Liste der Kulturdenkmale in Heitersheim
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In der Liste der Kulturdenkmale in Heitersheim sind die Kulturdenkmale der Stadt Heitersheim im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

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- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Gallenweiler
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Ev. Pfarrhof | Bachstraße 8 (Karte) |
Dreiseitgehöft, 1. Viertel 19. Jahrhundert, bestehend aus:
Der ev. Pfarrhof von Gallenweiler dürfte im frühen 19. Jahrhundert erbaut worden sein. Zum Anwesen gehört eine außerordentlich stattliche Scheune, die etwa parallel zum Pfarrhaus jenseits des rückwärtigen Hofs steht und wohl ebenfalls im 19. Jahrhundert entstanden ist. Das Pfarrhaus zeigt auffallend unterschiedliche Achsverteilung und zwar derart, dass die nördliche Fensterachse etwas abgerückt erscheint. Dies könnte darauf hinweisen, dass das Haus an dieser Stelle nachträglich verlängert wurde. Der Pfarrhof stellt einen unverwechselbaren und besonders markanten Baukomplex in dem kleinen Gallenweiler dar und ist als Verwaltungsmittelpunkt der seit 1316 belegten Pfarrei für die Orts-, Kirchen- und Baugeschichte des Dorfes von Bedeutung: Dieses lag als markgräfliche und damit seit 1556 evangelische Enklave inmitten des katholischen Fürstentums Heitersheim. |
102480840 | ||
| Ev. Filialkirche (St. Gallus) | Hans-Eckerlin-Straße 1 (Karte) |
Bis 1966 Pfarrkirche, massiver verputzter Saalbau mit einseitig abgewalmtem Satteldach, hohe Korbbogenfenster, schlanker Ostturm, im Inneren hölzerne Falchdecke des 19. Jahrhunderts mit aufgemalten Kreuzen, Fenster mit ornamentaler Fassung und farbiger, ornamentaler Verglasung, Neubau anstelle eines Vorgängers, 1793 (a), Glockenturm 1860er-Jahre
Die kleine evangelische Filialkirche von Gallenweiler wurde 1793 anstelle eines Vorgängerbaus errichtet, dessen Patrozinium unbekannt ist. Ein Pfarrer ist schon 1316 erstmals erwähnt. Die kleine Chorturmkirche ist geostet und steht auf einer leichten Anhöhe markant im Dorf. Sie ist ein charakteristischer Vertreter der einfachen Predigträume, wie sie den evangelischen Sakralbau in der Markgrafschaft seit dem 18. Jahrhundert prägten. Allerdings blieb die Kirche ohne Turm und Chor, weil sich der Markgraf und das Domkapitel Basel, die beide für den Bauunterhalt der Kirche zuständig waren, nicht über den Neubau einig werden konnten. Basel hielt diesen für unnötig. Erst in den 1860er-Jahrehn erhielt das Gotteshaus seinen schlanken Ostturm. Das Gotteshaus ist damit wichtiges Zeugnis der Orts- und Kirchengeschichte von Gallenweiler, das seit der Einführung der Reformation 1556 eine evangelische Enklave im katholischen Fürstentum Heitersheim bildete. |
102480898 | ||
| Scheune | Hans-Eckerlin-Straße 3 (Karte) |
Verputzter Massivbau mit Satteldach, 18./19. Jahrhundert
An der Schulstraße befindet sich eine ungewöhnlich stattliche Scheune in giebelständiger Lage zur Straße. Sie dürfte wohl im späten 18. bzw. frühen 19. Jahrhundert entstanden sein, ist ganz massiv gebaut und wird durch ein mächtiges Satteldach abgedeckt. In den straßenseitigen Giebel sind symmetrisch angeordnete Fenster eingelassen, die darauf schließen lassen, dass zumindest dieser Teil des Scheunenbaus für Knechtsunterkünfte genutzt wurde. Das Gebäude stellt ein besonders stattliches Beispiel einer Scheune dar, die im Übrigen bisher kaum verändert wurde, einer Baugattung also, die mehr und mehr im Verschwinden begriffen ist. |
102480914 | ||
| Wohnhaus eines Gehöfts | Rathausgasse 7 (Karte) |
Eingeschossiger verputzter Massivbau unter Satteldach mit Aufschiebling, traufseitige Erschließung, wohl 17./18. Jahrhundert
Das Gebäude stellt ein charakteristisches Beispiel für ein Wohnhaus eines kleinbäuerlichen Anwesens dar, das also in bezeichnendem Gegensatz zu den aufwendigeren Markgräfler Gehöften mit umfangreichem Weinbaubetrieb steht. Gebäude dieser Art waren ehemals für die Markgräfler Dörfer prägend, doch sind sie heute fast völlig verschwunden. Es dokumentiert Aspekte der vormodernen Siedlungsstruktur und Sozialgeschichte. |
102480869 |
Heitersheim
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wegkreuz | Am Sulzbach 22 (Karte) |
Sandstein, hohes Postament, Kreuzbalken mit Kleeblattenden, Korpus, Ende 19. Jahrhundert
Das Wegkreuz bildet bis heute eine Station bei der Flurprozession an Christi Himmelfahrt und vertritt einen in der Region mehrfach vertretenen Typus mit Kreuzenden in Kleeblattform. Es ist ein anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in dem mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Siedlungsbild des katholisch geprägten Heitersheims. |
102480471 | ||
| Zwei Scheitelsteine | Am Sulzbach 30 (Karte) |
Einer in der Grundstückmauer bei der ehem. Stterle-Mühle, Bogenstück mit Initialen HIS und AMSb, Mühlrad, von Pfeilen durchstoßene, bekröntes Herz, 1722(i); Wappenstein im Türsturz Sulzbach 30 (ehem. Mühlenteil), Initialen MIT SBB (IS MB TB), 1774 (i)
Der barocke Keilstein und der Scheitelstein mit Wappen sind für die Ortsgeschichte von Heitersheim von Bedeutung und geben einen interessanten Hinweis auf ein in diesem Bereich der Stadt einmal ansässig gewesenes Mühlengewerbe. |
102471600 | ||
| Schulhaus mit rückwärtigem Nebengebäude | Anne-Frank-Straße 10 (Karte) |
Schulhaus zweigeschossiger verputzter Massivbau, steiles Walmdach mit Gauben, Gliederung durch Ecklisenen, große rechteckige Erdgeschossfenster der Schulzimmer, teils Fenste rmit geschweiften Bögen, darüber Segmentbiogenfenster mit Keilsteinen der Lehrerwohnungen, im Obergeschoss seitlich zweiachsige Loggia mit geschweiften Bögen; rückwärtiges Nebengebäude mit Säulenloggia, steiles Walmdach mit Walmdachaufsatz über hölzernen Lüftungslamellen, 1914 (a)
Das stattliche Schulhaus ist beispielhaft für Schulgebäude in den Formen der Reformarchitektur des frühen 20. Jh., die sich im Sinne des Heimatschutzgedankens an regionalen Bauformen orientierte. Hier wurden sehr bewusst barocke Elemente aufgegriffen, welche das Ortsbild Heitersheims seit dem 18. Jahrhundert nachhaltig prägen. Der qualitätvoll gestaltete Bau ist wichtiges Zeugnis der Ortsbau- und Bildungsgeschichte Heitersheims am Ende des Kaiserreiches und belegt den repräsentativen Charakter, den man Schulbauten seinerzeit beimaß. |
102462783 | ||
| Kriegerdenkmal für den Deutsch-Französischen Krieg 1807/1 | Anne-Frank-Straße 10 (Karte) |
Monolither Stein mit Inschrifttafel, Eisernem Kreuz im Eichenlaubkranz und Adlerbekrönung, eingeweiht durch die Gemeinde Heitersheim, 1906 (i)
