Liste der Kulturdenkmale in Bollschweil
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In der Liste der Kulturdenkmale in Bollschweil sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Bollschweil im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
- Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Bollschweil
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Pfarrhof: Pfarrhaus | Anton-Fränznick-Weg 2 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach; Pfarrgarten mit Einfriedung; um 1840
Der Pfarrhof in Bollschweil bildet mit dem benachbarten Kirchenbau ein überliefertes Ensemble geistlicher Infrastruktur des 19. Jahrhunderts, das den gewachsenen Ortskern bis heute prägt. Als Ausdruck kirchlicher Präsenz und seelsorgerischer Kontinuität seit der Zeit des Großherzogtums Baden kommt ihm ein exemplarischer Zeugniswert für die ländlich-katholische Pfarrorganisation jener Epoche zu. Die weitgehende Erhaltung des baulichen Zusammenhangs mit Pfarrhaus, Garten und Einfriedung verleiht dem Anwesen eine besondere anschauliche und erinnerungskulturelle Qualität. |
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Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche St. Hilarius mit Kirchhof | Anton-Fränznick-Weg 5 (Karte) |
Kirchhofmauer, älteren Epithaphien, Missionskreuz, lebensgroße Ölbergszene an der Südseite sowie Kriegerdenkmal. Saalkirche mit eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor, erbaut 1839/41 (a), Innenausstattung und Ausmalung um 1900, Zubehör, Orgel von Johann Heinrich Schäfer, 1868/73 (a) für die Pfarrkirche Günterstal gebaut; Missionskreuz, 1852; Gefallenendenkmal 1870/71
Die katholische Pfarrkirche St. Hilarius in Bollschweil verkörpert in eindrucksvoller Weise die kirchliche Baugesinnung des ausgehenden Vormärz in Verbindung mit einer programmatisch dichten Ausmalung und Ausstattung des späten 19. Jahrhunderts. Der von Johann Friedrich Voß entworfene Kirchenbau steht beispielhaft für die klassizistisch geprägte Sakralarchitektur im südwestdeutschen Raum und bildet zugleich den geistlich-kulturellen Mittelpunkt des Ortes. Die qualitätvolle und ikonographisch vielschichtige Innenausstattung mit Arbeiten namhafter Künstler wie Joseph Schultis, Anselm Endres und Franz Joseph Simmler verleiht dem Kirchenraum eine bemerkenswerte Geschlossenheit und zeugt von der lebendigen Frömmigkeitskultur jener Zeit. |
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| Grenzsteine | Distrikt I Gemeindewald (Karte) |
Grenzstein Nr. 127/57 von 1764 im Gewann Buchwald und Grenzstein 136/35 südlich der Kehre des Rüttibuckwegs. Grenzsteine sind Bestandteil der Gemarkungsgrenze. Grenzzeichen (einschließlich der Zeugen) der Teilorte Sölden bilden eine Sachgesamtheit.
Die Grenzsteine sind ein Zeugnis der Territorialgeschichte aus der Zeit des 18. Jahrhunderts und besitzen als solche ortsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Wegkreuz | General-von-Holzing-Straße (Karte) |
An den Kreuzbalken durchbohrte Hände und Füße Christi, Sandstein, am Sockel 1849 (i)
Das Wegkreuz von 1849 bezeugt die in der Mitte des 19. Jahrhunderts weit verbreitete volkstümlich-katholische Kreuzverehrung im ländlichen Raum und markiert zugleich einen Ort privater Frömmigkeit im Außenraum. Die Darstellungsweise des Gekreuzigten lediglich mit durchbohrten Händen und Füßen verweist auf das intensive Leidensgedenken jener Zeit und auf die tiefe Verwurzelung christlicher Heilsbilder im Alltagsbewusstsein. Als steinernes Glaubenszeugnis am Rand des Wegenetzes besitzt das Denkmal nicht nur religiös-symbolischen, sondern auch ortsgeschichtlichen Stellenwert. |
