Frankenhaag
Gemeindeteil der Gemeinde Mistelgau
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Frankenhaag ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Mistelgau im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Frankenhaag hat eine Fläche von 3,540 km². Sie ist in 561 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 6310,27 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hardt, Klingenmühle, Ochsenholz, Sorg und Streit.[4]
Frankenhaag Gemeinde Mistelgau | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 55′ N, 11° 26′ O |
| Höhe: | 398–452 m ü. NHN |
| Einwohner: | 109 (25. Mai 1987)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1972 |
| Postleitzahl: | 95490 |
| Vorwahl: | 09279 |
Geografie
Beim Dorf fließen der Kaupersbach und der Kaltenbrunnen zur Weides zusammen, einem linken Zufluss der Truppach. 0,6 km nordwestlich des Ortes befindet sich der Brunnberg (498 m ü. NHN) und 1,2 km nordöstlich der Hohe Berg (530 m ü. NHN). Die Kreisstraße BT 1 führt nach Klingenmühle (0,8 km nordwestlich) bzw. am Striegelhof vorbei nach Mistelgau zur Staatsstraße 2185 (2,7 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt an Ochsenholz vorbei nach Streit (1,2 km westlich).[5]
Geschichte
Das Adelsgeschlecht von Lüschwitz hatte dort ursprünglich einen Rittersitz. Mit seinem Aussterben im Jahre 1728 fiel das Lehen an das Markgraftum Brandenburg-Kulmbach.
Frankenhaag bildete mit Hardt, Klingenmühle, Ochsenholz und Süßentränk eine Realgemeinde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Frankenhaag mit Süßentränk 16 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Bayreuth zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Unternschreez. Die Verwaltung Glashütten war Grundherr sämtlicher Anwesen (ehemals ritterschaftliches Schloss mit Brauerei-, Wirtschafts-, Bäckerei- und Bierverlagsgerechtigkeit, 1 Söldengut mit Schenkstatt, 4 Söldengüter, 1 Dreiviertelsölde, 2 Halbsölden, 1 Drittelsölde, 3 Viertelsölden, 3 Tropfgüter).[6]
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. 1810 kam Frankenhaag zum Königreich Bayern. Infolge des Gemeindeedikts wurde Frankenhaag dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Mistelgau zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Frankenhaag, zu der Hardt, Ochsenholz und Süßentränk gehörten. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 wurde die Gemeinde Streit mit Klingenmühle und Sorg eingegliedert. Die Gemeinde Frankenhaag war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). Ab 1862 gehörte Frankenhaag zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bayreuth (1879 in Amtsgericht Bayreuth umgewandelt).[7] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,532 km².[8] Am 1. Januar 1972 wurde diese im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Mistelgau eingegliedert.[9][10]
Von 1812 bis 1971 hatte der Ort eine eigene Schule. Von 1904 bis 1974 war Frankenhaag über die Bahnstrecke Bayreuth–Hollfeld erreichbar.
Baudenkmal
- Ehemaliges Schloss
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Frankenhaag
| Jahr | 1822 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 288 | 348 | 339 | 340 | 337 | 370 | 347 | 337 | 355 | 334 | 308 | 307 | 299 | 279 | 270 | 309 | 306 | 276 | 298 | 370 | 391 | 364 | 330 | 280 |
| Häuser[11] | 54 | 56 | 55 | 54 | 54 | 56 | 60 | 63 | ||||||||||||||||
| Quelle | [7] | [12] | [12] | [12] | [13] | [14] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [12] | [20] | [12] | [21] | [12] | [22] | [12] | [12] | [12] | [23] | [12] | [8] | [24] |
Gemeindeteil Frankenhaag
Religion
Frankenhaag ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Bartholomäus (Mistelgau) gepfarrt.[6][8]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Frankenhag. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 200 (Digitalisat).
- August Gebeßler: Stadt und Landkreis Bayreuth (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 6). Deutscher Kunstverlag, München 1959, DNB 451450914, S. 110–111.
- Georg Paul Hönn: Franckenhag. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 248 (Digitalisat).
- Heinz Kraß, Gerhard Reiß: Frankenhaag und seine Umgebung: Ein Ausflug in seine Vergangenheit. 2. Auflage. Genealogischer Fachverlag, Weiden 2009, DNB 993941850.
- Eduard Müller, Gottlieb Müller: Chronik von Glashütten, Frankenhaag und Plösen. Glashütten 1962.
- Gerhard Reiß: Frankenhaag und seine Umgebung: Ein Ausflug in seine Vergangenheit. GRIN Verlag, München 2014, DNB 1063841518.
- Richard Winkler: Bayreuth – Stadt und Altlandkreis (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 30). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1999, ISBN 3-7696-9696-4.
Weblinks
- www.frankenhaag.de
- Frankenhaag in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 27. November 2022.
- Frankenhaag in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 14. September 2019.
- Frankenhaag im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie