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Heimsbrunn

französische Gemeinde im Elsass From Wikipedia, the free encyclopedia

Heimsbrunn [h)ajms.bʁun] ⓘ ist eine französische Gemeinde mit 1314 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Mulhouse und zum Gemeindeverband Mulhouse Alsace Agglomération.

Schnelle Fakten
Heimsbrunn
Heimsbrunn (Frankreich)
Heimsbrunn (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin (68)
Arrondissement Mulhouse
Kanton Kingersheim
Gemeindeverband Mulhouse Alsace Agglomération
Koordinaten 47° 44′ N, 7° 14′ O
Höhe 262–314 m
Fläche 10,59 km²
Einwohner 1.314 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 124 Einw./km²
Postleitzahl 68990
INSEE-Code

Mairie Heimsbrunn
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Geografie

Die Gemeinde Heimsbrunn liegt im Sundgau, etwa zehn Kilometer südwestlich von Mülhausen. Die angrenzenden Gemeinden sind im Norden Reiningue, im Osten Morschwiller-le-Bas, im Südosten Hochstatt, im Süden Galfingue, im Südwesten Bernwiller, im Westen Burnhaupt-le-Bas und im Nordwesten Schweighouse-Thann. Durch den Nordwesten der Gemeinde Heimbbrunn führt die Autoroute A36.

Geschichte

In einer Urkunde von 1148 erscheint der Ort erstmals als Emesper. In dieser päpstlichen Urkunde wurde dem Grafen von Granval sein Besitz am Ort bestätigt. Spätere Namensformen sind Hemisbrunnen (1307), Hemsprunnen (1337), Hensbrun (1576). Das Kloster Murbach war im Ort begütert und besaß hier einen Dinghof. Als Schirmvögte des Klosters gelangten die Habsburger im 13. Jahrhundert in den Besitz des Ortes. Als habsburgisches Lehen besaßen die Herren von Masmünster (Maseveaux) ab 1458 den Ort, später die Herren von Bollwiller. Nach dem Dreißigjährigen Krieg ging der Ort im Westfälischen Frieden 1648 mit dem ganzen elsässischen Besitz der Habsburger an die französische Krone.

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 gehörte Heimsbrunn zu dem von Deutschland annektierten Reichsland Elsass-Lothringen. Im Ersten Weltkrieg kam Heimsbrunn bei französischen Vorstößen auf Mühlhausen im August kurzfristig unter französische Kontrolle, blieb aber dann bis zum Kriegsende in deutscher Hand. Der Ort lag abseits der Hauptkampflinie, es existierten aber auf der Gemarkung zahlreiche deutsche Verteidigungsanlagen, hauptsächlich im Heimsbrunner Wald (Forêt de Heimsbrunn). Es existieren noch zahlreiche Bunkerruinen in den Wäldern um Heimsbrunn.[1] Im Zweiten Weltkrieg gelangte der Ort nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 unter deutsche Verwaltung. Am Ende des Krieges wurde Mühlhausen bereits am 21. November 1944 durch Truppen der französischen 1. Armee unter General de Lattre de Tassigny von der Naziherrschaft befreit. Um Burnhaupt, Galfingue, Heimsbrunn und Bolschwiller wurde aber noch erbittert gekämpft. Heimsbrunn erlebte die Befreiung daher erst am 26. November.[2]

Eine Adelsfamilie von Heimsbrunn taucht in den Urkunden im 14. und 15. Jahrhundert auf. Ihr Schloss wurde 1633 von den Schweden zerstört. Im Spätmittelalter wurde der Ort unter anderem von den marodierenden Söldnertruppen der Wilden Engländer unter Enguerrand VII. de Coucy heimgesucht und 1445 von den Armagnaken, zuchtlosen Söldnern, die von den Habsburgern im Kampf gegen die Eidgenossen ins Land gerufen worden waren. 1633 hausten die Schweden im Dorf.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr196219681975198219901999200620132021
Einwohner76576683098310981218139513521396
Quellen: Cassini und INSEE

Sehenswertes

  • Pfarrkirche Saint-Project et Saint-Amarin: erbaut 1772, das Turmobergeschoss und der Turmhelm von 1862 nach Plänen von Jean-Baptiste Schacre; die Kanzel und die Altäre aus der Barockzeit stammen aus dem Kloster Oelenberg, der Hauptaltar mit einem Gemälde von H. Kayser. Fresken von Charles Joseph Limido; Callinet-Orgel
  • Schulhaus an der Rue de Galfingue: schlichter spätbarocker Satteldachbau mit Krüppelwalmen an den Giebeln, Eckquadern, Stichbogenfenstern und einer stattlichen doppelläufigen Freitreppe
  • Résidence Sainte-Anne, ursprünglich ein 1820 gegründetes Pensionat, 1863 zum Spital umgebaut, dann Altenheim, 1923 erweitert
  • mehrere gut erhaltene Fachwerkhäuser: an der Rue de la Cure Nr. 11 ein Haus mit sehr altem, grobgezimmerten Fachwerk, vielleicht schon aus dem 16. Jahrhundert; in derselben Straße Nr. 21 ein Haus in der altertümlichen Ständerbauweise; in der Rue de Belfort Nr. 6: die Giebelseite (17. oder eher 16. Jahrhundert?) noch in der altertümlichen Ständerbauweise mit archaischem Fachwerk, die Traufseite zum Hof in der neueren Stockwerkbauweise und dort die ganze Brüstungszone des Obergeschosses mit Andreaskreuzen geschmückt; das sonst nur im westlichen Sundgau verbreitete Walmdach erst später aufgesetzt. Die aus dem 19. oder späten 18. Jahrhundert stammenden Häuser an der Rue de Belfort, Nr. 8 und 10 in Stockwerkbauweise mit regelmäßigem, auf Symmetrie bedachtem Fachwerk.
  • Saint-Louis-Eiche in der Nähe der Ramahai-Kapelle, vermutlich um die 700 Jahre alt und damit noch ein Überbleibsel des ehemaligen Herrschaftswaldes
  • Kapelle Notre-Dame du Chêne oder Ramahai-Kapelle. Erbaut 1959 an der Stelle eines alten Wallfahrtsortes.

Literatur

  • Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 2, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 779–782.
Commons: Heimsbrunn – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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