In vielen badischen Gemeinden wurden zu Ende des 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts von Veteranenvereinen und den Kommunen Ehrenmäler aufgestellt, welche der Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 gedenken. Dabei wurden nicht nur der Gefallenen gedacht, sondern allen Soldaten aus der jeweiligen Gemeinde. Sie sind auch Erinnerung an die Reichseinigung unter preußischer Führung und stellen dabei den badischen Anteil heraus. Das Denkmal ist daher ein anschauliches Zeugnis des Nationalpatriotismus im Kaiserreich. |
102462800 | ||
| Beamtenwohnhaus | Badhausstraße 21 (Karte) |
Sog. Malteserbad, ab 1824 Badehaus, zweiteiliger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Vorderteil mit Satteldach, hinterer Teil mit Walmdach, übergiebeltem Mittelrisalit und Eckloggia, einfache Rechteckfenster, im Giebel Wappen des Fürsten und Großpriors Goswin von Merveldt in Kartusche, 1726 (i), nach Erwerb durch Johann Georg Fünfgeld Errichtung des nördlichen Badehauses, 1824 (a); nach Norden anschließende verputzte Gartenmauer mit profilierten Torpfeilern
Das stattliche Anwesen an der Auffahrt vom Sulzbach zum Schloss entstand urspr. als Wohnhaus für Beamte des Heitersheimer Hofstaates und war als solches bis 18706 genutzt. Nach dem Erwerb des barockzeitlichen Anwesens mit zugehörigem Garten durch Johann Georg Fünfgeld, einen Bürger aus Heitersheim, ließ dieser zwei Jahre später im Garten ein separates, heute mit dem Hauptgebäude verbundenes Badehaus im Garten errichten, in dem eine angeblich heilkräftige Quelle entsprang. Zu dem Badebetrieb gehörte auch eine Schankwirtschaft, die unter dem Namen Zum Malteserbad am Ort bekannt wurde. Das Gebäudeensemble ist damit ein wichtiges Zeugnis für den Ausbau der Residenz des gefürsteten Großpriors in der Barockzeit sowie die Nachnutzung der herrschaftlichen Gebäude infolge der Säkularisation bzw. Mediatisierung des Großpriorrats Heitersheim. |
102471647 | ||
| Empfangsgebäude des Bahnhofs Heitersheim | Eisenbahnstraße 48 (Karte) |
Langgestreckter Bau zwischen zwei Querriegeln, flach geneigte Satteldächer, giebelseitig über beschnitzten Streben vorkragend, Erdgeschoss aus Ziegeln mit Eckquaderungen und breiten Segmentbogenfenstern, darüber einfache, mit Ziegeln ausgefachtes Fachwerk, zur Schienenseite Obergeschoss und Giebel mit einer nach oben hin abgestuften Verbretterung dekorativ ornamental ausgesägten Unterkanten, jetziger Bau wohl weitgehend neue erstellt im späteren 19. Jh. anstelle des 1846 (i) errichteten Vorgängers
Der Bahnhof Heitersheim wurde bereits 1846 im Zuge des Eisenbahnneubaus errichtet. Das bestehende Empfangs- und Verwaltungsgebäude dürfte allerdings den Stilformen nach erst ins späte 19. Jh. gehören. Sie Bauformen sind charakteristisch für ländliche Bahnhofsbauten, die sich im weitesten Sinne am sog, Schweizerstil orientieren, der sich für ländliche Bauten im 19. Jh. großer Beliebtheit erfreute. Das Gebäude ist wichtiges Zeugnis der badischen Eisenbahn- und der Verkehrsgeschichte am Oberrhein mit ortsgeschichtlicher Bedeutung. |
102471754 | ||
| Wegkreuz | Feldbergweg (Karte) |
Sandstein, einfache Balken mit Kleeblattenden über Inschriftsockel mit profilierter Abdeckplatte, steinerner Korpus, gefertigt von einem gewissen X M für M M, 1776 (i)
Das barockzeitliche Wegkreuz vertritt einen in der Region mehrfach vertretenen Typus mit Kreuzenden in Kleeblattform. Es ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Mit seiner Stifterinschrift erhält das Kreuz orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
102474938 | ||
| Wegkreuz | Wäldele (Karte) |
Sandstein, einfache Kreuzbalken über Inschriftsockel, unter dem Korpus Relief des Abendmahlskelches, Ende 19. Jahrhundert | 102480582 | ||
| Wegkreuz | Sulzbach (Karte) |
Inschriftensockel mit profilierter Deckplatte, einfache Kreuzbalken, Ende 19. Jahrhundert
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
102480684 | ||
| Gasthaus Zum Kreuz | Hauptstraße 1 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau unter Satteldach mit Aufschiebling, streng axialsymmetrische Hauptfassade, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, traufseitige Erschließung, Hauseingang in profiliertem Segmentbogengewände mit Oberrlicht, im Keilstein Initialen, Kaufmannszeichen und Müllerrad, Gewölbekeller als auch ein mit Balken gedeckter Keller, schmiedeeiserner Wirtshausausleger in Rocailleformen mit Malteserkreuz, 1771 (i)
Das Gasthaus, eines von mehreren barockzeitlichen Wirtshausgebäuden in Heitersheim, beeindruckt durch seine repräsentative Straßenfassade mit ihrer einfachen, aber dennoch wirkungsvollen Gliederung, die vor allem durch die Symmetrie, aber auch durch die Ausgewogenheit der Proportionen wirkt. Qualitätvolle Detailformen wie das Eingangsportal bzw. der Wirtshausausleger steigern den Wert des Gebäudes, das wichtige Bedeutung für die Orts-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte der einstigen Johanniterordens-Residenz im Breisgau hat. |
102471780 | ||
| Gasthaus Zum Löwen | Hauptstraße 3 (Karte) |
Zweigeschossiger, weitgehend verputzter Bau unter Satteldach mit straßenseitiger Abwalmung, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, straßenseitig freiliegend, einfach und rein konstruktiv, dekoratives, profiliertes Holzgesims zum Erdgeschoss, am Eck kunstvoller, schmiedeeiserner Ausleger in Rocailleformen mit goldener Löwenfigur, 18. Jahrhundert
Das Gasthaus Zum Löwen dürfte noch aus dem 18. Jahrhundert stammen. Der historische Kernbau, der sich auf einem niedrigen Kellersockel mit Gewölbekeller erhebt, zeigt an der Fassade einen kunstvollen Wirtshausausleger in eleganten, rokokohaften Formen. Mit dem Gebäude hat sich ein historisches Gasthaus der Stadt erhalten, dessen ursprünglicher Baukörper - sieht man von den jüngeren Anbauten ab - sowohl von den Proportionen als auch von den Detailformen her bezeichnend für die Erbauungszeit ist. Der Löwen zählt zu einer Reihe barocker Gasthäuser am Ort und ist wichtiges Zeugnis der Ortsbau-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte. |
102471841 | ||
| Wohnhaus und Rauchhaus | Hauptstraße 5 (Karte) |
Das Wohnhaus ein giebelständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, im ersten Obergeschoss zwischen zwei Fenstern Wappenstein mit zahlreichen Initialen versehen, im Inneren zur Straßenseite gewölbter Raum, wohl Anbau an ein älteres Gebäude, 1714 (i); daneben kleines Rauchhaus mit einseitig abgewalmtem Dach auf profiliertem Dachansatz, 19. Jh.
