Liste der Kulturdenkmale in Burladingen
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In der Liste der Kulturdenkmale in Burladingen sind alle Bau- und Kunstdenkmale der Stadt Burladingen und ihrer Teilorte verzeichnet, die im „Verzeichnis der unbeweglichen Bau- und Kunstdenkmale und der zu prüfenden Objekte“[1] des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg verzeichnet sind.
Diese Liste ist nicht rechtsverbindlich. Eine rechtsverbindliche Auskunft ist lediglich auf Anfrage bei der Unteren Denkmalschutzbehörde des Zollernalbkreises erhältlich.[Anm. 1]
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
- Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Burladingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Kath. Marienkapelle am Hochsteig | Ambrosius-Heim-Straße 34 (Karte) |
Verputzter Saalbau, im Inneren Spitztonne, Muttergottes mit Kind in frühbarockem Altarretabel, erbaut 1863
Bereits 1544 wird ein Vorgängerbau an dieser Stelle erstmals urkundlich erwähnt. 1863 soll das heutige Gebäude errichtet worden sein; den Frühbarockaltar aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts brachte einer der damaligen Stifter ein. Die Wegkapelle ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und architektonisch wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Sie ist wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region. |
98771802 | ||
| Wegkreuz bei Ambrosius-Heim-Straße 34 | Ambrosius-Heim-Straße 34 (Karte) |
Sandsteinkruzifix mit Inschriftsockel und Metallkorpus, bezeichnet 1889 | 98771808 | ||
| Denkmal bei Hauptstraße 86 | Hauptstraße 86 (Karte) |
Für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, vollplastische Figurengruppe sterbender Soldat mit Schutzengel, über mehrfach gestuftem und reich geschmücktem Sockel mit Reliefs, Inschrifttafeln und Eisernem Kreuz, umgeben von steinernen Ruhebänken, um 1925
Das Denkmal aus Sandstein stiftete die Gemeinde 1925 zum ehrenden Andenken an die 73 gefallenen und 23 verstorbenen Krieger Burladingens im Ersten Weltkrieg. Es steht auf dem ehemaligen Friedhof neben der alten kath. Pfarrkirche St. Georg, auf welche sich unmittelbar auch das Relief des Drachenkampfes am Sockel bezieht. Der unbekannte Bildhauer orientierte sich bei seinem Entwurf an dem Gefallenendenkmal in Vollmaringen bei Nagold, das kurz zuvor in einem katholischen Sonntagskalender lobend erwähnt worden war. Das Denkmal ist ein künstlerisch sehr aufwendiges und qualitätvolles Beispiel für solche von den Kommunen gestifteten Gedenkstätten und wichtiges Zeugnis der Ortsgeschichte im 20. Jahrhundert. |
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Weitere Bilder |
Kath. Kirche St. Georg | Hauptstraße 86 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit Satteldach, eingezogener halbrund schließender Chor, auf der Nord- und Südseite Sakristeianbauten mit Oratorien, Westturm mit Satteldach, Langhaus im Inneren mit flachen Muldengewölben über Pilastern, dreipassförmiger Chorbogen, Deckengemälde von Franz Ferdinand Dent, bauzeitliche Ausstattung mit Kanzel, Altären und Chorgestühl, Reste mittelalterlicher Wandmalerei; nördliche Langhauswand romanisch, Turm 16. Jahrhundert, weitgehender Neubau des Langhauses nach Plänen von Christian Großbayer, 1770
Die Kirche liegt kurz vor dem einstigen nordöstlichen Ortsrand von Burladingen, unmittelbar an der Hauptstraße, die den heutigen Stadtteil von Westen nach Osten durchquert. An dieser Stelle stand schon im Mittelalter eine Kirche, von der sich noch romanische Mauerteile mit Wandmalereien in der nördlichen Langhauswand erhalten haben. Der heute bestehende Bau ist ein ausgezeichnet überliefertes Beispiel für die spätbarocken Dorfkirchen des vielbeschäftigten hohenzollerischen Baumeisters Christian Großbayer, dessen besondere Entwurfshandschrift auch hier unverkennbar ist und u.a. im dreipassförmigen Chorbogen - quasi sein Markenzeichen - fassbar wird. In dem geographisch engen Raum von Hohenzollern hat sich durch Großbayers Wirken eine ganz eigene Richtung der damals zeitgenössischen dörflichen Sakralarchitektur entwickelt, die mit wenigen Architekturelementen Akzente setzt und gleichzeitig Raum lässt für eine vergleichsweise üppige Entfaltung von Malerei, Bildhauerei und Stuckatur. Das Innere besticht durch die 1772 von dem ebenfalls regional bedeutenden Maler Dent geschaffenen Deckenfresken. Sie klingen mit den umrahmenden zarten Stuckdekorationen und dem leicht wirkenden Retabel des Hochaltars in Großbayers hellem Kirchenraum auf hohem Niveau zusammen. Das fürstliche Allianzwappen genau im Blickwinkel der Gemeinde erinnert an die Geschichte des Fürstentums Hohenzollern-Hechingen, das auch die Geschichte von Burladingen bis 1850 prägte. Damit hat die Kirche nicht nur kunsthistorische Bedeutung, sondern ist auch zentrales Dokument der Orts- und Kirchengeschichte Burladingens, dessen Pfarrei erstmals 1275 genannt ist. |
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| Eiskeller der Brauerei Gasthof Linde | Hermannsdorfer Straße 58 (Karte) |
In den Hang gemauertes Gewölbe, darüber Satteldach, um 1840
Im 19. Jahrhundert war es üblich, dass die größeren Dorfgaststätten eine eigene Brauerei betrieben, so auch der Gasthof Linde in Burladingen. Zur Kühlung des Bieres wurde ganzjährig Eis benötigt, das in dem außerhalb des Ortes gelegenen und in den anstehenden Hang gegrabenen Eiskeller aufbewahrt wurde. Da die meisten der ländlichen, kleinen Brauereien längst verschwunden sind, haben sich auch nur sehr selten die zugehörigen Eiskeller erhalten. Hier ist über dem eigentlichen Keller als weiteres Geschoss ein hölzerner Schopf aufgesetzt. Der Eiskeller ist damit wichtiges Zeugnis der Wirtschafts- und Ortsgeschichte Burladingens. |
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Weitere Bilder |
St. Josefs-Kapelle | Josef-Mayer-Straße 90 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit Polygonalchor, zwei Schutzbäume, anstelle eines älteren Vorgängerbaus, 1810
Der weit außerhalb des alten Ortskerns gelegene Sakralbau ist ein charakteristisches Beispiel für eine Wegkapelle zwischen den zum Dorf gehörigen Feldern. Sie ist dem hl. Wendelin gewidmet, der für die Landbevölkerung als Schutzpatron wichtig war, u.a. für die Hirten, aber auch die Bauern und Tagelöhner. Der kleine Bau ist damit ein anschauliches Zeugnis einer gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Die Kapelle ist wichtiges Element der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region. |
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| Saalbau des ehemaligen Gasthofs Linde | Josengasse 8 (Karte) |
Eingeschossiger Putzbau mit Bühne, Projektionsraum und Zollingerdach, 1930
Eine technikgeschichtliche Besonderheit findet sich im Saal des Gasthaus Linde: Der eingeschossige Saalbau mit Bühne wurde von dem Architekten Steidle aus Sigmaringen 1930 mit einem Zollinger Lamellendach ausgestattet, das über Rauten aus schmalen Holzleisten ein flaches Tonnengewölbe trägt. Diese vom Merseburger Stadtbaurat Friedrich Zollinger entwickelte und 1921 patentierte, außerordentlich sparsame Variante einer stützenfreie Dachdeckung wurde zur damaligen Zeit begeistert als „das Dach der Zukunft“ gefeiert und besonders für Hallen und Säle gerne verwendet. Eines der letzten Exemplare eines Zollingerdaches im Regierungsbezirk Tübingen findet sich hier in Burladingen. Die übrige Ausstattung des Festsaales, des Foyers und Filmprojetionsraums ist nahezu unverändert überliefert; sogar die beiden Filmprojektoren mit Kohlelampen sind noch erhalten. Sie ist charakteristisch für die Frühzeit des Kinos, als in Gasthäusern in Städten und auf dem Land eigene Vorführräume für Filme errichtet wurden. Der Saalbau mit seiner Ausstattung ist damit nicht nur ein bau- und technikgeschichtlich interessantes Zeugnis, sondern auch ein wichtiges Dokument für das gesellschaftliche Leben auf dem Land zur Zeit der Weimarer Republik. |
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Weitere Bilder |
Kath. Kirche St. Fidelis | Beim Friedhof; Kirchweg 10, 12, 14 (Karte) |
Bestehend aus:
Die neue Pfarrkirche St. Fidelis zählt zu den wichtigen Leistungen des katholischen Kirchenbaus im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts im Kreisgebiet. Ihr Architekt Otto Linder trat mehrfach durch expressionistische Sakralbauten in Erscheinung. In der Burladinger Pfarrkirche zeigen sich überdies - vor allem im Außenbau - deutliche Einflüsse des Neuen Bauens, dem sich Linder seit Ende der 1920er-Jahre zuwandte. Als die Kirche vollendet wurde, regierten bereits die Nationalsozialisten, ein solcher Bau wäre schon wenig später nicht mehr möglich gewesen. Er bildet daher einen der letzten Sakralräume des Expressionismus im Land, der in Zusammenarbeit mit Bildhauern, Glaskünstlern und dem Maler Alois Schenk als künstlerisch hochwertiges Gesamtkunstwerk entstand. Charakteristisch ist die baulich enge Verbindung mit dem an den Chorbereich angrenzenden Pfarrhaus, wie sie ähnlich auch im protestantischen Kirchenbau u.a. durch Elsässer verwirklicht wurde. Nach dem Krieg knüpfte Linder mit dem Bau der Aussegnungshalle hinter den bereits älteren Arkaden des Vorplatzes an die expressionistische Formensprache seiner Kirche an, so dass eine einheitliche wirkende Baugruppe entstand, die in Hanglage den Ort baulich dominiert. Auf dem umgebenden Friedhof belegt eine Lourdesgrotte die gesteigerte Marienverehrung in dre katholisch geprägten Region, eine Gedenktafel erinnert an die im KZ Natzweiler und Auschwitz ermordeten Mitglieder der Familie Reinhard. Damit erhält der Friedhof auch ortsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Christus-König-Statue | Ziegelhütte 3 (Karte) |
Sitzfigur, Muschelkalk, von Franz Lorch, München, 1927
In einer eindrucksvollen Felspartie an der Alten Steige findet sich eine kleine Andachtsstätte. In eine natürliche Felsennische ist die Sitzfigur des thronenden Christus aus Muschelkalk hineinkomponiert, 1927 von dem namhaften Bildhauer Franz Lorch aus München gefertigt, gestiftet vom damaligen Lehrer Vitus Scheu in Einlösung eines Gelübdes nach schwerer Krankheit. Sie ist anschauliches und künstlerisch anspruchsvolles Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Die Statue ist wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region. |
