Rattelsdorf

Markt im Landkreis Bamberg, Oberfranken, Bayern, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Rattelsdorf (bambergisch: Raddlsdoaf[2]) ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Bamberg, der zur Metropolregion Nürnberg zählt, der Hauptort der gleichnamigen Gemeinde und eine Gemarkung. Rattelsdorf liegt in der Region Oberfranken-West im unteren Itzgrund.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Rattelsdorf
Deutschlandkarte, Position des Marktes Rattelsdorf hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 1′ N, 10° 53′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bamberg
Höhe: 259 m ü. NHN
Fläche: 39,58 km²
Einwohner: 4494 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96179
Vorwahlen: 09547, 09533
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 174
Marktgliederung: 13 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Grabenstraße 26
96179 Rattelsdorf
Website: www.markt-rattelsdorf.de
Erster Bürgermeister: Hans-Jürgen Scheerbaum (CSU)
Lage des Marktes Rattelsdorf im Landkreis Bamberg
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Geografie

Durch das Gemeindegebiet fließen die Itz und der Main, die sich im äußersten Süden vereinigen. Die Bodenfläche besteht weitestgehend aus Acker- und Grünland auf ebenem Gelände. Diese wird im Westen durch den Daschendorfer Forst und im Nordosten durch den Breitengüßbacher Forst begrenzt, in denen das Gelände um rund 100 Metern ansteigt.[3]

Gemeindegliederung

Es gibt 13 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[4][5]

Ebing von Norden

Die Einöde Ziegenmühle ist eine Wüstung auf dem Gemeindegebiet von Rattelsdorf.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Busendorf, Daschendorfer Forst (Gemarkungsteil 3), Ebing, Höfen b.Rattelsdorf, Medlitz, Mürsbach und Rattelsdorf.[6]

Die Gemarkung Rattelsdorf hat eine Fläche von 10,816 km². Sie ist in 2361 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4581,29 m² haben.[7][8]

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Itzgrund (Landkreis Coburg), Ebensfeld (Landkreis Lichtenfels), Zapfendorf, Breitengüßbach, Baunach, Reckendorf, Rentweinsdorf und Untermerzbach (beide Landkreis Haßberge, Unterfranken).

Geschichte

Frühgeschichte

„Im Maintal befinden sich um Rattelsdorf mehrere abgegangene Siedlungsflächen des frühen und hohen, teilweise gar erst des späten Mittelalters, Die Wüstung Schlammersdorf“ nordöstlich von Rattelsdorf beginnt zeitlich im 4. Jahrhundert. Weitere Funde belegen die Besiedlung während der Merowingerzeit und während des 8./9. Jahrhunderts. Das Fundspektrum von kleineren Ausgrabungen in den 1980er Jahren erbrachte einen hohen Anteil an sogenannter slawischer Keramik.

Bis zur Gemeindegründung

Der Ort wurde 799/800 als „Ratolfesdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Ratolf.[9] Zwei Jahre nach Gründung des Klosters Michelsberg im Jahr 1017 war dieses in „Radolfosthorff“ begütert. In der Folgezeit wurde Rattelsdorf zum Klosteramt erhoben.[10]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Rattelsdorf aus 136 Anwesen. Das Hochgericht sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Michelsberger Klosteramt Rattelsdorf. Das Kloster Michelsberg war Grundherr sämtlicher Anwesen (1 Schloß mit Wirtschaftshof, 1 Pfarrhaus, 1 Schulhaus, 3 Mahl- und Schneidmühlen, 119 Häuser, 1 Brauhaus, 1 Posthaus, 8 Gasthäuser), ausgenommen eines Hauses und einer Schmiede, die der Gemeinde gehörten.[11]

Im Jahre 1802 kam Rattelsdorf an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Rattelsdorf gebildet. 1818 entstand die Ruralgemeinde Rattelsdorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Seßlach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ebern. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Staffelstein (1939 in Landkreis Staffelstein umbenannt) für die Verwaltung zuständig und ab 1866 das neu gebildete Rentamt Staffelstein für die Finanzverwaltung (1919 in Finanzamt Staffelstein umbenannt, ab 1929 Finanzamt Bamberg-Land). Die Gerichtsbarkeit lag ab 1862 beim neu gebildeten Landgericht Staffelstein (1880 in Amtsgericht Staffelstein umbenannt, 1956 aufgelöst, bis 1972 Amtsgericht Lichtenfels).[12] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 10,806 km².[13]

Bis 1972 gehörten auch Ebing sowie Busendorf mit Poppendorf und Medlitz mit Speiersberg und Hilkersdorf zum Landkreis Staffelstein. Die Gemeindeteile Höfen mit Höfenneusig und Freudeneck sowie Mürsbach mit Zaugendorf und Helfenroth gehörten jedoch bis 1972 zum Landkreis Ebern und damit zu Unterfranken.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 die Gemeinden Busendorf und Medlitz eingegliedert.[14] Ebing, Höfen und Mürsbach kamen am 1. Mai 1978 hinzu.[15]

Demografie

Einwohnerentwicklung

Im Zeitraum von 1988 bis 2018 wuchs der Markt von 3983 auf 4630 um 647 Einwohner bzw. um 16,2 %.