Das Anwesen dokumentiert die Ortsbaugeschichte und vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in Heitersheim. Das Innere des Hauses weist im Erdgeschoss an der Straßenseite einen gewölbten Raum auf, der Hinweis auf eine besondere Nutzung gibt. Den Konstruktionsmerkmalen nach zu schließen dürfte der Bauteil mit dem Gewölbe 1714 an ein schon bestehendes Gebäude angebaut worden sein. Die Dachkonstruktion ist liegend ausgebildet und entsprechend zweiteilig. Das Wohnhaus ist mit seiner ungewöhnlichen Konstruktion von baugeschichtlichem Wert. Der datierte Wappenstein mit Initialen gibt einen Anhaltspunkt für die Baugeschichte sowie die Ortsgeschichte von Heitersheim. Neben dem Wohnhaus befindet sich ein kleines Rauchhaus. Es handelt sich dabei um das letzte Exemplar dieses Bautyps in Heitersheim. |
102472754 | ||
| Torbogen | Hauptstraße 7 (Karte) |
Sandsteingewände mit profilierter Hohlkehle, im Keilstein Wappen, 1587 (i), darüber nachträglich angebrachtes Kreuz
Der qualitätvolle Bogen ist ein eindrucksvolles Zeugnis für den hohen Stand des Steinmetzhandwerks in der ehemaligen Johanniterherrschaft Heitersheim und dokumentiert die Ortsbaugeschichte. |
102472773 | ||
| Wohnhaus | Hauptstraße 10 (Karte) |
Giebelständiger eingeschossiger verputzter Massivbau auf hohem Kellersockel, Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschossfenster in Segmentbogengewänden mit Keilstein, giebelseitige Erschließung über zweiläufige Freitreppe, Hauseingang in Segmentbogengewände mit Keilstein und Oberlicht, 1781 (i)
Das aus dem späten 18. Jahrhundert stammende Gebäude beeindruckt durch seine repräsentativ gestaltete Straßenfassade mit qualitätvollen Detailformen wie den eleganten und leicht erscheinenden Fensterstürzen oder der repräsentativen doppelläufigen Freitreppe. Es ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
102472787 | ||
| Gasthof zur Krone | Hauptstraße 12 (Karte) |
Bestehend aus: Gast- und Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit (modern ausgebautem) Walmdach, Ecken durch genutete Lisenen gefasst, Fenster in Segmentbogengewänden mit Keilsteinen, seitlich ehem. Torfahrt mit Korbbogen, im Keilstein Metzgerzeichen und Initialen, längsseitige Erschließung über zweiläufige Freitreppe, Hauseingang in Korbbogengewände mit Volutenrahmung, über profiliertem Kopfgesims kleiner Giebel unter Krone mit zwei Ovalmedaillons, eines mit initialen der Bauherrschaft, das andere mit Metzgerwappen, 1778 (i); parallel dazu Scheune, wohl 18. oder frühes 19. Jahrhundert
Der stattliche zweigeschossige Gasthofbau mit Walmdach ist über der Eingangstür 1778 datiert. Interessant ist bei dem aufwendig gegliederten und reich dekorierten Spätbarockbau die Konzeption der Verbindung von zweiachsigem, ehem. Tordruchfahrtsteil mit dem siebenachsigen in sich symmetrischen Hauptbauteil mit mittiger Eingangstür. Dieser Bautyp geht darauf zurück, dass man an ein Haus mit in markgräfler Tradition symmetrisch gestalteter Straßen- bzw. Hauptfassade, auf deren mittlerer Achse sich die Zugangstür befindet, einen zumeist zweiachsigen, mitunter auch dreiachsigen Bauteil anfügte, dessen Erdgeschossbereich von einer Tordurchfahrt durchlaufen wird, dessen Obergeschoss aber mit Wohnräumen genutzt werden konnte. Diese Gebäudeart, die also ursprünglich aus zwei zeitlich unterschiedlich errichteten Bauteilen entwickelt wurde, wurde im Fall des Gasthofes Zur Krone aufgenommen und hier in einer einheitlichen Konzeption verwirklicht, was die beiden sich entsprechenden Datierungen 1778 an der Eingangstür und dem ehemaligen Torbogen bezeugen. Beachtlich ist das barock gestaltete Eingangsportal. Die flachen segmentbogigen Fenstergewände mit zurückhaltenden Keilsteinen, aber auch der elegant profilierte Dachansatz sind zusätzliche Merkmale, die das Haus auszeichnen. Mit dem Gasthof Zur Krone hat sich eines der stattlichsten Anwesen in Heitersheim erhalten, wobei die Geschlossenheit der Anlage, aber auch ihre Proportionierung und Gliederung sowie die Dekoration des Hauptbaus auffallen. Dieser Hauptbau repräsentiert auf einprägsame Weise den charakteristischen Bautyp des Hauses mit integrierter Tordurchfahrt. |
102472800 | ||
| Wohnhaus | Hauptstraße 25 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, seitlich Torfahrt mit Korbbogen, 18. Jahrhundert mit älterem Kern, Umbauten 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel für die großen Torfahrthäuser der Barockzeit im Markgräflelrand. Die Straßenfassade des auf einem nur halbhohen Kellersockel ruhenden Gebäudes ist asymmetrisch, wobei die Asymmetrie durch die seitlich das Haus durchstoßende stattliche Tordurchfahrt bewirkt wird. Bedeutsam sind die Gewände der mittigen Eingangstür bzw. jenes der Tordurchfahrt. Sie zeichnen sich durch Kehlungen aus, in denen rundstabartige Wülste entlang geführt sind, die jeweils in Voluten enden. Während diese Gewände noch auf die Erbauungszeit des Hauses zurückgehen dürften, stammen die übrigen glattflächigen Fensterrahmungen vermutlich aus dem frühen 19. Jahrhundert, als das Haus wohl grundlegend umgestaltet wurde. Das Haus dürfte sicherlich zu der ältesten Bebauung Heitersheims gehören, wobei insbesondere die eleganten Tür- und Torrahmen ins Auge fallen. |
102462610 | ||
| Wegkreuz aus Sandstein | Hauptstraße 38 (Karte) |
Am Kreuzstamm kleines Kelchrelief; errichtet als Stiftung von Joseph Schilling und seiner Ehefrau Katharina, geb. Waibel, 1877 (i)
Das Wegkreuz ist ein anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in dem mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Siedlungsbild des katholisch geprägten Heitersheims. Mit seiner Stifterinschrift erhält es orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
102462767 | ||
| Wasserhochbehälter | Hinterm stolzen Hag 100 (Karte) |
Eingangsbauwerk in Form eines achteckigen Turms mit rundem Abschluss in Form eines Belvederes, Kegelhelm mit Aufschiebling, mit Kunststein verkleidet, über Portal Ortswappen, 1910 (i)
Wasserhochbehälter sind an erhöhter Stelle errichtete Wasserspeicherreservoire der öffentlichen Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Durch Ausnutzung der Schwerkraft wird das Wasser in das Versorgungssystem eingeleitet. Das System der Verbindung von Versorgungs- und Abwasserleitungen diente im Kontext mit der expandierenden Industrialisierung im Deutschen Kaiserreich wesentlich der Vorbeugung gegen Epidimien. Die oft mit einer repräsentativen Fassade gestalteten Bauten sind Dokumente der Technik- und Hygienegeschichte und der Ortsgeschichte. Sie belegen den technischen Fortschritt beim flächendeckenden Ausbau der lokalen und regionalen Infrastruktur seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. |
102474089 | ||
| Wegkreuz | Honiggasse 7 (Karte) |
Sockel mit Inschrift und profilierter Deckplatte, Kreuzbalken mit Enden in Lilienform, Sandsteinkorpus, Ende 19. Jh.
