Landkreis Celle

Landkreis in Niedersachsen From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Landkreis Celle ist ein Landkreis in der östlichen Mitte Niedersachsens.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Koordinaten: 52° 43′ N, 10° 6′ O
Bundesland:Niedersachsen
Verwaltungssitz: Celle
Fläche: 1.550,82 km²
Einwohner: 172.449 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: CE
Kreisschlüssel: 03 3 51
Kreisgliederung: 20 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Trift 26
29221 Celle
Website: www.landkreis-celle.de
Landrat: Axel Flader (CDU)
Lage des Landkreises Celle in Niedersachsen
KarteKönigreich der Niederlande
Karte
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Geographie

Lage

Der Landkreis ist Teil des Lüneburgischen Landschaftsverbands. Die Aller durchquert als größtes Fließgewässer den südlichen Teil des Landkreises.

Nachbarkreise

Der Landkreis Celle grenzt im Uhrzeigersinn, im Nordwesten beginnend, an die Landkreise Heidekreis, Uelzen, Gifhorn und die Region Hannover; (Karte).

Geschichte

Der Landkreis Celle wurde am 1. April 1885 im Rahmen der Bildung von Landkreisen in der Provinz Hannover aus den alten Ämtern Celle und Bergen sowie den Orten Bröckel, Wiedenrode, Bohlenbruch, Langlingen, Hohnebostel, Fernhavekost, Neuhaus und Nienhof des Amtes Meinersen gebildet.[2] Verwaltungssitz wurde die Stadt Celle, die kreisfrei blieb, bis sie im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen 1973 in den Landkreis eingegliedert wurde.

Ein größeres Gebiet im Westen des Landkreises wurde in den 1930er Jahren in den Truppenübungsplatz Bergen einbezogen und vorübergehend in den Landkreis Fallingbostel umgegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte dieses Gebiet in den Landkreis Celle zurück, in dem es heute den gemeindefreien Bezirk Lohheide bildet. Durch zahlreiche Gemeindefusionen im Rahmen der Gebietsreform in Niedersachsen wurde von 1968 bis 1974 die Zahl der Gemeinden des Kreises deutlich reduziert. Am 1. März 1974 wechselten die Gemeinden Hahnenhorn, Pollhöfen und Ummern in den Landkreis Gifhorn.

Der Kreis war Teil des Regierungsbezirks Lüneburg, bis letzterer am 31. Dezember 2004 aufgelöst wurde.

Zum 1. Januar 2014 wurde die Samtgemeinde Eschede aufgelöst. Alle bisherigen Mitgliedsgemeinden wurden in die Gemeinde Eschede eingemeindet. Eschede ist somit eine Einheitsgemeinde.[3]

Zum 1. Januar 2015 fusionierten die Gemeinden Hermannsburg und Unterlüß zur neuen Gemeinde Südheide.[4]

Einwohnerstatistik

Bevölkerungspyramide für den Kreis Celle (Datenquelle: Zensus 2011[5].)

Der Eintritt der Stadt Celle in den Landkreis am 1. Januar 1973 führte zu einer deutlichen Steigerung der Bevölkerungszahl.

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner Quelle
188429.533[6]
189029.661[7]
190031.577[7]
191039.290[7]
192545.987[7]
193952.305[7]
1950101.655[7]
196094.100[7]
1970104.900[8]
1980165.300[9]
1990169.734[10]
2000181.792[10]
2010178.528[10]
2020179.386[10]
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Konfessionsstatistik

Laut dem Zensus 2011 waren 56,2 % der Einwohner im Landkreis Celle evangelisch, 8,0 % (14.158) römisch-katholisch und 35,8 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[11] Der Anteil der Protestanten und Katholiken am Gesamtbevölkerung ist seitdem mit 1 % jährlich gesunken. Gemäß dem Zensus 2022 waren (2022) 45,8 % der Einwohner evangelisch, 7,1 % katholisch und 47,0 % konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[12]

Das Gebiet des Landkreises Celle gehört zu den evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen Celle und Soltau und zum römisch-katholischen Bistum Hildesheim.

