C-Note (Album)
Livealbum von Prince
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C-Note ist das dritte Livealbum des US-amerikanischen Musikers Prince, der alle Songs arrangierte, komponierte und produzierte. Er nahm es mit seiner Begleitband The New Power Generation auf und erschien am 29. März 2004 über sein Label NPG Records ausschließlich als Download über seine damalige Website.
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Funk, Fusion, Jazz, Konzeptalbum, Rock | ||||
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Titel (Anzahl) |
5 | |||
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33:36 | ||||
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Besetzung |
s. Mitwirkende | |||
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Prince | ||||
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Aufnahmeort(e) |
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Der Albumname setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der fünf enthaltenen Songs Copenhagen, Nagoya, Osaka, Tokyo und Empty Room zusammen, weswegen C-Note ein Konzeptalbum ist. Die Aufnahmen stammen von Soundchecks vor Konzerten der One-Nite-Alone-Tour im Oktober und November 2002. Parallel zu C-Note veröffentlichte Prince auch die Studioalben The Chocolate Invasion und The Slaughterhouse.
Musikalisch ist C-Note den Genres Funk, Fusion, Jazz und Rock zuzuordnen. Als Gastmusiker wirken Candy Dulfer und Maceo Parker mit. Aufgrund fehlender Musikpromotion und einer Nichtberücksichtigung in internationalen Musikcharts konnte das Album keinen Gold- oder Platinstatus erreichen.
Das mediale Interesse an C-Note blieb 2004 gering. Erst nach Prince’ Tod im April 2016 erschienen vereinzelt Rezensionen, die überwiegend negativ ausfielen; lediglich der Song Empty Room wurde positiv hervorgehoben.
Entstehung

Bereits am 4. August 1985 nahm Prince den Song Empty Room im Tonstudio Washington Avenue Warehouse in Eden Prairie (Minnesota) auf, nachdem es zu einem Streit mit seiner damaligen Freundin Susannah Melvoin gekommen war. An der Aufnahme waren Mitglieder seiner damaligen Begleitband The Revolution beteiligt, wie Schlagzeuger Bobby Z. Rivkin später bestätigte; demnach unterbrach Prince nach einem Streit mit Melvoin Rivkins Hochzeitsfeier am 3. August 1985, um mit der Band den mutmaßlich auf Melvoin bezogenen Song Empty Room aufzunehmen. Seine damalige Toningenieurin Susan Rogers erklärte, viele Beteiligte seien darüber verärgert gewesen, an diesem Tag arbeiten zu müssen; zugleich sei allen bewusst gewesen, dass Prince Empty Room nicht auf einem Album veröffentlichen werde. Stattdessen hätte er es ebenso gut allein aufnehmen und Melvoin als Kassette hinterlassen können. 1992 überarbeitete Prince Empty Room, 1994 produzierte er zudem ein Musikvideo; beide Fassungen blieben bis heute (2026) unveröffentlicht.[1]
Im November 2002 veröffentlichte Prince sein Livealbum One Nite Alone … Live!, das Mitschnitte seiner gleichnamigen Tournee enthält. Vor den Konzerten absolvierte er bis zu 90-minütige Soundchecks, zu denen ausschließlich registrierte Mitglieder seiner Website NPG Music Club.com Zugang hatten.[2] Die Website bestand seit Februar 2001 und wurde im Juli 2006 eingestellt.[3][4]
Die fünf Stücke von C-Note stammen aus diesen Soundchecks. Copenhagen und Empty Room wurden am 25. Oktober 2002 im Falkoner Center in Kopenhagen aufgenommen, Tokyo am 18. November im Nippon Budōkan in Tokio, Osaka am 28. November in der Ōsaka-jō Hall und Nagoya einen Tag später im Nagoya Kokusai Kaigijō.
Bereits am 3. Januar 2003 stellte Prince alle fünf Songs auf NPG Music Club.com als einzelne MP3-Dateien zum Download bereit.[5] Zunächst erschien Copenhagen in einer 13:37 Minuten langen Fassung mit einer Blechbläser-Interpolation aus Jean-Pierre von Miles Davis aus dessen Album We Want Miles von 1982. Vier Tage später ersetzte Prince diese Version durch eine kürzere ohne Jean-Pierre; eine offizielle Begründung nannte er nicht, möglich sind jedoch urheberrechtliche Gründe.[6]
Albumname C-Note
Prince wählte mit „C-Note“ einen bewusst mehrdeutigen Albumnamen: In der US-Umgangssprache bezeichnet der Ausdruck eine Einhundert-US-Dollar-Banknote, da die Zahl 100 in der römischen Zahlenschrift durch den Buchstaben „C“ dargestellt wird; zugleich entsprach dieser Betrag der ursprünglichen Gebühr für eine Mitgliedschaft im NPG Music Club.com. Darüber hinaus ist „C-Note“ ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben der Aufnahmeorte Copenhagen, Nagoya, Osaka, Tokyo und Empty Room.