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
102474905 | ||
| Altes Rathaus (seit 1981 Polizeiposten) | Im Stühlinger 1 (Karte) |
Freistehende,r zweigeschossiger verputzter Massivbau ins ortsbaulich prägnanter Lage, hohes Walmdach mit achteckigem Dachreiter unter spitzem Helm, nach Osten Vorbau mit Satteldach, seitlich achteckiger Treppenturm, abgeschossen durch Fachwerkaufsatz, Turmhelm mit grün glasierten Ziegeln gedeckt, Eckquaderungen sowie Treppengiebel mit Stadtwappen, im ersten Obergeschoss gestuftes Dreierfenster, im Kern älteres Wohnhaus, durch die Gemeinde unter Bürgermeister Johann Schneider erworben und durch Werkmeister Seywald zum Rathaus aus- und umgebaut, 1844 bis 1847 (a), erneuter Umbau und Erweiterung unter Bürgermeister Friedrich Fünfgeld nach Entwurf von Regierungsbaumeister Dahlinger, Freiburg, 1902 (a)
Das einstige Heitersheimer Rathaus steht in ortsbaulich prägnanter Lage an einer platzartig aufgeweiteten Straßenverzweigung. Nachdem der Ort 1810 durch Großherzog Karl Friedrich die Stadtrechte verliehen worden waren, fehlte in Heitersheim ein geeignetes Gebäude als Rathaus. Das heutige Alte Rathaus ist in seiner bestehenden Form aus einem eigens angekauften älteren Wohngebäude hervorgegangen und in zwei Bauabschnitten entstanden. Der westliche, ursprünglich kubische Bau wurde zwischen 1844 und 1847 in einfachen spätklasiszistischen errichtet und ist noch heute durch seinen klaren, festumrissenen Baukörper klar ablesbar. Der Architekt war ein Staufener Werkmeister Seywald. 1902 erfolgte ein Umbau durch Regierungsbaumeister Dahlinger, dem das Gebäude im wesentlichen sein äußeres Erscheinungsbild in späthistoristischen Formen verdankt. Im Zuge dieses Umbaus wurde an der Ostseite ein einachsiger Vorbau mit Staffelgiebel angefügt, der von einem polygonalen Eingangsturm mit spitzem Helm begleitet wird. Gotisierende Fenster, Fachwerkteile, mächtige Strebepfeiler und schießschartenartige Fensterschlitze charakterisieren diesen Bauteil. Dieser Zeit dürfte auch der kleine Dachreiter mit Uhr über dem Hauptdach angehören. Das Heitersheimer Rathaus zeigt dabei auf anschauliche Weise, wie die Bauaufgabe auf unterschiedliche Art und Weise im 19. bzw. frühen 20. Jahrhundert gelöst wurde. Mit seinen markanten Architekturdetails stellt das Gebäude als Rathaus ein wichtiges Dokument für die Ortsgeschichte dar. |
102472864 | ||
| Gasthaus Zum Ochsen | Im Stühlinger 10 (Karte) |
Langgestreckter, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit traufseitig vorstehendem Halbwalmdach, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, seitlich Durchfahrt mit Korbbogen, mittig aufwendig verstäbtes Kielbogenportal, 1544 (i), am Eck kunstvoller schmiedeeiserner Ausleger in Rocailleformen mit Wirtshausschild, erbaut im 18. Jh., Portal als Spolie eingesetzt, nach 1826
Bei dem wohl im 18. Jahrhundert erbauten Gasthaus Zum Ochsen handelt es sich um ein Bauwerk, das sich durch einen besonders voluminösen Baukörper auszeichnet. Das bemerkenswerte spätgotische Portal wurde später als Spolie eingebaut wurde, gehörte ursprünglich zum Heitersheimer Malteserschloss und stammt vielleicht von dessen Nordflügel, der noch vor 1826 abgebrochen wurde. Das Portal zeigt einen ausgeprägten Kielbogen, der seinerseits noch von einem rechteckigen Rahmen umfasst wird. In den starken Kehlungen laufen elegante Rundstäbe. Mit dem qualitätvoll gearbeiteten Portal hat sich ein bedeutendes Zeugnis des Malteserschlosses erhalten, das dokumentiert, welch hohen Stand die Steinmetzkunst im Heitersheimer Raum zur Zeit der Johanniter innehatte. Zudem kommt dem markanten Gebäude selbst in seiner Funktion als Gasthaus ortsgeschichtlicher Wert zu. |
102472882 | ||
| Das neugotische Wegkreuz ist ein anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in dem mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Siedlungsbild des katholisch geprägten Heitersheims. | Im Stühlinger (Karte) |
102480522 | |||
| Wegkreuz | Johanniterstraße 32 (Karte) |
Einfaches Steinkreuz mit klee- bzw. lilienblattförmigen Ende, Korpus, am hohe Sockel Inschrift, 18./19. Jahrhundert
Das in jüngster Zeit erneuerte Wegkreuz dürfte ursprünglich seinen Formen nach zu schließen aus dem 18. oder frühen 19. Jahrhundert stammen. Es vertritt einen in der Region mehrfach vertretenen Typus. Das Kreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
102480502 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche St. Bartholomäus mit Einfriedung | Johanniterstraße 72 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit eingezogenem, gesüdetem Polygonalchor, in Langhaus eingezogener, risalitartig vorspringender Nordturm unter Pyramidendach, Turmfassade mit geschossübergreifendem Blendbogen, darin Portal mit darüber angeordneten Fenstern, Umgang auf Konsolen, Glockengeschoss mit Pilastergliederung, Langhaus mit umlaufendem Zahnschnittfries sowie Gliederung durch Blendbögen, darin eingeschrieben hohe Rundbogenfenster, im Inneren Flachdecke über Voute, Westempore mit dorischen Säulen, bauzeitliche Kanzel von Jodok Wilhelm, Hochaltar von Franz Simmler, 1884/85 (a), zahlreiche Grabmäler von Großprioren bzw. Johanniterrittern, 16.-19. Jh., Neubau anstelle des mittelalterlichen Vorgängers nach Entwürfen von Christoph Arnold, 1825/26 (a); Umfassungsmauer des Kirchhofs