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Gauselfingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Schafhaus der Gemeinde | Beim Schafhaus 1 (Karte) |
Massivbau, Giebel in Fachwerk bzw. verbrettert, 1863
Ein auffallender Gebäudetyp ist dieser einsam in der Flur gelegene Schafstall von 1863: Der Massivbau diente als Winterquartier der Gauselfinger Schafe. Der Bau ist wichtiges Zeugnis für die Schafhaltung, die über Jahrhunderte ein bedeutender Wirtschaftsfaktor der Schwäbischen Alb war und der die hiesige Kulturlandschaft in ihrem Erscheinungsbild nachhaltig geprägt hat. Der Bau hat als gemeindeeigenes Schafhaus darüber hinaus auch ortsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Rathaus | Gauzolfstraße 1 (Karte) |
Zweigeschossig, mit Satteldach, verputzt, asymmetrische Fassadengliederung mit Zwerchhaus, Balkon und Uhr, gehobene Ausstattung im Inneren, von Carl Bick, Burladingen, 1957/58
Seit dem beginnenden 20. Jahrhundert prägte das Textilgewerbe den Ort Gauselfingen als Industriestandort. Vor allem die Wirtschaftswunderjahre führten in der Folge zum Wohlstand der Gemeinde. In der Nachkriegszeit entschied sich die Gemeinde, das alte Rathaus aus dem Jahr 1905/1930 durch einen Neubau zu ersetzen. Dieser entstand 1957/58 nach Plänen des Architekten Carl Bick aus Burladingen in zeittypischer und zugleich konservativer Formensprache. Gauselfingen wurde 1974 in die Stadt Burladingen eingemeindet. Die dennoch fortgesetzte Nutzung für die ortsansässige Verwaltung mit angeschlossenem Archiv und Bibliothek hat umfassende Umgestaltungen am Gebäude größtenteils verhindert. Aufgrund seiner historischen Bedeutung als Verwaltungsbau aus der Zeit des Wirtschaftswunders und insbesondere wegen seines hervorragenden und authentischen Überlieferungszustandes von Bausubstanz und Ausstattung ist das Rathaus ein sprechendes Zeugnis der Bau- und Ortsgeschichte. |
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| Burgruine Leckstein (Lägstein) | Kohltäle (Karte) |
Mauern des Wohnturms mit Balkenlöchern, Reste eines Anbaus mit Scharte und der Ringmauer, Halsgraben, gegründet wohl in der 2. Hälfte 12. Jahrhundert, Wohnturm um 1250 bis 1300, aufgegeben in der 1. Hälfte 14. Jahrhundert
Die Reste der Burg erheben sich auf einer felsigen Hangterrasse hoch über dem Fehlatal. Lesefunde weisen auf eine Entstehung im Hochmittelalter hin, die Burg ist aber vermutlich schon in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts wieder abgegangen. Es handelte sich um eine Anlage mit einem Wohnturm, von dem noch Mauerwerk in stattlicher Höhe aufrecht steht und das der Bearbeitung nach in die 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts gehören dürfte. Der Turm wäre demnach Teil einer Ausbauphase. Die Anlage ist eine für die Region charakteristische kleinere Burganlage, die sich allerdings bisher mit keinem Adelsgeschlecht oder historischen Ereignis verknüpfen lässt. Gleichwohl ist sie Zeugnis der lokalen Herrschaftsgeschichte und wichtiger Bestandteil der durch Burgenbauten geprägten Traufzone der Alb. |
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| Burgruine Hasenfratz (Frazenhaas) | Mühlhalde (Karte) |
Reste eines Turms, Bruchsteinmauerwerk mit Balkenlöchern und Lichtscharte, Reste eines Nebengebäudes aus Bruchstein, Wall und Graben, Freifläche, im Areal einer vorgeschichtlichen Befestigung, gegründet um 1200, Steinbauten wohl nach 1250, Aufgabe noch vor 1300
Die Ruine der Burg Hasenfratz erhebt sich auf einem lanbggestreckten Felssporn in beherrschender Lage über dem Fehlatal. Charakteristisch für die hochmittelaltelriche Burgenlandschaft der Schwäbischen Alb war die Einbeziehung bzw. Nutzung der vorhandenen Felsen für Bauten, die den Befunden nach zu schließen im Areal der Spornspitze nur aus Holz/Fachwerk bestanden. Eine Befestigung existierte nur an der Angriffsseite gegen die Hochfläche mit Wall, Graben und einer steinernen Mauer, in die zwei Gebäuden - eines davon in jedem Fall ein Turm - eingebunden waren. Durch Keramik ist die Anlage ins 13. Jahrhundert datiert, sie existierte nur etwa 100 Jahre. Bisher ist kein Adelsgeschlecht mit ihr in Verbindung zu bringen, eventuell gehörte sie den Herren von Lichtenstein, deren Burgen Vorder- und Hinterlichtenstein südlich von Gauselfingen gelegen sind. Der Name der Burg - Hasenfratz o.a. Frazenhaas ist erst seit dem 20. Jahrhundert bekannt und wohl ein in der örtlichen Bevölkerung entstandener Ulkname. Die Reste der Anlage haben wichtigen dokumentarischen Wert für die Lebensweise des hochmittelalterlichen Adels und die Entwicklung des Burgenbaus im Gebiet der Schwäbischen Alb. Als Zeugnis einer durch Burggründungen zunehmenden Verdichtung von Herrschaft in der Stauferzeit hat die Ruine auch orts- und herrschaftsgeschichtliche Bedeutung. |
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Hausen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Bildstock
Der Bildstock ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
Austraße 1 (Karte) |
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| Bauernhaus | Dürerstraße 24 (Karte) |
Sog. Bernerhaus, zweigeschossig, mit Krüppelwalmdach nach Norden samt verbrettertem Schwebegiebel nach Schweizer Vorbild, verputzt, um 1800
Ein sprechendes Zeugnis für den Einfluss des Fernhandels der Hausierer ist das seit der Zeit um 1800 in Hausen beliebt gewordene „Bernerhaus“. Vorbildhaft wirkten die Bauernhäuser des Berner Oberlandes, die sich durch ein mächtiges Krüppelwalmdach und kleeblattförmig geschwungene, verbretterte Schwebegiebel auszeichnen. Außer dem Rathaus hat sich vor allem im Gebäude Dürerstraße 24 dieser im Schwäbischen ungewöhnliche Gebäudetyp anschaulich überliefert. Es ist zugleich ein äußerst frühes Beispiel für den Schweizerhausstil, und dies im ländlichen Bereich, denn vorzugsweise wurden zuerst Milchviehställe, sog. Schweizereien, in fürstlichen und adeligen Gärten in diesem Stil als Sinnbilder eines idealisierten Landlebens errichtet. |
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| Händlerhaus | Dürerstraße 30 (Karte) |
Dann Bauernhaus, zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, auf hohem Sockel, im Inneren zwei Stuben mit Lamberien und bauzeitlichen Türen, Ende 18. Jahrhundert; Ökonomieanbau in Fachwerk, mit gemauerter Seitenwand und Pulzdach, 1910/11
Dieses von außen etwas unscheinbar wirkende Einhaus besticht vor allem durch seine qualitätvolle Innenausstattung aus dem Ende des 18. Jahrhunderts: Es besitzt zwei übereinander liegende Stuben, wie üblich in Ecklage und reich durchfenstert, die noch ihre spätbarocken Türen, Lamberien und Stuckrahmen haben. Hier wohnte 1866 der wohl nicht unvermögende Händler Jakob Heihs. Zum Bauernhaus wurde das Anwesen erst später: Das ursprünglich reine Wohnhaus erhielt seinen Ökonomieanbau erst 1910/11. Das Gebäude ist damit wichtiges Dokument für die Orts- und Wirtschaftsgeschichte Hausens und des Killertales, dessen Einwohner teilweise durch Hausiererhandel zu Wohlstand kamen. |
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Weitere Bilder |
Kath. Kirche St. Nikolaus und Sebastian | Ebinger Straße 2 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit eingezogener halbrunder Apsis, verschindelter Giebelreiter, Rundbogenfenster, Pilasterportal mit Dreiecksgiebel, im Inneren flach gedeckt mit Deckengemälden, dreipassförmiger Chorbogen, bauzeitliche Ausstattung mit Altären, Kanzel und Gestühl, wohl von Simon Kille aus Heinstetten, 1785; Freifläche des ehem. Friedhofs und drei Ehrenmale für die Gefallenen von 1870/71, 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945
Die wohl von dem Maurermeister Simon Kille errichtete Kirche steht in unmittelbarer Nachfolge der Sakralbauten Christian Großbayers. Charakteristisch für diese sind der gedrückte Dreipassbogen, der zwischen Chor und Langhaus vermittelt, und die gerundeten Ecken des Innenraums. Nach schweren Schäden beim Erdbeben 1978 wurde die Kirche unter erheblichem Aufwand instand gesetzt. Glücklicherweise haben sich bemerkenswerte Teile der Ausstattung erhalten, wie etwa die Deckenbilder in Chor und Langhaus von Johann Reiser jun., die das regionale Kunstschaffen in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts dokumentieren. Besonders reizvoll sind die für die Gegend charakteristischen gemalten Architekturen der Altäre, die mit den Tafelbildern eine Einheit bilden. Ein ähnlicher optischer Trick wiederholt sich an der Kanzel: Auch hier ist der dekorative Hintergrund gemalt - barocke Vorliebe für Sinnestäuschung kombiniert mit schwäbischer Sparsamkeit. Die Ausstattungsstücke markieren dabei den Übergang vom Spätbarock zum frühen Klassizismus, der im Fürstenturm Hohenzollern-Hechingen mit dem Bau der Hechinger Stiftskirche Eingang fand. Zum Gotteshaus gehört auch die Fläche des ehem. Friedhofs, auf der drei Ehrenmale für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges und der beiden Weltkriege Platz gefunden haben und so von der lokalen Gedenkkultur zeugen. Die Kirche hat damit nicht nur kunsthistorischen, sondern als Mittelpunkt des Dorfes und einer eigenen Pfarrei auch orts- und kirchengeschichtliche Bedeutung. |
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| Bauernhaus | Ebinger Straße 17 (Karte) |
Wohl ehemaliges Weberhaus, zweigeschossig, mit Satteldach, massiv und fachwerk, verputzt, Straßengiebel mit Wetterdächern, Weberkeller, Stube mit Felderdecke, nach mündlicher Überlieferung 1730