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| Eindachhof: Wohnteil | Gütle 8 (Karte) |
Zweigeschossiger, talseitig auf hohem Kellersockel, Hocheinfahrt an rückwärtiger Walmseite, vor dem Obergeschoss Galerie mit geschweiften Brettdocken, darunter vier geschnitzte Säulen, durch Büge verstrebt, verbretterter, ursprünglich offener Walmvorstand mit hervorstehenden Hängestreben schauen, talseitig Galerie vor Stall und Obergeschoss; Stallteil verschindelt, bergseitig drei rundbogige Stalltüren, vor dem Stall Brunnenschopf, Inneres mit Stubenausstattung, 1786 (i) am Türsturz unter neuer Verkleidung, 1735 (a) erbaut
Der in das Jahr 1735 zurückreichende Eindachhof dokumentiert in eindrucksvoller Weise die funktionale und formale Einheit von Wohn- und Wirtschaftsteil im traditionellen bäuerlichen Bauen des südwestdeutschen Raums. Die qualitätvolle handwerkliche Ausführung mit geschnitzten Säulen, Brettgalerie und konstruktiv anspruchsvollen Holzelementen zeugt vom gestalterischen Anspruch und vom Selbstbewusstsein des bäuerlichen Bauherrn. Die überlieferten Bauteile sowie die innere Ausstattung machen das Anwesen zu einem anschaulichen Zeugnis vormoderner Lebens- und Wirtschaftsformen in der Region. |
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| Wegkreuz | Hexentalstraße 28 a (Karte) |
Kreuzbalken mit Vierpassenden, Reliefdarstellungen der Marterwerkzeuge (Arma Christi), Sockel mit Inschrift, Sandstein, 1753 (i)
Das Wegkreuz ist ein anschauliches Zeugnis barocker Volksfrömmigkeit und Ausdruck der im 18. Jahrhundert intensiv gepflegten Passionsverehrung. Die Darstellung der Arma Christi verweist auf die meditative Hinwendung zum Leiden Christi als zentrales Moment katholischer Frömmigkeitspraxis dieser Zeit. Mit seiner Position im Landschaftsraum diente es zugleich der sakralen Markierung und spirituellen Orientierung im Alltag der ländlichen Bevölkerung. Als Inschriftenträger liefert es zudem Hinweise auf Stiftertraditionen und Erinnerungskultur im katholisch geprägten Südwestdeutschland. |
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| Gasthaus zum Schwanen | Hexentalstraße 39 (Karte) |
Heute Wohnhaus, zweigeschossiger und verputzter Massivbau mit Satteldach und rückwärtigem Anbau sowie Grundstückseinfriedung, 19. Jahrhundert
Das ehemalige Gasthaus zum Schwanen zeugt von der einstigen Bedeutung des Ortes als Station des regionalen Reise- und Handelsverkehrs im 19. Jahrhundert. Als Gastwirtschaft erfüllte es nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine soziale Funktion im dörflichen Gefüge und diente als Ort geselliger Begegnung und Kommunikation. Der heute zu Wohnzwecken genutzte Bau bewahrt mit seiner Lage und Struktur die Erinnerung an diese vergangene Nutzung und steht stellvertretend für den Wandel ländlicher Infrastruktur im Zuge gesellschaftlicher Modernisierung. |
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| Wegkreuz | Hexentalstraße 46 (Karte) |
Kruzifixus auf profiliertem Inschriftensockel mit Andachts- und Stifterinschrift, Sandstein, 1875 (i)
Das Wegkreuz von 1875 dokumentiert die Kontinuität katholischer Frömmigkeitstradition im ländlichen Raum des 19. Jahrhunderts. Es steht exemplarisch für die Stiftungskultur der bäuerlich geprägten Gesellschaft, in der religiöse Zeichen als Ausdruck persönlicher Frömmigkeit und sozialer Repräsentation fungierten. Die Inschriften erlauben Rückschlüsse auf Stifterkreis und Motivlagen und bieten kulturhistorische Einblicke in das religiöse Alltagsleben. In seiner Funktion als Andachtsort im Außenraum ist das Kreuz zugleich ein Zeugnis historischer Volksfrömmigkeit und landschaftsbezogener Sakraltopographie. |