Etwas erhöht, inmitten des Kirchhofs mit Kirchhofmauer, in unmittelbarer Nachbarschaft zum ehem. Franziskanerkloster befindet sich die 1825 erbaute katholische Pfarrkirche St. Bartolomäus von Heitersheim. Die heutige Anlage ersetzt die ehemalige Pfarrkirche, die angeblich 1523/27 aus der Vorburg an die jetzige Stelle verlegt worden sein soll. Aufgrund des schlechten Bauzustandes und der mangelhaften Platzverhältnisse ging 1819 an den Bauinspektor Christoph Arnold (1779 bis 1844) in Freiburg vom Kreisdirektorium das Ersuchen um Risse und Überschläge. Doch erst im März 1825 wurde die alte Kirche abgerissen. Im August legte man den Grundstein zum Neubau, die Weihe fand 1826 statt. Die Überwachung der Arbeiten wurde durch den Baumeister Seywald von Staufen übernommen. Das Gotteshaus ist mit seiner Architektur ein Paradebeispiel für die vom Klassizismus Weinbrenners geprägte badische Bauschule im 1. Drittel des 19. Jahrhunderts und vertritt einen für die Kirchen auf dem Land charakteristischen Typenbau. Es wurden einzelne Ausstattungsstücke übernommen, anderes kam im Laufe des 19. Jh. hinzu, so der historistische Hochaltar in Formen der italienischen Renaissance, der 1883/84 von dem Offenburger Künstler Franz Simmler geschaffen und 1913 durch die Gebrüder Moroder aus Offenburg mit einem Unterbau versehen wurde. Zur originalen Ausstattung dürfte noch die Kanzel gehören, die durch den Voralberger Stukkateur Jodok Wilhelm (1797 bis 1843) geschaffen wurde. Die bedeutendsten Ausstattungsstücke dürften jedoch die zahlreichen, in die Wände eingelassenen Epitaphien bzw. Grabmäler der Heitersheimer Großpriore und weiterer Ordensritter sein. Zu nennen sind auch die zahlreichen Epitaphien in der äußeren Friedhofsmauer, die die Kirche umgeben. Diese historischen Grabsteine sind ebenso zu erhalten wie das 1664 datierte Kruzifix im Scheitel der Choraußenwand. Die Pfarrkirche von Heitersheim stellt einen bedeutenden Sakralbau des badischen Bezirksbaumeister Arnold dar. Neben der Qualität der Architektur erhält die Kirche durch die zahlreichen erhaltenen Grabmäler von Johannitern, Pfarrherren und sonstigen Bürgern zusätzliche Bedeutung. |
102472909 ( | |
| Denkmal für die Gefallenen beider Weltkriege | Johanniterstraße 72 (Karte) |
Seitlich neben dem Eingangstor der Kirchhofmauer und diese als Rückwand nutzende offene Halle mit vorn auf einer dorischer Säulenstellung aufliegendem Architrav, innen an der Kirchhofmauer Viernagelkreuz mit Corpus zwischen Tafeln mit den Namen der Gefallenen, zivilen Opfer und Vermissten 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945, weitere Namen in den Bodenplatten sowie auf Einzelgräbern an der anderen Seite des Kirchhoftores, 1950er/60er-Jahre
Das Gefallenendenkmal ist aufgrund seiner dorischen Säulenarchitektur ein gestalterisch bemerkenswertes und ungewöhnliches Beispiel solcher Gedenkstätten in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Es hat stadtgeschichtliche Bedeutung. |
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| Grabkreuz in Ädikulaarchitektur aus Sandstein mit geschweiftem Abschluss | Johanniterstraße 72 (Karte) |
Farbig gefasster Korpus, am Sockel Initialen, im Hintergrund gemalte Stadtansicht (Jerusalem), 1767 (i)
An der Friedhofsmauer, an der Ostseite der Pfarrkirche von Heitersheim befindet sich ein bemerkenswertes Kreuz, das im Sockel 1767 datiert ist. Kreuzbalken mit lilienförmigen Endungen und bewegtem Korpus. Zwei stämmige Pilaster auf Postamten flankieren das Kreuz, bei dem es sich um ein barockes Grabmal handeln dürfte. Es ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. |
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| Das neugotoische Friedhofskreuz gemahnt die Gläubigen an den Opfertod Jesu am Kreuz als Voraussetzung für die Erlösung der Menschheit von Sünde und Tod und ist damit ein charakteristisches Ausstattungsstück von Begräbnisplätzen. Es ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. | Johanniterstraße 72 (Karte) |
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| Franziskanerkloster | Johanniterstraße 74 (Karte) |
Gegründet unter Großprior und Fürst Johann Friedrich Hund von Saulheim 1618 (a), bestehend aus:
Östlich der Pfarrkirche von Heitersheim befindet sich der breit gelagerte Bau des ehem. Minoritenklosters. Durch Fürst Johann Friedrich Hund von Saulheim (reg. 1612 bis 1635) wurden 1618 die Minoriten nach Heitersheim gerufen und in dem bereits ab 1616 erstellten Gebäude untergebracht. Den Patres des Klosters oblag die Seelsorge des kleinen geistlichen Fürstentums. Das Kloster setzte sich urspr. aus dem erhaltenen Konventsbau und der nördlich daran anschließenden geosteten Kirche zusammen, die nach Aufhebung des Klosters abgerissen wurde und heute gänzlich verschwunden ist. Der erhaltene Konventsbau nahm im nördlichen Bereich die Räumlichkeiten für die Mönche auf. Der kürzere Teil südlich des Treppenturms diente als Scheune. Das Erdgeschoss ist über einen hinter der Ostfassade verlaufenden Korridor erschlossen. Die Küche überdeckt ein Tonnengewölbe mit Stichkappen. Das Obergeschoss, das die Mönchszellen aufnahm, erschließt ein Mittelkorridor. Die Zellen sind beiderseits daran aufgereiht. Die beiden größeren Räume an der Nordseite dürften dem Prior zugestanden haben. Sowohl im Erdgeschoss als auch im Obergeschoss haben sich zahlreiche Stuckdecken, profilierte steinerne Türgewände sowie wohl aus dem späten 18. bzw. frühen 19. Jahrhundert stammende Holztüren mit zum Teil kunstvollen Beschlägen erhalten. Im Keller mit alter Balkendecke befindet sich eine gedrechselte Holzsäule. Als ehem. Minoritenkloster im Fürstentum Heitersheim kommt der Anlage bedeutender orts- und kirchengeschichtlicher Wert zu. Darüber hinaus erhält das Anwesen durch seine zeittypische Architektur und durch die zahlreichen, qualitätvollen und gut erhaltenen Detailformen hohe Bedeutung. |
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| Gasthaus Zur Rose | Johanniterstraße 78 (Karte) |
Zeitweilig vor 1819 auch Kanzlei des Oberamts Heitersheim, zweigeschossiger verputzter Massivbau in prägnanter Ecklage unter steilem Walmdach, axialsymmetrische GLiedeurng, weitgehend einfache Rechteckgewände, mittiger Hauseingang mit Freitreppe, Haustür in Segmentbogengewände mit Oberlicht, beschnitztes altes Türblatt, rückseitig hölzerner Laubengang, errichtet für Hofküfer Sebastian Hild und Ehefrau Magdalena, um 1787, zweigeschossiger Anbau mit Torfahrt, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, Walmdach, errichtet für Rosenwirt Josef Anton Neumaier und Ehefrau Theres Schumacher, 1811 (i)
Das Gebäude ist einer von mehreren großen frühneuzeitlichen Gasthausbauten. Es handelt sich um einen qualitätvoll gegliederten, wohlproportionierten Bau, dessen Architektur vor allem durch den festumrissenen Baukörper, aber auch durch gute Detailformen bzw. das gelungene Verhältnis zwischen Wandflächen und Fensteröffnungen in der Fassadenbehandlung auffällt. Als historisches Gasthaus hat er orts- und kulturgeschichtliche Bedeutung. |