Der zweigeschossige Putzbau mit seinen markanten Wetter- oder Klebdächern am Straßengiebel stammt nach mündlicher Überlieferung aus dem Jahr 1730 und ist eines der letzten Bauernhäuser der Region, das noch einen Weberkeller besitzt. Er liegt unter der Stube, die von außen an der Übereckbefensterung kenntlich ist. Die Bauern übten im Nebenverdienst vor allem in den Wintermonaten die Hausweberei aus, ein Handwerk, aus dem schließlich die Textilindustrie der Region hervorgegangen ist. Auffällig sind die Klebdächer, ein örtliches Spezifikum, das für den Hausbau Schwabens eher ungewöhnlich ist und sich vorzugsweise im Oberrheingebiet und dessen Ausläufern findet. Hier dürften die Einflüsse durch den Fernhandel in der einstigen Hausierergemeinde wirksam geworden sein. Der Bau hat damit nicht nur hauskundliche, sondern auch orts- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Bauernhaus | Ebinger Straße 18 (Karte) |
Ab 1866 Schul- und Rathaus, zwei- bis dreigeschossiger Bau in Hanglage mit Krüppelwalmdach, verputztes Fachwerk, verbretterte Schwebegiebel, Rückfassade mit Holzveranden, Stube mit Stabfelderdecke, wohl um 1750
Der mächtige, zwei- bis dreigeschossige Bau mit Krüppelwalmdach und verbrettertem Schwebegiebel wurde um 1750 als stattliches Bauernhaus nach dem Vornbild vergleichbarer Bauten im Berner Oberland errichtet. Noch heute ist etwa ein Drittel des Gebäudes Scheune. Eindrucksvoll sind die Holzveranden an der Rückfassade, deren ursprüngliche Funktion noch nicht geklärt ist und die vielleicht als Trockengalerien eines Färbers oder Gerbers dienten. Spätestens seit 1866 ist in diesem Gebäude die Ortsverwaltung der bis 1973 selbständigen Gemeinde untergebracht, damals war außerdem die Dorfschule hier beheimatet. Der Bau ist ein außergewöhnlich frühes Beispiel für den Schweizerhausstil, der sich im 18. Jahrhundert bevorzugt an Milchviehställen in fürstlichen Landschaftsgärten als Ausdruck einer Schweizermode fand, selten aber im ländlichen Bereich, und erst nach 1830 zum Durchbruch kam. Hier zeigen sich wohl durch den Fernhandel der Hausierergemeinde bedingte auswärtige Kultureinflüsse. Er hat damit nicht nur hauskundliche, sondern auch orts- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Wohnhaus eines Bauernhofs (Ökonomiegebäude abgebrochen) | Ebinger Straße 45 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit Klebdächern, im Giebel bezeichnet 1756
Das Haus zählt zu den aufwendigsten Fachwerkbauten des Dorfes. Es vermittelt einen Eindruck vom Reichtum eines Bauern in Hausen, das im 18. Jahrhundert durch den Hausiererhandel zu Wohlstand gelangte. Gesteigert wird der malerische Eindruck noch durch die ortsüblichen Klebdächer am Straßengiebel, die offensichtlich einen Einfluss aus dem Oberrheingebiet darstellen. Hier gibt eine kreisförmig angebrachte Inschrift Auskunft über Bauherrn und Baujahr: „Gelobt sei Jesus und Maria, Cituna+L Burchhardt, Anno 1756 Jahrs“. Der Bau ist mit seinem Zierfachwerk ein regional herausragendes Beispiel für die Zimmermannskunst der Barockzeit und hat neben seinem hauskundlichen Wert auch orts- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung für Hausen. |
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| Pfarrhaus (heute Rathaus) | Gerberstraße 8 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, übergiebelter Mittelrisalit mit Kreuzaufsatz, Segment- und Rondbogenfenster, Rundbogenportal mit Freitreppe, von Wilhelm Friedrich Laur, Sigmaringen, 1890
Das stattliche, ortsbildprägende Gebäude, unmittelbar benachbart zur Pfarrkirche, ist ein Zeugnis für das reiche Bauschaffen des regional bedeutenden Architekten Laur, der auch als einer der ersten Inventarisatoren der Bau- und Kunstdenkmäler in den Hohenzollerischen Landen hervortrat. Sein späthistoristischer Pfarrhausbau in Hausen sucht mit romanischen Formen die vermeintlich ideale Glaubenswelt der Hochmittelalters heraufzubeschwören. Die Neuromanik erfreute sich neben der Neugotik gerade zu Ende des 19. Jahrhunderts im Sakralbau und bei Pfarrhäusern großer Beliebtheit. Als Wohn- und Verwaltungssitz der Pfarrei hat der Bau auch orts- und kirchengeschichtliche Bedeutung. |
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| Schulhaus | Schlichtestraße 9 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Fachwerkerker vor der ehemaligen Lehrerwohnung im Obergeschoss, Zwerchhaus und abwechslungsreicher Dachlandschaft, 1902 (i)
Der Bau changiert zwischen spätem Historismus und einem von der Reformarchitektur beeinflussten Heimatschutzstil. Im Obergeschoss mit seinem reizvollen Fachwerkerker lag die Lehrerwohnung, im Erdgeschoss mit den großen, segmentbogigen Fenstern waren die Klassenzimmer untergebracht. Das Gebäude ist damit ein charakteristisches Beispiel für den ländlichen Schulhausbau des frühen 20. Jahrhunderts. Er hat als erstes eigenständiges Schulhaus Hausens wichtige ortsgeschichtliche Bedeutung. |
98772713 |
Hörschwag
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Bauernhaus | Dorfstraße 18 (Karte) |
Bis 1848 Gasthof Rössle, zweigeschossiger Putzbau mit freiliegendem Giebelfachwerk, 1697 (i)
Der in den Straßenraum vorragende Bau hat ortsbildprägenden Charakter. Er zeichnet sich durch ein reiches Zierfachwerk im Giebel aus, was bereits die Sonderfunktion anzeigt: Der Bau diente bis 1848 als eine der beiden Hörschwager Gastwirtschaften. Das Fachwerk steht noch in der Tradition der Zimmermannskunst vor dem Dreißigjährigen Krieg und ist ein anschauliches Beispiel für das lange Fortleben bestimmter Formen auf dem Land. Das Haus hat als einer der ältesten datierten Bauten am Ort Bedeutung für die Baugeschichte des Dorfes, als Gasthaus ist er von orts- und wirtschaftsgeschichtlichem Zeugniswert. |
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Weitere Bilder |
Kath. Filialkirche St. Mauritius | Mauritiusstraße 8 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit Satteldach, Chorturm mit Satteldach und polygonalem Chor, an der Südseite Sakristeianbau, im Westen kleine Vorhalle mit Satteldach, Langhaus im Inneren mit Spitztonne/Zollinger Lamellendach, Chorturm und Sakristei, spätgotische und barocke Ausstattungsstücke, klassizistischer Hochaltar; nach Entwurf von Wilhelm Friedrich Laur unter Benützung der älteren Chormauern, 1928
Die Kirche gehört zu einer Reihe qualitätvoller Sakralbauten der 1920er-Jahre im Kreisgebiet. Das Innere beeindruckt durch seine raumbeherrschende Spitztonne, die von einem Zollinger Lamellendach unterfangen wird. Hierin zeigt sich die Vorliebe des Expressionismus für die Nutzung neu interpretierter gotischer Formen. Der Bau zeigt die stilistische Wandlungsfähigkeit des regional bedeutenden Baumeisters Wilhelm Friedrich Laur (1854 bis 1934), der als späthistorischer Architekt begann und sich schließlich mit seinem Spätwerk noch den Strömungen der frühen Moderne zuwandte. Neben ihrer architekturgeschichtlichen Stellung hat die Kirche auch orts- und kirchengeschichtliche Bedeutung für Hörschwag, das zuerst Filial von Trochtelfingen war und seit 1824 Filial von Stetten unter Holstein ist. |
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| Gasthaus Rössle | Mauritiusstraße 12 (Karte) |
Zweigeschossiger Putzbau mit ausgeschiedenem Dreiecksgiebel an der Straßenfassade, Wirtshausschild, nach 1848 als Gasthaus betrieben (vielleicht Baujahr)
Der stattliche, zweigeschossige Putzbau liegt verkehrsgünstig an der Durchgangsstraße, zudem am Abzweig nach Trochtelfingen. Hier errichtete der Rösslewirt wohl 1848 sein neues Gasthaus, nachdem der alte Bau in der Ortsmitte zu klein geworden war. Ein typisches Merkmal des Klassizismus und damit der vorherrschenden Stilrichtung zur Erbauungszeit entsprechend ist der flache, ausgeschiedene Dreiecksgiebel; aus der Bauzeit stammt wohl auch noch das reizvolle Wirtshausschild mit seinem aus Blech geschnittenen „Rössle“. Der Bau hat ortsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Mittelbergkapelle | Mittelberg 1 (Karte) |
Kleiner Putzbau mit weit vorkragendem Satteldach, gestiftet von Thaddäus Wörz, 1862
Das kleine Gotteshaus ist eine charakteristische fromme Privatstiftung, hier des Hörschwager Einwohners Thaddäus Wörz. Der verputzter Bau mit weit vorkragendem Schutzdach liegt im Osten des Dorfes, unterhalb des Mittelbergs, am früher viel benutzten Fußweg nach Trochtelfingen. Es ist wohl eine Kombination aus Schutzhütte und Gebetsraum und damit anschauliches Zeugnis einer gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und zugleich mit praktischem Sinn. |
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Killer
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Bauernhaus | Hofstättstraße 2 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau, Erdgeschoss des Ökonomieteils verputzt, am Obergeschoss-Rähm der Nordfassade Bauinschrift, 1782 (i)
Das repräsentative Gebäude wurde 1782 für Johannes Roth in Killer und seine Frau Anna Pitscherin erbaut, wie die Bauinschrift am Rähm des Obergeschosses besagt. Es ist in seiner Struktur mit Wohnteil, Scheuer und Stall unter einem Dach als Einhaus anschaulich überliefert. Das der Zeit entsprechende, eher nüchterne Fachwerkgefüge zeigt als markante Zierform geschnitzte Schmuckstäbe an den Gebäudekanten. Der Bau hat hauskundlichen Zeugniswert für das Bauen auf dem Land zur Barockzeit und ist Dokument der Baugeschichte des Dorfes. |
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Weitere Bilder |
Kath. Filialkirche zur Schmerzhaften Muttergottes | Kirchplatz 7 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit leicht eingezogenem Halbrundchor, im Süden Sakristeianbau, Westturm mit Staffelgiebel und Satteldach, Innenraum mit gerundeten Ecken, dreipassförmiger Chorbogen, im Langhaus und Chor Muldengewölbe auf Konsolen mit Deckenfresken von Franz Ferdinand Dent, 1778 (i), doppelte Westempore, bauzeitliche Ausstattung, u.a. Altäre mit gemalten Aufbauten, Fenster mit Glasbildern von Joseph Lorch, 1904; erbaut nach Entwurf von Christian Großbayer, 1776 bis 1778, Turm nach Erdbeben neu aufgebaut und erhöht, 1978; Freifläche des ehem. Friedhofs
