert

Im Ersten Weltkrieg veränderten sich das Ortsbild und die bäuerliche Struktur kaum. Auch der Zweite Weltkrieg ging an der Gemeinde glimpflich vorüber.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden eine Turnhalle gebaut, Wasserleitung und Kanalisation gelegt und eine Kläranlage errichtet. Eine neue achtklassige Volksschule entstand, ein Sportzentrum wurde geschaffen. Umfangreiche, attraktive Baugebiete wurden ausgewiesen, dazu ein größeres Gewerbegebiet. Ein Naherholungswald wurde angekauft und ausgebaut. All das schuf die Voraussetzung für eine rege Siedlungstätigkeit.

Breitengüßbach wurde als Kleinzentrum eingestuft. Durch den Umbau des ehemaligen Schulhauses im Ortskern zum Rathaus im Jahre 1979 wurde die Grundlage für eine moderne, bürgernahe Verwaltung geschaffen.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 Hohengüßbach mit Leimershof,[14] am 1. Mai 1978 wurden Unteroberndorf und Zückshut eingemeindet.[15]

Demographie

Einwohnerentwicklung

Im Zeitraum von 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 3673 auf 4512 um 839 Einwohner bzw. um 22,8 %. Ein Höchststand wurde 2011 mit 4693 Einwohnern erreicht.

Gemeinde Breitengüßbach

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 1987200720102013201620192023
Einwohner 3583461446724566453544544495
Häuser[16] 8811228123812591277
Quelle [17][18][18][18][18][19][20]
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Ort Breitengüßbach (=Gemeinde Breitengüßbach bis zur Gebietsreform)

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 17991818184018521855186118671871187518801885189018951900
Einwohner 440520689705739709664696686752733722740707
Häuser[16] 95101124130128129
Quelle [10][12][21][21][21][22][23][24][25][26][27][28][21][29]
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Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 1905191019191925193319391946195019521961197019872020
Einwohner 7917777678058129891405138013901623199825403523
Häuser[16] 141175273615
Quelle [21][30][21][31][32][32][32][33][32][13][34][17][35]
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Religion

Laut Zensus am 9. Mai 2011 waren 72,2 % der Einwohner römisch-katholisch und 14,9 % evangelisch-lutherisch. 12,9 % hatten eine andere Religion oder waren konfessionslos.

Politik

Bürgermeisterin

Erste Bürgermeisterin ist seit April 2013 Sigrid Reinfelder vom Unabhängigen Bürgerblock (UBB), die sich in der Stichwahl mit 52,79 % durchsetzte und 2020 bei einem Gegenkandidaten mit 80,62 % im Amt bestätigt wurde. Sie war bei ihrem Amtsantritt die erste hauptamtliche Bürgermeisterin im Landkreis Bamberg. Ihr Vorgänger war seit 2001 Reiner Hoffmann (UBB).

Gemeinderat

Im Gemeinderat sind in der Wahlperiode 2020/2026 folgende Parteien und Wählergemeinschaften vertreten (2014/2020, 2002/2008, 2008/2014):

  • CSU: 4 Sitze (5, 5, 5)
  • SPD: 2 Sitze (3, 4, 4)
  • BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: 2 Sitze (-, -, -)
  • Unabhängiger Bürgerblock (UBB): 5 Sitze (3, 3, 3)
  • Freie Wählergemeinschaft Zückshut (FWZ): 1 Sitz (1, 2, 2)
  • Freie Wählergemeinschaft Unteroberndorf (FWU): 1 Sitz (2, 1, 1)
  • Wählergemeinschaft Hohengüßbach (WGH): 1 Sitz (1, 1, 1)
  • Junge Wählergemeinschaft (JWG): - Sitz (1, 0, 0)
2002 2008 2014 2020 2026[36]
CSU 5 5 5 4 4
SPD 4 4 3 2 1
BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN - - - 2 1
Unabhängiger Bürgerblock (UBB) 3 3 3 5 5
Freie Wählergemeinschaft Zückshut (FWZ) 2 2 1 1 2
Freie Wählergemeinschaft Unteroberndorf (FWU) 1 1 2 1 2
Wählergemeinschaft Hohengüßbach (WGH) 1 1 1 1 1
Junge Wählergemeinschaft (JWG) - - 1 - -