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| Gnadenstuhl | Anton-Fränznick-Weg (Karte) |
Steinerne Dreifaltigkeitssäule, Pfeilersockel mit weit ausladender, profilierter Dachplatte und gerahmter Inschrift: „Die Ehr/sey Gitt dem/Vatter und dem/Sohn und dem heiligen Geist als er war(im anfang jetzt/und allzeit und/zu ewigen ...“, 1763 (i), darauf toskanische Säule mit Gruppe einer Dreifaltigkeit (Gnadenstuhl)
Die 1763 datierte Dreifaltigkeitssäule mit Gnadenstuhl stellt ein eindrucksvolles Zeugnis barocker Volksfrömmigkeit dar und veranschaulicht die bildhafte Durchdringung theologischer Lehre im öffentlichen Raum. Die Darstellung der Trinität in Form des Gnadenstuhls verweist auf das zentrale Heilsmysterium des Christentums, während die eingemeißelte Inschrift den liturgischen Lobpreis der Dreifaltigkeit in einfacher, volksnaher Sprache bewahrt. Als steinernes Glaubensmal mit qualitätvoller Ausführung und hohem Symbolgehalt besitzt das Denkmal sowohl religionsgeschichtliche als auch ortsbildprägende Bedeutung. |
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Weitere Bilder |
Rathaus | Hexentalstraße 56 (Karte) |
Ursprünglich als Schulhaus mit Lehrerwohnung im Obergeschoss, zweigeschossiger und verputzter Massivbau mit Walmdach, Mittelrisalit an der Hauptfassade, Stockwerkgesims, um 1890
Das Rathaus in Bollschweil wurde ursprünglich als Schulhaus errichtet, was den funktionalen Ursprung und die städtebauliche Einbindung des Gebäudes in das Ortsbild prägt. Die Architektur betont die horizontale Gliederung und unterstreicht die neuklassizierenden Gestaltungselemente, die für den spät 19. Jahrhundert verbreiteten öffentlichen Bau charakteristisch sind. Seine bauhistorische Bedeutung liegt auch in der Umnutzung von Schulhaus zu Rathaus, die den Wandel kommunaler Nutzungen im Laufe der Zeit dokumentiert. |
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| Sühnekreuz | Kuckucksbadstraße (Karte) |
Wohl aufgestellt zur Kompensation eines hier einst verübten Totschlags, Stein, 16. Jahrhundert
Das Sühnekreuz ist ein seltenes Zeugnis vormoderner Rechtspraxis und privatrechtlicher Konfliktbewältigung durch symbolische Sühne. Seine Errichtung verweist auf die Vorstellung von Gerechtigkeit und Wiedergutmachung im spätmittelalterlichen Rechtsverständnis. Es dokumentiert zugleich den Wandel im Umgang mit Gewaltverbrechen in ländlichen Räumen vor der staatlichen Monopolisierung der Strafgewalt. Als steinernes Erinnerungsmal besitzt es daher hohe rechts-, sozial- und mentalitätsgeschichtliche Aussagekraft. |
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| Wegkreuz | Kuckucksbadstraße 10 (Karte) |
Kruzifixus, am Kreuzfuß Kelch und Hostie, profilierter Inschriftensockel mit Andachtsvers und Leidenswerkzeugen sowie Stifterinschrift, spätes 19. Jahrhundert
Dieses Wegkreuz aus dem späten 19. Jahrhundert reflektiert eine Frömmigkeitspraxis, in der liturgische Zeichen wie Kelch und Hostie bewusst mit der Kreuzesdarstellung verbunden wurden, um das eucharistische Opfergedenken ins Alltagsbild zu tragen. Die Darstellung der Leidenswerkzeuge und der eingelassene Andachtsvers verstärken die meditative Funktion des Denkmals und laden zur persönlichen Betrachtung des Heilsgeschehens ein. Als Stifterkreuz mit individualisierter Widmung besitzt es zugleich sozialgeschichtliche Aussagekraft und dokumentiert das religiöse Selbstverständnis der bäuerlich geprägten Bevölkerung jener Zeit. |
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Weitere Bilder |
Schul- und Rathaus | Leimbachweg 2 (Karte) |