Die Pfarrkirche war ursprünglich dem Erzengel Michael geweiht und erhielt offenbar erst in der Barockzeit ihr heutiges Patrozinium. Ein Kaplan wird erstmals 1255 genannt, was die Existenz eines Gotteshauses in Killer voraussetzt, das 1257 erstmals erwähnt ist und bis ins 17. Jahrhundert Mittelpunkt einer eigenständigen Pfarrei im Killertal war. Der heutige Spätbarockbau ist ein Werk des im Fürstentum Hohenzollern-Hechingen vielbeschäftigten Christian Großbayer. Sein Markenzeichen sind der dreipassförmige Chorbogen und die gerundeten Ecken des Innenraums. Wie viele Dorfkirchen des einstigen Fürstentums entfaltet der Bau seine barocke Pracht erst im Inneren. Charakteristisch für die Gegend sind die aufwendigen gemalten Architekturrahmungen der Altäre. Letztere stehen stilistisch am Übergang zum frühen Klassizismus, der mit dem Bau der Hechinger Stiftskirche in der Region Eingang fand. Im Allianzwappen Hohenzollern-Hechingen/Waldburg-Zeil-Wurzach über dem Chorbogen zeigt sich die Patronatsherrschaft des Füstenhauses. Der Bau hat neben seiner kunsthistorischen Bedeutung auch wichtigen Zeugniswert für die Orts- und Kirchengeschichte des Killertals. Nach starken Beschädigungen durch das Erdbeben von 1978 musste der Turm neu aufgeführt werden, ebenso ein Teil der Außenmauern. |
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| Steinkreuz bei Kirchplatz 7 | Kirchweilerstraße 2 (Karte) |
16./17. Jahrhundert, ehemals vermauert im alten Schulhaus von 1821, bezeichnet ERB 1821
Bei dem Steinkreuz vor der Kirche handelt es sich um ein Sühnekreuz aus dem 16./17. Jahrhundert. Nach mittelalterlichem Rechtsbrauch wurden im Totschlagfall die Delinquenten vertraglich zu verschiedenen Sühneleistungen verpflichtet. In der Regel gehörte hierzu auch das Aufstellen eines steinernen Kreuzes, gewöhnlich am Tatort. Wie hier zeugt meistens nur noch das Kreuz von diesem Rechtsbrauch, da sich nur wenige Sühneurkunden erhalten haben. Das Sühnekreuz von Killer erhielt nachträglich die Inschrift „ERB 1821“, als es im inzwischen längst wieder abgebrochenen Schulhaus eingesetzt wurde. Sinnigerweise war es in die Zellenwand des dortigen Dorfarrests eingemauert. Der Stein ist also nicht nur ein Zeugnis der Rechtsgeschichte, sondern zudem Gedenkzeichen für das Schulhaus von Killer. |
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Melchingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Laufbrunnen | Auf den Höfen 1 (Karte) |
Trog und Stock aus Stein, von Steinhauer Gottlieb Bernhard, Altenried, im Auftrag der Gemeinde, 1847
Bei dem in der Ortsmitte gelegenen Laufbrunnen an der Ecke Auf den Höfen/Mertinger Straße handelt es sich um einen der beiden Brunnen, die 1847 Steinhauer Gottlieb Bernhard aus Altenried bei Nürtingen im Auftrag der Gemeinde angefertigt hat. Melchingen ist auf der wasserarmen Alb einer der wenigen Orte, die verhältnismäßig gut mit Niederschlag und Quellwasser versorgt sind. Die Lauchert lief jahrhundertelang offen durch das Dorf, sie wurde im 19. und 20. Jahrhundert schrittweise verdolt. Zudem wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts Trinkwasser von Quellen oberhalb des Ortes über Deichelleitungen verschiedenen Brunnen im Dorf zugeführt. Der Ausbau dieses Brunnensystems erfolgte im Zusammenhang mit der Einführung der Stallfütterung, als sich der Trinkwasserbedarf im Ort stark erhöhte. Heute noch laufen die fünf alten Brunnen (vor dem Rathaus 1967 erneuert) und spiegeln so anschaulich die früheren Verhältnisse wider: Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. |
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| Wegkreuz | Am Marktplatz (Karte) |
Holzkruzifix mit Wetterdach, wohl 18. Jahrhundert
Das barockzeitliche Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
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| Laufbrunnen bei Lauchertstraße 16 | Lauchertstraße 16 (Karte) |
Eisentrog und eiserner Stock als Pfeiler mit Ziervasen-Aufsatz, wohl 1870er-Jahre
Melchingen ist auf der wasserarmen Alb einer der wenigen Orte, die verhältnismäßig gut mit Niederschlag und Quellwasser versorgt sind. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Trinkwasser von Quellen oberhalb des Ortes über Deichelleitungen verschiedenen Brunnen im Dorf zugeführt. Der Ausbau dieses Brunnensystems erfolgte im Zusammenhang mit der Einführung der Stallfütterung, als sich der Trinkwasserbedarf im Ort stark erhöhte. Heute noch laufen die fünf alten Brunnen (vor dem Rathaus 1967 erneuert) und spiegeln so anschaulich die früheren Verhältnisse wider: Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Der Laufbrunnen an der Lauchertstraße ist mit seiner besonders ausladend breiten Viehtränke und dem künstlerisch als Pfeiler gestalteten Stock mit Ziervasen-Aufsatz ein anschaulich überliefertes Beispiel für industriell aus Gusseisen gefertigte Dorfbrunnen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. |
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| Feldkreuz | Lauchertstraße 34 (Karte) |
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| Gehöft | Mertinger Straße 2 (Karte) |
Bestehend aus dem Wohn-Stallhaus, zweigeschossiger Putzbau mit Vorsprüngen im Giebel, und der verputzten Scheune im rechten Winkel dazu, wohl 16. Jahrhundert
Das Anwesen stammt wohl noch aus dem 16. Jahrhundert und gehört zu den stattlichsten Hofanlagen des alten Dorfkerns. Die Datierung ergibt sich in erster Linie aus der Konstruktion des Dachstuhls über dem Wohnteil, der in einer Mischform sowohl eingeblattete als auch eingezapfte Holzverbindungen aufweist, wie es Ende des 16. Jahrhunderts und um 1600 üblich war. Im Inneren des Daches sind auch die Formen des einst freiliegenden Sichtfachwerks zu sehen mit den für diese Zeit typischen gebogenen Dreiviertelstreben und kurzen, gebogenen Fußstreben. Die Hofanlage gibt ein anschauliches Bild eines Gehöfts an der Wende vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit und hat Bedeutung für die Geschichte des ländlichen Bauens wie auch die Ortsbaugeschichte Melchingens. |
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Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche St. Stephan | Mertinger Straße 7 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit eingezogener, halbrunder Apsis, Ölbergrelief und Einturmfassade, im Süden und Norden Sakristeianbauten, Inneres mit Muldengewölben über Pilastern, dreipassförmiger Chorbogen, Deckenfresken von Franz Ferdinand Dent, 1769 (i), spätbarocke Ausstattung; Turm im Kern wohl noch 11. Jahrhundert, Langhaus und Chor errichtet durch Christian Großbayer nach Vorentwurf von Tiberius Moosbrugger, 1767 bis 1769 (a, i); Kirchhof samt Umfassungsmauer mit integrierten Kreuzwegstationen, die einzelnen Stationen mit Stuckverzierungen und Fensterläden, 2. Viertel 18. Jahrhundert, Geißelheiland und Ehrenmal für die Gefallenen
Eine Kirche bestand in Melchingen spätestens um 1100, 1275 war sie Mittelpunkt einer Pfarrei. Das Patronat hatten seit der Neuzeit die Grafen von Fürstenberg inne, welche auch den Neubau der offenbar baufälligen Kirche veranlassten. Er wurde von Christian Großbayer nach einem Entwurf des in Schwaben und am Bodensee wohl bekannten Tiberius Moosbrugger erbaut. Der mächtige Turm mit seinen meterdicken Mauern allerdings ist in seinen unteren Geschossen wesentlich älter und stammt wohl noch aus dem 11. Jahrhundert. Er beherbergt mehrere Glocken, darunter die mit der Jahreszahl 1273 früheste datierte Hohenzollerns. Im Inneren werden Langhaus und Chor, wie bei Großbayer üblich, durch einen Dreipassbogen verbunden. Herausragendes Schmuckstück sind die stuckgerahmten Deckenfresken des bekannten Hechinger Kirchenmalers Franz Ferdinand Dent. Die Hauptbilder sind von einfarbigen Grisaillekartuschen umgeben, die in inhaltlichem Zusammenhang mit dem Hauptbild stehen. Auch das Äußere ist bemerkenswert: An der Innenseite der Friedhofsmauer sind qualitätvolle barocke Kreuzwegstationen eingelassen. In den verschließbaren Nischen finden sich die gemalten Kreuzwegtafeln. In der Außenwand – schon bei der Einfahrt in den Ort von Süden zu erkennen – ist in einer Nische die Figur Christi an der Martersäule aufgestellt. Als weitere Ausstattung des Friedhofs sind das Gefallenendenkmal als Dokument lokaler Gedenkkultur und eine Ölberggruppe zu nennen. Die Pfarrkriche ist damit ein wichtiges Zeugnis des regionalen Kunst- und Architekturschaffens des Spätbarock in der Region und zentrales bauliches Dokument der Orts- und Kirchengeschichte. |
98775838 | |
Weitere Bilder |
Burgruine Hohenmelchingen | Halde (Karte) |
Bestehend aus: Reste von Umfassungsmauern und Zwingern samt Graben; Bergfried in Kleinquadermauerwerk; Vorderhaus, Bruchsteinmauerwerk mit Eckbuckelquadern, gewölbter Keller; Zwischenbau; Badstubenhaus, Portale mit Tuffquaderlaibungen; Hinterhaus, Bruchsteinmauerwerk, an den Längsseiten Lichtscharten, Backofen; Brunnen; gegründet im 12. Jahrhundert, Erweiterung in mehreren Bauphasen nach 1250, Erneuerungen um 1483, in Verfall 1555
Die Burg Hohenmelchingen war Stammsitz der um 1100 erstmals erwähnten Herren von Melchingen, die wohl zu Ende des 12. Jahrhunderts ihr Dorf verließen und sich eine prestigeträchtige, repräsentative Höhenburg in beherrschender Lage auf einem Felsen über dem Laucherttal schufen, deren ältester Teil der quadratische Bergfried aus Kleinquadermauerwerk ist. Die Anlage wurde in mehreren Bauphasen nach 1250 ausgebaut und erweitert und war wohl bis um 1500 bewohnt, danach wurde sie aufgegeben und verfiel. Sie war vermutlich noch bis 1504 Sitz der damals im Mannesstamm ausgestorbenen Edelherren von Melchingen, die bedeutende Persönlichkeiten hervorbracht hatten, u.a. Hugo von Melchingen, der im 14. Jahrhundert als Söldnerführer im Dienst der Stadtstaaten Florenz und Pisa stand. Mit den überlieferten Bauresten aus verschiedenen Phasen ist die Ruine wichtiges Zeugnis des Burgenbaus in der Region und zeugt u.a. mit dem Badstubenbau von den gehobenen Wohnverhältnissen der gesellschaftlichen Elite auf den Höhenburgen. Sie ist ein zentrales orts- und herrschaftsgeschichtliches Dokument. |
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| Kleinbauernhaus (heute Dorfmuseum) | Museumsgasse 1 (Karte) |
Streckgehöft mit eingeschossigem Wohnhaus, verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, Giebel und Zwerchhaus in Sichtfachwerk, Scheune in gleicher Flucht mit etwas höherem Satteldach, 16./17. Jahrhundert
