Kleinlosnitz
Ortsteil von Zell
From Wikipedia, the free encyclopedia
Kleinlosnitz ist ein Gemeindeteil des Marktes Zell im Fichtelgebirge im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Kleinlosnitz hat eine Fläche von 7,624 km². Sie ist in 724 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10529,79 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Erbsbühl, Großlosnitz, Lösten und Schnackenhof.[4]
Kleinlosnitz Markt Zell im Fichtelgebirge | |
|---|---|
| Koordinaten: | 50° 9′ N, 11° 48′ O |
| Höhe: | 557 (549–582) m ü. NHN |
| Einwohner: | 22 (31. Dez. 2015)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1972 |
| Postleitzahl: | 95239 |
| Vorwahl: | 09251 |
Lage von Kleinlosnitz in Zell im Fichtelgebirge
| |
Ortsansicht von Kleinlosnitz | |
Geografie
Der Weiler liegt am Löstenbach, einem linken Zufluss des Haidbachs. Nordwestlich des Ortes erhebt sich der Kleinlosnitzberg (603 m ü. NHN). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Großlosnitz zur Kreisstraße HO 19 (1 km östlich) bzw. zur Kreisstraße HO 44 (0,8 km nordwestlich).[5] Der Quellenweg des Fichtelgebirgsvereins führt durch den Ort.[6]
Geschichte
Der Ort wurde 1317 erstmals urkundlich erwähnt.[6]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Kleinlosnitz aus 6 Anwesen (5 Halbhöfe, 1 Mühle) und einem Gemeindehirtenhaus. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtrichteramt Münchberg zu. Das bayreuthische Kastenamt Stockenroth hatte die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen.[7]
Von 1797 bis 1810 unterstand Kleinlosnitz dem Justiz- und Kammeramt Münchberg. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde der Ort bayerisch. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Kleinlosnitz gebildet. Zu diesem gehörten Dietelmühle, Erbsbühl, Großlosnitz, Lösten, Mechlenreuth, Mussen, Obere Eiben, Schnackenhof, Schweinsbach und Untere Eiben. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Kleinlosnitz, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Münchberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Münchberg (1919 in Finanzamt Münchberg umbenannt). 1837 kam es zur Bildung der Ruralgemeinde Mechlenreuth mit den Orten Dietelmühle, Mussen, Obere Eiben, Schweinsbach und Untere Eiben. Ab 1862 gehörte Kleinlosnitz zum Bezirksamt Münchberg (1939 in Landkreis Münchberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Münchberg (1879 in Amtsgericht Münchberg umgewandelt).[8] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,630 km².[9] Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Kleinlosnitz am 1. Juli 1972 nach Zell im Fichtelgebirge eingemeindet und kam zugleich zum Landkreis Hof.[10][11]
Baudenkmäler
- ehemalige Baudenkmäler
- Haus Nr. 3: Ehemaliger Wohnstallbau mit strohgedecktem Satteldach, wohl 18. Jahrhundert, Giebel verschalt. Stallteil zweigeschossig erneuert. Der zugehörige Stadel ebenfalls mit Strohdach.[13]
- Haus Nr. 7: Zugehöriger Kleinstadel mit Frackdach, Einfahrt am Sturz bezeichnet „ANNO 1733 HH“, Strohdeckung.[13]
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Kleinlosnitz
| Jahr | 1812 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 594 | 403 | 452 | 445 | 463 | 450 | 428 | 419 | 410 | 392 | 359 | 341 | 325 | 308 | 281 | 284 | 282 | 286 | 261 | 376 | 356 | 348 | 311 | 281 |
| Häuser[14] | 102 | 63 | 62 | 61 | 62 | 58 | 57 | 62 | ||||||||||||||||
| Quelle | [8] | [15] | [15] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [15] | [23] | [15] | [24] | [15] | [25] | [15] | [15] | [15] | [26] | [15] | [9] | [27] |
Ort Kleinlosnitz
Religion
Kleinlosnitz ist bis heute nach St. Gallus (Zell im Fichtelgebirge) gepfarrt und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.[7][9]
Oberfränkisches Bauernhofmuseum
Kleinlosnitz ist Sitz des Oberfränkischen Bauernhofmuseums Kleinlosnitz.
- Eingangsbereich des Bauernhofmuseums
- Handwerkerhaus und historisches Windrad
- Bauernhaus mit Nebengebäude
- Vierseithof mit einem Landwirtschaftsmuseum
Trivia
Die Verleihung des Frankenwürfels fand 1985 in Kleinlosnitz statt.
Literatur
- Tilmann Breuer: Landkreis Münchberg (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 13). Deutscher Kunstverlag, München 1961, DNB 450619397, S. 22.
- Hans Bucka, Oskar Heland: Grenzsteine – Flur- und Kleindenkmäler im Landkreis Hof. Hoermann, Hof 1991, ISBN 3-88267-040-1, S. 70.
- Johann Kaspar Bundschuh: Kleinlosnitz. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 157 (Digitalisat).
- Annett Haberlah-Pohl: Münchberg. Der Altlandkreis (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 39). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2011, ISBN 978-3-7696-6556-7.
- Dietmar Herrmann, Helmut Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land. Lexikon. Ackermannverlag, Hof (Saale) 2000, ISBN 3-929364-18-2, Sp. 342 f.
- Georg Paul Hönn: Klein-Lositz. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 266 (Digitalisat).
Weblinks
- Kleinlosnitz in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 27. Februar 2025.
- Kleinlosnitz in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 27. Februar 2025.
- Kleinlosnitz im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 27. Februar 2025.