Politik

Kreiswahl 2021
in Prozent
 %
40
30
20
10
0
34,4
23,8
12,9
7,8
7,3
4,2
2,3
2,1
5,2
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
 %p
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
−3,3
−2,8
+4,5
+2,3
−3,4
−0,9
+0,3
+0,2
+3,1

Kreistag

Der Kreistag des Landkreises Celle besteht aktuell aus 58 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die gemäß § 46 NKomVG festgelegte Anzahl für einen Landkreis mit einer Einwohnerzahl zwischen 175.001 und 200.000. Stimmberechtigt im Kreistag ist außerdem der hauptamtliche Landrat. Die Ratsmitglieder werden für jeweils fünf Jahre gewählt.

Der Kreistag setzt sich wie folgt zusammen:

Sitzverteilung im Kreistag ab 2021
1
1
14
8
1
5
2
20
1
1
4
1 1 14 8 1 5 2 20 1 1 4 
Insgesamt 58 Sitze
Weitere Informationen Parteien und Wählergemeinschaften, Prozent 2021 ...
Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2021
Sitze
2021
Prozent
2016
Sitze
2016
Prozent
2011
Sitze
2011
Prozent
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,4 20 37,7 22 41,1 24 45,0 26
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 23,8 14 26,6 16 30,6 18 30,4 17
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 12,9 8 8,4 5 12,1 7 7,0 4
FDP Freie Demokratische Partei 7,8 5 5,5 3 4,5 3 9,8 6
AfD Alternative für Deutschland 7,3 4 10,8 6
WG Lk Wählergemeinschaft Landkreis 4,2 2 5,1 3 8,4 5 4,6 3
UNABHÄNGIGE DIE UNABHÄNGIGEN – Bürger für Celle e. V. 2,3 1 2,0 1
Linke Die Linke 2,1 1 2,0 1 2,3 1
CDW Christlich-Demokratische Wählergemeinschaft – Landkreis Celle 1,6 1
Die PARTEI Die PARTEI 1,5 1 1,6 1
Basis Basisdemokratische Partei Deutschland 1,0 1
SPB Sozial-Patriotisches-Bündnis Landkreis Celle 1,5 1
BSG Bündnis Soziale Gerechtigkeit 1,2 1
Gesamt 100 58 100 58 100 58 100 58
Wahlbeteiligung 56,9 % 50,9 % 48,0 % 54,0 %
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letzte Kommunalwahl am 12. September 2021[13]

Der Kreistag hat am 2. November 2021 die Kreiswahl für ungültig erklärt. Am 13. Februar 2022 wird in einigen Wahlbezirken von Celle-Neuenhäusen eine Wiederholungswahl stattfinden.[14] Dirk-Ulrich Mende von der SPD wurde zum Kreistagsvorsitzenden gewählt.[15][16]

Landräte

Wappen, Flagge und Dienstsiegel

Der Landkreis Celle erhielt durch das Preußische Staatsministerium am 24. August 1928 die Genehmigung, das nachstehend beschriebene Wappen zu führen.

Wappenbeschreibung
„In Gold ein rot gezungter blauer Löwe, zwischen dessen Vorderpranken ein rotes Herz schwebt.“[17]

Das Gebiet mit der 1292 gegründeten Kreisstadt gehörte in der Hauptsache zum ältesten welfischen Allodial- und Lehensbesitz. Altencelle war seit der Mitte des 12. Jahrhunderts herzogliche Burg. Von 1371 bis 1705 spielte Celle als Residenz des Fürstentums Lüneburg eine bedeutende Rolle. Die jahrhundertelange Herrschaft der Herzöge von Celle-Lüneburg gab die Begründung für die Aufnahme ihres Löwen in das Kreiswappen, wobei von den roten Herzen, die seit dem Ende des 13. Jahrhunderts im Schild der Welfen vorkommen und aus dem dänischen Königswappen stammen, nur ein einziges als Beizeichen berücksichtigt wurde.[17]

Flaggenbeschreibung
„Die Flagge des Landkreises ist gelb und zeigt die Symbole des Wappens.“[18]
Dienstsiegel

Das Dienstsiegel enthält das Wappen und die Umschrift „Landkreis Celle“.[18]

Wirtschaft

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Celle Platz 267 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“.[19]