Gemeinde Rattelsdorf

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 198719952000200720102013201620192023
Einwohner 398744064566453144784568459546094591
Häuser[16] 9731276128513071330
Quelle [17][18][18][18][18][19][20]
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Ort Rattelsdorf (=Gemeinde Rattelsdorf bis zur Gebietsreform)

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 1818184018521855186118671871187518801885189018951900190519101919192519331939194619501952196119701987
Einwohner 754945830807796772732728735715697662635662672666707720708106411131011109411121692
Häuser[16] 144143144141146143156187405
Quelle [12][21][21][21][22][23][24][25][26][27][28][21][29][21][30][21][31][21][21][21][32][21][13][33][17]
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Religion

Laut Zensus am 9. Mai 2011 sind 78,6 % der Einwohner römisch-katholisch und 11,4 % evangelisch-lutherisch. 10,0 % haben eine andere Religion oder sind konfessionslos.

Politik

Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2023 Hans-Jürgen Scheerbaum (CSU), der sich mit 68,8 % in der Stichwahl gegen seinen seit 2005 amtierenden Vorgänger Bruno Kellner (VU) durchsetzte. Dieser folgte auf den seit 1990 amtierenden Gerhard Jäger (SPD).

Gemeinderat

Die Gemeinderatswahlen seit 2002 ergaben folgende Sitzverteilungen:

Weitere Informationen Partei/Liste, Sitze ...
Partei/Liste Sitze
2020[34] 2014 2008 2002
Ebinger Liste 4 4 4 4
CSU 4 4 4 4
SPD 2 3 3 3
Vereinigtes Umland 3 3 3 2
Rattelsdorfer Zukunft 3
Christliche-Wähler-Union Rattelsdorf 2 2 2
Christlich-Bürgerliche-Wählergruppe 1
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Wappen und Flagge

Wappen
Wappen Gde. Rattelsdorf
Wappen Gde. Rattelsdorf
Blasonierung: „In Silber auf grünem Boden eine rote Kirche mit Dachreiter und blauen Dächern, davor stehend ein grüner Nadelbaum; aus dem rechten Schildrand hervorbrechend ein schwarz bekleideter Arm, der ein schwarzes Kreuz hält.“[35]
Flagge

Die Gemeindeflagge ist weiß-rot gestreift mit aufgelegtem Wappen.[36]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bau- und Bodendenkmäler

Freizeit

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

Es gibt vier Brauereien: die Schwanenbräu in Ebing, die Brauerei Endres in Höfen, die Sonnenbräu in Mürsbach und die Brauerei Fischer in Freudeneck (die kleinste Ortschaft im Landkreis Bamberg, die eine Brauerei hat). In allen vier Brauereigaststätten gibt es fränkische Bier- und Brotzeitspezialitäten. Im Gemeindeteil Medlitz bestand bis 1986 die Brauerei Schwarzer Adler und im Gemeindeteil Mürsbach bis 2002 die Brauerei Feiler.

2022 gab es 615 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort, 2054 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort und 72 Arbeitslose. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe sieben Betriebe. 2020 bestanden 37 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1632 Hektar.[37]

Freiwillige Feuerwehren

Freiwillige Feuerwehren gibt es in Busendorf, Ebing, Hilkersdorf, Höfen, Medlitz, Mürsbach, Rattelsdorf und Zaugendorf.

Verkehr

Rattelsdorf hatte zwischen dem 1. Oktober 1913 und dem 28. September 1975 einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Breitengüßbach–Dietersdorf. Vorübergehend war auch der Bau eines Verkehrslandeplatzes nördlich von Rattelsdorf auf Landkreisebene im Gespräch. Entsprechende Pläne wurden aber nach Bürgerprotesten inzwischen fallen gelassen.

Die Bundesstraße 4 führt nach Lahm (10 km nördlich) bzw. nach Breitengüßbach zu einer Anschlussstelle der Bundesautobahn 73 (4 km südlich). Die Kreisstraße BA 32/LIF 8 führt nach Ebing (1,3 km südöstlich) bzw. nach Unterbrunn (4,5 km nordöstlich). Die Kreisstraße BA 39 führt über Höfen nach Baunach zur Bundesstraße 279 (4,5 km südwestlich).[3]

Bildung

2023 gab es folgende Einrichtungen[37]:

  • vier Kindertageseinrichtungen mit 255 Plätzen und 213 Kindern
  • eine Volksschule mit 171 Schülern

Söhne und Töchter des Marktes

Literatur

Commons: Rattelsdorf – Sammlung von Bildern und Videos
Wikivoyage: Rattelsdorf – Reiseführer

Einzelnachweise

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