Musik und Liedtexte
Die Musik von C-Note ist den Genres Funk, Fusion, Jazz und Rock zuzuordnen. Die Songs Copenhagen, Nagoya und Osaka sind Instrumentalstücke; Empty Room ist der einzige Titel mit Liedtext. In Tokyo singt Prince lediglich mehrfach den Titelnamen, ohne weiteren Text.
- Copenhagen
- Der Opener ist ein jazzgeprägtes, improvisiertes Instrumentalstück, das auf einem Motiv aus funkigem Keyboard- und E-Bass-Spiel basiert. Es beginnt mit Schlagzeugspiel, begleitet von Saxofon und Scratchen. Anschließend setzen Klavierspiel von Renato Neto sowie Synthesizer ein. Nach einem Schlagzeugsolo von John Blackwell kehrt das Saxofon zurück, bevor die Band das Stück in einer Jamsession ausklingen lässt.[1]
- Nagoya
- Das Instrumentalstück basiert auf funkigem Synthesizer- und E-Bass-Spiel in Verbindung mit einem schnellen Schlagzeug-Beat; das zugrunde liegende Pattern erinnert stellenweise an Prince’ Song Mad Sex vom Album Newpower Soul (1998). Die rhythmische Struktur von Nagoya beruht zudem auf improvisiertem Spiel von Gitarre und Posaune.[1]
- Osaka
- Der Instrumentaltitel beginnt mit Geräuschen von Regen und Donner. Im Vergleich zu Copenhagen, Nagoya und Tokyo ist Osaka deutlich ausgefeilter komponiert. Das ruhige, atmosphärische Stück wird von einem One-Note-Bass geprägt, der die Musik in regelmäßigen Abständen akzentuiert und an Prince’ Song West vom Album N.E.W.S (2003) erinnert. Im Vordergrund steht das Klavierspiel von Renato Neto, gegen Ende steuert Prince ein Gitarrensolo bei.[5]
- Tokyo
- Das Stück ist dem Genre Easy Listening zuzuordnen. Es beginnt mit einem Gongschlag, gefolgt von Klavierspiel Renato Netos, das durch ein Hybrid-Piano ergänzt wird. Der Song besteht überwiegend aus Instrumentalmusik; Prince wiederholt darin durchgehend die Silben „to-kee-o“ („Tokyo“), wobei seine Stimme mittels Pitch-Shifting beschleunigt ist. Am Ende sind vogelähnliche Geräusche sowie ein erneuter Gongschlag zu hören.[7]
- Empty Room
- Der düstere Rocksong basiert auf einer wiederkehrenden Drei-Akkord-Struktur ohne Refrain oder Bridge. Im Liedtext schildert Prince das Verlassenwerden durch eine Frau und thematisiert die Frage, wie der dadurch entstandene innere Leerraum zu füllen sei. Zu den Textzeilen zählen unter anderem: „Einsame Herzen, Welten getrennt. Warum müssen sie gebrochen werden? Wenn wir irgendwo sein könnten, um Liebe zu machen.“[1]
Titelliste und Veröffentlichungen

| # | Titel | Dauer | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Copenhagen | 10:06 | |||||||
| 2 | Nagoya | 8:44 | |||||||
| 3 | Osaka | 5:40 | |||||||
| 4 | Tokyo | 5:05 | |||||||
| 5 | Empty Room | 4:01 | |||||||
| Spieldauer: 33:36 min. | |||||||||
| Autor aller Songs ist Prince | |||||||||
C-Note erschien am 29. März 2004 und war zunächst ausschließlich über Prince’ damalige Website NPG Music Club.com als Download erhältlich, die im Juli 2006 eingestellt wurde.[8] Seit dem 3. Dezember 2015 ist das Livealbum bei Tidal kostenpflichtig verfügbar, seit 2018 auch über weitere Musikstreaming-Plattformen. Eine Veröffentlichung auf CD oder LP erfolgte bis heute (2026) nicht. Singles wurden nicht ausgekoppelt, Coverversionen der Titel sind nicht bekannt.