Heute Wohnhaus, zweigeschossiger und verputzter Massivbau mit Walmdach, profiliertes Traufgesims, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Das Gebäude dokumentiert exemplarisch die kommunale Baupolitik des frühen 19. Jahrhunderts, in der Verwaltungs- und Schulwesen häufig in einem Bau vereint wurden. Es ist ein aussagekräftiges Zeugnis für die Entwicklung öffentlicher Infrastruktur in der Zeit nach den badischen Reformen. Seine bauliche Gestaltung spiegelt die funktionale wie repräsentative Ausprägung kommunaler Bauten jener Epoche. Der Bau besitzt ortsgeschichtliche und kulturhistorische Bedeutung als Teil der historischen Gemeindestruktur. |
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| Winkelgehöft: Wohnhaus eingeschossig und giebelständig | Leimbachweg 4 (Karte) |
Verputzt auf hohem Kellersockel, Satteldach; rechtwinklig anschließend Ökonomiegebäude, 1795 (i) am Scheunentor
Das Gehöft stellt ein charakteristisches Beispiel für die ländliche Bauweise des späten 18. Jahrhunderts dar und dokumentiert die funktionale Trennung von Wohn- und Wirtschaftsbereich in einem regionaltypischen Ensemble. Die Datierung am Scheunentor erlaubt eine genaue bauzeitliche Einordnung und verweist auf die historische Kontinuität agrarischer Nutzung. Die Gebäudeform reflektiert die sozialen und ökonomischen Bedingungen bäuerlichen Lebens in der spätfeudalen Zeit. Das Ensemble besitzt aus agrar-, siedlungs- und baugeschichtlicher Perspektive exemplarischen Quellenwert. |
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| Streckgehöft: Wohnhaus | Leimbachweg 6 (Karte) |
Eingeschossig auf hohem Kellersockel, Satteldach, am Türsturz 1823 (i); in Firstlinie anschließend Ökonomie mit Satteldach
Das Gebäude dokumentiert die ländliche Wohn- und Wirtschaftsweise des frühen 19. Jahrhunderts in der Region. Die typologische Ausprägung als Streckgehöft ist für die agrarische Siedlungsstruktur charakteristisch. Die Datierung von 1823 erlaubt eine präzise zeitliche Verankerung innerhalb der historischen Dorfentwicklung. Dadurch bietet das Objekt wertvolle Einblicke in die bauhistorischen und sozialgeschichtlichen Verhältnisse jener Epoche. |
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| Wegkreuz | Leimbachweg 8 (Karte) |
Kruzifixus auf profiliertem Inschriftensockel mit Andachtsvers, Sandstein, 1896 (i)
Das Wegkreuz von 1896 bezeugt die ungebrochene Kontinuität katholischer Frömmigkeit im ausgehenden 19. Jahrhundert und dokumentiert die Präsenz religiöser Zeichen in der ländlichen Kulturlandschaft. Der profilierte Inschriftensockel mit Andachtsvers ist Ausdruck einer personalisierten Glaubenshaltung und verweist auf die individuelle Stiftungspraxis einfacher Bevölkerungsschichten. In seiner typologischen Ausformung steht es exemplarisch für die Volkskunst und religiöse Kleinplastik der Epoche. Als historisches Kleindenkmal besitzt es kulturgeschichtliche Bedeutung für das Verständnis regionaler Religiosität und sozialer Selbstverortung im öffentlichen Raum. |
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Weitere Bilder |
Schloss der Freiherrn von Holzing-Berstett | Mühlenweg 1 (Karte) |
Hufeisenförmige Anlage um einen Innenhof, errichtet an Stelle eines Wasserschlosses, seit dem frühen 19. Jahrhundert im Besitz der Freiherren von Berstett, später Holzing-Berstett, mit Umbau 1918:
Das Anwesen dokumentiert beispielhaft den Übergang von einem adeligen Wehrbau des Spätmittelalters zu einem repräsentativen Landsitz des 18. Jahrhunderts im südwestdeutschen Raum. Es steht für den Wandel der Lebensformen des Landadels sowie die stilistische Entwicklung vom Barock zum Empire. Die Umbauten von 1918 belegen eine bewusste Denkmalpflege und historische Aneignung im frühen 20. Jahrhundert. Als Stammsitz der Freiherren von Holzing-Berstett ist es zudem von hoher familien- und regionalgeschichtlicher Bedeutung. |
