Evangelisch-Lutherisches Dekanat München

Dekanatsbezirk im Kirchenkreis München und Oberbayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Evangelisch-Lutherische Dekanatsbezirk München ist einer der achtzehn Dekanatsbezirke des Kirchenkreises Schwaben-Altbayern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Er ist in vier Bereiche unterteilt. Dekan ist seit September 2020 Bernhard Liess[1].

Schnelle Fakten Evangelisch-Lutherisches Dekanat, Organisation ...
Evangelisch-Lutherisches
Dekanat
St. Matthäus in München
St. Matthäus in München
Organisation
Dekanatsbezirk München
Kirchenkreis Schwaben-Altbayern
Landeskirche Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern
Statistik
Kirchengemeinden 62
Gemeindeglieder 195.672 (Stand 31. Dezember 2024)
Leitung
Dekan Bernhard Liess
Anschrift des Dekanatsamts Gabelsbergerstr. 6
80333 München
Webpräsenz Website des Dekanats München
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Geschichte

Weitere Informationen Amtszeit, Leitung ...
Stadtdekaninnen und -dekane
Amtszeit Leitung
Dezember 2002 – Mai 2004 Hans Dieter Strack[2]
September 2004 – Juli 2020 Barbara Kittelberger[3]
seit September 2020 Bernhard Liess[1]
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Die ersten evangelischen Bürger in München

Verglichen mit anderen Städten fällt die Geschichte der evangelischen Kirche in München eher kurz aus: Erste protestantische Gruppen Anfang des 16. Jahrhunderts wurden verboten und unterdrückt. Erst 1801 erhielt der erste Protestant, ein Wein- und Pferdehändler aus Mannheim, die Bürgerrechte der Residenzstadt München. In den folgenden Jahren siedelten sich in München aufgrund der liberalen Politik Max I. Joseph immer mehr evangelische Bürger an: 1827 zählte man schon 4500 Gemeindeglieder. 1833 wurde die erste evangelische Kirche, die später den Namen St. Matthäus erhielt, auf der Sonnenstraße eingeweiht. Sie wurde 1938 von den Nationalsozialisten abgerissen und nach dem Zweiten Weltkrieg am Sendlinger-Tor-Platz neu aufgebaut.[4]

Gründung des Dekanats

Die erste organisatorische Formation (als Dekanat für den Isarkreis) erfolgte 1808. Das Dekanat München wurde am 7. Dezember 1810 errichtet und umfasste zuerst neben München auch Großkarolinenfeld sowie die später wieder ausgeschiedenen Kirchengemeinden Polling und Vöcklabruck. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden weitere Kirchengemeinden vor allem in den größeren Städten Oberbayerns gegründet. 1915 wurden die Gemeinden außerhalb von München und seines Umlandes als Dekanat München II (seit 1935 Evangelisch-Lutherisches Dekanat Ingolstadt) abgetrennt.

Moderne Einrichtungen

Seit den 1970er Jahren entstanden im Dekanatsbezirk verstärkt übergemeindliche Einrichtungen und Beratungsstellen, um die Menschen in der Großstadt München qualifiziert begleiten zu können; sie sind in den Evangelischen Diensten München (EDM) zusammengefasst. Gleichzeitig wurden Partnerschaften mit ausländischen Kirchen aufgebaut und gepflegt. Heute leben in und um München weniger als 200.000 Menschen (Stand Dezember 2024[5]), die der evangelischen Kirche angehören.

Organisation und Statistik

Lukaskirche in München
Weitere Informationen Jahr, Gemeindeglieder mit Hauptwohnsitz im Dekanatsbezirk ...
Mitgliederentwicklung im Dekanatsbezirk München
Jahr Gemeindeglieder

mit Hauptwohnsitz

im Dekanatsbezirk [5]

2014 258.748
2015 255.008
2016 252.436
2017 245.856
2018 239.557
2019 235.839
2020 229.204
2021 219.986
2022 210.909
2023 203.016
2024 195.6732
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Der Dekanatsbezirk München umfasst ein Gebiet, das etwa dem Großraum München entspricht. Er ist Teil des Kirchenkreises Schwaben-Altbayern, der zum 1. März 2025 durch Fusion dreier Vorgänger neu gebildet wurde. Bis dahin gehörte der Dekanatsbezirk zum Kirchenkreis München und Oberbayern.

Zum Dekanatsbezirk München gehören derzeit (Stand Juli 2026) 62 Kirchengemeinden, die seit 2025 in vier Bereiche gegliedert sind (bis Ende 2024 waren es sechs Prodekanate)[6]. Jeder Bereich wird von einem Dekan bzw. einer Dekanin geleitet. Gemeindeübergreifende Einrichtungen und Dienste, die teilweise in eigener Rechtsträgerschaft organisiert sind, sowie Sonderseelsorgebereiche (einschließlich Krankenhausseelsorge und Studierendenseelsorge) unterstützen, ergänzen und entlasten die Arbeit der Kirchengemeinden. Sie arbeiten in einer Konferenz zusammen, die ebenfalls von einer Dekanin/einem Dekan geleitet wird.

