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Garlin (Karstädt)

Ortsteil der amtsfreien Gemeinde Karstädt im Landkreis Prignitz im Land Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Garlin ist ein Ortsteil[2] der amtsfreien Gemeinde Karstädt im Landkreis Prignitz in Brandenburg. Zu Garlin gehören die bewohnten Gemeindeteile Seetz, Sargleben, Dargardt und Bootz.[3]

Schnelle Fakten Gemeinde Karstädt (Prignitz) ...
Garlin
Koordinaten: 53° 11′ N, 11° 41′ O
Einwohner: 736 (1. Jan. 2000)[1]
Eingemeindung: 31. Dezember 2002
Postleitzahl: 19357
Vorwahl: 038797
Garlin (Brandenburg)
Garlin (Brandenburg)
Lage von Garlin in Brandenburg
Luftbild von Garlin (2013).
Luftbild von Garlin (2013).
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Der Ort liegt nordwestlich des Kernortes Karstädt an der Landesstraße L 133. Am nördlichen Ortsrand verlaufen die B 5 und die A 14. Die L 13 verläuft südlich des Ortes.

Geschichte

Bootz

Bootz war lange ein altes Gutsdorf, zunächst im Wechsel in den Händen verschiedener bekannter Familien. Im Wert von 25.500 Talern erwarb es erst ein Major Carl Georg von Guretzky,[4] dann ging es an die von Kröcher und bald an den Landrat Anton von Krosigk-Hohenerxleben. Im Jahre 1793 übernahm Gut Bootz die pommersche Familie von Petersdorff, die auch den Bau des Gutshauses vollendeten. Als Bauherr agierte der Landrat Karl Friedrich von Petersdorff (1765–1838) Einhundert Jahre später umfasste der direkte Besitz Bootz 533 ha Land. Das Rittergut gehörte nun zu einem Familienfideikommiss, Eigentümer waren der Landrat Heinrich von Petersdorff (1797–1888) und seine Frau Wilhelmine von Blücher. Der Sohn Franz von Petersdorff,[5] Oberstleutnant a. D., folgte als Besitzer. Dessen Bruder Ernst von Petersdorff wurde General. Gut Bootz war damals 530 ha groß. Die Familie von Petersdorff blieb mindestens bis 1896 im örtlichen Gutsbesitz, wurde aber verpachtet.[6]

Zuletzt[7] gehörte Bootz dem Politiker Victor von Podbielski und dessen gleichnamigen Sohn Victor von Podbielski-Dallmin.

Dargardt

Dargardt, im Wortstamm slawischen Ursprungs, wurde 1431 dann wohl als Dargarten erwähnt.[8] Die Ortschaft[9] war einst ein gutsherrliches Vorwerk der Adelsherrschaft Stavenow, hatte 36 Einwohner, in drei Wohngebäuden. Zum kleinen Gut gehörten um 1860 sechs Wirtschaftsgebäude.[10] Schon im Jahre 1835 findet Dargardt mehrfach Erwähnung in der allgemeinen preußischen Statistik.[11] 1958 wurde in Dargardt auf einem Acker ein Solidus des Magnus Maximus (383–388), römischer Usurpator (383–388), gefunden.[12]

Garlin

Die Ersterwähnung von Garlin geht auf das Jahr 1255 zurück. Der Ort und die Gemeinden gehörte von der preußischen Gebietsreform 1816 bis zur Umstrukturierung der alten Länder 1952 zum Kreis Westprignitz. Nachfolgend kam die Zuordnung in den Kreis Perleberg und damit in den Bezirk Schwerin.[13]

Sargleben

Die Kirchgemeinde Sargleben und Seetz wurden 1918 unter dem Pfarramt Garlin vereinigt.[14] Heute gehören die beiden Kirchen zur Gesamtkirchengemeinde Westprignitz[15] im Kirchenkreis Prignitz. Sargleben war nicht gutsherrlich, sondern bäuerlich geprägt. Die Höfe der Familien W. Baade, R. Koch, W. Müller, H. Schrader, E. und R. Springhorn sowie A. Wernicke hatten vor einhundert Jahren eine Größe zwischen 21 und 79 ha.[16]

Seetz

In Seetz ist bereits 1616 ein Gutsbesitz der Familie von Gühlen nachgewiesen.[17] Noch im 19. Jahrhundert bestand ein eigenständiges kreistagsfähiges Rittergut. Um 1850 besaß es die Familie Eggers, der Verkauf ist auf Juni 1854 datiert.[18] Später gehörte das Gut der Familie Paetow. Diese Besitzung hatte einen Umfang von 550 ha Land.[19] Anfang der 1920er Jahre sind die etwa 50 ha großen Bauernhöfe der Familien Otto Porep jun. und Alfred Siebert im Landwirtschaftlichen Adressbuch für die Provinz Brandenburg nachgewiesen.[20]

Eingemeindungen

Am 31. Dezember 2001 wurde Garlin mit seinen Gemeindeteilen nach Karstädt eingemeindet.

Rittergut Bootz 1864/65. (Vorhanden).

Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Baudenkmale in Karstädt (Prignitz) sind für Garlin zwei Baudenkmale aufgeführt:

Literatur

  • Bootz. In: Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern nebst begl. Text. Band 7, Selbstverlag, Berlin 1864, Blatt 369.
  • Oliver Hermann, Stephan Reinert: Bootz. In: Peter Michael Hahn, Hellmut Lorenz: Herrenhäuser in Brandenburg und der Niederlausitz. Gesamt 2 Bände: Einführung und Katalog. Kommentierte Neuausgabe des Ansichtenwerks von Alexander Duncker (1857–1883), 856 S., 275 farbige, 825 SW-Abb. Band 2-Katalog, Nicolaische Verlagsbuchhandlung Beuermann, Berlin 2000, ISBN 3-87584-024-0, S. 54–55.
  • Garlin, In: Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil I, Prignitz, A–M. In: Begründet: Friedrich Beck, Weiterführung: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. 3. Auflage. Klaus D. Becker, Potsdam 2021, ISBN 978-3-941919-91-4, S. 238 (Teil-Digitalisat).
  • Sargleben, In: Waldtraut Bohm: Die Vorgeschichte des Kreises Westprignitz. Hrsg. Kreisausschuß des Kreises Westprignitz, Verlag Kabitzsch, Leipzig 1936/1937, S. 200.
  • Seetz, In: Wolf-Dietrich Meyer-Rath: Die Kirchen und Kapellen der Prignitz. Wege in die brandenburgische Kulturlandschaft. Auflage-Online-Ressource, Lukas Verlag, Berlin 2016, S. 169.

Einzelnachweise

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