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| Friedhofkreuz | Ölbergweg (Karte) |
Kruzifixus, Kreuzenden dreipassförmig, am Kreuzstamm Inschrift: „Eine Ers Gemaint Boltschwil 1759“ (i)
Kapelle, gestiftet 1904, heute Gefallenengedenkstätte; Grabstätten derer von Holzing-Bestett sowie derer von Kaschnitz Das Friedhofkreuz von 1759 mit seinem dreipassförmigen Kruzifixus ist ein bedeutsames Zeugnis sakraler Volksfrömmigkeit und lokaler Handwerkskunst des 18. Jahrhunderts. Die Inschrift verweist auf eine historische Gemeinschaftsinitiative in Bollschweil, was die regionalen sozialen Verflechtungen dokumentiert. Die um 1904 gestiftete Kapelle, heute als Gefallenengedenkstätte genutzt, unterstreicht die Bedeutung des Ortes als Erinnerungsraum, wie auch die Grabstätten für die lokalen Adelsfamilien von Holzing-Berstett und Kaschnitz. Die Verbindung von Sakralbau, Grabstätten und Gedenkstätte macht den Ort zu einem kulturhistorisch wertvollen Ensemble, das regionale Geschichte und soziale Identität in verdichteter Form repräsentiert. |
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| Grenzsteinkette des Klosters St. Ulrich im Schwarzwald | Sonnhalden (Karte) |
Vier Grenzsteine (Nr. 50, 55, 57, 59) aus Naturstein; kennzeichnet die Grenze der Herrschaften Klosters St. Trudpert und der Herrschaft der Freiherren Schnewlin Bernlapp von Bollschweil; bez. BB (Bann Bollschweil), vermehrtes Wappen der Schnewlin Bernlapp von Bollschweil, ST (Sankt Trudpert) und Abtstab des Klosters St. Trudpert, 1751(i)
Die Grenzsteinkette des Klosters St. Trudpert von 1751 ist ein Zeugnis der Rechtsgeschichte. Seit dem Mittelalter markierten solche Grenzsteine als ortsgebundene Rechtsurkunden Herrschafts- und Grundstücksgrenzen, trennten Besitz- und Nutzungsrechte voneinander und schützen gleichzeitig vor Übergriffen. In diesem Fall kennzeichneten sie die Herrschaftsgrenzen zwischen der Herrschaft des Klosters St. Trudpert und der Herrschaft der Freiherren Schnewlin Bernlapp von Bollschweil. |
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St. Ulrich
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wegkreuz | St. Ulrich (Karte) |
Kruzifixus, Barockkorpus unter einer Verdachung (erneuert), 18. Jahrhundert
Das Wegkreuz mit barockem Korpus zeugt von der tief verwurzelten Volksfrömmigkeit des 18. Jahrhunderts, die in der ländlichen Region weit verbreitet war. Die kunstvolle Gestaltung des Korpus steht exemplarisch für die barocke Betonung emotionaler Andacht und die Vermittlung religiöser Botschaften durch bildhafte Darstellung. Die Verdachung, auch wenn erneuert, zeigt die Bedeutung des Denkmals als geschützter Ort der Andacht und als sozialer Treffpunkt. Insgesamt dokumentiert das Kreuz die Kontinuität religiöser Traditionen sowie die lokale handwerkliche Qualität und ist daher von hohem kulturhistorischem Wert. |
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| Meierhof des Klosters St. Peter: Parallelgehöft | St. Ulrich 7, 8 (Karte) |
Hauptgebäude zweigeschossig mit Fachwerkobergeschoss und Walmdach, 1777 (i); Stall, Massivbau mit Krüppelwalmdach, 1778 (i)