Musikvideos
Bereits 1994 produzierte Prince ein Musikvideo zu Empty Room, das bis heute (2026) nicht offiziell veröffentlicht wurde. Darin sind seine damalige Freundin und spätere Ehefrau Mayte Garcia sowie Mitglieder von The New Power Generation zu sehen. Zudem trägt Prince den Schriftzug „Slave“ auf der Wange, womit er auf seinen damaligen Konflikt mit der Plattenfirma Warner Bros. Records anspielte.[9] Die im Video verwendete Fassung unterscheidet sich von der auf C-Note enthaltenen Version. Zu den Stücken Copenhagen, Nagoya, Osaka und Tokyo entstanden keine Musikvideos.
Mitwirkende

Musiker
Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert, produziert und gesungen. Bei den Liveaufnahmen wurde er von folgenden Musikern begleitet:[10]
- Candy Dulfer – Saxophon
- DJ Dudley D – Scratchen
- Eric Leeds – Tenorsaxophon
- Greg Boyer – Posaune
- John Blackwell – Schlagzeug
- Maceo Parker – Saxophon
- Renato Neto – Keyboard
- Rhonda Smith – E-Bass
Technisches Personal
Für C-Note machte Prince keine offiziellen Credits. Lediglich Scott Pakulski, unter dem Pseudonym „Scottie Baldwin“, ist als Toningenieur ungenannt beteiligt.[11]
Rezensionen
Das mediale Interesse an C-Note war 2004 gering, da das Album nicht in den freien Verkauf gelangte. Zwar wird es in mehreren Publikationen über Prince erwähnt, eigenständige Rezensionen erschienen jedoch nicht. Erst nach seinem Tod im April 2016 wurde das Album vereinzelt von Musikkritikern besprochen; die Bewertungen fielen überwiegend negativ aus, wobei lediglich der Song Empty Room positiv hervorgehoben wurde.
Die beiden Musikjournalisten David Wilson und John Alroy äußerten sich enttäuscht über C-Note und bezeichneten es als hastig zusammengestelltes „Fanclub-Album“, das Erwartungen nicht erfülle. Zwar entwickle sich Empty Room von einem schwachen Beginn zu einem hymnischen Höhepunkt, insgesamt komme jedoch Prince’ Begleitband The New Power Generation kaum zur Geltung; die übrigen Stücke beruhten auf einfachen Funk-Licks (Copenhagen) oder zurückhaltenden Stimmungsbildern (Tokyo).[12]
Iman Lababedi von der Website Rock NYC.com vergab die Note „C–“, wobei „A“ die Bestnote ist. Er kritisierte das Album als selbstverliebt; einzig Empty Room hebe sich durch Disziplin und Qualität vom übrigen Material ab.
Matt Thorne von The Guardian bewertete C-Note nicht, nahm Empty Room jedoch 2012 in seine Liste der „20 besten Prince-Songs, die du noch nie gehört hast“ auf und verglich dessen Ausdruckskraft mit Trennungsalben von Bob Dylan und Nick Cave.[13]
Nach Prince’ Tod im April 2016 bezeichnete Seth Colter Walls von Pitchfork Media das Stück Empty Room als mit Abstand besten Song des Albums und hob insbesondere Prince’ gefühlvollen Gesang sowie eines seiner eindrucksvollsten späteren Gitarrensoli hervor.[14]
Kommerzieller Erfolg
Chartplatzierungen
Das Album erreichte keine internationalen Chartplatzierungen, da es ausschließlich über Prince’ damalige Website NPG Music Club.com vertrieben wurde.
Musikverkäufe
C-Note verkaufte sich rund 10.000-mal.[15]
Literatur
- Ben Greenman: Dig If You Will the Picture – Funk, Sex and God in the Music of Prince. Faber & Faber Ltd, London 2017, ISBN 978-0-571-33326-4.
- Benoît Clerc: Prince – Alle Songs: Die Geschichten hinter den Tracks. Delius Klasing Verlag; 1. Auflage 2023, ISBN 978-3-667-12537-8.
- Jason Draper: Prince – Life & Times (Revised & Updated Edition). Chartwell Books, New York 2016, ISBN 978-0-7858-3497-7.
- Matt Thorne: Prince – Die Biografie. Edel Germany GmbH, Hamburg, 2017, ISBN 978-3-8419-0523-9.
- Ronin Ro: Prince – Inside the Music and the Masks. St. Martin’s Press, New York 2011, ISBN 978-0-312-38300-8.
- Uptown: The Vault – The Definitive Guide to the Musical World of Prince. Nilsen Publishing, Linköping 2004, ISBN 91-631-5482-X.
Weblinks
- Informationen zum Album C-Note bei Princevault.com