Oberstes Gremium des Dekanatsbezirks ist die Dekanatssynode, der haupt- und ehrenamtliche Delegierte angehören. Unter der Leitung des Präsidiums tagt die Dekanatssynode zweimal im Jahr und beschließt zentrale Inhalte und Konzepte der kirchlichen Arbeit in München sowie den Haushalt, die Personalangelegenheiten und Baumaßnahmen des Dekanatsbezirks.

Der Stadtdekan bzw. die Stadtdekanin repräsentiert den Dekanatsbezirks in der Öffentlichkeit und hat den Vorsitz im Dekan/innenkollegium, dem die Dekane bzw. Dekaninnen der Bereiche 1–4 und der Evangelischen Dienste angehören. Die Grundlagen für die Arbeit im Dekanatsbezirk sind durch eine eigene Satzung festgelegt. Seit September 2020 amtiert Bernhard Liess als Stadtdekan. Er übernahm das Amt von seiner Vorgängerin Barbara Kittelberger, die das Dekanat von September 2004 bis zu ihrem Ruhestand im Juli 2020 geleitet hatte.

Bereich 1

Friedenskirche in Trudering

Zum Bereich 1 gehören gehören die Regionalgemeinden 04 bis 06. Das Gebiet erstreckt sich innerhalb des Stadtgebiets München vom Friedensengel entlang der Isar bis nach Ismaning, von dort in einem Bogen bis Zorneding (Landkreis Ebersberg). Die südliche Grenze bilden Haar, Trudering und die Prinzregentenstraße bis zum Friedensengel. Dekanin Stefanie Ott-Frühwald ist für den Bereich 1 zuständig.

Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 04:

  • Dreieinigkeitskirche (Bogenhausen)
  • Kirchengemeinde Immanuel-Nazareth (Imannuelkirche Denning)
  • Vaterunserkirche (Oberföhring/Johanneskirchen)
  • Kirchengemeinde Feldkirchen (Kirche Feldkirchen, Segenskirche Aschheim)
  • Kirchengemeinde Ismaning-Unterföhring (Gabrielkirche Ismaning, Rafaelkirche Unterföhring)
  • Cantatekirche (Kirchheim)
  • Sophienkirche (Messestadt Riem)

Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 05:

  • Petrikirche (Baldham)
  • Jesuskirche (Haar)
  • Friedenskirche (Trudering)
  • Christophoruskirche (Zorneding)

Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 06:

Bereich 2

Thomaskirche in Grünwald

Zum Bereich 2 gehören die Regionalgemeinden 07 und 08 – vom Westend über Sendling und Giesing, Harlaching und Pullach, Solln und Fürstenried bis nach Grünwald. Im Landkreis München liegen Putzbrunn, Ottobrunn, Neubiberg, Taufkirchen, Höhenkirchen, Oberhaching/Deisenhofen und Unterhaching. Amtierende Dekanin ist Angela Smart.

Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 07:

Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 08:

Bereich 3

Erlöserkirche in Schwabing

Zum Bereich 3 gehören die Regionalgemeinden 01 und 09. Das Gebiet erstreckt sich innerhalb des Stadtgebiets München von Schwabing über Nymphenburg, die Maxvorstadt und Isarvorstadt bis hin zum Lehel und Haidhausen. Die Innenstadtkirchen Erlöserkirche, Kreuzkirche, St. Johannes, St. Lukas, St. Matthäus und St. Markus bieten ein reiches kirchenmusikalisches und gottesdienstliches Angebot. Der Dialog mit der Wissenschaft, den Theatern und den Museen wird aktiv gepflegt. Dekan Dr. Christoph Jahnel und Dekanin Dr. Claudia Häfner leiten den Bereich 3.

Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 01:

Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 09:

Bereich 4

Hoffnungskirche in Freimann

Zum Bereich 4 gehören die Regionalgemeinden 02, 03 und 10. Das Gebiet erstreckt sich innerhalb des Stadtgebiets München von Moosach bis zur Isar und vom Mittleren Ring nach Norden hin. Im Landkreis München liegen die drei Kirchengemeinden Garching, Ober- und Unterschleißheim. Im Landkreis Dachau liegen Karlsfeld, Dachau (zwei Gemeinden) und Kemmoden-Petershausen, im Landkreis Fürstenfeldbruck ebenfalls zwei (Germering und Gröbenzell). Zuständiger Dekan ist Felix Reuter.

Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 02:

Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 03:

Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 10:

Literatur

  • Matthias Simon: Historischer Atlas von Bayern. Kirchliche Organisation, die evangelische Kirche. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1960.

Einzelnachweise

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