Der Meierhof stellt ein bedeutendes Zeugnis klösterlicher Wirtschaftsstrukturen dar, die bis 1806 Bestand hatten. Das Hauptgebäude von 1777 und der angrenzende Stall von 1778 spiegeln durch ihre Bauweise und Ausstattung die funktionale Verbindung von Wohnen und landwirtschaftlicher Nutzung wider. Die erhaltenen architektonischen Details wie Fachwerkobergeschoss, Biberschwanzdeckung und historische Innenausstattung dokumentieren die handwerklichen und baulichen Traditionen des 18. Jahrhunderts. Insgesamt besitzt der Meierhof aufgrund seiner Baugeschichte und seines Erhaltungszustands hohen wissenschaftlichen und heimatgeschichtlichen Wert. |
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Weitere Bilder |
Benediktinerpriorat und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul | St. Ulrich 9, 10, 11 a, 11 (Karte) |
Baukomplex in beherrschender Hanglage über St. Ulrich und Möhlintal, gegründet als Cluniazenserkloster durch Ulrich von Zell 1067 (a), an den jetzigen Ort verlegt um 1083 bis 1087 (a), seit 1578 der Abtei St. Peter inkorporiert, Aufhebung 1806 (a), bestehend aus:
Die Wallfahrtskirche und das einstige Benediktinerpriorat zu St. Ulrich erheben sich weithin sichtbar in dominierender Lage auf einer Hangterrasse über dem zugehörigen Dorf und dem Möhlintal. In der abgeschiedenen Tallage wird bis heute der Drang des Mönchtums nach Rückzug in die Einsamkeit der Natur sichtbar. Von der mittelalterlichen Anlage blieben nur Teile der Einfriedungsmauer und ein Befestigungsturm. das Übrige ist eine Neuschöpfung der Barockzeit an einem äußerst geschichtsträchtigen Ort. Gegründet wurde die Anlage ursprünglich durch Ulrich von Zell. Er war 1061 in das berühmte Kloster von Cluny eingetreten und wurde dort mit der Durchführung der cluniazensischen Reform beauftragt. Ulrich beeinflusste maßgeblich die Reformbewegung des Schwarzwaldklosters Hirsau und verlegte ein von ihm bei Grüningen im Breisgau gegründetes Kloster um 1087 in das Möhlintal. Es blieb die einzige cluniazensische Klostergründung rechts des Rheins. In diesem Kloster fand der später heiliggesprochene Ulrich auch seine letzte Ruhe. Aus dieser frühen Zeit dürfte das sog. Taufbecken im Pfarrgarten stammen, bei dem es sich in Wirklichkeit um eine romanische, äußerst aufwendig gestaltete Brunnenschale handelt, die wohl Bestandteil des abgegangenen mittelalterlichen Kreuzganges war. Das monolithische Stück zeigt Christus in der Mandorla, die Apostel und Propheten der Bibel. Das Stück zählt zu den interessantesten Zeugnissen hochromanischer Bildhauerkunst im Schwarzwald bzw. dem Oberrheingebiet. 1560 bzw. 1578 wurde das Kloster der Abtei St. Peter auf dem Schwarzwald inkorporiert und blieb bis 1806 Benediktinerpriorat von St. Peter. Die Prioratskirche erlangte als Wallfahrtsort zur wundertätigen Quelle und dem Grab des heiligen Ulrich Bedeutung. Abt Benedikt von St. Peter veranlasste den Neubau des Priorats ab 1739 nach Entwürfen von Peter Thumb (1681 bis 1766). Mittelpunkt des Priorats bildet die Priorats- und Wallfahrtskirche, die heutige katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul, die das umfassende Werk bedeutenden Vorarlberger Baumeisters dokumentiert. Die an sich einfache Saalkirche mit Rechteckchor zählt mit ihrer reichen Ausstattung zu den herausragenden Leistungen barocken Kunstschaffens im Schwarzwald. Für die Region am Ober- und Hochrhein wichtige Kunsthandwerker und Maler, so der Wessobrunner Stuckkator Franz Anton Vogel (1720 bis 1777), die Maler Franz Ludwig Herrmann (1723 bis 1791), Maler Benedikt Gambs (1703 bis 1751) und Franz Moosbrugger sowie der Wessobrunner Bildhauer und Stukkator Johann Kaspar Gigl (1737 bis 1784) waren an der Ausgestaltung beteiligt und schufen ein für die Entstehungszeit charakteristisches Raum- und Gesamtkunstwerk. Es bezeugt ebenso wie die qualitativ hochwertige Ausstattung des Prioratsgebäudes den Repräsentationsanspruch der Abtei St. Peter in ihrer Niederlassung und sollte dabei die Attraktivität des Wallfahrtsortes steigern. Mit der exponierten Lage über dem Dorf St. Ulrich sind das Benediktinerpriorat und die Wallfahrtskirche St. Peter und Paul ein für die Kulturlandschaft des Schwarzwaldtals der Möhlin in höchstem Maße raumwirksames Kulturdenkmal. |
