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Grub (Burgthann)

Ortsteil von Burgthann in Mittelfranken, Bayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Grub ([ɡʁuːp] ⓘ) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Burgthann im Landkreis Nürnberger Land (Mittelfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Grub hat eine Fläche von 5,080 km². Sie ist in 1554 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 3269,15 m² haben.[3] In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Großvoggenhof.[4]

Schnelle Fakten Gemeinde Burgthann ...
Grub
Gemeinde Burgthann
Koordinaten: 49° 20′ N, 11° 23′ O
Höhe: 468–526 m ü. NHN
Einwohner: 666 (Sep. 2022)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 90559
Vorwahl: 09187
Ort mit Dorflinde in Grub (2024)
Ort mit Dorflinde in Grub (2024)
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Lage

Beim Dorf entspringen der Kettenbach und der Gruberbach, beides linke Zuflüsse der Schwarzach. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Staatsstraße 2401 (1,7 km nördlich) bzw. nach Kettenbach (3,1 km östlich). Weitere Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Gspannberg (1,3 km nördlich), nach Großvoggenhof (0,7 km südöstlich) und nach Ezelsdorf (2,1 km südwestlich).[5]

Geschichte

Ursprünglich dürfte sich auf den Anhöhen bei Grub eine befestigte Anlage befunden haben. Hierzu ist im Codex diplomaticus et epistolaris regni Bohemiae (II-Nr. 446-47) folgendes notiert: "Konrad von Helgaben öffnet dem Kaiser Karl IV. die Burg Grub, südlich von Altdorf". Weitere schriftliche Hinweise auf diesen Wehrbau sind bislang nicht erschlossen. Lediglich einige Flurnamen wie "Hofwiese" bzw. Hofstattäcker", die der Uraufnahme Grubs[6] zu entnehmen sind, liefern Hinweise auf einen Herrensitz in Grub.[7]

Auch die Herkunft des Ortsnamens lässt sich nicht mit letzter Sicherheit bestimmen. Sofern er slawische Wurzeln hat, könnte er von „grib“ für Anhöhe abgeleitet worden sein. Es könnte sich aber auch um eine Siedlung an der Erzgrube handeln. Am wahrscheinlichsten dürfte jedoch sein, dass der Ortsname auf die Grenzlage zur Pfalz zurückzuführen ist und auf „vergruben“ (Grenzsteine setzen) zurückgeht.[7]

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes erfolgte im Jahre 1339 durch Kaiser Ludwig IV. Ursprünglich war Grub ein Böhmisches Lehen, da Kaiser Karl IV. im Jahre 1358 das Adelsgeschlecht „Redwitz zu Hassenberg“[8] mit dem Dorf Grub belehnt. Der hiesige Familienzweig nannte sich fortan „Redwitz zu Hassenberg-Grub“ und hatte nachweislich in Bernlohe weitere Besitzungen.[7]

Am 22. Februar 1360 erwirbt der Nürnberger Burggraf Albrecht von seinem Oheim Johannes I. von Nassau u. a. den Zehnten von „Grube“. Damit kam der Ort unter die Hochgerichtsbarkeit des Oberamtes Burgthann. 1366 diente das „Pflegamt Thann“ – und damit auch Grub – als Hochzeitsgabe, als die Tochter des Burggrafen Friedrich V., Elisabeth von Hohenzollern, den Pfalzgrafen Ruprecht heiratete. Bis zur Zahlung der restlichen Mitgift im Jahre 1404 war das Amt Burgthann daraufhin Teil der Pfalzgrafschaft bei Rhein. Danach wurde Grub von den Ansbacher Markgrafen wieder in Besitz genommen. Diese Wechsel hatten augenscheinlich auch Auswirkungen auf die offizielle Hochgerichtsbarkeit, denn eine Nürnberger Beschreibung aus dem Jahre 1504 vermerkte, dass die Hohenzoller Markgrafen und die Deutschherren aus Postbauer diese jeweils für sich reklamierten. Zu jener Zeit gehörten von den 15 Höfen in Grub 13 zum Amt Burgthann und 2 zum Pflegamt Postbauer.[7]

Im Jahre 1749 wird das Dorf von der Seuche Blattern heimgesucht. Grub weist um 1797 aus 21 Anwesen auf, die sich aus 1 Hof, 3 Halbhöfen, 6 Viertelhöfen, 6 Gütern, 4 Häusern und einem Gemeindehirtenhaus zusammensetzten.

Mit Besitzergreifungspatent vom 20. Mai 1806 wurde die Markgrafschaft Ansbach und damit auch das Dorf Grub dem Königreich Bayern angegliedert.[9] Mit den Gemeindeedikten von 1808 und 1818 wurde Grub dem Steuerdistrikt Ezelsdorf zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Grub, zu der Großvoggenhof gehörte. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Altdorf.[10]

Liste der Gemeindevorsteher und Ersten Bürgermeister der Gemeinde Grub[11]
Weitere Informationen Ab, Name ...
Ab Name Ab Name Ab Name Ab Name Ab Name
1821Leonhard Vizthum1840Johann Nerreter1854Johann Pölloth1876Johann Kreussel1925Andreas Wiedmann
1824Erhard Odörfer1844Joh. Leonhard Wiedmann1864Konrad Odörfer1888Johann Pölloth1945Johann Wiedmann
1827Johann Wiedmann1851Johann Nerreter1868Konrad Odörfer1901Johann Kreussel
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Schulhaus in Grub (2024)

Im Oktober 1824 wurde das erste Schulhaus fertiggestellt, so dass die bis dahin ambulierende Schule über ein eigenes Gebäude verfügte. Die Elektrifizierung der Gemeinde wird im Jahre 1925 abgeschlossen und am 2. Juli 1925 mit einer „Lichtfeier“ gewürdigt. Mit dem Bau einer Wasserversorgung wurde im Jahre 1968 begonnen. Die Gesamtbaukosten hierfür summieren sich auf über 2,1 Millionen Mark. Die Volksschule Grub wird 1968 in den Schulverband Nürnberg-Land-Süd mit Sitz in Burgthann eingegliedert.[7]

Nach einer vorangegangenen Abstimmung, bei der nahezu Einstimmigkeit erreicht wurde, erfolgte am 1. Januar 1972, im Zuge der Gebietsreform in Bayern, die Eingemeindung der Gemeinde Grub nach Burgthann.[12][13]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Grub

Weitere Informationen Jahr, Einwohnerzahl ...
Jahr 1824 1846 1871 1900 1910 192519331939 1950 1970 198720072010 2015 2020 2025
Einwohnerzahl 203 293 266 231 268 254257237 277 230 435568570 600 646 684
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Quellen: 1824-1846[7] / 1871+1925+1950-1987[14] / 1900[15] / 1910[16] / 1925+1933[17] / 2007-2025[18]

Dorf Grub

Weitere Informationen Jahr, Einwohnerzahl ...
Jahr 1824 1846 1871 1900192519501970
Einwohnerzahl 152 243 199 179191223192
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Tafel in Grub (2024)

Quellen: 1824+1846[7] / 1871[14][19] / 1900[15] / 1925-1970[14][19]

Ehemaliges Baudenkmal

  • Dorfstraße 27: Wohnstallhaus

Literatur

Commons: Grub (Burgthann) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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