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| Malteserschloss Heitersheim | Johanniterstraße 81, 83 a, 83 b; Schloßbuck 2; Staufener Straße 1 (Karte) |
Urspr. Wasserburg, 1428 bis 1806 Residenz des Großpriors des Johanniterordens und Fürstentums Heitersheim, 1893 bis 2022 Schwersternhaus der Vinzentinerinnen, ausgedehnte Anlage mit Vor- und Kernburg und zugehörigen Gärten, bestehend aus:
1. Vorburg, viereckige Anlage mit:
westlich daran anschließend Äußerer Torturm, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansardzeltdach, genutete Ecklisenen, flache Stockwerksgurte, Segmentbogenfenster,Tor in rechteckiger Zugbrückenblende, feldseitiger Zwerchgiebel mit Ordenswappen, im Kern spätmittelalterlich, Umbau unter von Nesselrode, um 1750;
2. Kernburg, unregelmäßig polygonale Anlage, mit:
3. ummauerter Weingarten südlich der Johanniterstraße Das ehemalige Malteser- bzw. Johanniterschloss zu Heitersheim, seit dem 15. Jahrhundert Sitz des Johannitergroßpriorats und später Residenz des Fürstentums Heitersheim, liegt leicht erhöht am östlichen Rand der gleichnamigen Stadt. Noch heute ist die in Jahrhunderten gewachsene Burganlage, die sich aus einer Haupt- und einer Vorburg zusammensetzt, deutlich ablesbar, obwohl im frühen 20. Jahrhundert ein neobarocker Einbau an der Nordseite der Anlage einen tiefgreifenden Eingriff in die spätmittelalterliche Bausubstanz vornahm. Schon im 8. Jahrhundert brachte das Kloster Murbach im Elsass neben kleineren Gütern auch einen Fronhof in seinen Besitz. Es ist überliefert, dass das Kloster auf dem Fronhof eine Kirche baute, die eine Reliquie des heiligen Leodegar erhielt. 1272 wurde der Fronhof zu Heitersheim mit allen Kirchenrechten durch den Abt von Murbach an Gottfried von Stapfen als Lehen vergeben. Gleichzeitig bestätigte der Abt am 25. August 1272 die Übertragung des Lehens an das Johanniterhaus in Freiburg. Als Burg wird das Haus erstmals 1357 fassbar, eventuell wird sie im frühen 14. Jh. errichtet. 1428 schließlich wurde Heitersheim zum Sitz des Deutschen Großpriorats ausersehen. Die Errichtung des Großpriorats in Heitersheim dürfte umfangreiche Bautätigkeiten mit sich gebracht haben. Der Einflussbereich des Großpriorates erstreckte sich von den Alpen bis nach Skandinavien und von den Vogesen bis nach Böhmen. Großprior Johannes Hegenzer von Wasserstelz zog 1505 als erster Großprior in Heitersheim ein. Ihm folgte Großprior Johann von Hattstein, der 1512 bis 1546 regierte und unter dem das alte Wasserschloss renoviert und auf einen zeitgemäßen und seiner Bedeutung als Sitz des Großpriors der Johanniter angemessenen Stand gebracht wurde. Dazu zählte auch ein Ausbau der - heute weitgehend verschwundenen - Befestigungen. Die Vorburg, welche ursprünglich eigentlich die für die Residenz notwendigen Wirtschaftsgebäude aufnahm, wurde im späten 18. bzw. frühen 20. Jahrhundert in ihrem ursprünglich wohl wehrhaften äußeren Erscheinungsbild verändert. So wurde an der Südostecke der Vorburg durch Fürst Philipp von Nesselrode und Reichenstein 1749 bis 1752 nach Entwürfen des bedeutenden Architekten Johann Caspar Bagnato das Kanzleigebäude errichtet, der unmittelbar an den alten äußeren Torturm anschließt. Den einschneidendsten Eingriff bildete jedoch die Konzeption des Architekten Geiß, der 1908 bis 1910 für die Vinzentinerinnen ein neubarockes Schwesternheim mit Kirche an der Nordseite errichtete. Das Schloss zählt zu den großen Ritterordenssitzen am Oberrhein. Es dokumentiert, trotz Abbrüchen von Hauptgebäuden nach der Mediatisierung im 19. Jahrhundert anschaulich die Entwicklung von der spätmittelalterlichen Wasserburg zum repräsentativen barocken Residenzschloss und schließlich zum Schwesternheim mit Schulfunktionen. Das sog. Malteserschloss stellt als Sitz des früheren Johannitergroßpriorates und als Residenz des ehemaligen Fürstentums Heitersheim ein Monument von hohem kulturgeschichtlichem Wert dar. Als der wohl umfangreichsten Wasserburg der Region kommt der Anlage auch hohe Bedeutung für die Burgenforschung im südlichen Breisgau zu. Künstlerisch hochwertige Detailformen wie Gewände, Stuck- und Steinmetzarbeiten der Wappenscheiben verdeutlichen auch die kunstgeschichtliche Bedeutung, nicht nur der spätmittelalterlichen und barocken, sondern auch der neubarocken Teile des Schlosses. |
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| Villa Louise | Johanniterstraße 85 (Karte) |
Villenanwesen mit Villa, Garten und Einfriedung, solitär stehendes Wohnhaus, zweige-
schossiger verputzter Massivbau über einem Hochkeller aus Bruchstein, Walmdach mit Ziergiebel und Spitzgaube, Südfassade mit Ecktürmchen unter Zeltdach, schmale Eckquaderung, Fenster und Hauseingang in Sandsteingewänden, um 1890 bis 1905; ornamentierter Eisenzaun auf Sockel und reich gestaltetes Gittertor Die Villa erhebt sich östlich des Malterserschlosses und ist ein Beispiel für das Vordringen städtischer Architekturformen in den ländlichen Raum seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie zeigt eine für den Späthistorismus charakteristische, auf malerische Wirkung abzielende Kubatur und Gestaltung in Formen der Neurenaissance, die im wilhelminischen Kaiserreich als „altdeutsch“ empfunden wurden. das Anwesen veranschaulicht dabei gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
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| Wegkreuz | Johanniterstraße 91 (Karte) |
Sandstein, hoher Sockel mit Inschrift, darauf über geschweiftem Fuß Kreuz, die Balkenenden in Lilienform, Korpus, gestiftet durch die Witwe Rosa Wald, 1846 (i)
Das Wegkreuz vertritt einen in der Region mehrfach vertretenen Typus mit Kreuzenden in Klebblatt- bzw. Lilienform. Es ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Mit seiner Stifterinschrift erhält das Kreuz orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
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| Wegkreuz beim Galgenbuck | Oberer Korb (Karte) |
Sandsteinkreuz über dem Inschriftensockel mit profilierter Deckplatte, Korpus, am Sockel Wappenkartusche mit Anker und Initialen GSB, 1710 (i)