Wappen

Blasonierung: „In Silber ein Bauer mit blauer Weste, blauen Kniehosen, rotem Hemd, roten Kniestrümpfen und schwarzem Spitzhut, der in der rechten Hand einen schwarzen Stock mit rotem Band hält; daneben eine rote linke Flanke, darin ein goldener Balken, der von einem silbernen Pfahl überdeckt wird.“[37]
Wappenbegründung: Das Gemeindewappen geht auf den Abdruck eines Gemeindesiegels aus dem Jahre 1796 zurück, das einen Bauern mit einem Stab in der Hand darstellt. Möglicherweise handelt es sich um einen Dorfrichter (Schultheiß). Die Flanke im Gemeindewappen stellt das Wappen der früher in Breitengüßbach ansässigen Adelsfamilie von Gusbach oder Gußbach, Bamberger Ministerialen, dar, die im Ort ansässig war und im 15. Jahrhundert ausgestorben ist. Walther von Gussbach, gestorben 1424, war Verwalter der Besitzungen des Hochstifts Bamberg in Kärnten.

Wappenführung seit 1983.

Flagge

Die Gemeindeflagge ist rot-gelb gestreift mit aufgelegtem Wappen.[38]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bau- und Bodendenkmäler

Vereine

  • Freiwillige Feuerwehr
Freiwillige Feuerwehren bestehen in Breitengüßbach, Hohengüßbach, Unteroberndorf und Zückshut.
  • Musikverein Breitengüßbach e. V.
Der Musikverein Breitengüßbach wurde 2007 gegründet und spielt moderne, sinfonische und auch traditionelle Blasmusik. Er besitzt über 250 Mitglieder.
  • Sportverein
Die Basketballer des TSV Tröster Breitengüßbach sind die bekannteste Sportmannschaft Breitengüßbachs. Mehrere deutsche Nationalspieler wie Steffen Hamann oder NBA-Akteure wie Boniface N’dong haben bereits Spiele für Breitengüßbach absolviert. Der Kooperationsverein des deutschen Meisters Brose Baskets Bamberg spielt in der Pro-B-Liga und trägt seine Heimspiele in der Hans-Jung-Halle aus.
  • Schützenverein
Die Schützengesellschaft (SG) Breitengüßbach 1965 e. V. ist ein speziell in der Jugendarbeit aktiver Verein. Im Erwachsenenbereich beteiligt sie sich mit acht Mannschaften an den Rundenwettkämpfen.
  • Golfclub Bamberg auf Gut Leimershof e. V.
Der Golfclub in Leimershof veranstaltet auf der internationalen 18-Loch-Anlage während der Saison nahezu wöchentlich Turniere wie z. B. Prominentengolf und den Audi-Cup.
  • Reitverein Gut Leimershof e. V.
Der Reitverein in Leimershof wurde nach dem Bau der Reitanlage in Leimershof als Verein der englischen Reitweise gegründet. Zusätzlich zum Unterricht hat sich eine Sparte für Kinder- und Jugendtraining entwickelt.
  • Kapellenverein Dreifaltigkeitskapelle Leimershof
Der ökumenische Verein unterstützte die Bewohner der ehemaligen Klosterstätte beim Bau einer neuen Kapelle. Nach deren Fertigstellung übernahm der Verein für Pflege und Erhalt die Verantwortung.
  • Gesangverein Cäcilia Breitengüßbach (gegründet 1898)
Der vierstimmige Chor (Leitung Walter Hartmann) ist in und um Breitengüßbach bei vielen gemeindlichen und kirchlichen Anlässen mit einem breiten Repertoire (u. a. Elvis Presley, Mozart) eingesetzt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Brauereien

Im Gemeindegebiet bestand bis 2011 die Brauerei Hümmer, die angeschlossene Gaststätte existierte bis 2021 weiterhin. Hümmer-Bräu wird seit 2011 aber noch in der Pension Karin gebraut.[39] Am 1. September 2012 wurde mit dem Brauhaus Binkert (Main Seidla) eine weitere Brauerei im Ort eröffnet.[40] Im Jahr 2025 schloss diese wieder.

Verkehr

Eisenbahn

Straßenseite des ehemaligen Empfangsgebäudes

Straßen

Die Bundesstraße 4 führt über eine Anschlussstelle der Bundesautobahn 73 nach Rattelsdorf (5 km nördlich) bzw. ebenfalls über eine Anschlussstelle der A 73 und dann als Staatsstraße 2244 fortgeführt nach Hallstadt (5 km südlich). Die Staatsstraße 2197 führt nach Zapfendorf (6 km nördlich). Die Kreisstraße BA 16 führt nach Zückshut (2,8 km östlich) bzw. zu einer Anschlussstelle der A 73 und darüber hinaus als Bundesstraße 279 fortgeführt nach Baunach (3 km nordwestlich).[3]

Söhne und Töchter Breitengüßbachs

Literatur

Commons: Breitengüßbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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