Bei dem Gebäude handelt sich um ein sog. Streckgehöft mit eingeschossigem Wohnhaus und Scheune in gleicher Flucht. Der Wohnteil wurde aufgrund seiner verzapften Holzverbindungen im Dachstuhl um 1700 errichtet. Einer der letzten Besitzer war um 1900 Kaspar Maichle, der eine kleine Landwirtschaft betrieb und zudem, wie die meisten Älbler, als Weber tätig war. 1974 erwarb die Gemeinde das inzwischen vom Verfall bedrohte Anwesen und mithilfe der Melchinger Bürger konnte ein Dorfmuseum eingerichtet werden, das in äußerst anschaulicher Weise die Wohn- und Arbeitswelt eines Dorfbewohners wie Kaspar Maichle vor 100 Jahren demonstriert. Ganz typisch ist auch der Ausbau des Daches, wie er am Ende des 19. Jahrhunderts in vielen Melchinger Kleinbauernhäusern mit einem Zwerchhaus bewerkstelligt wurde: Für die damals meist großen Familien war das bisherige Raumangebot oftmals zu klein geworden. Der Bau hat wichtigen dokumentarischen Wert für das ländliche Bauen wie auch für die Sozialgeschichte. |
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| Schulzenstein | Unter Eschenrain (Karte) |
Gedenkkreuz, Sandstein, bezeichnet INRI/KONRAD BRAUN/1801
Der sog. Schulzenstein ist ein Gedenkkreuz in der Tradition mittelalterlicher Sühnekreuze und erinnert an Conrad Braun. Der Eintrag im Totenbuch von 31. 3.1801 lautet: „Conrad Braun, von einem stürzenden Baum zu Tode geworfen, erhielt – während er verblutete – noch die Generalabsolution und verstarb.“ Der damals Siebzigjährige war wohl Waldaufseher oder Schultheiß im Ruhestand, daher der bis heute überlieferte Name „Schulzenstein“. Das Denkmal ist Zeugnis der loklaen Gedenkkultur und der Frömmigkeit in der katholisch geprägten Region. |
98776340 | ||
| Kath. Kapelle zur Schmerzhaften Mutter Gottes | Talheimer Straße 29 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit eingezogenem Polygonalchor und Dachreiter, innen rund geschlossen, flach gedecktes Langhaus mit Deckenfresko von Johann Baptist Brommer, barocke Ausstattung mit Altar, Figuren und Votivbildern, errichtet durch Maurermeister Michael Bauß aus Stetten unter Holstein, 1735
Die Kapelle steht am nordwestlichen Ortseingang unter drei mächtigen Linden als Schutzbäumen. Der Bau wurde im Auftrag des damaligen Pfarrers Joseph Deuber errichtet und mithilfe von Spenden finanziert. Es handelt sich um eine Wallfahrtskapelle: Das Gnadenbild auf dem Hauptaltar ist eine Statue der Schmerzhaften Muttergottes von 1735, umgeben von kleinen Kartuschen, in denen ihre Sieben Schmerzen dargestellt sind. Die Flachdecke des Langhauses ziert eine Darstellung der Marienkrönung von Johann Baptist Brommer aus Aulendorf. Die Kapelle ist eine charakteristische kleine Andachts- und Wallfahrtsstätte der Barockzeit, welche mit ihrer Ausstattung das regionale Kunstschaffen der Epoche dokumentiert. Sie ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Die Kapelle ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis, sondern auch wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region. |
98776017 | ||
| Sühnekreuz bei Talheimer Straße 29 | Talheimer Straße 29 (Karte) |
Tatzenkreuz aus Sandstein, ca. 15. Jahrhundert
Der einzige im Zollernalbkreis überlieferte Sühnevertrag aus der Mitte des 15. Jahrhunderts bezieht sich auf Melchingen: Dort hatten um 1450 Hans Nollhart und Hans Boltz den Hans Singer aus Undingen im Streit erschlagen. Graf Jos zu Zollern als Hauptmann der Herrschaft Hohenberg, Graf Eberhard von Württemberg als Herr von Undingen und Graf Georg von Werdenstein als Besitzer von Melchingen handelten einen Sühnevertrag zwischen den Tätern und den Angehörigen des Opfers aus, nach dem die Täter vierzig Messen für den Toten lesen lassen, Wachskerzen und einen Jahrtag für Hans Singer stiften, den Hinterbliebenen 20 Gulden Entschädigung zahlen, zwei Wallfahrten ausführen und schließlich ein Sühnekreuz am Tatort aufstellen mussten. Eines der beiden Sühnekreuze, die sich in Melchingen erhalten haben und an der Kapelle zur Schmerzhaften Muttergottes stehen, ist wahrscheinlich das für Hans Singer. Stilistisch ist dabei das kleinere Tatzenkreuz aus Sandstein an der Südwand des Gotteshauses wohl dem 15. Jahrhundert zuzurechnen. Es zeugt damit eindrucksvoll vom mittelalterlichen Rechtsbrauch der Totschlagsühne und ist im Zusammenhang mit dem Sühnevertrag auch Zeugnis der Orts- und regionalen Herrschaftsgeschichte. |
98776024 | ||
| Sühnekreuz bei Talheimer Straße 29 | Talheimer Straße 29 (Karte) |
Steinkreuz, Arme verkürzt, ca. 14./15. Jahrhundert | 98776038 | ||
| Wegkreuz vor der Mutter-Gottes-Kapelle Talheimer Straße 29
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
Talheimer Straße 29 (Karte) |
98776045 | |||
| Laufbrunnen bei Unter den Linden 1 | Unter den Linden 1 (Karte) |
Trog und Stock aus Stein, Datierung am Stock unleserlich, wohl aufgestellt 1847
Bei dem Brunnen dürfte es sich um einen der beiden gleichartigen Laufbrunnen handeln, die 1847 Steinhauer Gottlieb Bernhard aus Altenried bei Nürtingen im Auftrag der Gemeinde angefertigt hat. Melchingen ist auf der wasserarmen Alb einer der wenigen Orte, die verhältnismäßig gut mit Niederschlag und Quellwasser versorgt sind. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Trinkwasser von Quellen oberhalb des Ortes über Deichelleitungen verschiedenen Brunnen im Dorf zugeführt. Der Ausbau dieses Brunnensystems erfolgte im Zusammenhang mit der Einführung der Stallfütterung, als sich der Trinkwasserbedarf im Ort stark erhöhte. Heute noch laufen die fünf alten Brunnen (vor dem Rathaus 1967 erneuert) und spiegeln so anschaulich die früheren Verhältnisse wider: Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. |
98776053 | ||
| Rathaus | Unter den Linden 20 (Karte) |
Zweigeschossiger Putzbau mit Serliana und Wiederkehr an den Giebeln, Dachreiter, über dem Portal Ortswappen, um 1840
Der stattliche klassizistische Rathausbau ist ein charakteristisches Zeugnis für die Kommunalbauten in Kleinstädten und großen Dörfern in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit seinen schlichten Formen und der Serliana in den Giebeln orientiert er sich interessanter Weise an ähnlichen Bauten im sog. Kameralamtsstil, wie sie damals im Königreich Württemberg entstanden. Der Bau ist wichtiges Zeugnis der kommunalen Selbstverwaltung der bis 1973 selbständigen Gemeinde und hat somit nicht nur architekturgeschichtliche Bedeutung für das Gebiet des einstigen Fürstentums Hohenzollern-Hechingen, sondern auch für die Ortsgeschichte. |
98776217 | ||
| Wohnhaus eines Gehöfts | Unter den Linden 30 (Karte) |
Eingeschossiger Putzbau mit Geschossvorkragungen im Giebel, um 1500
Der verputzter Fachwerkbau fällt durch die Vorkragungen und Segmentbogenfenster im Giebel auf. Er zählt ausweislich seiner Baustruktur zu den ältesten erhaltenen Wohnbauten der Gemeinde Burladingen und hat hohen dokumentarischen Wert für den ländlichen Hausbau im Spätmittelalter. |
98776225 | ||
| Laufbrunnen bei Unter den Linden 30 | Unter den Linden 30 (Karte) |
Eisentrog und eiserner Stock als Pfeiler mit Ziervasen-Aufsatz, wohl 19. Jahrhundert
Der Laufbrunnen ist einer von zwei gleichartigen Brunnen, welche in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts im Ort aufgestellt wurden. Er ist ein charakteristisches serielles Produkt aus der Epoche der Industrialisierung, das mit seinen Verzierungen auch der Ortsverschönerung diente. Melchingen ist auf der wasserarmen Alb einer der wenigen Orte, die verhältnismäßig gut mit Niederschlag und Quellwasser versorgt sind. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Trinkwasser von Quellen oberhalb des Ortes über Deichelleitungen verschiedenen Brunnen im Dorf zugeführt. Der Ausbau dieses Brunnensystems erfolgte im Zusammenhang mit der Einführung der Stallfütterung, als sich der Trinkwasserbedarf im Ort stark erhöhte. Heute noch laufen die fünf alten Brunnen (vor dem Rathaus 1967 erneuert) und spiegeln so anschaulich die früheren Verhältnisse wider: Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. |
98776233 | ||
| Wirtshausschild Gasthof Adler | Unter den Linden 33 (Karte) |
18. Jahrhundert
An dem traditionsreichen Gasthof Adler in Melchingen, um den sich allerlei Geschichten ranken (so ist etwa eine Adlerwirtin 1596 als Hexe verbrannt worden), ist heute nur noch das Wirtshausschild überliefert. Es hängt an einem Wohnhaus aus den 1960er-Jahren; die Gaststätte an derselben Stelle ist bereits im frühen 20. Jahrhundert eingegangen. Dargestellt ist der österreichische Doppeladler mit Krone, Schwert und Zepter, eine qualitätvolle kunsthandwerkliche Arbeit des 18. Jahrhunderts, die ortsgeschichtliche Bedeutung hat. |
98776241 | ||
| Bildstock mit Figur des Hl.en Bernhard | Weileräcker (Karte) |
Am Gitter vor der Bildnische bez. 1847
Der Bildstock steht etwas außerhalb des Ortsrandes anstelle einer mittelalterlichen Berhardskapelle, die schon für das 15. Jahrhundert belegt ist und 1823 abgerissen wurde. Als Ersatz stiftete Georg Viesel 1847 einen Bildstock zu Ehren des Hl. Bernhard von Clairvaux. In die Nische wurde die alte hölzerne Kapellenstatue des Heiligen wieder eingestellt. In seiner Stiftungsurkunde forderte Viesel alle Bürger auf „in späteren Zeiten dieses Bildstöckle, Bild und Baumpflanzung zu schützen, zu unterhalten, und wenn nötig zu renovieren und dadurch den frommen Sinn der gegenwärtigen Generation in der Gemeinde auch später zu betätigen“. Der Bildstock ist damit anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität in der katholisch geprägten Region und hat am Standort der alten Kapelle ortsgeschichtliche Bedeutung. |
98776010 |
Ringingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Kath. Mutter-Gottes-Kapelle | Bei der Kapelle 1 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit Giebelreiter und polygonalem Chorschluss, innen Saalraum mit flacher Decke, Decken- und Wandgemälde von Franz Ferdinand Dent, 1763 (i), Hochaltar von 1762 (i); erbaut im 15. Jahrhundert, wiederhergestellt nach Kriegszerstörung, um 1650, Barockisierung um 1760 bis 1763