Seit dem 17. und 18. Jahrhundert bis in die jüngste Vergangenheit wurden zahlreiche, noch heute das Bild der Landschaft mitprägende Wege- oder Flurkreuze errichtet. Sie dürften als Weiterführung der langen Tradition der Steinkreuze, die als Sühnekreuze errichtet worden waren, zu verstehen sein. Ganz im Gegensatz zu den spätmittelalterlichen Steinkreuzen handelt es sich bei diesen Exemplaren nicht mehr um Sühnegedenksteine, sondern um Kreuze, die als Ausdruck der tief verwurzelten Religiosität der ländlichen Bevölkerung zu verstehen sind. Besondere Bedeutung kommt dem Kreuz zu, da es in unmittelbarer Nähe des Heitersheimer Richtplatzes erstellt wurde. |
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| Schulhaus (heute Wohnhaus) | Kirchgasse 17 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach in Hanglage, hoher Kellersockel mit Rundbogenportal, einfache Rechteckfenster, Erschließung über Freitreppe, Hauseingang in Rechteckgewände, im Keilstein Johanniterkreuz, historische Raumstrukturen und Innenausbau, 1783 (i), Umbau und Erweiterung 1898 (a), Umbau Erdgeschoss 1926 (a)
Das stattliche Gebäude zeigt einen fest umrissenen kubischen Baukörper, der von dem hohen Walmdach geprägt ist, also eine Architektur, die in Form und Proportion charakteristisch für das späte 18. Jahrhundert ist. Als ehemaliges Schulhaus ist das Gebäude bis im Bewusstsein der Heitersheimer Bevölkerung stark verhaftet. Das Johanniterkreuz im Keilstein des Hauseingangs verwiest auf die hoheitliche Bauaufgabe in der Zeit des Fürstentums Heitersheim. Das Gebäude ist dabei beispielhaft für die von der Landesherrschaft errichteten Verwaltungs- und Funktionsbauten und hat wichtige Bedeutung für die Stadt- und Bildungsgeschichte. |
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| Gehöft | Mühlenstraße 1 (Karte) |
Dreiseitige Anlage, bestehend aus: zweigeschossiges Wohnhaus und Nebengebäuden in unmittelbarer Lage am Sulzbach, wohl ehem. Mühle bzw. andere gewerbliche Nutzung, verputzte Massivbauten mit Sattel- und Walmdächern, 18./1. Viertel 19. Jahrhundert
Das stattliche Gehöft legt mit seiner Lage in unmittelbarer Nähe des hier vorbeifließenden Sulzbaches die Vermutung nahe, dass das Wohnhaus schon immer im Zusammenhang mit einem Gewerbebetrieb - vielleicht früher einmal Mühle oder Gerberei - stand. Das Anwesen ist mit seiner Lage unterhalb der Kirche von Bedeutung für die historische Stadtstruktur und Ortsbaugeschichte von Heitersheim. |
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| Herrenmühle o. a. Schlossmühle | Mühlerain 1, 3 (Karte) |
Mahlmühle, ab 1844 auch Sägemühle, zweigeschossiger verputzter Massivbau unter steilem Walmdach, kurzer Seitenflügel mit Satteldach, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, längsseitige Erschließung über Freitreppe, Portal mit Ecklisenen, Kämpfern und zierlichem Keilstein, flankiert von Müllersymbolen, Mühle belegt seit dem 13. Jahrhundert, grundlegend erneuert unter Fürst Kardinal Friedrich Landgraf von Hessen, 17. Jahrhundert, Umbauten 18. Jahrhundert, privatisiert 1831 (a)
Der stattliche Bau zeigt eine charakteristisch barockzeitliche Kubatur. Er erhebt sich am Standort eines seit dem 13. Jahrhundert im Besitz der Johanniter nachgewiesenen Mühlenstandortes. Bis heute heißt die einstige Getreidemahlmühle, die seit 1844 auch als Sägemühle genutzt wurde, Herren- o. a. Schlossmühle, was auf den herrschaftlichen Besitz verweist. Die Mühle war Bannmühle, d. h. die Heitersheimer waren gezwungen hier gegen Gebühr mahlen zu lassen. Das Gebäude ist damit wichtiges Zeugnis der Herrschafts-, Siedlungs- und Gewerbegeschichte. |
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| Wohnhaus | Poststraße 1 (Karte) |
Giebelständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau unter Satteldach mit Aufschiebling, Fenster teils in gekehlten Rechteckgewänden, giebelseitige Erschließung, Hauseingang in Segmentbogen, wohl 16./frühes 17. Jahrhundert
In bestimmender Lage, an der Einmündung der Mühlenstraße in die Poststraße, an der Stelle, wo sich im Unterdorf eine platzartige Ausweitung der Straßensituation ergibt, steht dieses Wohnahus, das im Kern wohl noch aus dem Spätmittelalter stammen wird. Auf ein hohes Alter weisen die zahlreich erhaltenen Fenstergewände mit Kehlungen bzw. das gleichfalls gekehlte Türgewände, das zudem zierliche Voluten enthält, hin. Auffallend ist die unregelmäßige Fenstersetzung, was wohl auch ein Indiz für eine frühe Entstehung des Hauses sein dürfte. Das Gebäude beeindruckt durch seine erhaltenen Detailformen, die ihren Formen nach zu schließen zumindest im frühen 17., vielleicht auch noch im 16. Jahrhundert entstanden sein dürften. Sie weisen darauf hin, dass das Anwesen eines der ältesten Häuser dieses Bereichs von Heitersheim darstellt. |
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| Postgebäude | Poststraße 19, 21 (Karte) |
Dreiflügeliger, zweigeschossiger Massivbau, Mansarddach mit reich gestalteten, volutengezierten Gauben, axialsymmetrische, reich gestaltete, Fassaden, im Erdgeschoss verputzt mit Bänderungen, darüber Ziegelfassaden, Gliederung durch teils genutete und ornamentierte Lisenen, Stockwerksgesimse und Zahnschnittfries, zwei flache Risalite, jeweils mit Balkon im 1. Obergeschoss, schmiedeeiserne, gebauchte Brüstungsgitter, Erschließung hofseitig über kleine Freitreppe, Vordach auf gusseisernen, ornamentierte Konsolen, um 1900
Das um 1900 erbaute Gebäude enthielt ursprünglich das Postamt der Stadt Heitersheim und ist auf U-förmigen Grundriss erbaut worden. Es zeigt eine für den späten Historismus der Zeit charakteristische reiche Fassadengestaltung, die sich in eklektizistischer Weise an Vorbildern der Renaissance und des Barock orientiert. Das Gebäude stellt eines der wenigen Beispiele späthistoristischer Architektur in Heitersheim dar. Durch seine Form und Dekoration setzt es sich deutlich von der sonst üblichen Bebauung des Ortes ab. Als vormalige Post hat es stadtgeschichtliche Bedeutung. |
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| Wohnhaus eines ehem. Gehöfts | Poststraße 25 (Karte) |
Traufständiger, eingeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Aufschiebling, Fenster und Hauseingang in einfachen Rechteckgewänden, giebelseitige Erschließung über kleine Freitreppe, wohl spätes 18./frühes 19. Jahrhundert