Gesundheitswesen

Weitere Informationen Krankenhaus, Sitz ...
Aufgestellte Krankenhausbetten im Landkreis Celle
KrankenhausSitz20032004200520062007200820092010201120122013
Allgemeines Krankenhaus Celle (AKH-Gruppe)
seit 2010 mit Krankenhaus St. Josef-Stift
Celle681660650639631596596568698
(606)
678
Krankenhaus St. Josef-Stift, ab 2005 zur AKH-Gruppe und
2010 Verschmelzung zum Allgemeinen Krankenhaus Celle
Celle190190160160140140140140(92)
Gesamt871850810799771736736708698678
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Natur und Tierwelt

Schutzgebiete

Im Landkreis befinden sich neben Landschaftsschutzgebieten und Naturdenkmalen 28 ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand Juli 2019).

Siehe auch:

Weite Teile des Landkreises sind Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, Vogelschutz- und FFH-Gebiet.[20]

Störche

Im Landkreis Celle befinden sich mehrere Weißstorch-Nester, die regelmäßig mit Storchenpaaren besetzt sind und in denen Jungstörche aufgezogen werden.[21]

Anzahl der ausgeflogenen Jungen:

Weitere Informationen Ort ...
Ort200120022003200420052006200720082009201020112012201320142021
Adelheidsdorf-01
Ahnsbeck331223000000002
Altencelle-Burg222232122234000
Bannetze-10
Bockelskamp--1
Celle-Stadt000000002101302
Großmoor344040120431232
Hohne201431032321014
Hornbostel042323222342302
Jeversen000000021210332
Langlingen043200431341115
Nienhagen212523201221203
Oldau000000000000102
Thören00000000000002-
Wienhausen20030333220340-
Wathlingen--4
Winsen420100030231122
Wolthausen1211
Insgesamt182015221615132013242216221433
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Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2024)[22]

Südheidegemeindefreies Gebiet LohheideBergenWinsenHagen

Einheitsgemeinden

  1. Bergen, Stadt (12.991)
  2. Celle, Kreisstadt, große selbständige Stadt (66.834)
  3. Eschede (5443)
  4. Faßberg (5890)
  1. Hambühren (10.208)
  2. Südheide (11.182)
  3. Wietze (7387)
  4. Winsen (Aller) (12.711)

Samtgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden

* Sitz der Samtgemeindeverwaltung

  1. Bröckel (2006)
  2. Eicklingen (3151)
  3. Langlingen (2154)
  4. Wienhausen* (3970)
  1. Ahnsbeck (1676)
  2. Beedenbostel (961)
  3. Eldingen (1970)
  4. Hohne (1663)
  5. Lachendorf* (6059)
  1. Adelheidsdorf (2660)
  2. Nienhagen (6420)
  3. Wathlingen* (6405)

gemeindefreier Bezirk

Ehemalige Gemeinden

Die folgende Liste enthält alle ehemaligen Gemeinden, die jemals dem Landkreis Celle angehörten und alle Eingemeindungen.[23][24][7]

Weitere Informationen Gemeinde, eingemeindet nach ...
Gemeinde eingemeindet
nach
Datum der
Eingemeindung
Anmerkung
AltencelleCelle1. Januar 1973
AltenhagenCelle1. Januar 1973
AltensalzkothEversen1929
AlvernGarßen1. Juli 1968
BannetzeWinsen (Aller)1. Februar 1971
BargfeldEldingen1. Januar 1973
BavenHermannsburg1. Januar 1973ab 1. Januar 2015 Ortschaft der Gemeinde Südheide
BeckedorfHermannsburg1. Januar 1973ab 1. Januar 2015 Ortschaft der Gemeinde Südheide
BecklingenBergen1. Februar 1971
BelsenBergen1. Februar 1971
BleckmarBergen1. Februar 1971
BockelskampWienhausen1. Januar 1973
BonstorfHermannsburg1. Januar 1973ab 1. Januar 2015 Ortschaft der Gemeinde Südheide
BostelCelle1. Januar 1973
BoyeCelle1. Juli 1968
BunkenburgLachendorf1. Januar 1973
BurgAltencelle1. Juli 1964[25]
DalleEschede1. Januar 1973
DiestenBergen1. Januar 1973
DohnsenBergen1. Februar 1971
EndeholzScharnhorst1. Januar 1973
EversenBergen1. Januar 1973
FernhavekostHohnebostel30. September 1928
FeuerschützenbostelEversen1929
GarßenCelle1. Januar 1973
GockenholzLachendorf1. Januar 1973
Groß EicklingenEicklingen1. Juli 1968
GrebshornEldingen1. Januar 1973
Groß HehlenCelle1. Januar 1973
GroßmoorAdelheidsdorf1. Januar 1973
HabighorstEschede1. Januar 2014
HagenBergen1. Februar 1971
HahnenhornMüden (Aller), Landkreis Gifhorn1. März 1974
HasselBergen1. Januar 1973
HeeseEldingen1. Januar 1973
HelmerkampHohne1. Januar 1973
HermannsburgSüdheide1. Januar 2015
HöferEschede1. Januar 2014
Hohne bei BergenGutsbezirk Platz Bergen1. August 1938
HohnebostelLanglingen1. Januar 1973
HohnhorstEldingen1. Januar 1973
HornbostelWietze1. Januar 1973
HustedtCelle1. Januar 1973
JarnsenLachendorf1. Januar 1973
JeversenWietze1. Januar 1973
Klein EicklingenEicklingen1. Juli 1968
Klein HehlenCelle1939
KragenScharnhorst1. Januar 1973
LachtehausenCelle1. Januar 1973
LoheDalle30. September 1928
LutterlohUnterlüß1. Januar 1973ab 1. Januar 2015 Ortschaft der Gemeinde Südheide
LutternEldingen1. Januar 1973
MarwedeScharnhorst1. Januar 1973
MeißendorfWinsen (Aller)1. Februar 1971
MetzingenEldingen1. Januar 1973
Müden (Örtze)Faßberg1. Januar 1977
NeuhausNienhof30. September 1928
NeuwinsenWinsen (Aller)30. September 1928
NienhofLanglingen1. Juli 1968
NindorfBergen1. Januar 1973
NordburgWienhausen1. Januar 1973
OffenBergen1. Februar 1971
OffensenWienhausen1. Januar 1973
OheHöfer30. September 1928
OldauHambühren1. Januar 1970
OldendorfHermannsburg1. Januar 1973ab 1. Januar 2015 Ortschaft der Gemeinde Südheide
OppershausenWienhausen1. Januar 1973
OsterlohAltencelle1. Januar 1929
PoitzenFaßberg1. Januar 1977
PollhöfenUmmern1. März 1974
RebberlahEschede1. Januar 1973
SandlingenEicklingen1. Juli 1968
ScharnhorstEschede1. Januar 2014
ScheuenCelle1. Januar 1973
SchmarbeckPoitzen1. Januar 1973
SchwachhausenOffensen30. September 1928
Siedenholz1910 Umbenennung in Unterlüß
SpechtshornHohne1. Januar 1973
StarkshornEschede1. Januar 1973
SteddenWinsen (Aller)1. Februar 1971
SteinfördeWietze17. Oktober 1928
SüdwinsenWinsen (Aller)1. Februar 1971
SülzeBergen1. Januar 1973
ThörenWinsen (Aller)1. Februar 1971
Ummernab 1. März 1974 Landkreis Gifhorn
UnterlüßSüdheide1. Januar 2015
VorwerkCelle1. Mai 1961[26]
WalleWinsen (Aller)1. Februar 1971
WardböhmenBergen1. Februar 1971
WeesenHermannsburg1. Januar 1973ab 1. Januar 2015 Ortschaft der Gemeinde Südheide
WestercelleCelle1. Januar 1973
WeyhausenEschede1. Januar 1973
WieckenbergWietze1. Januar 1973
WiedenrodeLanglingen1. Juli 1968[27]
WittbeckWolthausen30. September 1928
WohlenrodeEldingen1. Januar 1973
WolthausenWinsen (Aller)1. Februar 1971
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Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen CE zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Beteiligungen

Der Kreis ist Gesellschafter der PD – Berater der öffentlichen Hand.[28]

Literatur

  • Spuren & Zeichen. Menschen im Celler Land erzählen und berichten. Das neue Heimatbuch, hrsg. vom Landkreis Celle in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Celle, Celle: Landkreis Celle, 1991, ISBN 978-3-921744-91-8 und ISBN 3-921744-91-1.

Einzelnachweise

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