Die Kapelle, die etwa einen Kilometer außerhalb des Dorfes an einer Weggabelung nach Salmendingen und Killer liegt, ist ein im Kern spätgotischer Bau, der nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wieder aufgebaut wurde. Kunsthistorisch bedeutend ist die 1763 von dem regional bedeutenden Barockmaler Franz Ferdinand Dent geschaffene Ausmalung, die mit originellen, auch orts- und sozialgeschichtlich interessanten Details besticht: So erscheinen in den Fresken der Ortspfarrer und die Bewohner Ringingens in zeitgenössischer Tracht. Die Kapelle bietet damit ein anschauliches und künstlerisch wertvolles Bild einer kleinen Andachtsstätte der Barockzeit in der katholisch geprägten Region. Sie ist wichtiges Element in der durch solche kleinen Sakralbauten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft und zeugt von der tiefen Marienfrömmigkeit der Landbevölkerung. |
98776382 | ||
| Laufbrunnen bei Heschlochstraße 13 | Helschlochstraße (Karte) |
Eisentrog und eiserner Stock, um 1900
Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der Wasserversorgung auf dem Dorf. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Er ist dabei auch ein Dokument der Serienfertigung solcher Objekte im Zeitalter der Industrialisierung, die mit der künstlerischen Gestaltung der Brunnenstöcke auch der Ortsverschönerung dienten. |
98776401 | ||
| Laufbrunnen bei Hilbgasse 18 | Hilbgasse 18 (Karte) |
Eisentrog und eiserner Stock, um 1900
Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der Wasserversorgung auf dem Dorf. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Er ist dabei auch ein Dokument der Serienfertigung solcher Objekte im Zeitalter der Industrialisierung, die mit der künstlerischen Gestaltung der Brunnenstöcke auch der Ortsverschönerung dienten. |
98776409 | ||
| Bauernhaus | Hilbgasse 19 (Karte) |
Zweigeschossiger Putzbau, 1742, mit alter Inneneinrichtung
Das Bauernhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den in Schwaben weit verbreiteten Typus des quergestelzten Wohnstallhauses. Mit der überlieferten Stubenausstattung veranschaulicht es die Lebensverhältnisse der Landbevölkerung in der Frühen Neuzeit und hat dokumentarischen Wert für die Hausforschung. |
98776415 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche St. Martin | Kirchgasse 9 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit gestaffeltem Polygonalchor und Seitenapsiden, Flankenturm mit achteckigem Glockengeschoss und Zwiebelhaube, nach Südosten Sakristeianbau, an der südlichen Langhauswand Wandbild mit Kreuzigungsdarstellung, Langhaus im Inneren flach gedeckt mit Deckengemälden von Franz Ferdinand Dent, um 1750, barocke Kanzel; erbaut unter Einbeziehung des im Kern spätmittelalterlichen Turms, 1707 bis 1724, Neubau von Dreiapsidenchor und Querhaus, 1904
Die Pfarrei Ringingen wird erstmals 1275 erwähnt. Ältester Teil der Kirche ist der Unterbau des Turms, der wohl ins 15. Jahrhundert gehört. Im 18. Jahrhundert kam es zu einem barocken Neubau, der erst um die Jahrhundertmitte seine Deckengemälde erhielt, die von der Hand des regional wichtigen Malers Franz Ferdinand Dent stammen. Mit dem Wachstum auch dieser Albgemeinde wurde zu Anfang des 20. Jahrhunderts eine Vergrößerung der Kirche nötig, welche sich stilistisch dem barocken Langhaus angleicht. Es entstand eine reräsentative Raumerweiteurng mit einer Art Vierung und drei Apsiden. Die Kirche ist damit nicht nur ein Zeugnis barockzeitlichen Kunstschaffens, sondern auch des späten Historismus, der sich für Kirchenbauten in katholischen Gebieten gerne neubarocker Formen bediente. Als alter Pfarrmittelpunkt hat die Kirche überdies orts- und kirchengeschichtliche Bedeutung. |
98776421 | |
Weitere Bilder |
Burgruine Hohenringingen | Nähberg (Karte) |
Bestehend aus: Bergfried, unregelmäßiges Quadermauwerk, an den Ecken vereinzelt Buckelquader, seit 1972 Aussichtsturm; Wall und Graben; wohl gegründet im 12. Jahrhundert, erneuert im 13. Jahrhundert, Aufgabe und Verfall nach Mitte des 15. Jahrhunderts
Auf dem Nehberg oberhalb von Ringingen liegt in beherrschender Lage die Burg Hohenringingen. Sie war Sitz der Edelherren von Ringingen, welche die Burg wohl im 12. Jahrhundert gründeten. Im Lauf des Spätmittelalters wechselten die Besitzer mehrfach, zuletzt war die Anlage im Besitz der Schwelher zu Ringingen. 1508 ist von einem Burgstall die Rede, zum damaligen Zeitpunkt war die Burg wohl schon aufgegeben und dem Verfall überlassen. Von der einst umfangreichen, 1924 archäologisch untersuchten Adelsburg mit Kern- und Vorburg zeugen nur noch Gräben und Wälle und der 1972 als Aussichtsturm renovierte viereckige Bergfried, der sich an der einstigen Hauptangriffsseite der Kernburg direkt über dem Halsgraben erhebt. Hohenringingen hat vor allem orts- und herrschaftsgeschichtliche Bedeutung, ist aber auch Zeugnis adeligen Burgenbaus im Gebiet der Schwäbischen Alb. |
98776439 ( | |
| Wirtshausschild Gasthof Adler | Schmitterain 3 (Karte) |
Wohl 18. Jahrhundert
Das kunstvolle Wirtshausschild ist ein qualitätvolles Beispiel für das Kunstschmiedehandwerk der Barockzeit in der Region. Es ist Zeugnis des für das Gesellschaftsleben des Dorfes und als Absteigequartier für Durchreisende wichtigen historischen Gasthauses. |
98776427 |
Salmendingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Friedhof bei Dreifürstensteinstraße 2 mit Mauer und Schutzbäumen | Dreifürstensteinstraße 2 (Karte) |
In der Mitte Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, von Paul und Friedrich Straubinger, erweitert um Namenstafeln für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs
Der Friedhof liegt als jüngerer Ersatz für den älteren Kirchhof in der üblichen Weise außerhalb des alten Ortskerns. Die rechteckige Anlage ist charakteristisch für die Entstehungszeit im 19. Jahrhundert. Auf dem Friedhof steht das plastisch aufwendig gestaltete Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, das in martialischem Patriotismus an die Kriegstoten erinnert. Ein Engel geleitet den sterbenden Soldaten zuoberst in das Paradies. Im Kontrast hierzu stehen die schlichten Sandsteinstelen für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. Friedhof und Denkmal sind anschauliche Zeugnisse der Bestattungs- und Gedenkkultur und haben ortsgeschichtliche Bedeutung. |
98776809 | ||
| Wohnhaus | Herrengasse 8 (Karte) |
Eingeschossiger Putzbau mit dreigeschossigem Satteldach und Vorkragungen im Straßengiebel, wohl Anfang 17. Jahrhundert
Das Gebäude ist eines der letzten vollständig erhaltenen Beispiele bäuerlicher Architektur der Frühen Neuzeit im Dorf und steht mit dem – heute verputzten – Fachwerk exemplarisch für die barockzeitliche Zimmermannskunst. Der Giebel wird auf besondere Weise durch die profilierten Stockwerksgesimse geprägt, die mit kleinen, aus dem Holz herausgearbeiteten Konsolen geschmückt sind – ein inzwischen sehr selten gewordenes Baudetail, das charakteristisch war für die Region. Es zeigt ebenso den hohen Zeugniswert des Gebäudes wie die alte Fensterteilung im Giebel und die Klappläden, die das historische Erscheinungsbild vervollständigen. Die Fenster des Wohngeschosses sind wohl im 19. Jahrhundert einmal umgestaltet worden, auch die Holzdecke in der Wohnstube stammt aus dieser Zeit. Das Gebäude ist damit ein anschauliches Dokument der Wohn- und Lebensverhältnisse auf der Alb in früheren Jahrhunderten. |
98776616 | ||
Weitere Bilder |
Ruine der Burg Salmendingen | Auf Kai 1; Köbele-Ghaiberg (Karte) |
Mauerreste des fünfseitigen Berings und des Bergfrieds in Quader- und Kleinquadermauerwerk, Kernmauerwerk des Turms teilweise in Fischgrätverband, Wälle und Gräben; gegründet wohl durch die erstmals 1245 erwähnten Herren von Salmendingen im 13. Jahrhundert, aufgegeben und verfallen nach 1386
Die Reste der Burg Salemdningen liegen in beherrschender Lage am Rand des Ghaibergs direkt oberhalb des alten Ortskerns. Sie war als Reichslehen Sitz des 1245 erstmals erwähnten edelfreien Ortsadelsgeschlechtes und dürfte in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts gegründet worden sein. Mit ihrer einst unregelmäßig fünfeckigen Hauptburg und dem gegen die besonders gefährdete Seite gesetzten Turm ist die Anlage charakteristisch für stauferzeitliche Burgen. Sie wurde um die Mitte des 14. Jahrhunderts von den Salmendingern verkauft und wechselte danach mehrfach den Besitzer. Schon nach 1386 wurde die Burg aufgegeben und dem Verfall überlassen und bereits 1401 als Burgstall bezeichnet. Damals gelangte sie in den Besitz Grafen von Werdenberg. Die Ruine hat damit orts- und herrschaftsgeschichtliche Bedeutung und ist in ihren überlieferten Resten charakteristisches Zeugnis hochmittelalterlicher Adelskultur. |
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| Gemeindebackhaus | Köbelestraße 1 (Karte) |
Zweigeschossiger Putzbau, wohl 18. Jahrhundert, als Gemeindehaus erwähnt 1781, seit 1838 Gemeindebackhaus
Das in einer Straßengabelung allseits freistehende, markante Gebäude dient schon seit mehr als 200 Jahren für unterschiedliche gemeinnützige Zwecke. So fungierte der Bau 1781 unter dem Namen „Gemeindehaus“ vermutlich zunächst als Rathaus. Nachdem die Räume für die Verwaltung nicht mehr ausreichten und ein neues Rathaus entstand, wurde hier 1806 das Armenhaus eingerichtet. 1838 kam die Funktion als Gemeindebackhaus dazu. Das gemeinschaftliche Backen war ein Jahr zuvor von der fürstlich-hohenzollernschen Landesregierung in Sigmaringen zum Zweck der Holzersparnis angeordnet worden, weil durch die Umstellung in der Waldwirtschaft vom Niederwald- zum Mittel- und Hochwaldbetrieb nicht mehr soviel Brennholz zur Verfügung stand. Da sich diese Einrichtung bewährte, wird auch heute noch in Salmendingen an drei Wochentagen Brot gebacken. Die technische Ausrüstung der Backstube mit zwei Öfen von Jacob Rilling, Nehren, stammt wohl noch aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Gebäude ist damit ein wichtiger Platz für die Ortsgeschichte, seine Einrichtung zum Gemeinschaftsbackhaus dokumentiert bis heute auf anschauliche Weise einen interessanten wirtschaftsgeschichtlichen Aspekt aus der Zeit des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen. |