Das Wohnhaus dokumentiert die ursprüngliche, neben Kleinhandwerkern weitgehend durch bäuerliche Bevölkerungsschichten geprägte Baustruktur des Ortes und hat sozial-, und haus- und baugeschichtliche Bedeutung. |
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| Hofanlage | Poststraße 27 (Karte) |
Zweiseitgehöft, bestehend aus: Wohnhaus, traufständiger, eingeschossiger verputzter Massivbau unter Satteldach mit Aufschiebling, Fenster in Segmentbogengewänden mit Keilsteinen, traufseitige Erschließung über zweiläufige Freitreppe, Hauseingang in Segmentbogengewände mit Oberlicht, im Keilstein Initialen der Bauherrschaft, 1813 (i); Quer angebaut Scheune, Massivbau mit Satteldach, wohl 19. Jahrhundert; Einfriedung
Das anschaulich überlieferte Zweiseitgehöft dokumentiert vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse der Landbevölkerung im südlichen Breisgau und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. Das Wohnhaus beeindruckt durch seine guten Proportionen, seine Gliederung und seine noch ganz barocken Detailformen. |
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| Villenanwesen | Poststraße 39 (Karte) |
Bestehend aus: Villa, zweigeschossiger verputzter Massivbau in Ecklage, Walmdach mit Gauben und geschweiftem Zwerchgiebel, Seitenrisalit und über Eck gesetzter zweigeschossiger Turmerker, Sockel in Sichtsteinmauerwerk, Gliederungen in Sandstein, am Risalit Balkon mit schmiedeeisernem Brüstungsgitter, Ostseite mit zweieinhalbgeschossiger, verbretterter, teilverglaster Laube, 1903; rückwärtig Ökonomiegebäude mit Remise, eingeschossiger Bau mit Satteldach, teils massiv und verputzt, teils Holzkonstruktion, Mittelrisalit mit Zwerchhausaufbau in Fachwerk, um 1903, zugehöriger Garten mit bauzeitlicher Einfriedung und eisernem Tor
Die Villa ist ohne größere Veränderungen erhalten geblieben und zeichnet sich durch ihre qualitätvollen Detailformen aus. Der Bau, der bezeichnenderweise am Rand der damaligen Bebauung errichtet wurde, ist mit seiner nach malerischen Gesichtspunkten entworfenen Kubatur und Gestaltung in Neurenaissanceformen charakteristisch für den gehobene Wohnbau des späten Historismus. Bürgerlich-wohlhabende Wohn- und Lebensverhältnisse unterstreichen auch das Nebengebäude und der große Garten, der noch von der bauzeitlichen Einfriedung eingefasst wird. |
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| Wegkreuz | Schilzberg (Karte) |
Am einfachen, glatt gehaltenen Kreuzstamm Wappenschild mit dem Malteserkreuz, 1633 (i)
Südlich von Heitersheim, auf einer Anhöhe, Schilzberg genannt, befindet sich inmitten eines Weinbergs ein 1633 datiertes Wegekreuz. Ob der Korpus aus der Entstehungszeit des Kreuzes stammt ist aufgrund seiner Stilmerkmale nicht mit Sicherheit zu sagen, doch könnten verschiedene archaisch anmutende Züge dafür sprechen, dass die Skulptur aus dem 17. Jahrhundert stammt. Das Wegkreuz, das zu den besonders alten überlieferten Beispielen gehört, ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität in der Frühen Neuzeit und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Seine Aufstellung könnte in Zusammenhang mit regionalen Ereignissen im Dreißigjährigen Krieg stehen, erfolge jedenfalls unter Fürs und Großprior Johann Friedrich Hund von Saulheiom, der sehr um das Seelenheil seiner Untertanhen bemüht war. |
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| Kanzlerhaus des Johanniterordens | Schloßbuck 3, 5 (Karte) |
Hofanlage, bestehend aus:
Unter Fürst Philipp Wilhelm von Nesselrode (reg,. 1728 bis 1752) wurde die Residenz des gefürsteten Großpriors in Heitersheim ausgebaut. Dazu zählte auch ein vornehmes, repräsentatives Anwesen als Wohn- und Verwaltungssitz des Kanzlers. Der stattliche Bau ist mit seiner Kubatur und Gestaltung charakteristisch für barocke Verwaltungsgebäude. Zugehörig ist ein Wirtschafts- und Wohnbau für Bedienstete sowie ein großer Garten. Die im 19. Jahrhundert nochmals um einen Anbau erweiterte Anlage ist ein wichtiges Zeugnis für den Ausbau Heitersheims zur barocken Residenz und für die Verwaltung des fürstlichen, geistlichen Kleinstaates in der Frühen Neuzeit. Sie bildet zusammen mit dem sog. Badhaus gegenüber (Badhausstraße 21) ein wichtiges bauliches Ensemble an der vom Sulzbach zum Schloss emporführenden Achse des Schloßbucks. |
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| Schwesternfriedhof mit einheitlich gestalteten Reihengrabsteinen | Beim Staufener Sträßle; Johanniterstraße (Karte) |
Zwei Friedhofskreuzen, Einfriedungshecken und zwei eisernen Friedhofstoren, angelegt für die Vizentinerinnen, Ende 19. Jahrhundert
Als die Vinzentinerinnen 1893 das einstige Johanniterschloss Heitersheim übernahmen und zum Schwesternhaus einrichteten, wurde auch ein eigener Friedhof angelegt, der bis ins 20. Jahrhundert belegt wurde. Er ist von stadtgeschichtlicher Bedeutung. Bei einem der beiden Friedhofskreuze, einer relaitv aufwendigen späthistrostischen Arbeit um 1900, handelt es sich um ein ehem. Wegkreuz, das auf den Begräbnisplatz versetzt wurde. Es ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Mit seiner Stifterinschrift erhält das Kreuz stadt- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
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| Schmiede und Wohnhaus | Zur alten Schmiede 2 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau unter steilem Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss teils massiv, darüber Fachwerk, im vorderen Teil offene Halle, ehem. Schmiedeplatz, 1803 (I)
Bei dem zweigeschossigen Gebäude, das einem datierten Keilstein zufolge 1893 errichtet wurde, handelte es sich um eine Hufschmiede. Aus der Nutzung resultiert die weite Öffnung des Erdgeschosses zur Gewinnung eines überdachten Platzes zum Beschlagen der Pferde. Es dürfte sich dabei um die einzige nachweisbare und noch erhaltene Hufschmiede in Heitersheim handeln und hat wichtige Bedeutung als Dokument dieses wichtigen Handwerks auf dem Land. |
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Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.