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| Wegkreuz | St. Ulrich (Karte) |
Kruzifixus, lilienförmige Kreuzenden, Sockelinschrift, gestiftet 1865 (i) von Witwe Maria Josepha Weber
Das Wegkreuz von dokumentiert eindrücklich die religiöse Stiftungspraxis im 19. Jahrhundert, insbesondere durch Einzelpersonen wie die namentlich überlieferte Stifterin. Die lilienförmigen Kreuzenden verweisen symbolisch auf Reinheit und Christusverehrung und verbinden sich mit der katholischen Bildsprache der Zeit. Die Stiftung durch eine Witwe verdeutlicht den Zusammenhang zwischen persönlicher Lebenssituation, Frömmigkeit und öffentlicher Memorialkultur. Das Kreuz steht exemplarisch für die enge Verflechtung von privater Religiosität, öffentlichem Bekenntnis und sozialer Gedächtniskultur im südwestdeutschen Raum. |
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| Grenzsteinkette des Klosters St. Ulrich im Schwarzwald | St. Ulrich 13 (Karte) |
Acht Grenzsteine (Nr. 1-5, 7, 8, 10) aus Naturstein; kennzeichnet die Grenze der Herrschaften Klosters St. Ulrich im Schwarzwald und der Herrschaft der Freiherren Schnewlin Bernlapp von Bollschweil; bez. SV (St. Ulrich), FvB (Freiherren von Bollschweil); Wappen des Klosters St. Ulrich im Schwarzwald (zwei Balken), vermehrtes Wappen der Freiherren von Bollschweil mit Krone, Abtstab des Klosters St. Trudpert; 1750(i)
Die Grenzsteinkette des Klosters St. Ulrich im Schwarzwald von 1750 ist ein Zeugnis der Rechtsgeschichte. Seit dem Mittelalter markierten solche Grenzsteine als ortsgebundene Rechtsurkunden Herrschafts- und Grundstücksgrenzen, trennten Besitz- und Nutzungsrechte voneinander und schützen gleichzeitig vor Übergriffen. In diesem Fall kennzeichneten sie die Herrschaftsgrenzen zwischen der Herrschaft des Klosters St. Ulrich im Schwarzwald und der Herrschaft der Freiherren Schnewlin Bernlapp von Bollschweil. |
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| Hansmartinshof | St. Ulrich 35 (Karte) |
Eindachhof, talseitig auf massivem Sockel, bergseitig (zur Straße) Scheuneneinfahrt über gesamte Hausbreite, Hauseingang Bauinschrift in Ornament mit Initialen und Datum 1756 (a); Hofkapelle, Massivbau mit schindelgedecktem Satteldach und offenem Glockenstuhl, rundbogiger Eingang, Altar mit Vesperbild, 1863 (a); Schuppen, schindelgedeckter Massivbau
Der Hansmartinshof ist ein eindrucksvolles Zeugnis selbstbewusster bäuerlicher Bautradition der Mitte des 18. Jahrhunderts, dessen gestaffelte Hofstruktur mit Haus, Kapelle und Nebengebäuden die funktionale Vielgliedrigkeit ländlicher Lebensformen anschaulich bewahrt. Die bauzeitliche Inschrift am Wohnhaus von 1756 verweist auf das historische Selbstverständnis seiner Erbauer, während die 1863 errichtete Hofkapelle mit Vesperbild religiöse Binnenbindung und familiäre Frömmigkeit zum Ausdruck bringt. Als ensemblehaft erhaltener Eindachhof mit zugehöriger Sakralarchitektur dokumentiert der Hansmartinshof in seltener Geschlossenheit die Verzahnung von Arbeit, Alltag und Glaube im bäuerlichen Raum des 18. und 19. Jahrhunderts. |
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| Wegkreuz | St. Ulrich (Karte) |
Kruzifixus, Sockel mit Andachtsvers, 1902 (i)
Das Wegkreuz von 1902 stellt ein bedeutendes Zeugnis des frühen 20. Jahrhunderts dar, das die Fortführung regionaler Frömmigkeitspraktiken dokumentiert. Der Andachtsvers auf dem Sockel unterstreicht die didaktische Funktion solcher religiösen Denkmäler als Orte der spirituellen Besinnung im öffentlichen Raum. Es reflektiert den gesellschaftlichen Wert von Religion als identitätsstiftendes Element in der Gemeinde. Somit besitzt das Wegkreuz hohen kulturgeschichtlichen Wert als Ausdruck lokalen Glaubenslebens und sozialer Kontinuität. |
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| Wegkreuz | St. Ulrich (Karte) |
Kruzifixus, Andachtsvers auf profiliertem Sockel, Kalkstein, 1928 (i)
Das Wegkreuz steht in der Traditionslinie der Andachtskreuze, die das religiöse Leben und die Frömmigkeit der lokalen Gemeinschaft symbolisieren. Der profiliert gestaltete Sockel aus Kalkstein verweist auf die Wertschätzung handwerklicher Qualität und dauerhafter Materialien in der Denkmalpflege der Zwischenkriegszeit. Die Verwendung eines Andachtsverses betont die liturgische Funktion solcher Kreuze als Orte der Besinnung und Mahnung. Dieses Kreuz reflektiert damit sowohl die Kontinuität sakraler Bildtraditionen als auch die spezifischen geistigen Bedürfnisse einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche. |
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| Alter Seppeleshof | St. Ulrich 41 (Karte) |
Eindachhof, datiert an Pfosten im Obergeschoss 1736 (i), talseitig auf massivem Sockel, die Stirnseite des Wohnteiles einstufig versetzt und zum Teil verschindelt, Galerie am Obergeschoss, bergseitig von der Straße her zwei Widerkehren zum Heubergeraum, Stube holzverschalt, 1947 bemalt
Der Alte Seppeleshof ist ein aussagekräftiges Beispiel für das ländliche Wohn- und Wirtschaftsbauen des frühen 18. Jahrhunderts, das sich durch seine überkommene Formensprache und bauliche Einheitlichkeit als authentisches Zeugnis bäuerlicher Selbstorganisation behauptet. Die qualitätvolle Ausführung sowie spätere Überformungen spiegeln den behutsamen Wandel traditioneller Bauformen unter Wahrung funktionaler wie symbolischer Elemente. In seiner gewachsenen Gestalt dokumentiert der Hof nicht nur das wirtschaftliche Selbstverständnis seiner Erbauer, sondern auch den Fortbestand regionaler Bautraditionen über mehrere Jahrhunderte hinweg. |
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| „Ulrichsbrunnen“ | St. Ulrich 51 (Karte) |
Brunnenkapelle in der Klosteranlage, heilkräftige Quelle, die bereits dem hl. Ulrich diente, 1771 (a), heutiger Bestand wohl 1855: Nischenbau mit Satteldach, über Rückwand stockartiger Aufsatz, beidseitig mit Reliefbild des hl. Ulrich, Nischenöffnung in Form eines Eselsrückens, im Bogenfeld Wappen, CSPP (i), innen an Rückwand Epitaph mit liegender Ulrichsfigur „St. Ulrichs-Brunn. Ein Heilsames Wasser (Math. 4,24) Diese Brunnquell wurde also geziert im Jahre 1771. Renoviert 1855. Erneuert 1902.“
Der sogenannte Ulrichsbrunnen innerhalb der Klosteranlage steht exemplarisch für die Verbindung von Quellkult, Heilsglauben und Heiligenverehrung im katholischen Volksglauben des 18. und 19. Jahrhunderts. Die architektonisch gefasste Quelle, die auf eine Nutzung durch den heiligen Ulrich zurückgeführt wird, verbindet sakrale Topographie mit heilkräftiger Überlieferung und wurde im Laufe der Zeit mehrfach instand gesetzt, was auf ihre fortdauernde kultische Bedeutung verweist. Als bauliches Zeugnis religiöser Volksmedizin und monastischer Fürsorge stellt der Ulrichsbrunnen ein seltenes und vielschichtiges Denkmal spiritueller Landschaftsgestaltung dar. |
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Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.