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Kath. Pfarrkirche St. Michael | Köbelestraße 22 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit eingezogenem Polygonalchor unter selbem First, kleiner Sakristeianbau, Westturm mit achteckigem Aufsatz und Welscher Haube, aufgemalte Lisenengliederung, flach gedecktes Langhaus mit Deckengemälden von Franz Ferdinand Dent, 1770 (i), Chor mit Stichkappengewölbe, zweigeschossige Westempore, barocke Ausstattung mit Altären, Kanzel, Emporenbildern und Gestühl, gemalter Hochaltar von Michael Hug, Straßburg, 1750 (i), Seitenaltarbilder von Franz Joseph Spiegler, 1752 (i); erbaut nach Entwurf des fürstenbergischen Hofparliers Franz Sieger, Meßkirch, 1746/47 (a, i)
Die Kirche erhebt sich in beherrschender Lage oberhalb des alten Ortskerns von Salmendingen. Der große Bau zeugt von der Bedeutung der 1275 erstmals erwähnten Pfarrei und des Ortes, der sich seit 1534 im Besitz der Grafen/Fürsten von Fürstenberg befand, die auch das Kirchenpatronat ausübten. Folglich wurde der barocke Neubau durch einen fürstenbergischen Baumeister entworfen. Er zählt zu den besonders großen Dorfkirchen der Barockzeit im Kreisgebiet. Die reiche, kunsthistorisch bedeutende Ausstattung wurde u.a. von vermögenden Einwohnern gestiftet, so der gemalte Hochaltar 1750 von Joseph Dieter und Mara Annma Rein. Mit Franz Ferdinand Dent wurde ein bedeutender regionaler Maler für Deckengemälde und Emporenbilder gewonnen, die Seitenaltarbilder stammen von dem bedeutenden oberschwäbischen Barockmaler Franz Joseph Spiegler aus Riedlingen. Der Innenraum überliefert bis heute das stimmige Gesamtbild einer Pfarrkirche des 18. Jahrhunderts. Sie hat zentrale Bedeutung für die Orts- und Kirchengeschichte Salmendingens. |
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| Kath. Pfarrhaus | Köbelestraße 24 (Karte) |
Zwei- bis dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Ecklisenen und Wiederkehren, lisenengefasstes Portal mit Freitreppe, im Sprenggiebel Kartusche mit Chronostichon, erbaut unter Pfarrer Valentin Maler, 1778 (i)
Das Pfarrhaus bildet zusammen mit der Pfarrkirche, erhöht am südlichen Rand des alten Ortskerns gelegen, eine das Ortsbild Salmendingens dominierende Baugruppe. Die Pfarrei ist seit 1275 belegt, die Patronatsherrschaft übten seit 1534 die Grafen und späteren Fürsten von Fürstenberg aus. Der stattliche barocke Pfarrhausbau zeugt vom Reichtum der Gemeinde und hebt sich als Massivbau von der übrigen Bebauung im Dorf deutlich ab. Das Chronostichon der lateinischen Bauinschrift über dem Portal zeugt von barocker Gelehrsamkeit. Der Bau vermittelt so einen anschaulichen Eindruck der großen Pfarrsitze jener Zeit und hat orts- sowie kirchengeschichtliche Bedeutung. |
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Kath. Wallfahrtskapelle St. Anna | Kornbühl 1 (Karte) |
Sog. Kornbühlkapelle o.a. Salmendinger Kapelle, frei in der Landschaft auf dem Kornbühl gelegener verputzter, langgestreckter Saalbau mit polygonalem Chorschluss, auf der Südseite kleiner Anbau, flach gedeckter Innenraum mit Frühbarockaltar, Stiftung der Veronika von Neuneck, um 1500; vor der Chorseite Kreuzgruppe; Kreuzweg mit eisernen, farbig gefassten Relieftafeln in den Bildstöcken der Stationen am Zugangsweg, 1886
Die Kornbühlkapelle, auch Salmendinger Kapelle genannt, liegt einsam auf dem namengebenden, schon zur Hallstattzeit besiedelten Kornbühl, der sich frei aus der Albhochfläche oberhalb von Salmendingen erhebt. Sie bildet damit eine weithin sichtbare Landmarke. Der alte Wallfahrtsort verdeutlicht durch seine Lage in besonderem Maße die Sakralisierung der umgebenden Kulturlandschaft durch solche Andachtsstätten seit dem Mittelalter und ist ein eindrucksvolles Zeugnis der Religiosität. Der Bau geht auf eine fromme Stiftung der adeligen Dame Veronika von Neuneck zurück. Die spätgotische Kornbühlkapelle ist als beliebtes Pilgerziel eines der zentralen Zeugnisse der Orts- und Kirchengeschichte in der Region, das bis heute mit seiner weltabgeschiedenen Lage und weiten Aussicht über die Alblandschaft zur Besinnung einlädt. |
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| Sühnekreuz | Junginger Tal (Karte) |
Sandstein, ca. 16. Jahrhundert
Nach mittelalterlichem Recht wurde bei Totschlag zwischen dem Täter und der Familie des Opfers ein Sühnevertrag ausgearbeitet, zu dem in der Regel auch das Setzen eines Steinkreuzes am Tatort gehörte. Die Kreuze wie dieses sind damit Zeugnisse der Rechtsgeschichte und Beleg für die Formenvielfalt sakraler Kleindenkmale. |
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| Laufbrunnen bei Kornbühlstraße 18 | Kornbühlstraße 18 (Karte) |
Eisentrog und eiserner Stock, letzterer bezeichnet „Gebr. Benckiser, Pforzheim“, um 1900
Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der Wasserversorgung auf dem Dorf. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Er ist dabei ein Dokument der Serienfertigung solcher Objekte im Zeitalter der Industrialisierung, die mit der künstlerischen Gestaltung der Brunnenstöcke auch der Ortsverschönerung dienten. |
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| Laufbrunnen nördlich der Scheune von St. Nepomuk-Straße 7 | Kornbühlstraße 26 (Karte) |
Steintrog und eiserner Brunnenstock, um 1900
Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der Wasserversorgung auf dem Dorf. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Der gusseiserne, verzierte Brunnenstopck ist dabei ein Dokument der Serienfertigung solcher Objekte im Zeitalter der Industrialisierung, die mit der künstlerischen Gestaltung der Brunnenstöcke auch der Ortsverschönerung dienten. |
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| Wegkreuz bei Kornbühlstraße 60 | Kornbühlstraße (Karte) |
Holzkruzifix mit Schutzdach, am Stamm bezeichnet 1970, Korpus älter | 98776752 | ||
| Hausfigur | St.-Nepomuk-Straße 5 (Karte) |
Auf Holztafel Kruzifix mit arma Christi und Stifterinschrift, 1767, unter Schutzdach
Die Hausfigur ist ein charakteristisches Beispiel einer privaten frommen Stiftung, hier des Wirtes Matthäus Meyer. Dargestellt ist der Gekreuzigte zwischen den Leidenswerkzeugen, den arma Christi, als Hinweis auf den Opfertod des Erlösers zur Rettung der Menschen. Die Hausfigur ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität der Barockzeit. |
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| Figur des Heiligen Johannes Nepomuk | St.-Nepomuk-Straße 17 (Karte) |
Auf dem Brunnenstock eines Laufbrunnens, westlich von St. Nepomuk-Straße 22, 1789 (i)
Die spätbraocke Figur des Hl. Nepomuk ist Zeugnis der Verehrung dieses Heiligen, die sich in Folge der Heiligsprechung des böhmischen Priesters 1729 in den katholischen Gebieten rasch verbreitete und großer Beliebtheut erfreute. Johannes Nepomuk war den Märtyrertod gestorben, weil er gegenüber dem König das Beichtgeheimnis nicht brechen wollte. Er galt daher als Beispiel der Standhaftigkeit in Gewissenfragen. Die Statue ist dabei anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. |
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| Kreuz an der Fassade eines Wohnhauses | St.-Nepomuk-Straße 23 (Karte) |
Holzkreuz mit Flachreliefs am Schaft: Christus-Monogramm, Kreuznägel, Kelch, Abts- (oder Bischofs-) Stab, wohl 19. Jahrhundert | 98777026 |
Starzeln
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Denkmäler für die Gefallenen der Kriege 1866 und 1870/71 | Beim Friedhof 1 (Karte) |
1914–18, 1939–45, Obelisken beziehungsweise Stelen mit figürlichem Schmuck und Namenstafeln
Die drei Denkmäler belegen anschaulich die lokale Gedenkkultur für die Kriegstoten und spiegeln damit auch den Einfluss größerer Ereieignisse der deutschen Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert auf die kleine, bis 1973 selbständigen Gemeinde wider. Die Reliefs der beiden Stelen für die Toten des Ersten und Zweiten Weltkriegs zeugen dabei von einem gewissen künstlerischen Anspruch der öffentlichen Gedenksteine. |
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| Lourdesgrotte | Beim Friedhof 2 (Karte) |
Gestiftet 1894, in erneuertem, kapellenartigem Bildstock
Die Louredesgrotte ist Zeugnis einer seit dem späteren 19. Jahrhundert in Folge der Marienerscheiniung der hl. Bernadette in LOoiurdes allerorten in den katholischen Gebieten erstarkenden Marienverehrung. In zahlreichen landgemeinden entstanden solche kleinen Bauwerke, welche das Geschehen in Lourdes, die Marienvision der Bernadett, bildlich umzusetzen suchten. Die Grotte ist damit ein anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Sie ist darüber hinaus wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
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Weitere Bilder |
Kath. Kapelle St. Johannes Baptista | Killertalstraße 18 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit polygonalem Chorschluss, Dachreiter mit Welscher Haube, auf der Ostseite niedriger Sakristeianbau, Langhaus mit Flachkuppel über Konsolen, Chorbogen in flacher Dreipassform, im Chor Stichkappengewölbe über gemalten Pilastern, Westempore, bauzeitliche Ausstattung, hochgotische Muttergottes mit Kind, um 1350; erbaut nach Entwurf von Christian Großbayer, Haigerloch, 1759
Der äußerlich schlichte Kapellenbau ist ein charakteristisches Werk des Haigerlocher Barockbaumeisters Großbayer, wie der dreipassförmige Chorbogen, sein Markenzeichen, ausweist. Der Bau ist ein qualitätvolles Beispiel für einen kleineren ländlichen Sakralbau des 18. Jahrhunderts. Kunsthistorisch große Bedeutung hat die Darstellung der Muttergottes mit Kind aus der Zeit um 1350, welche aus einem Bildstock in der Nähe Starzelns stammt. Kirchlich gehört Starzeln zur 1488 begründeten Pfarrei Hausen. Die Kapelle ist zentrales Zeugnis der Orts- und Kirchengeschichte des Dorfes. |
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| Farren- und Schafstall | Killertalstraße 28 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau, Obergeschoss Backstein, Satteldach mit zwei Aufzugsgauben, 1897
Der Farrenstall ist Zeugnis einer einst charakteristischen kommunalen Einrichtung. Er diente der Unterbringung der Farren, der männlichen Zuchtstiere, die Gemeindeeigentum waren. Die gemeindeeigene Halltung von Farren und der Bau solcher Ställe waren seit dem 19. Jahrhundert gesetzlich vorgeschrieben. Der Bau ist damit ein charakteristisches Zeugnis der Orts- und Wirtschaftsgeschichte. |
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| Laufbrunnen bei Oberdorfstraße 1 | Oberdorfstraße (Karte) |
Eisentrog mit Ortswappen und eiserner Stock
Der zentrale Gemeindebrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der Wasserversorgung auf dem Dorf. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Er ist dabei ein Dokument der Serienfertigung solcher Objekte im Zeitalter der Industrialisierung, die mit der künstlerischen Gestaltung der Brunnenstöcke auch der Ortsverschönerung dienten. |
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| Hausfigur | Simonesweg 23 (Karte) |
Tafel mit Kruzifix und Marterwerkzeugen, 18. Jahrhundert
Die Hausfigur ist ein charakteristisches Beispiel einer frommen Stiftung. Dargestellt ist der Gekreuzigte zwischen den Leidenswerkzeugen, den arma Christi, als Hinweis auf den Opfertod des Erlösers zur Rettung der Menschen. Die Hausfigur ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität der Barockzeit. |
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Stetten
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Laufbrunnen bei Burladinger Straße 11 mit eisernem Trog und eisernem Stock | Burladinger Straße (Karte) |
Um 1900
Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der Wasserversorgung auf dem Dorf. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Er ist dabei ein Dokument der Serienfertigung solcher Objekte im Zeitalter der Industrialisierung, die mit der künstlerischen Gestaltung der Brunnenstöcke auch der Ortsverschönerung dienten. |
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Weitere Bilder |
Burgruine Holstein (Hölnstein) | Schloßäcker (Karte) |
Burg der Herren von Hölnstein, unregelmäßige Ringmaueranlage unter Einbeziehung von Felsen, bestehend aus: Ringmauer teilweise mit Wehrgangansatz; Mauerteile eines Wohnturms mit gerundeten Ecken; Reste eines weiteren Gebäudes in der Südostecke, alles in Bruchstein; im Süden Gewölbekeller; Brunnen; Gräben und Wälle; gegründet durch die Herren von Hölnstein, um 1100, Ausbau und Erneuerung in der 2. Hälfte 13. Jahrhundert, aufgegeben und verlassen im 1. Viertel 16. Jahrhundert, Teilabbruch des Wohnturms 1585
Die Burg Holstein überragt mit dem Rest ihres Wohnturms in beherrschender Spornlage Stetten und das Lauchterttal. Sie kündet damit deutlich von der vormaligen Ortsherrschaft der edelfreien Herren von Hölnstein, die sich bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgen lassen und in jener Zeit die Höhenburg als Ausweis ihres Status gegründet haben dürften. Der heutige Bestand geht allerdings weitgehend auf einen Ausbau in Stein zurück, der wohl nicht vor der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts anzusetzen ist. Damals befand sich die Burg im Besitz eines württembergischen Ministerialengeschlechts, das den Namen der Edelherren fortführte. Mit dem Aussterben dieser Hölnsteiner im Mannesstamm 1496 wurde die Burg aufgegeben, schon 1534 war sie nicht mehr bewohnt. Graf Eitelfriedrich IV. von Hohnezollern-Hechingen ließ 1585 den baufälligen Wohnturm am höchsten Punkt der Anlage wegen Einsturzgefahr in Teilen abbrechen. Seine Reste mit den gerundeten Ecken sprechen stilstisch deutlich für eine Entstehung in nachstaufischer Zeit. In für die Albburgen charakteristischer Weise wurde für seinen Bau ein Felsturm in die Anlage einbezogen. Die Reste der Burg Holstein, die archäologischen Funden nach zu schließen reich ausgestattet war, sind anschauliche Zeugnisse des adeligen Burgenbaus in der Region und wichtige Zeugnisse der Orts- und Herrschaftsgeschichte. |
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| Laufbrunnen bei Hörschwager Straße 2/1 mit Steintrog und eisernem Stock | Hörschwager Straße 2/1 (Karte) |
Um 1900
Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der Wasserversorgung auf dem Dorf. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Der verizierte Brunnenstock ist dabei ein Dokument der Serienfertigung solcher Objekte im Zeitalter der Industrialisierung, die mit ihrer künstlerischen Gestaltung auch der Ortsverschönerung dienten. |
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Albmühle (Mühle Walz) | Hörschwager Straße 72, 74; Lauchert (Karte) |
Bestehend aus:
Die Albmühle, auch nach der letzten Besitzerfamilie Mühle Walz genannt, liegt zwischen Stetten und Hörschwag im Tal der Lauchert. Sie wird erstmals 1406 erwähnt und war seit 1580 im Besitz der Grafschaft Hohenzollern-Hechingen. Die Mühle war Bannmühle für die Einwohner der Umgegend, die hier bis 1832 ihr Getreide mahlen mussten und wurde von der Herrschaft an die Müller zu Lehen gegeben. Erst mit Auflösung des Grundherrschaftsystems in Folge der Revolution von 1848/49 wurden die Müller Eigentümer des Mühlenanwesens. Unter Johann Maier wurde der Komplex um eine Hofkapelle ergänzt, sichtbarer Ausdruck katholischer Frömmigkeit und Marienverehrung. Mit dem Ökonomiegebäude vermittelt die Anlage ein anschauliches Bild eines großen Mühlengehöfts der Frühen Neuzeit. Die weitgehend und in seltener Geschlossenheit überlieferte technische Ausstattung der beiden Sägemühlen und der Mahlmühle aus dem 19. und 20. Jahrhundert macht die Albmühle zu einem der am besten erhaltenen historischen Mühlenbetriebe der Region. Zusammen mit dem Wasserbau ist sie ein herausragendes Zeugnis der Technik- und Wasserbaugeschichte und hat als alte Bannmühle darüber hinaus zentrale ortsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Württembergisches Wappen am alten Pfarrhaus | Melchinger Straße 2 (Karte) |
Bezeichnet IFHzW (wohl Ludwig Friedrich Herzog zu Württemberg), 1616 (i)
Der Kirchensatz und damit die Patronatsherrschaft über die Pfarrei Stetten gelangte über die Kartause Güterstein während der Reformation an Württemberg. Von dieser württembergischen Patronatsherrschaft über die katholische Pfarrei zeugt das Wappen mit den Hirschstangen und den Initialen Herzog Ludwig Friedrichs von Württemberg-Mömpelgard (1586 bis 1631), das einst das Stettener Pfarrhaus zierte. Es ist damit nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Dokument, sondern zeugt auch von den teilweise komplizierten Herrschafts- und Besitzrechten in der Frühen Neuzeit. |
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| Brunnenstube bei Melchinger Straße 9 | Melchinger Straße 4, 9 (Karte) |
Eingeschossig, mit Flachdach, 1909 (i), anstelle eines Waschhauses erbaut, samt Laufbrunnen mit zwei Steintrögen und eisernem Stock, auf der anderen Straßenseite, unter eisernem Deckel, Widder der Wasserversorgung
Die Brunnenstube mit den zugehörigen wassertechnischen Einrichtungen und dem Laufbrunnen mit zwei Trögen ist ein anschauliches Dokument für die Wasserversorgung in den Albdörfern im frühen 20. Jahrhundert. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Der Brunnenstock ist dabei ein Dokument der Serienfertigung solcher Objekte im Zeitalter der Industrialisierung, die mit ihrer künstlerischen Gestaltung auch der Ortsverschönerung dienten. Die Anlage hat technik- und ortsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Kath. Pfarrkirche St. Sylvester (heute Aussegnungshalle) | Melchinger Straße 16 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit Einturmfassade, zweigeschossiger Sakristei und Polygonalchor, Saal und Chor flach gedeckt mit Deckengemälden, mittelalterliche Wandmalereien und Sakramentshäuschen, Teile der barocken Ausstattung, u.a. illusionistisch gemalter Altar; im Kern gotisch, umgebaut und barockisiert, 1726 bis 1730; ummauerter Friedhof
Die Kirche liegt leicht erhöht in ortsbildprägender Lage am Rand des Dorfes. Sie bildete spätestens 1275 den Mittelpunkt einer eigenen Pfarrei und diente bis zum Neubau der Pfarrkirche 1964 als solche. Seit 1975 wird sie als Aussegnungshalle genutzt. Das im Kern gotische Gebäude präsentiert sich heute als barockzeitlicher Umbau. Charakteristisch für die Region ist der aus Kostengründen illussionistisch gemalte barocke Altar. Reste mittelalterlicher Malereien wurden bei der Renovierung 1973 bis 1975 aufgefunden und teilweise konserviert. Die heutige Raumfassung mit den Deckengemälden in Langhaus und Chor geht auf eine neubarocke Ausgestaltung durch den Sigmaringer Hofmaler Gustav Bregenzer 1899 zurück. Die Kirche ist zentrales Zeugnis der Orts- und Kirchengeschichte Stettens. |
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| Steinkreuz | Espan (Karte) |
Wohl ursprünglich höheres Feldkreuz, mit kleeblattförmigen Enden und fragmentarisch erhaltenem Stamm, 1718 (i)
Das Kreuz mit aufwendig verzierten Enden steht in der Tradition der Sühnekreuze, ersetzte aber offenischtlich als Wegkreuz auf dem Nordufer der Lauchert, kurz vor der Straßenbrücke nach Melchingen, ein älteres Holzkreiz. Es ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
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| Laufbrunnen bei Vogtsgasse 3 | Vogtgasse (Karte) |
Eisentrog mit eisernem Stock, um 1900
Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der Wasserversorgung auf dem Dorf. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Er ist dabei ein Dokument der Serienfertigung solcher Objekte im Zeitalter der Industrialisierung, die mit der künstlerischen Gestaltung der Brunnenstöcke auch der Ortsverschönerung dienten. |
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Weblinks
Anmerkungen
- Diese Liste entspricht möglicherweise nicht dem aktuellen Stand der offiziellen Denkmalliste. Diese kann über die zuständigen Behörden eingesehen werden. Daher garantiert das Vorhandensein oder Fehlen eines Bauwerks oder Ensembles in dieser Liste nicht, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein eingetragenes Denkmal ist oder nicht. Eine verbindliche Auskunft erteilt das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg.