Liste der Kulturdenkmale in Engen
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In der Liste der Kulturdenkmale in Engen sind unbewegliche Bau- und Kunstdenkmale aller Stadtteile von Engen im baden-württembergischen Landkreis Konstanz aufgeführt. Grundlage für diese Liste ist die vom Regierungspräsidium Freiburg herausgegebene Liste der Bau- und Kunstdenkmale. Der Artikel ist Teil der übergeordneten Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg. Diese Liste ist nicht rechtsverbindlich. Eine rechtsverbindliche Auskunft ist lediglich auf Anfrage bei der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Engen erhältlich.[Anm. 1]






Allgemein
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
- Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale der Stadt Engen
Anselfingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Rathaus Anselfingen mit rückwärtig angebauter Gemeindestallung | Auf der Höhe 1 (Karte) |
Freistehender, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach und Zwerchgiebel, flacher einachsiger Eingangs- und Treppenhausrisalit mit Giebel, durch umlaufende Stockwerks- und Traufgesimse sowie durch Ecklisenen, im Erdgeschoß gequadert, untergliedert; daran angebaut Farrenstall, eingeschossiger verputzter Massivbau mit Fachwerkkniestock und Satteldach, 1907 (a)
Das Rathaus in Anselfingen ist ein gestalterisch qualitätvolles Beispiel für einen läbdlichen Kommunalbau des späten Historismus, der in zeittypischer Weise in Neurenaissanceformen entworfen wurde. Die fünfachsige Eingangsfront ist durch den übergiebelten Mittelrisalit des Treppenhauses ausgezeichnet, die Mittelachse der zur Straße gewandten Schmalseite von einem Zwerchgiebel mit Zieraufsätzen akzentuiert. Hinter der einfachen, an Formen der deutschen Renaissance orientierten Gestaltung des Hauptbaues tritt der Stalltrakt durch einfachere Behandlung und Sichtfachwerkverwendung bewusst als Ökonomiegebäude zurück. Es handelt sich bei dieser Baugruppe um ein anschaulich überliefertes und sehr aussagekräftiges Zeugnis für die Bestreitung dörflicher Gemeinschaftsaufgaben aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts und zugleich um ein Dokument der früheren Eigenständigkeit Anselfingens. |
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| Steigmühle | Außer-Ort-Straße 7 (Karte) |
Mahlmühle, bestehend aus:
Die am östlichen Ortsrand von Anselfingen, nahe dem Heppach gelegene Mühle dokumentiert mit ihrer überlieferten technischen Einrichtung anschaulich das Mühlengewerbe im 19. und 20. Jahrhundert. Mühlen sind für Anselfingen schon seit dem Mittelalter nachgewiesen, darunter auch die Steigmühle, die im Dreißigjährigen Krieg 1640 niederbrannte. Die im Talgrund des Heppachs gelegene Mühle prägt nachhaltig das Bild der Kulturlandschaft und ist wichtiges Zeugnis der Aneselfinger Siedlungs- und Agrargeschichte. |
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Weitere Bilder |
Burg Hohenhewen o. a. Althewen (seit 1959 Landesbesitz) | Nähe Distr. Hohenhewen (Karte) |
Weitläufige, längliche Anlage in landschaftsbeherrschender Lage, Reste der Kernburg mit Ringmauer, Wohnbauten und Türmen sowie von spätmittelalterlichen Zwingerbefestigungen, von zweitverwendeten Buckelquadern gefasster Torbogen, 16. Jahrhundert, gegründet durch die Herren von Engen, vor 1152, erstmals erwähnt 1189 (a), Aus- und Umbauten 15./16. Jahrhundert, Zerstörung durch kurbayerische Truppen im Dreißigjährigen Krieg, 1639 (a), Einbau einer Aussichtsplattform, 1890er-Jahre
Burg Hohenhewen o. a. Althewen zählt zu den herausragenden Zeugnissen der Adels- und regionalen Landesgeschichte im Hegau. Eventuell hat die Region sogar ihren Namen von diesem Berg erhalten. Der Berg war schon seit dem Neolothikum immer wieder besiedelt. Ob er auch ein in chronikalischer Überlieferung für das 11. Jahrhundert genanntes „oppidum“, also eine befestigte Siedlung, im Frühmittelalter trug, ist bisher umstritten. Ein die Hangterrassen umfassender Wall dürfte auf eine bronze- bis hallstattzeitliche Befestigung zurückzuführen sein. Die 1050 erstmals in historischen Quellen genannten Herren von Engen nennen sich seit 1152 nach ihrer Burg Herren von Hewen. Die Burg Hewen selbst wird erstmals 1189 erwähnt, so dass anzunehmen ist, dass sie spätestens kurz vor der Mitte des 12. Jahrhunderts als hochmittelalterliche Adelsburg gegründet wurde. In der Folge kam es zu mehreren Besitzerwechseln. 1441 und 1499 wurde die Burg erfolgreich gegen die schwäbischen Reichsstädte bzw. die Eidgenossen verteidigt. Während des Dreißigjährigen Krieges diente der Hohenhewen als Stützpunkt für die Belagerung des Hohentwiel und wurde 1639 durch kurbayerische Truppen zerstört. Die Ruine ging noch im selben Jahr in den Besitz der Familie von Fürstenberg über. Die strategisch günstige Lage des Hohenhewen führte dazu, dass sich hier im Zweiten Koalitionskrieg während der sog. Schlacht von Engen am 3. Mai 1800 die Österreicher unter Geldzeugmeister Kray gegen die Franzosen unter General Moreau verschanzten. Sie wurden allerdings aus dieser Position vertrieben. Die Entdeckung der Ruine als Geschichtsmonument und ihre damit verbundene touristische Erschließung als Aussichtspunkt begann im späten 19. Jahrhundert mit dem Einbau einer Aussichtsplattform. Von der Ablage blieben Ringmauer- und Gebäudereste übrig. Reste der Zwingermauern zeigen Schützenauftritte und große Öffnungen mit seitlich eingebrachten Löchern zur Installation von Prellhölzern, welche dem Abfeuern von Hakenbüchsen, schweren Handfeuerwaffen des Spätmittelalters dienten. Diese Befestigungen gehören zu letzten Ausbaumaßnahmen auf der Burg im 15./16. Jahrhundert, vielleicht vor dem Hintergrund des Schweizerkriegs 1499. Die Ruinen dokumentieren mithin die Entwicklung einer Adelsburg vom Hoch- bis ins Spätmittelalter. Sie sind wichtiger Bestandteil der Burgenlandschaft im Hegau und haben überdies militärgeschichtliche Bedeutung. |
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| Kapelle St. Wendelin | Hauserhof (Karte) |
In der Nachbarschaft des Hauserhofes gelegener einfacher verputzter Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss und hölzernem Glockenreiter, segmentbogige Fensterbahnen auf, Satteldach polygonal abgewalmt, innen ein Altar, Holzfigur des Viehpatrons St. Wendelin und Gedenktafel für die Gefallenen der Hauserhöfe, erbaut 1935 (a)
Die bestehende Kapelle St. Wendelin wurde 1935 errichtet wurde und gehört zum Hauserhof, der seit etwa 1100 historisch belegt ist. Auf der Urkarte von 1876 ist im Bereich der heutigen Kapelle bereits ein Gebäude mit vergleichbarer Größe vermerkt. Das kleine Gotteshaus ist mit seiner Grundform charakteristisch für die Kapellen von Weilern und großen Einzelhöfen. Sie ist mit ihrem Patrozinium typisch für bäuerliche Andachtsstätten. Den Hintergrund für die Errichtung der Kapelle auf dem einst fürstenbergischen Hofgut bildete die drohende Vertreibung der Pächter durch den NS-Staat, der 1933 das Hofgut erhalten hatte. Sie legten daher ein Gelübde ab, eine Kapelle zu stiften, wenn sie bleiben könnten. Tatsächlich war dies der Fall, die Pächter konnten den Hof 1935 käuflich erwerben. Noch im selben Jahr wurde das Gelübde erfüllt. Die Wendelinskapelle ist damit ein anschauliches Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität in der überwiegend katholisch geprägten Region und hat Bedeutung für die Ortsgeschichte. |
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| Hewenhof (heute Reiterhof) | Hewenhof 1 (Karte) |
Freistehendes Gehöft auf halber Höhe des Hohenhewen, urspr. Wirtschaftshof der Burg Hohenhewen, erstmals erwähnt 1400 (a), 1639 bis 1959 in Besitz der Fürstenberger, weitgehender Neubau im 19. Jahrhundert, bestehend aus:
Der Hewenhof bildete ursprünglich den zur Burg Hohenhewen o. a. Althewen gehörigen Wirtschaftshof. Er wird 1400 erstmals als solcher erwähnt und liegt auf halber Höhe des Berges. Die längliche Anlage mit lockerer Hofumbauung datiert in ihrem heutigen Bestand ins 19. Jahrhundert. Sie befand sich 1639 bis 1959 im Besitz des Hauses Fürstenberg, das die im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Burg erworben hatte. Während die Burg nicht wiederaufgebaut wurde, wurde das zugehörige Hofgut weiter bewirtschaftet. Ein aufwendig ausgestatteter Raum im 1. Obergeschoss des Haupthauses mit Wandvertäferung und einem Kachelofen in Jugendstilformen aus dem frühen 20. Jahrhundert scheint als Jagdzimmer eingerichtet worden zu sein und dürfte der Herrschaft bei Aufenthalten gedient zu haben. Der Hewenhof ist beispielhaft für eine große, herrschaftliche Hofanlage und die Gutswirtschaft des 19. Jahrhunderts. Als einstiger Wirtschaftshof der Burg Hohenhewen ist er darüber hinaus ein anschauliches Zeugnis für die Versorgung eines Herrschaftssitzes durch eine eigene, in der Regel nahe gelegene Ökonomie. Nicht zuletzt hat die Anlage siedlungs-, herrschafts- und agrargeschichtliche Bedeutung. |
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| Quereinhaus | Unterdorfstraße 8 (Karte) |
Langgestreckter, giebelständiger Bau über hohem, massivem Kellergeschoss, Satteldach mit Aufschiebling, zweigeschossiger Wohnteil in Fachwerk, übergreifende Ständerkonstruktion mit teils naturkrummen Streben, Ökonomieteil im Wesentlichen aus Bruchstein, traufseitige Quererschließung, wohl weitgehender Neubau unter Verwendung eines spätmittelalterlichen, verblatteten Gefüges, um 1642
Bei dem stattlichen bäuerlichen Anwesen handelt es sich um ein quererschlossenes Einhaus. Über massivem Sockel- bzw. Hanguntergeschoss mit Keller ist der im Wohnteil zweigeschossige Fachwerkbau errichtet; der Ökonomieteil wurde im wesentlichen aus Bruchstein erbaut. Das Gebäude wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges unter Einbeziehung älterer Bauteile mit verblatteter Holzkonstruktion (Wand zwischen Wohnteil und Ökonomieteil) umfassend instandgesetzt bzw. neu gebaut. Als Baudatum wird 1642 überliefert. Diese Jahreszahl stand einst an einer jetzt entfernten rundbogigen, hölzernen Haustüre. Es handelt sich, wie an der im Fachwerk freigelegten Giebelseite zu sehen, um eine zwei Geschosse übergreifende Ständerkonstruktion mit zweigeschossigen naturkrummen Eichenbalken als Streben. Auch diese in mittelalterlicher Bautradition stehende Konstruktion ist eher im 16. als im 17. Jahrhundert zu erwarten und könnte vom Vorgängerbau stammen. Das Dach, ein Pfettendach, ist geschossweise abgezimmert und in der Giebelansicht mit naturkrummen Dreiviertelstreben eine gut in das mittlere 17. Jahrhundert einzuordnende Bauform. Im Wohnteil ist die repräsentative und vollständig erhaltene Fachwerkkonstruktion heute auch nach innen freiliegend. Das Gebäude veranschaulicht so frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse der Landbevölkerung im nördlichen Hegau und ist ein hauskundlich wichtiges Zeugnis der Anselfinger Ortsbaugeschichte. |
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Weitere Bilder |
Kath. Filialkirche St. Nikolaus und St. Pelagius mit Kirchhofmauer und Gefallenendenkmal Erster und Zweiter Weltkrieg | Unterdorfstraße 35 (Karte) |
Die Kirche ein massiver verputzter Saalbau mit Satteldach, eingezogener Rechteckchor mit Satteldach, im Süden Chorflankenturm mit Treppengiebel und Satteldach, bekrönt von polygonalem Dachreiter mit spitzem Helm, nördlich Sakristeianbau, im Inneren teils reich stuckierte Flachdecken über Hohlkehlen, Deckengemälde von Emil Dannecker, 1940 bis 1942, über Chorbogen Stuckverzierungen mit gemaltem Auge Gottes im Mittelfeld, historische Ausstattung, u. a. Mittelteil eines Altarretabels mit geschnitzten Figuren, um 1480/90, Hochaltar, Anfang 18. Jahrhundert, Turm und Chor im Kern 13./14. Jahrhundert, Langhaus wohl 15. Jahrhundert, Umbauten 18. Jahrhundert, Sakristeianbau nach Entwurf von Werkmeister Meng, Engen, 1853 (a), Umbau und Erhöhung Turm durch das erzbischöfliche Bauamt Freiburg nach Entwurf von Lukas Engesser, 1876 bis 1880 (a); Einfriedungsmauer, um 1607, erneuert 1816 (a), in der Höhe verringert, 1885 bis 1887 (a), Gefallenendenkmal mit Vesperbild unter dem Kreuz Mitte 1920er Jahre
Die Kirche St. Nikolaus und Pelagius ist seit alters Filial von Engen. Sie wird 1507 erstmals urkundlich genannt, die heute existierende Kirche weist aber wesentlich ältere Architekturelemente auf, die wohl mit dem Turm und dem Chor in die 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts datieren mögen. Im 17. Jahrhundert findet ein Umbau statt, im 18. Jahrhundert wird die Kirche barockisiert, zwischen 1875 und 1879 erfährt sie eine Erweiterung und der Turm erhält seinen markanten, das Ortsbild prägenden Aufsatz mit spitzem Dachreiter. Der südöstlich dem alten Ortsrand vorgelagerte und von einem ummauerten Friedhof umgebene Bau gliedert sich in einen eingezogenen Rechteckchor mit Satteldach und gotischem Maßwerkfenster im Chorhaupt, ein einfaches Langhaus mit Satteldach, welches sich zum Chor mit einem Rundbogen öffnet und in einen Chorflankenturm, der von Süden her auch beträchtlich in das Kirchenschiff vorspringt. Das Innere mit flachen Decken wird durch Elemente einer Ausstattung des frühen 18. Jahrhunderts wie die Stuckdekorationen und den Hochaltar mit späterem Altarblatt, signiert J. Bieg 1781, bestimmt. Hervorzuheben ist ein neugotischer Schrein mit Madonna und den qualitätvollen spätgotischen Figuren des heiligen Nikolaus und eines Bischofs, entstanden um 148/90, ferner eine barocke Kreuzigungsgruppe und Figur des Johannes von Nepomuk. Die Filialkirche ist aufgrund ihrer über mehrere Jahrhunderte gewachsenen, qualitätvollen Ausstattung ein regional wichtiges kunstgeschichtliches Dokument und zentrales Zeugnis der Anselfinger Orts-, Siedlungs- und Kirchengeschichte. |
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Weitere Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Anselfingen mit dem Dorf Dorf Anselfingen (⊙), den Höfen Aspenhof (⊙), Haldenhof (Kesselhalde) (⊙), Siedlungen Hauserhof I und II (⊙), III und IV (⊙), Hewenhof (⊙), Talmühle und Wolfsgrube sowie dem Wohnplatz Hugenberg, die nicht in der Denkmaldatenbank verzeichnet sind:
Bargen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Kath. Filialkirche St. Antonius d. Eremit | Bürglenweg 10 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit eingezogenem Polygonalchor, viereckiger Dachreiter mit achteckiger Zwiebelhaube, Sakristeianbau, im Inneren hölzerne Flachdecke, Hochaltar, um 1720, mit Altarblatt von F. C. Büeg, 1761 (i), weitere historische Ausstattungsstücke, u. a. Farbfenster der Konszanter Glasmalerei Lütz & Empt, 1908 (a), im Kern wohl spätmittelalterlicher Bau, Umbauten 1660 (a), weitgehender Neubau durch Maurermeister Michael Kirsner, Engen, Zimmerarbeiten von Hans Jörg Straub, 1716/17 (a, i), Erweiterung nach Süden, 1957 (a)
Die oberhalb des Ortes gelegene Kapelle St. Antonius war seit jeher Filial der Engener Pfarrkirche. Sie dürfte im Kern aus dem Spätmittelalter datieren und erhielt ihre heutige Gestalt um 1716. Aus dieser barocken Umbauphase ist auch der Altar mit zweigeschossigem, architektonisch gerahmten Aufbau und den Figuren des heiligen Antonius und des heiligen Georg überliefert. Das deutlich jüngere Altarblatt ist signiert von F. C. Büeg und stammt aus dem Jahr 1761. Die Kapelle ist beispielhaft für die kleineren Gotteshäuser ohne Pfarrrechte und veranschaulicht mit ihrer historischen Ausstattung die gelebte und bildlich zum Ausdruck gebrachte katholische Frömmigkeit der Barockzeit. Sie ist wichtiges Zeugnis der Orts- und Kirchengeschichte Bargens. |
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Weitere Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Bargen mit dem Dorf Bargen (⊙) sowie den Höfen Schopflocherhof (⊙) und Spitzenhof (⊙), die nicht in der Denkmaldatenbank enthalten sind:
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
Weitere Bilder |
Römischer Gutshof von Bargen | Bargen (Karte) |
2. Jahrhundert n. Chr. | ||
| Wegkreuz | Langwiesenbach (bei) (Karte) |
Wegkreuz am Langwiesenbach nordwestlich von Bargen | |||
| Wegkreuz | Ringstraße (Karte) |
Wegkreuz in der Ringstraße in Bargen | |||
| Wegkreuz | Steig (Karte) |
Wegkreuz auf der Steig in Bargen | |||
| Wegkreuz | (Karte) |
Wegkreuz nordwestlich von Bargen |
Biesendorf
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Kath. Pfarrhaus Biesendorf | Biesendorfer Straße 22 (Karte) |
Freistehender, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, Kellersockel mit Putzrustizierung, Hauseingang mit Freitreppe, seitlich Tennentor der kleinen Ökonomie, 1804/05 (a)
Das Gebäude ist beispielhaft für die einfachen Pfarrhausbauten auf dem Land in der Zeit um 1800. Es wurde 1804/05 für die Bedürfnisse der kurz zuvor errichteten Pfarrei errichtet und hat damit wichtige Bedeutung für die Kirchengeschichte Biesendorfs, das ursprünglich Filial der Pfarrei Engen gewesen war. Das zum Teil unterkellerte Gebäude vereinigt ähnlich einem bäuerlichen Einhaus Wohn- und Ökonomiefunktion unter einem Dach; ein kleines Tennentor befindet sich im südlichen Teil der westlichen Längs- und zugleich Eingangsseite. In der zurückhaltenden Gestaltung des Baues und seiner Details (u. a. profiliertes Traufgesims, profilierte hölzerne Fenstergestelle) veranschaulicht das Haus die einfache Formensprache der Zeit um 1800, spiegelt aber auch die ökonomischen Bedingungen einer kleinen Landpfarrei jener Zeit. Das ohne gravierende Störungen überlieferte Haus stellt ein aussagekräftiges Beispiel dieses Gebäudetyps der Zeit um 1800 dar und ist ein wichtiges Bauzeugnis der Ortsgeschichte. |
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| Kath. Pfarrkirche St. Laurentius und Gefallenendenkmal | Kirchstraße 6 (Karte) |
Kirche massiver verputzter Saalbau mit dreiseitigem Chorshcluss, entsprechend abgewalmtes Satteldach mit sechseckigem Dachreiter unter Zwiebelhaube, am Chorscheitel kleiner Sakristeianbau, Fenster mit Korbbögen, in der Außenmauer eingesetzter Grabstein, im Inneren Flachdecke über Hohlkehle, Westempore mit Balustergeländer, historische Ausstattung, u. a. plastisch relativ reich gegliederter Altar mit dem Ortspatron St. Wendelin im Altarblatt, flankiert von den Figuren eines Evangelisten und des heiligen Laurentius, runde Kanzel mit Ornamentappliquen und filigranem Schalldeckel, usw., errichtet 1607 (a), Sakristeianbau nach Entwurf des Erzbischöfl. Bauamtes Freiburg, 1877 (a)
Der einfache, von Korbbogenfenstern belichtete Raum wird vor allem durch barocke Ausstattungsstücke des 18. Jahrhunderts bestimmt, unter denen ein plastisch relativ reich gegliederter Altar mit dem Ortspatron St. Wendelin im Altarblatt, flankiert von den Figuren eines Evangelisten und des heiligen Laurentius, dem Patron der 1797 errichteten Pfarrei, und die runde Kanzel mit Ornamenten und filigranem Schalldeckel hervorragen. Die Westempore trägt eine Orgel von Xaver Mönch, Überlingen, aus dem Jahr 1898. Mit ihrer charakteristischen Grundrissform und historischen Ausstattung ist die St. Laurentiuskirche ein anschauliches Beispiel für einen ländlichen Sakralbau. Ursprünglich war die Kirche Filial von Engen und dem heiligen Wendelin geweiht, doch wurde sie 1797 zum Mittelpunkt einer eigenständigen Pfarrei unter neuem Patronat. Sie ist damit auch ein bedeutendes Zeugnis der Orts- und Kirchengeschichte Biesendorfs. |
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| Gasthaus Talmühle | Talmühle 4 (Karte) |
Bestehend aus:
Der Gasthof Talmühle erhebt sich verkehrsgünstig in einer Biegung der alten Landstraße Emmingen - Engen. Er ist letzter Hinweis auf den einst als Eisenschmelze für fast ein Jahrhundert florierenden Ort Griengen. Der in seiner Erscheinung einheitliche, klassizistisch-einfache Bau ist um die Mitte des 19. Jahrhunderts anstelle eines älteren Wirtshauses errichtet worden. Den Kopfbau nach Westen bildet der eigentliche Wirtshaustrakt mit Gasträumen im Erdgeschoss; ein rückwärtig im Südosten anschließender Flügel dient ebenfalls Wohn- und Gasthauszwecken, ein weiterer im Norden beherbergt die Ökonomie und besitzt zur Straße hin ein Einfahrtstor. Dem Südflügel ist ein Ziergarten vorgelagert, welchen ein eiserner Gitterzaun des späten 19. Jahrhunderts gegen die Gartenwirtschaft hin abschließt. Daneben befindet sich eine offene hölzerne Gartenhalle mit einer ebensolchen gedeckten Kegelbahn, welche auch noch dem 19. Jahrhundert angehört und ein selten gewordenes Beispiel derartiger Anlagen darstellt. Das ohne gravierende Eingriffe überliefere Gasthaus der späten Biedermeierzeit stellt einen aussagekräftigen Vertreter des ländlichen Gasthaustyps jener Zeit in ansprechender Gestaltung dar. Die Authentizität des historischen Bestandes wird auch durch das Vorhandensein der beschriebenen Außenanlagen mitgetragen. Das Anwesen ist damit wichtiges Zeugnis der Ortsbau- und Kulturgeschichte Biesendorfs. |
102780222 | ||
| Tunnelanlage der Badischen Schwarzwaldbahn bestehend aus Straßentunnel mit Bachdurchlass | Nähe Talmühle 6 (Karte) |
Vorgelagerten Mauerwangen, Bachuferbefestigungen, einschließlich der an deren Enden angeordneten Bogenbrücken; der in Muschelkalkmauerwerk errichtete Tunnel innen mit glatt gemauertem, teilverputztem Tonnengewölbe Portalfronten und die mächtigen vorgelagerten, die auslaufenden Böschungen des Bahndammes begrenzen Mauerwangen in Rustikaquaderungen, Uferfassung, gewölbte Brücken und Durchlass des Talbachs mit tiefem Bett in Natursteinmauerwerk, 1866/68
Der Straßen- und Bachtunnel für die Landstraße Emmingen-Engen und den sogenannten Talbach entstand im Kontext des gleichzeitig erbauten Bahndamms der 1864 bis 1873 erbauten Trasse der Badischen Schwarzwaldbahn, die für den Durchgangsverkehr und die Erschließung des Schwarzwaldes und des Bodenseeraumes für Handel und Industrie erbaut wurde. Der Tunnel befindet sich auf dem wegen der Überwindung der Wasserscheide zwischen Donau und Rhein und des bröckelnden und rutschigen Jurakalks am Übergang zum Hegau und Oberrheintal geologisch problematischen Teilstück von Geisingen nach Engen. Topographische Situation und Berücksichtigung der Hochwassersicherheit bedingten die stattlichen Dimensionen des Tunnels mit dem tiefen Bett des Bachdurchlasses. Der ästhetisch anspruchsvollen Konzeption der Anlage mit verschiedenen in Rustikaquadern ausgeführten Teilen ist deutlich vom Manierismus des 16. Jahrhunderts inspiriert. Die qualitätvoll gestaltete Tunnelanlage ist ein verhältnismäßig frühes, architektonisch durchgestaltetes Beispiel des Typus „Straßentunnel“, dessen Formenvokabular sehr eindrücklich die zeitgenössische, durch Klassizismus und Renaissance wechselseitig bestimmte Architektursprache zeigt. |
102780296 | ||
| Forsthaus der Fürsten von Fürstenberg | Talmühle 7 (Karte) |
Längsrechteckioger, freistehender Massivbau, verputzt, steiles Walmdach, Fenster in Rechteckgewänden, seitlich angeordneter Hauseingang mit Oberlicht, erschlossen über zweiläufige Freitreppe, darüber Hirschkopf, ebenso seitlich angeordnetes Tennentor, am Haus Wegkreuz mit Verdachung, wohl 2. Hälfte 18. Jahrhundert
Das in der Talaue des von bewaldeten Hügel gesäumten Kriegertals gelegene Forsthaus, ursprünglich zugehörig zur Herrschaft Hewen und damit in einst fürstenbergischem Besitz, ist als Wohnhaus mit kleiner Ökonomie im östlichen Hausteil ausgebildet. Letztere wird durch ein Tennentor an der südwestlichen Längsseite erschlossen, die Haustüre mit Oberlicht und vorgelagerter zweiläufiger Außentreppe ist am anderen Ende dieser Seite angeordnet. Zwar entsprechen die schlichten Detailformen denen zeitgenössischer Bauernhäuser, jedoch erweisen Proportionierung, Bauweise und Dachform das Gebäude als Vertreter eines spätbarocken Amtshaustypus; seine Bestimmung als Forsthaus macht ein Hirschkopf über der Haustür augenfällig. Siedlungsgeschichtlich steht das Anwesen in der Tradition des benachbarten, im Mittelalter aufgegebenen Weilers Griengen und einer vom 17.-19. Jahrhundert betriebenen Eisenschmelze. Der ohne Störungen überlieferte Bau stellt nicht nur ein bautypologisch aussagekräftiges Belegstück dar, sondern veranschaulicht zugleich die Tradition grund- und ortsherrschaftlicher Strukturen in der Region. Das Forsthaus ist daher wichtiges Zeugnis der Siedlungs-, Forst- und Herrschaftsgeschichte in der Frühen Neuzeit. |
102780174 |
Bittelbrunn
Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Bittelbrunn mit dem Dorf Bittelbrunn (⊙) sowie den Höfen Hangerhof (⊙), In der Grub und Weberhof (Strassacker-Unterhangershof) (⊙):
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Friedhof Bittelbrunn | Friedhofstraße 2 (Karte) |
Angelegt 1842 (a), Anlage mit mittlerem Hauptweg und symmetrischen Nebenwegen, bestehend aus:
Der 1842 angelegte Friedhof ist zur Straße mit einer Mauer, an den übrigen Seiten mit Hecken umfriedet. Die Anlage mit mittlerem Hauptweg und symmetrischen Nebenwegen ist charakteristisch für klassizistische Friedhofsanlagen. Das im Zentrum aufgestellte Friedhofkreuz aus Sandstein und weißem Marmor trägt die Datierung 1907. Zwei überlieferte historische Grabmäler dokumentieren die Grabmalkunst der Jugendstilzeit, wobei das der Familie Fehringer mit einer Galvanoplastik, wohl der WMF in Geislingen, die auf solche Skulpturen spezialisiert war, hervorzuheben ist. Der Friedhof ist damit wichtiges Zeugnis der Orts- und Siedlungsgeschichte Bittelbrunns. |
102781417 | ||
| Wegkapelle | Hinter Hangen (Karte) |
Kleiner verputzter Massivbau mit Satteldach, im Inneren hölzerne Flachdecke und Kruzifix, wohl 19. Jahrhundert
Die kleine Wegkapelle ist ein anschauliches Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und wichtiges Element in der mit solchen kleinen Andacthsstätten durchsetzten Kulturlandschaft der katholischen teile des Hegaus. |
102781341 | ||
| Quereinhaus | Honstetter Straße 7 (Karte) |
Langgestreckter verputzter Bruchsteinbau, Satteldach mit Aufschiebling, zweigeschossiger Wohnteil, Fenster in Holzgewänden, traufseitige Erschließung, niedrigerer Anbau an Ökonomieteil, liegender Dachstuhl, um 1700
Das Gebäude gliedert sich in einen partiell unterkellerten, zweigeschossigen Wohnteil nach Osten und einen Ökonomiebereich nach Westen und bildet damit ein charakteristisches Quereinhaus, das Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinigt. Das weitgehend ohne moderne Eingriffe überlieferte Haus weicht in seiner Ausführung als Massivbau und mit sorgfältig abgezimmertem, liegendem Dachstugl sowie seiner markanten Erscheinung deutlich vom landschaftsspezifischen Bauernhaustyp ab, was angesichts der in diesem Bereich seit 1498 urkundlich belegten Ziegelhütte darauf hindeutet, dass es sich um ein bauliches Zeugnis dieser vom 17. Jahrhundert an im Besitze der Stadt Engen befindlichen Anlage handelt. Das Gebäude ist damit ein siedlungs- und baugeschichtlich wichtiges Zeugnis. |
102780427 | ||
| Kath. Filialkirche Mariä Geburt und St. Kilian | Petersfelsstraße 23 (Karte) |
1909 | Gewesteter Saalbau aus Kallsteinquadern mit eingezogenem Polygonalchor, nördlich Sakristeianbau, im Osten schmaler Eingangsrisalit, bekrönt von achteckigem Giebelreiter unter schlanker Zwiebelhaube, Langhaus mit Eckaufsätzen und Kreuz als westlicher Giebelbrekönung, im Inneren Holzdecken, Hochaltar aus der alten Kirche, um 1730, Reste der farbigen Chorverglasung, erbaut nach Plänen von Architekt Albin Riede, 1908/09 (a)
Die neugotische Saalkirche entstand 1908/09 nach Plänen des Engener Architekten Albin Riede als Ersatz für eine weiter unten im Dorf gelegene mittelalterliche, vielfach veränderte Kapelle. Ungewöhnlicher Weise ist der Bau komplett gewestet. Leicht Geböschte Strebepfeiler gliedern Ecken und Langhauswände außen. Prominentestes Ausstattungsstück des von Holzdecken abgeschlossenen Innenraumes ist der vom Vorgängerbau stammende barocke Hochaltar aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Kirche Mariä Geburt und St. Kilian stellt ein qualitätvolles Beispiel für eine Dorfkirche der Zeit nach 1900 dar und repräsentiert dabei anschaulich einen vor allem durch Verbindung traditioneller Detailformen mit zeitgenössischen Gestaltungsgewohnheiten und Heimatschutzgedanken geprägten Kirchentyp. Sie ist dabei wichtiges Zeugnis der Orts- und Kirchengeschichte. |
102780681 | |
| Fünf Laufbrunnenn mit länglichen Trügen | Schlößleweg (Karte) |
Teils aus Gusseisenplatten, teils aus Stein, durchweg gusseiserne Brunnenstöcke, letztes Viertel 19. Jahrhundert
In Bittelbrunn haben sich, vor allem im Verlaufe der Dorfstraße (Peterstalsstraße), eine Reihe von Laufbrunnen aus dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts erhalten, deren langgestreckte Brunnentröge an die einstige Funktion als Viehtränke erinnern. Drei dieser Brunnen, im Oberdorf, beim Schlößle und in der Petersfelsstraße besitzen dickwandige Kunststeintröge mit profiliertem Rand und schlicht gefelderten bzw. gebauchten Wandungen; derjenige beim Schlößle ist 1898, der in der Petersfelsstraße 1894 datiert. Zwei weitere, im Winkel und in der unteren Petersfelsstraße, weisen gusseiserne Wasserkästen mit reich ornamentierten Kassettenfeldern auf. Jener im Winkel ist mit Inschriften „W. Reuter und Sohn“/„Gemeinde Bittelbrunn 1877“/„Eisengießerei in Immendingen“ geziert, und der im Unterdorf dürfte aufgrund übereinstimmender Formensprache desselben Ursprungs sein. Die Brunnenstöcke sämtlicher fünf Brunnen sind variantenreich aus Gusseisen gestaltet, manche mit Vasen-, andere mit Pinienzapfenbekrönung. Der Bestand von fünf zum Teil repräsentativ ausgebildeten Brunnen stellt ein anschauliches Dokument der dörflichen Wasserversorgung zu Ende des 19. Jahrhunderts dar. |
102780510 | ||
| Zehntscheune | Schlößleweg 3 (Karte) |
Stattlicher Sichtfachwerkbau mit Satteldach, zwei Tennentore, eines mit hölzernem Kobbogen, 1677 (i)
Die mächtige Fachwerkscheune mit Doppeltenne erhebt sich im leicht abschüssigen Gelände, in einiger Entfernung zum nordöstlich benachbarten Schlössle. Der in sorgfältiger Zimmermannsarbeit unter Verwendung von Eichenholz errichtete Bau entstand laut Jahreszahl im Sturz der Stalltüre 1677 als herrschaftliche Zehntscheune und diente wohl zugleich als Ökonomiegebäude des spätestens ab 1666 von Pächtern bewirtschafteten Schlossgutes. Die qualitätvolle und weitgehend bauzeitlich überlieferte Scheuer stellt ein sowohl bau- als auch ortsgeschichtlich aussagekräftiges Bauzeugnis dar. |
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| Sog. Schlössle | Schlößleweg 7 (Karte) |
Herrenhaus, später Schul- und Rathaus (seit 1966 Freizeit- und Jugendheim), dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Treppengiebeln und Satteldach, teils noch Fenster mit gekehlten Gewänden, Rundbogentor, traufseitiger Hauseingang in Segmentbogennische mit Freitreppe, errichtet für die Göder von Zeneck, nach 1581, Umbau 1762 (i), erneute Umbauten durch Zimmermeister Joseph Käfer, 1840/41 (a)
Das Bittelbrunner Schlössle erhebt sich am nordöstlichen Rand des Unterdorfes. Es ist ein stattlicher, dreigeschossiger Massivbau mit Satteldach und Treppengiebeln und geht auf einen mittelalterlichen Burgstall zurück, an dessen Stelle im späten 16. oder frühen 17. Jahrhundert der Ursprungsbau des heutigen Hauses für die Herren Göder von Zaneck entstand. Die Umbauten zunächst zum Schul- und Rathaus 1840/41 und danach zum Freizeit- und Jugendheim 1966 haben den spätgotischen Gebäudekern zwar überliefert, aber zu einem stark durch Erneuerungen bestimmten Erscheinungsbild des bereits im 18. Jahrhundert einmal veränderten Schlössles geführt. Gleichwohl überliefert der Bau die Ansicht eines für die Region im Spätmittelalter bzw. der Renaissance charakteristischen ritteradeligen Herrenhauses. Es ist damit wichtiges Beispiel für einen bestimmten Bautypus des Adelssitzes im Hegau sowie ein zentrales Zeugnis für die Orts- und Herrschaftsgeschichte Bittelbrunns. |
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Engen (Kernstadt)
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wohnhaus | Am Maxenbuck 16 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau unter Satteldach mit Aufschiebling, Fenster in Holzgewänden, im Giebel große Ladeluke mit Kranausleger, giebelseitige Erschließung, 17./18. Jahrhundert
Das Gebäude gehört zu der vorstädtischen Bebauung, die südlich unterhalb der Altstadt entstanden ist. Dasin charakteristischer Weise traufständig zur Straße gestellte Gebäude wird von der freistehenden Südgiebelseite her erschlossen. Es besitzt zwei Wohngeschosse und ein hohes Satteldach, dessen Speicherfunktion durch den Speicherladen auch am Außenbau anschaulich ablesbar ist. Das Gebäude ist – nach seinem äußeren Erscheinungsbild zu urteilen – im 17./18. Jh. entstanden. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Engener Stadtbaugeschichte. |
102773765 | ||
Weitere Bilder |
Postamt | Breitestraße 3 (Karte) |
Freistehender, zweigeschossiger verputzter Massivbau unter steilem Walmdach, Zwerchhäuser mit Treppengiebeln sowie kleine Dreiecksgauben, aufwendig gestaltetes Portal mit bekrönenden Ornamenten; kleines Nebengebäude, wohl Garage, erbaut 1927/28 (a)
Obwohl Engen seit Alters eine wichtige Poststation war, so erhielt die Stadt doch erst 1927/28 ein eigenständiges Postgebäude. Der über kräftigem Traufgesims mit einem Walmdach versehene Bau erhält sein besonderes Gepräge durch hohe, massive und mit Staffelgiebeln versehene Fronten von insgesamt acht symmetrisch angeordneten und zwerchhausartig aufgefassten Lukarnen. Die in ihren Grundzügen traditionsgebundene Formensprache (z. B. Baukörper/Dachform, Sprossenfenster, Klappläden) ist hier in expressionistischem Duktus, verbunden mit entsprechender Bauzier, zur Anwendung gelangt, wodurch das qualitätvolle Gebäude zu einem für die 1920er-Jahre ganz bezeichnenden Architekturzeugnis wird. Das Gebäude dokumentiert dabei auch die Stadtbau- und vor allem die lange Postgeschichte Engens. |
102773784 | |
| Wohnhaus | Breitestraße 13 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau mit Mansardwalmdach und seitlichem, aus der Fassade zurückgesetztem Eingangsvorbau gleicher HÖhe und Dachform, verputzt, Erdgeschoss durch große Rechteckfenste zwischen kannelierten Pilaster betont, um 1900 | 112923302 | ||
| Laufbrunnen | (Karte) |
Großer, längsrechteckiger Trog aus Gusseisen, mit angeschrägten Ecken sowie Schmuckreliefes, viereckiger Brunnenstock aus Gusseisen, mit gefasten Kanten, hergestellt in Ludwigstal bei Tuttlingen, 1876 (i)
Der Laufbrunnen an einer alten Wegverbindung im Feld südöstlich von Engen mit großem rechteckigem Gusseisentrog weist eine sorgfältige Gestaltung in neubarocken Formen auf mit kräftig profilierter Fuß- und Randleiste sowie reliefierter Füllungsornamentik. Die Front ist bezeichnet und datiert „Ludwigsthal 1876“. Als qualitätvolles Zeugnis des Ludwigstaler Eisenkunstgusses im württembergischen Tuttlingen aus dem 19. Jahrhundert an einem alten, durch Flurnamen überlieferten Brunnenstandort, der möglicherweise auf ehemaligen Besitz des Engener Siechenhauses hindeutet, ist dieser Brunnen von kulturgeschichtlicher Bedeutung und ein aussagekräftiges Zeugnis des industriellen Kunstgusses in der Gründerzeit. |
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Kath. Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt | Hauptstraße 1 (Karte) |
13. Jahrhundert | Dreischiffige Säulenbasilika mit eingezogenem Rechteckchor, nördlich kasemattierter Sakristeianbau und am Langhaus hoher Turm mit vier durch Blendmaßwerk ornemantierten Staffelgiebeln und spitzem Helm, Westfassade mit Fries und Treppengiebelabschluss, hier Haupt- und Nebenportal, großes Hauptportal mit Tympanonrelief und Bauinschrift von Rudolf dem Maurer (i) reich beschnitzte Türflügel, 1624 (a), linkes Seitenportal mit figürlichem Archivoltenschmuck, auf Chorostseite zugesetzte dreiteilige Fenstergruppe, im Inneren flachbogiges Stichkappengewölbe bzw. in den Seitenschiffen Kreuzgewölbe, reicher Deckenstuck von Johann Reeß, Deckenfresken von Johann Baptist Kuster und Johann Christoph Achert, renaissancezeitliche Wandmalereien, um 1546 und 1616 (i), umfangreiche, qualitätvolle historische Ausstattung, u. a. Grabmäler, u. a. für Graf Sigmund von Lupfen, vor 1526, und Grabmal für Graf Konrad von Pappenheim und seine Gemahlin Kartharina von Hans Morinck, 1604 (a), Relief des Marientodes, um 1500, Taufstein, 1618 (i), Chorgestühl, 1621 und 1664, usw., Kernbau wohl 1. Drittel 13. Jahrhundert, Turm evtl. im Kern älter, Ersterwähnung als Pfarrkirche, 1437 (a), Umbauten und Erneuerungen 1442 bis 1447 (i, a) und 1496 (i), weitere Veränderungen mit Einwölbung der Seitenschiffe, 1611 bis 1616 (a, i), Um- und Neuaufbau Chor durch Bildhauermeister Johann Stadelmann, Konstanz, 1663 bis 1666 (a), umfassende Barockisierung und Einzug des Langhausgewölbes unter Leitung von Franz Xaver Häring, 1746/47 (i, a), Erneuerung des Inneren 1817/18 (a), Turmspitze 1899 bis 1901 (a), Erneuerung Westgiebel mit Aufsatz 1903 (a)
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Die Katholische Pfarrkirche ist ein im Kern spätromanischer, im Inneren im wesentlichen barockisierter und außen teils gotisch bzw. neugotisch überformter Bau. Sie steht weithin sichtbar als geosteter Querriegel an der strategisch wichtigen Engstelle des Engener Bergsporns. Die Kirche wurde - wohl unter Einbeziehung eines älteren Wehrturms und vielleicht anstelle einer Burgkapelle - um 1200 bis 1250 errichtet und war zunächst Filiale der außerhalb der Stadt gelegenen Urpfarrkirche St. Martin. Es handelte sich um eine spätromanische dreischiffige Rundpfeilerbasilika mit gerade geschlossenem Chor. Dieser für eine Filialkirche anspruchsvolle Bau ist bis heute im Grundriss und in wesentlichen Teilen der aufgehenden Wände erhalten. Beachtlich sind vor allem die beiden älteren Westportale. Das Tympanon des Mittelportals zeigt eine Kreuzigungsgruppe und dahinter eine in dieser Zeit nördlich der Alpen ausgesprochen seltenen Bauinschrift: „DIZ. MACHAT. ANE. SWE RE. RWDOLF. DER MURER.“ Im Inneren sind romanische Bündelpfeiler am Triumphbogen sowie Rundpfeiler mit Würfelkapitellen erhalten; am Außenbau sind die zugesetzten Bundbogenfenster sowohl am Chor wie am Obergaden erkennbar. 1437 hatte die Kirche die Pfarrrechte bereits an sich gezogen. Eine im 15. Jahrhundert vorgenommene Gotisierung hatte die Erhöhung des Schiffs bzw. die Schaffung schmaler, hoher Proportionen zum Ziel. Dabei erhielt die Kiche einen in den Untergeschossen kasemattierten und mit Scharten ausgestatteten Sakristeianbau als Teil der Stadtbefestigung. Von den zahlreichen Arbeiten zu Beginn des 17. Jahrhunderts datieren die Einwölbung der Seitenschiffe mit Kreuzgratgewölben auf Engelsköpfen, der Taufstein von 1618 und die große Renaissancetüre des Mittelportals von 1624. Die Barockisierung begann 1663 mit dem Um- und Neubau des Chores. 1746/47 wurden auch im Langhaus die Proportionen niederer und breiter durch Einziehen eines Stichkappengewölbes. Gleichzeitig erfolgten Stuckierung und Ausmalung. Der qualitativ gute Stuck stammt von Johann Reeß, der die Architekturglieder mit Bandelwerk, Gittermotiven, Vasen und Trophäen umspielt. Die Ausmalung schufen Johann Baptist Kuster und Johann Christoph Achert. So erhielt das Innere das zeittypisch festlich-heitere Gepräge. Diese Ausstattungsdetails fügen sich insgesamt zu einem überzeugenden Raumeindruck zusammen. 1899 bis 1903 wurde der Außenbau neugotisch nach dem Vorbild des schweizerischen Berlingen überformt. Im Inneren zu erwähnen sind die qualitätvollen Ausstattungsstücke, so u. a mehrere Altäre des 16.-18. Jahrhunderts, die zum Teil nachträglich zusammengefügt sind, und die heute entlang der Seitenschiffwände aufgestellten, teils anspruchsvoll gestalteten Grabplatten der ehemaligen Ortsherren und anderer Honoratioren von der Spätgotik bis in den Barock. Die Stadtpfarrkirche ist der bedeutendste Sakralbau Engens, in dem sich mit seiner komplexen Baugeschichte ein Teil der Stadtgeschichte widerspiegelt. Diese Kirche, die zu den großen romanischen Gotteshäusern der Region zählt, besitzt eine qualitätvolle, über mehrere Generationen gewachsene Innenausstattung und erhielt am Außenbau eine in der Region mehrfach vorkommende, in gewissem Sinn für die Kulturlandschaft prägend gewordene neugotische Überformung. Die Pfarrkirche ist zentrales Zeugnis der Kirchen- und Siedlungsgeschichte Engens und prägt mit ihrem hohen Turm ganz wesentlich das Fernbild der Stadt. |
102773822 |
| Schlosskomplex der Grafen von Lupfen | Hauptstraße 2; Sammlungsgasse 1 (Karte) |
Später Pappenheim, danach Fürstenberg, bestehend aus sogenannter Engelsburg und Stadtschloss Südflügel | 112916105 | ||
| Altes Rentamt | Hauptstraße 4 (Karte) |
Kanzlei, Obervogtei bzw. Rentamt (seit 1976 Gasthaus Pappenheimer), urspr. Teil des Schlossbezirks, mächtiger, viergeschossiger verputzter masisvbau, giebelseitig zur Hauptstraße, Satteldach mit Aufschiebling, Fachwerkgiebel, (rekonstruierte) Fassadenmalerei mit Diamantquaderungen, Zwillings- und Dreifachfenster in gekelhlten Gewänden, im 1. Obergeschoss gestuft, sechsjochiger Gewölbekeller mit Zugang über Rampe, im Kern wohl 15. Jahrhundert, Umbauten unter Graf Konrad von Pappenheim, um 1600
Der stattliche Bau, der zusammen mit der Engelsburg (Hauptstraße 2) und dem Gebäude Hauptstraße 6 eine eindrucksvolle Baugruppe im Zentrum der Altstadt gegenüber der Pfarrkirche bildet, zählt zu den wichtigsten überlieferten herrschaftlichen bauten des Spätmittelalters in der Stadt. Er erhebt sich im einstigen Schlossareal, in dem sich eine der beiden Engener Burgen erhob. Dieses Schloss wurde 1640 von den Schweden - zumindest teilweise - niedergebrannt. Der mächtige Spätgotische Steinbau mit für die Region charakteristischen gestuften Fenstern im 1. Obergeschoss (teils rekonstruiert), reicht im Kern bis in das 15. Jahrhundert zurück und wurde um 1600, wohl unter der Regierung des Grafen von Konrad von Pappenheim, umgebaut. Er diente als Obervogtei, Kanzlei, aber auch als Gästehaus der Herrschaft und noch bis zum Verkauf des Hauses aus dem Besitz der Fürsten von Fürstenberg 1883 in Privatbesitz als Rentamt. Über einen gedeckten Übergang an der Südseite war der Bau mit dem eigentlichen Schloss (Sammlungsgasse 1) verbunden. Er ist zentrales Zeugnis der Stadtbau- und Herrschaftsgeschichte und mit seiner Architektur charakteristisch für große herrschaftliche Wohn- und Verwaltungsgebäuden des Spätmittelalters in der Region. Schon durch seine Höhe zeichnet er sich gegenüber den üblichen Bürgerhäusern am Ort als Sonderbau aus. |
102774015 | ||
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Rathaus | Hauptstraße 11 (Karte) |
1480er | Giebelständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Treppengiebeln und Satteldach, Nordfassade mit Rücksprung, Südfassade mit dreiteiligen Fenstern in gekehlten und gestuften Gewänden, rundbogige Eingangsportale, im 1. Obergeschoss am Vorsprung Kielbogenpforte als urspr. Obergeschosszugang, im Inneren historische Ausbauten wie Treppenhaus, Vertäferungen und Balkendecken überliefert, Ratssaal mit Balkendecke, um 1500 bis 1520, Fensternische mit zwei gebauchten Fenstersäulen, hölzernen dorischen Pilasterportalen sowie Ofen, 1559 (i) und 1756 (i), im Kern urspr. zwei Häuser, südlicher Bau urspr. Haus der Minderbrüder, vor 1515 (a), Aus.- und Umbau 1548/49 (i), Nordteil vor 1619 (a), Vereinigung unter einem gemeinsamen Dach, 1670 (d)
Das Rathaus löste in seiner Funktion einen älteren Bau mit der 1486 erstmals genannten Ratsstube (Spendgasse 1) ab. Es entstand aus der Zusammenlegung zweier Gebäude, deren südliches 1515 von der Stadt aus der Hand der Minderbrüder erworben wurde. Es wurde 1548/49 umgebaut und 1556 mit dem benachbarten, von der Herrschaft wohl im frühen 16. Jahrhundert errichteten Gebäude zusammengefasst. 1619 erwarb die Stadt den nördlichen Anteil des Hauses aus der Hand des Grafen Maximilian von Pappenheim. Die große und repräsentative Eckstube des heutigen Bürgersaals im 2. Obergeschoss ist wohl schon im frühen 16. Jahrhundert zum repräsentativen Ratssaal eingerichtet worden. Darauf deutet die Balkendecke hin. Die Renaissancetürgestelle und die aufwendige Fensternischengestaltung lassen sich wiederum mit der Zusammenlegung der beiden Häuser in Verbindung bringen und dürften, wie das Datum am Ofen ausweist, 1559 entstanden sein. Weitere Ausstattungselemente der Renaissance im Haus bilden die Täferungen des Vorplatzes vor dem Saal. Älter sind hingegen kielbogige Türgestelle aus der Zeit der Spätgotik, die wie die Decke im Ratssaal wohl zwischen 1500 und 1520 entstanden sind. 1670 erhielt das Gebäude ein neues Dachwerk. Es ist das herausragendes Zeugnis der bürgerlichen Gemeinde und ihrer Repräsentation. Bis heute verweisen Inschriften in den Gebälken der beiden Portale im Ratssaal sowie die entsprechende Symbolik der Ofenplattenreliefs auf das Selbstverständnis des Rates und seine Ideale. Darüber hinaus ist das Rathaus ein zentrales Zeugnis für die Stadtbau- und Architekturgeschichte Engens in der Zeit des Spätmittelalter bzw. der Renaissance. |
1190280 |
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Stadtbefestigung Krenkingen | Hauptstraße; Mühlbach (Karte) |
Erstanlage vielleicht schon im 12. Jahrhundert durch die Herren von Hewen, spätestens 13. Jahrhundert, Erweiterung um Vorstadt vor 1381, Aus- und Umbauten zur Artillerieverteidigung, um 1500 bzw. 16. Jahrhundert, bestehend aus:
Die Stadtbefestigung von Engen verläuft entlang der steil abfallenden Hangkante des Kalksteinsporns, auf dem die mittelalterliche Stadt errichtet ist. Der Altstadtkern wurde im Zuge der Stadtgründung um 1140/80 mit einer Mauer umwehrt. Dieser Bereich umfasste den südlichen Teil der heutigen Altstadt bis zum Turm der Pfarrkirche, wobei dieser Turm ursprünglich auch als Teil der Befestigung bzw. Toranlage erbaut worden war. Später wurde die 1381 erstmals genannte Vorstadt auf dem nördlichen Ausläufer des Sporns errichtet und die Umwehrung auf diesen Bereich ausgedehnt. In staufischer Zeit reicht auch die Stadtburg, das sog. Krenkingerschloss, an der Südspitze der Stadtanlage, zurück. Um 1500 wurde die Befestigung für den Einsatz von Feuerwaffen umfassend modernisiert und mit Geschütztürmen sowie mit einer an der Westseite und an der Nordostseite vorgelegten Zwingermauer gesichert. Dabei wurde auch das Untergeschoss der neu errichteten Sakristei der Pfarrkirche kasemattiert. Teil der Befestigungsanlage ist auch der westlich unterhalb der Stadt verlaufende Mühlbach, der unterhalb des ehem. Klosters St. Wolfgang in einen bergmännisch hergestellten Stollen eintritt. Dieser Mühlbachstollen ist an der feldseitigen Grundstücksgrenzen der Bebauung der Ledergasse entlang geführt und knickt an der Nordseite des Gebäude Hauptstraße 26 nach Osten ab, um unter dem Südteil der Altstadt durchzufließen und ursprünglich an der Ostseite die damals dort bestehende Schlossmühle zu betreiben. Im 19. Jahrhundert wurden alle Stadttore abgebrochen. Neu in die Mauer gebrochen wurde ein Fußgängertörlein zwischen dem Gasthaus Zum Felsen und dem Krenkingerschloss. Schließlich wurde die Mauer südöstlich der Pfarrkirche im 19. Jahrhundert mit verändertem Verlauf erneuert, so dass sie heute die Kirche umschließt. Die Stadtmauer ist bis heute in ihrem gesamten Verlauf noch anschaulich erhalten und prägt insbesondere die Außenansicht der Altstadt. Das heißt, sie ist durch den in Engen offensichtlich schon seit dem Spätmittelalter üblichen Brauch, die Häuser unmittelbar an die Stadtmauer anzubauen, in weiten Abschnitten als Rückwand der dicht gereihten Wohnbebauung in einer von Haus zu Haus wechselnden Höhe und mit unterschiedlichem Erhaltungszustand überliefert. Freistehende Mauerabschnitte sind im wesentlichen beim Krenkingerschloss und an der Ostseite der Stadt sichtbar. Die Zwingermauer ist an der Westseite in größeren Abschnitten noch ablesbar, so beim Krenkingerschloss und besonders beeindruckend unterhalb des ehem. Dominikanerklosters. Ansonsten ist ihr Verlauf als Gartenmauer am Preßnekweg und seiner Fortsetzung in Richtung Peterstraße und Stadtgarten verfolgbar. Charakteristisch für die Außenanlagen einer Befestigung ist auch die Terrassierung der der Mauer vorgelagerten bzw. zwischen Mauer und Zwingermauer befindlichen Gärten. Hervorzuheben sind die erhaltenen Türme, unter denen das mächtige Halbrund des Schützenturms beim Rathaus und der schlankere Geschützturm an der Südwestecke der Stadt beim Krenkinger Schoss hervorragend. Sie zeigen für die Entstehungszeit charakteristische Maulscharten zum Einsatz von Hand- und Hakenbüchsen. Schließlich ist ein Turm unterhalb Schlosses erhalten, der an das Wohnhaus Ledergasse 12 angebaut ist und ursprünglich zum Vorwerk des Schlosses gehörte. Die überlieferten Teile der Stadtbefestigung sind damit zentrale und beugetende Zeugnisse der Siedlungs-, Stadt- und Baugeschichte Engens im Mittelalter. Sie spiegeln dabei eindrucksvoll die Entwicklungen im mittelalterlichen Wehrbau bis ins frühe 16. Jahrhundert wider und haben bis heute prägenden Charakter für das Bild der Altstadt. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 15 (Karte) |
Viergeschossiger traufständiger Bau mit Satteldach, verputzter Massivbau, die rundbogige Haustür mit quadratischem Oberlichtfenster und die Fenstergliederung im 1. und 2. Obergeschoss mit den zwei- bis vierteilig gekuppelten Fenster aus der ersten Bauzeit um 1600, Fenster im 3. Obergeschoss wohl 18. Jahrhundert, Ladeneinbau im Erdgeschoss um 1900 | 112924289 | ||
| Wohnhaus | Hauptstraße 19 (Karte) |
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, dreigeschossiger liegender Dachstuhl mit Zwischenstützen, regelmäßige Durchfensterung zur Hauptstraße, entstanden aus Zusammenlegung zweier mittelalterlicher Hauskerne, um 1700, Umbau 19. Jahrhundert
Das Gebäude ist wichtiger Bestandteil der vorwiegend von einer traufständigen Bebauung geprägten Altstadt Engens. Es entstand wohl um 1700 durch Zusammenlegung zweier mittelalterlicher Hauskerne, die besonders noch an der über ein Sockelgeschoss verfügenden Rückseite zur Spendgasse hin sowie im Kellerbereich ablesbar sind, und erhielt bei dieser Gelegenheit einen dreigeschossigen Dachstuhl. Die zur Hauptstraße hin regelmäßige Durchfensterung geht wohl auf das 19. Jahrhundert zurück. Von der ehemals mit dem Haus verbundenen Ökonomie zeugen noch der rückwärtige Einfahrtsbereich mit Tenne und der im Dachraum erkennbare, innenliegende Aufzugsschacht. So veranschaulicht das Anwesen vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in einer Kleinstadt im Hegau, deren Erwerbsleben teils durch die Landwirtschaft geprägt war. Es ist damit wichtiges Zeugnis der Stadtbau- und Sozialgeschichte. |
102774074 | ||
| Engen liegt am Fuße des Südabbruchs der Schwäbischen Alb | Am Maxenbuck 3, 5, 7, 8, 10, 12, 14, 16, 18; Hauptstraße 1, 2 a, 2, 4, 5, 6, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 33, 34, 35, 36, 37, 38, 39, 41, 43 a, 43, 45, 47, 49, 51; Klostergasse 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 9, 11, 13; Ledergasse 3, 5, 7, 9, 10, 12, 14; Lupfenstraße 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23; Marktplatz 1, 2, 3, 4; Peterstraße 1, 3, 4, 5, 6, 7, 9, 11, 13, 15; Preßneckweg; Sammlungsgasse 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11; Schillerstraße 1; Schulplatz; Schulstraße 2, 25; Sonnenbuck 2, 4, 6; Spendgasse 1, 2, 3, 5, 6, 7, 8, 8 a, 9; Sporngasse 2, 4, 6, 14, 16, 18; Vorstadt 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 30, 32, 34, 36, 38 (Karte) |
In der sich gegen das Bodenseebecken öffnenden Landschaft des Hegaus. Die auf einem Geländesporn errichtete, weithin sichtbare Altstadt hat ihre spätmittelalterlich-frühneuzeitliche Prägung in wesentlichen Zügen bewahren können. Die Gründung der 1289 erstmals genannten Stadt erfolgte durch die Herren von Hewen. Der alte Handelsweg von Schaffhausen nach Rottweil und Stuttgart wurde über den Höhenrücken geführt. Im Bereich des späteren Marktplatzes bestand wohl schon ein älterer Herrenhof. Die Kernstadt bildet ein der Topographie angepasstes, annähernd gleichseitiges Dreieck. Die Hauptstraße folgt – von Süden nach Nordosten - dem Verlauf des Geländesporns. Im nördlichen Abschnitt liegt erhöht der viereckige Marktplatz. Auf der nach Süden vorspringenden Felsnase, durch einen Einschnitt abgesetzt, erhebt sich das Krenkinger Schloss. Die ehem. Burg sicherte hier den Zugang zur Stadt. Die im Kern romanische, später gotisch und barock umgestaltete Stadtkirche Mariä Himmelfahrt nimmt die nordöstliche, das Dominikanerinnenkloster St. Wolfgang, um 1300 als Beginensammlung gegründet, die nordwestliche Ecke der Stadtanlage ein. Im Norden schließt an die Kernstadt die im Spätmittelalter angelegte Vorstadt an (erste Nennung 1381). Der Hauptstraßenzug setzt sich hier fort und weitet sich zu einem großzügigen Straßenmarkt auf. Im Süden der Kernstadt und der Vorstadt zweigen von der Hauptstraße zwei ehemals zum Altdorf führende Straßen ab. Die an der Kante des Geländeabbruchs errichtete Stadtmauer ist teils freistehend, vor allem aber in den Rückwänden von Bürgerhäusern erhalten. Diese sind überwiegend als traufständige Massivbauten aneinander gebaut und fügen sich so zu geschlossenen Straßenzügen zusammen. Unter den Herren von Lupfen (ab 1404) und unter den Reichsmarschällen von Pappenheim (ab 1582) entstanden bis zum 30jährigen Krieg stattliche Bürgerhäuser und kirchliche bzw. herrschaftliche Bauten: auf der Westseite der Hauptstraße eine Gruppe giebelständiger Gebäude (das Pfarrhaus, das ehem. Obervogteiamt, das Rentamt und das Wirtshaus zum Adler am Marktplatz), östlich der Straße, etwas zurückgesetzt, das Rathaus und am Zugang zum Schloss das Kornhaus. Der Straßenmarkt im Bereich der Vorstadt wird beidseits von kleinteiligerer Bebauung gesäumt. Auch hier sind einige Neu- und Umbauten des späten 16./ frühen 17. Jh. mitbestimmend, so ein herrschaftliches Beamtenwohnhaus, ein Schultheißenhaus und Kaplaneien. Mit seiner markanten, von Schloss und Kirche dominierten Stadtsilhouette und der in hohem Maße erhaltenen historischen Bebauung ist Engen ein besonders anschauliches Beispiel der in exponierter Lage errichteten Hegauer Kleinstädte. | 102785908 | ||
| Zwei Wohnhäuser | Hauptstraße 22, 24 (Karte) |
Zweigeschossige, traufständige, rückwärtig gegen die Stadtmauer gesetzte und verputzte Massivbauten, Nr. 22 mit Satteldach, Nr. 24 mit Mansarddach, 18. Jahrhundert
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 19] Das aus zwei separat erschlossenen Häusern bestehende Gebäude ist westlich an die Stadtmauer angebaut und verfügt über einen durch die unregelmäßige Grundrissstruktur der beiden Anwesen bedingt asymmetrischen, jedoch in der Konstruktion und den Giebeln übereinstimmenden Dachstuhl mit einer bei Nr. 24 ausgeprägten, bei Nr. 22 dagegen abgeflachten Mansardausbildung. Die Häuser dienten neben der Wohnfunktion wohl auch gewerblichen Zwecken und dokumentieren in ihrer weitgehend authentisch überlieferten Substanz eine schlichte Ausprägung des Engener Bürgerhauses im Kontext der Altstadtbebauung. Sie veranschaulichen frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und sind Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
1190284 | ||
| Gasthaus zur Linde (heute Wohn- und Geschäftshaus) | Hauptstraße 26 (Karte) |
Zweiteiliger, gestaffelt am Hang aufgebauter Gebäudekomplex in Hanglage über schmal zulaufender Parzelle, westlich gegen die Stadtmauer gesetzt, verputzt, nördlicher Teil dreigeschossig unter Satteldach mit Aufschiebling, Erd- und 1. Obergeschoss massiv, darüber Fachwerk mit straßenseitiger Vorkragung, südlicher Teil zweigeschossig mit einseitig angehobenem Mansardwalmdach, giebel- und traufseitige Erschließungen, in der ehem. Gaststube Wappenmalereien von Emil Dannecker, nördlicher Teil im Kern wohl noch 17. Jahrhundert, sonst 18. und 19. Jahrhundert
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Am südlichen Ende der Stadt, an der abschüssigen Hauptstraße erhebt sich der Gebäudekomplex des Gasthauses Linde mit Bauteilen wohl vor allem des 18./19. Jahrhunderts und einem Abschnitt der Stadtmauer als westlicher Außenwand. nördliche Bauteil dürfte im Kern noch bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen. Der verputzte Bau auf trapezförmigem Grundriss ist teils zweigeschossig, teils dreigeschossig ausgebildet und von einem asymmetrischen, nach Süden abgewalmten Mansarddach abgeschlossen. Der nördliche Teil des Hauses, ursprünglich vielleicht eine separate Parzelle, ragt mit einem vorkragenden Fachwerkgeschoss über die Firstlinie des südlichen Trakts. Der unter Ausnutzung bescheidenster Grundstücksverhältnisse entstandene Gebäudekomplex bestimmt das Erscheinungsbild des südlichen Altstadteingangs und besitzt vor allem stadtbaugeschichtlichen Quellen- und Anschauungswert. |
1190288 | ||
Weitere Bilder |
Gasthaus Zum Ochsen | Hauptstraße 39 (Karte) |
um 1471 erstmals erwähnt | Ab 1731 auch Brauerei, viergeschossiger verputzter Massivbau über trapezförmigem Grundriss in städtebaulich markanter Kopfsituation, hohes Kellergeschoss, steiles Walmdach, traufseitige Erschließung, giebelseitig rundbogiges Kellerportal, bezeichnet 1598, Umbau 18. Jahrhundert
Das einstige Gasthaus Zum Ochsen, das seit 1731 auch eine Brauerei beherbergte, setzt mit seiner Kopflage an der aufwärts führenden Hauptstraße einen städtebaulich markanten Akzent. Er steht verkehrsgünstig an der Hauptdurchgangsstraße, bildete Engen doch einen wichtigen überregionalen Verkehrsknoten- und Haltepunkt. Im Kern handelt es sich wohl um einen Bau von 1598, wie die Datierung am Kellertorbogen ausweist. Das Anwesen präsentiert sich heute allerdings weitgehend als Barockbau des 18. Jahrhunderts. Der stattliche Bau hat sein Erscheinungsbild und die alte Hausstruktur nebst Dachstuhl im Wesentlichen bewahrt und ist von wichtiger bau- und stadtgeschichtlicher Bedeutung für Engen. |
102774197 |
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Sog. Krenkinger Schlössle | Hauptstraße 43 a, 43 (Karte) |
Ab dem 15. Jahrhundert erwähnt | Südl. der beiden Engener Burgen, Gründung um 1200 durch die Herren von Hewen, 1639 bis 1802 im Besitz der Grafen und späteren Fürsten von Fürstenberg, Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg, 1640 (a) und 1800 (a) durch die Franzosen, 1893 bis 1936 Bezirksamt, Baukomplex in landschaftsbeherrschender Lage auf dem südlichen Sporn des Stadtberges, einbezogen in die Befestigungsanlagen der Stadt, bestehend aus:
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Das sog. Krenkinger Schlösschen bzw. Schloss Krenkingen besetzt in Stadt- und Landschaftsbild prägender Weise die äußerste Spitze des Bergsporns, auf dem sich Engen erstreckt. Es ist anzunehmen, dass es als eine von zwei Stadtburgen um 1200 durch die Herren von Hewen gegründet wurde, zwischen denen dann die Stadt angelegt wurde. Möglicherweise handelte es sich sogar um die ältere der beiden Burgen. Eigenartig ist der Name, denn es gibt keinerlei herrschaftsgeschichtlichen Zusammenhang zwischen den im Klettgau ansässigen Herren von Krenkingen und den Herren von Hewen. Möglich wäre eine zeitweilige Verpfändung, von der der Nahm herrühren mag. In der Hand der Herren von Hewen, der Stadtgründer, ist das Schloss erst in einem Urbar des 15. Jahrhunderts belegt. Stadt und Schloss kamen 1407 bzw. 1477 an die Landgrafen von Lupfen-Stühlingen. Die an den Bauten befindlichen Baudaten lassen sich in Verbindung bringen mit Johann von Lupfen, der den Ausbau 1536 begonnen haben soll, mit Graf Joachim, unter dem 1554/55 am Hauptbau der Südflügel aufgestockt wurde, sowie mit dessen Sohn Heinrich, unter dem 1554/55 am Hauptbau der Südflügel aufgestockt wurde, und schließlich mit wiederum dessen Sohn Heinrich II. Von ihm ist der Renaissancerker mit der Jahreszahl 1570 an der späteren Zehntscheune überliefert. Dieser ist prominent genau auf die Hauptstraße ausgerichtet. Der kostbar gestaltete Bauteil lässt darauf schließen, dass die Zehntscheune nicht nur Speicherbau, sondern eventuell ein weiterer vornehmer Wohnbau war, oder zumindest eine repräsentative Amtsstube im Obergeschoss beherbergte. 1583 kam Engen an die Erbmarschälle von Pappenheim, das Krenkinger Schloss diente ab 1607 Witwensitz. 1640 wurde es durch schwedische und Hohentwieler Truppen in Brand gesteckt. 1829 wurde das Schloss an Privat verkauft und war lange Zeit durch die benachbarte Felsenbrauerei genutzt. Das Hauptgebäude ist seit Ankauf durch den Badischen Staat 1892 Sitz verschiedener Behörden. Dieses steht auf der höchsten Erhebung im Süden der Anlage, umfangen von der einstigen spätmittelalterlichen Zwingerbefestigung. An der Nordwestecke trägt ein Eckquader die Datierung 1555, daneben ist die Kopie eines Wappensteins derer von Lupfen eingemauert. Das Original befand sich früher samt Datierung 1536 über dem Eingang zum alten Treppenturm. 1892/93 wurde das Gebäude unter Mitwirkung von Josef Durm (1837 bis 1919), dem Leiter der Großherzoglich Bauinspektion in Karlsruhe, durch den Bezirksbauinspektor Nebenius von der Bezirksbauinspektion Donaueschingen für die Behördennutzung instandgesetzt und dabei historisierend in Anlehnung an die Formen der ursprünglichen Bauzeit überformt. Der prägende runden Treppenturm datiert in diese Zeit. Auch die Ausstattung im Inneren stammt z. B. mit Türen, Türgewänden, hohen Scheuerleisten und vereinzelte Stuckleisten aus dem späten 19. Jahrhundert. Ältere Phasen lassen sich im Inneren vor allem an den Kelleranlagen und dem Dachwerk des Hauptbaus ablesen. Letzterer hat große Ähnlichkeit mit dem 1675 erstellten Dachstuhl über der ehemaligen Zehntscheune. Er wird deshalb zeitgleich aus der Renovierungsphase nach dem Dreißigjährigen Krieg stammen. In den Bauten des Krenkinger Schlosses spiegeln sich zentrale Aspekte der Stadtbau- und Siedlungsgeschichte wider. Sie sind von zentraler Bedeutung für die mittelalterliche und frühneuzeitliche Herrschaftsgeschichte im Hegau und dokumentieren nicht zuletzt die Tradition des Schlosses als Verwaltungszentrum, indem hier 1893 das Bezirksamt untergebracht wurde, in dessen Nachfolge der Bau heute noch Behördensitz ist. Prägend für den Baubestand sind die Renaissance und der späte Historismus. Dabei zeigt sich am Hauptgebäude der frühe denkmalpflegerische Umgang durch den badischen Staat mit einem historisch bedeutsamen Bauwerk, das im Sinne des Historismus wiederhergestellt wurde. |
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| Zehntscheune | Hauptstraße (Karte) |
Sog. Felsenschauer, zeitweilig Reithaus, 1829 bis 1891 Lagerhaus der Felsenbrauerei, langgestreckter zweigeschossiger verputzter Massivbau über hohem Kellersockel, Treppengiebel und Satteldach, am Eck im 1. Obergeschoss reich Kastenerker aus Fachwerk über reich gestalteter Konsole mit Figurenschmuck und Bauinschrift, im Giebel Ladeluken, hofseitig im 1. Obergeschoss zwei- und dreiteilige Fenster in gekehlten Gewänden sowie zwei Hocheingänge, erbaut unter Graf Heinrich von Lupfen, 1570 (i), Wiederaufbau bzw. Innenausbau 1674/75 (d) | 1190292 | ||
Weitere Bilder |
Ev. Auferstehungskirche | Hewenstraße 9 (Karte) |
Pfarrkirche, massiver verputzter Saalbau mit Satteldach und eingezogenem Rechteckchor, Chorflankenturm mit spitzem, hohem Polygonalhelm, kleine Eingangsvorhalle, Gliederung durch bossierten Sockel und bossierte Pfeiler, Spitzbogenfenster, im Langhaus hölzerne Spitztonne mit Schnitzereien, im Chor Kreuzrippengewölbe, bauzeitliche Ausstattungselemente, u. a. Farbverglasung von Christian Friedrich Glatt, Konstanz, errichtet nach Entwurf von Otto Linde, 1908/09 (a), Erweiterung um zwei Fensterachsen nach Entwurf von Heinrich Müller, 1959 bis 1961 (a)
Die evangelische Auferstehungskirche steht wesentlich außerhalb der Altstadt. Sie wurde 1908/09 nach einem Entwurf von Otto Linde, Baden-Baden, erbaut und 1959 bis 1961 nach einem Entwurf von Heinrich Müller in Angleichung an das Vorhandene zum Eingang hin um zwei Fensterachsen erweitert. Das Gotteshaus zeigt im Sinne des Heimatstils reduziert neugotischen Formen und ist ein relativ kleiner Bau. Der Außenbau lebt durch den Gegensatz von Putzflächen zu den aus groben Kalksteinen gearbeiteten Sockeln, Strebepfeilern und Eckquaderungen. Wesentlich sind darüber hinaus die Baumassengliederung und die Dachformen, die deutlich Bezug nehmen auf mittelalterliche Dorfkirchen der weiteren Region. Im Inneren ist das Schiff mit einer leicht angespitzten Holztonne gewölbt, die auf geschnitzten Quergurten und Steinkonsolen aufliegt; der Chor besitzt ein Kreuzrippengewölbe. Kanzel und Taufbecken sind seitlich in den Triumphbogen integriert. Das Innere ist insgesamt durch ein handwerklich gediegene Arbeit geprägt, die überwiegend aus der Erbauungszeit stammt. Zu erwähnen sind u. a. die Glasfenster des Konstanzer Glasmalers Christian Friedrich Glatt. Nachträglich integriert wurde die Orgel aus der Zeit um 1820/60 mit einem neugotischen Gehäuse von um 1880. Die evangelische Auferstehungskirche ist ein zeittypischer, qualitätvoller Sakralbau. Sie belegt die Anlehnung gerade des protestantischen Kirchenbaus an mittelalterliche Vorbilder; dies geht hier zusammen mit Vorstellungen der Heimatschutzbewegung und den künstlerischen Bestrebungen der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, die historischen Formen neu umzusetzen mit klaren, einfachen Formen und mit nunmehr sparsam eingesetztem Ornament. Sie ist darüber hinaus wichtiges Zeugnis der Stadt- und Konfessionsgeschichte in der traditionell katholisch geprägten Stadt, in der erst seit dem 19. Jahrhundert evangelische Christen ansässig wurden. |
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| Weitere Bilder | Kath. Spitalkirche | Hewenstraße (Karte) |
Urspr. Klosterkirche der Kapuziner, mit Einfriedung bestehend aus Mauer des Kapuzinerklosters und Gußeisernen Zäunen, massiver verputzter Saalbau unter Satteldach mit polygonalem Dachreiter unter Welscher Haube, leicht eingezogener Polygonalchor, nach Osten sog. Totenkapelle, Gruft der Kapuziner, im Inneren kassettierte Flachdecke über hoher Voute, Totenkapelle mit ornamental ausgemaltem Kreuzgewölbe, darunter Gruftgewölbe, Ausstattung des späten 19. Jahrhunderts, u. a. Hochaltar der Horber Firma Hausch, 1887, Kirche errichtet 1618 bis 1623 (a), Totenkapelle angefügt wohl 1725, Erneuerung als Spitalkirche,1820 (a), nach schwerer Brandzerstörung 1883 (a) Wiederaufbau unter Verwendung der alten Mauern, 1885 bis 1887 (a)
Auf einer nach zwei Seiten steil abfallenden Anhöhe steht westlich außerhalb der Stadt die weithin sichtbare kleine, genordete Spitalkirche, ursprünglich die Kirche des 1618 gegründeten Kapuzinerklosters. Von diesem Kloster, das bis 1820 bestand und danach zum Spital umgebaut wurde, blieben nur die Kirche und Reste der Einfriedungsmauer. 1883 vernichtete ein Großbrand die Klausurgebäude und auch die Kirche. Während die Klosterbauten abgebrochen wurde, wurde die Kirche 1885 bis 1887 wiederaufgebaut. Ihr Inneres zeigt eine komplette neugotische Ausstattung der Wiederaufbauzeit, wobei das einfache Äußere den ursprünglichen Bau tradiert. Im Osten angebaut ist die sog. Totenkapelle, unter der sich die Kapuzinergruft als Grablege der Konventsangehörigen befindet. Gruft und Kapelle sind ein nach Osten gelegener Anbau angeblich von 1725, aufgrund der konservativen Formensprache aber eher aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die Spitalkirche ist damit ein zentrales Zeugnis der gegenreformatorischen Bewegung im Zeitalter der Konfessionalisierung bzw. zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges im Hegau. Die Kapuziner wurden bewusst als gegenrefomatorischer Reformzweig der Franziskaner ähnlich wie die Jesuiten von den Landesherrschaften angesiedelt bzw. gefördert. So wurde das Engener Kapuzinerkloster 1623 durch den Konstanzer Weihbischof in Anwesenheit des österreichischen Erzherzogs Leopold geweiht. |
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| Kath. Kapelle St. Wendelin | Jahnstraße 16 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau am früheren Rossmarkt mit geradem Chorschluss, Satteldach mit Glockenreiter unter Zwiebelhaube, Eckquaderungen und Spitzbogenfenster, im Inneren historische Ausstattung, u. a. Hochaltar, wohl um 1725, und zahlreiche Votivbilder, im Kern wohl 15. Jahrhundert, Erneuerung 1725 (a), Wiederaufbau nach Brandzerstörung durch die Franzosen, 1796/97 (a)
An der ostwärts führenden Ausfallstraße der Vorstadt liegt auf der Westspitze des langgezogenen einstigen Rossmarktes vor dem Toren der Stadt die St. Wendelins-Kapelle. Der bescheidene Bau dürfte im Kern noch aus der Zeit der Spätgotik stammen, wurde 1725 durch das Haus Fürstenberg erneuert und nach Brandzerstörung durch die Franzosen 1797 wiederaufgebaut. Er weist rechteckigen Grundriss und Satteldach mit Dachreiter auf, seitlich sind kleine Spitzbogenfenster angeordnet, der Chorraum weist zwei Rundbogenfenster auf. Die Spitzbogentür im Westgiebel und die Eckquader gehören Erneuerungen des 19./20. Jahrhunderts an. Im Innern befinden sich außer einem barocken Altar mit fürstenbergischem Wappen und modernem Altarblatt diverse Votivbilder des 18./19. Jahrhunderts, welche eindrucksvolle Zeugnisse einer gelebten katholischen Frömmigkeit sind. Die Kapelle istw wichtiger Bestandteil der historischen Sakraltopographie der Stadt und dok8umentiert Aspekte der Glaubens-, Kirchen und Stadtbaugeschichte. |
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| Friedhof | Jahnstraße 34 (Karte) |
Angelegt 1883 bis 18845 (a), bestehend aus:
Der Friedhof wurde 1843 bis 1845 angelegt. Er bildet eine für Begräbnisplätze der Zeit des Klassizismus charakteristische rechteckige Ablage mit Wegekreuz, in dessen Zentrum 1865 bis 1867 die Kapelle St. Michael im Rundbogenstil erbaut wurde. Sie ist eine dreijochige Saalkirche mit eingezogener Rundapsis, die am Außenbau polygonal gestaltet ist. Charakteristisch sind die Rundbogenfenster, das Rundbogenportal mit Sandsteingewände, die flachgeneigten Dächer – über der Eingangsseite mit einem Dachreiter – als Zierelement das unter der Traufe umlaufende Deutsche Band und die schmalen, hohen Proportionen. Seit der letzten Renovierung ist sie im kühlen klassizistischen Farben der Architekturgliederung folgend gefasst. Große Friedhofsanlagen sind als Folge von Aufklärung und Hygieneüberlegungen wie auch des Bevölkerungswachstums im 19. Jahrhundert vielfach vor den Stadttoren errichtet worden. Die Engener Friedhofsanlage, die samt Ummauerung überliefert ist und mit der charakteristischen Friedhofskapelle zusätzlich ein bauliches Zentrum erhalten hat, ist in dieser Hinsicht zeittypisch. Sie ist wichtiges Zeugnis der Stadtbau- und Siedlungsgeschichte in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. |
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Weitere Bilder |
Gasthaus Stadtkrone | Klostergasse 1 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, einseitig abgewalmtes Satteldach mit Konsoltraufgesims, Treppengiebel zum Nachbarhaus, rundbogioges Kellerportal, Fenster in Holzgewänden, teils dreiteilig, im Kern wohl 17. Jahrhundert, Umbauten 19. Jahrhundert
Das stattliche Eckhaus des 17.-19. Jahrhunderts weist möglicherweise spätmittelalterlichen Kernbestand auf. Das in Ecklage an der nach Süden abfallenden Hauptstraße mit hohem Kellersockel versehene Gebäude besitzt ein nach Osten abgewalmtes Satteldach mit Staffelgiebel nach Westen und beherbergt das traditionsreiche Wirtshaus Stadtkrone. Der massive Baukörper wird durch eine annähernd regelmäßige, achsenbezogene Durchfensterung wohl des frühen 19. Jahrhunderts bestimmt, wobei die östliche Achse der Nordseite mit dreibahnigen, durch Holzpfosten unterteilten Gruppenfenstern spätgotische Gestaltungsgewohnheiten reflektiert. Die Traufe wird durch einen dichten Fries markanter Balkenköpfe charakterisiert. Ein mögliches Aufgehen älterer Bauteile in dem für Engener Verhältnisse über eine relativ große Grundfläche verfügenden Gebäude zeichnet sich u. a. an der Ostseite durch ein Achsenintervall und unterschiedliche Kellerfensterniveaus ab. Das Gebäude ist damit wichtiges Zeugnis der Engener Stadtbaugeschichte. |
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| Wohnhaus | Klostergasse 5 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massiv- und Fachwerkbau mit Satteldach, talseitig flach gedeckter Keller mit Rundbogensturz, dreischiffiger Grundriss, verzapfter liegender Dachstuhl, im Kern spätmittelalterlich, Umbauten 17./18. Jahrhundert
Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für das Siedlungsbild der Engener Altstadt. Das dem Felsen aufsitzende Gebäude besitzt talseitig einen flach gedeckten Keller mit Rundbogensturz. Die beiden Vollgeschosse weisen einen dreischiffigen Grundriss mit innenliegender Erschließung und zum Teil noch Küche und zu den Straßenseiten jeweils zwei Räumen auf. Das teils massive, teils in Fachwerk ausgeführte Hausgerüst ist im wesentlichen spätmittelalterlich: An der Rückfassade sind ein-, zwei- und ein dreiteiliges Fenster sowie eine Knagge erhalten. Im Inneren sind am Zugang zum Dachstuhl die überblattete Fachwerkkonstruktion des 2. Obergeschosses sowie Reste der Bohlenstube zu sehen. Erhalten ist dort u. a. auch eine Blockstufentreppe. Jüngeren Umbauphasen ist der verzapfte liegende Dachstuhl und die Systematisierung der Hauptfassade mit gleichmäßig gereihten Fenstern zu verdanken. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
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| Streckgehöft | Klostergasse 13 (Karte) |
Teils zwei-, teils dreigeschossiger, verputzter Gebäudekomplex in Hanglage am westlichen Rand des Stadthügels, bestehend aus Wohnhaus und ehem. Ökonomieteil, beide mit Satteldach, Wohnteil giebelseitig erschlossen, als Zugang zur Ökonomie einem, heute z. T. vermauerte hangseitige Einfahrt, wohl 18. Jahrhundert
Das Streckgehöft besteht aus einem Wohnteil, welcher zugleich den Stirnbau einer Häuserzeile bildet, und einem dahinter in derselben Firstlinie angeordneten Ökonomietrakt. Der Wohnteil ist giebelseitig erschlossen, eine weitere Haustür im Sockelgeschoss führt wohl in einen ehemaligen Werkstattraum; als Zugang zur Ökonomie diente eine (heute z. T. vermauerte) hangseitige Einfahrt; der Dachraum ist als Heulege eingerichtet. Das ohne moderne Veränderungen überlieferte Gebäude stellt ein anschauliches Architekturzeugnis des ehemals auf landwirtschaftlichen (Neben-)Erwerb ausgerichteten Engener Bevölkerungsanteils dar und besitzt vor allem stadtbaugeschichtlichen und hauskundlichen Quellenwert. |
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| Wohnhaus | Ledergasse 12 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Bau mit steilem Satteldach, rückwärtig gegen die einstige Vorburgmauer des Krenkinger Schlosses gelehnt, einbezogen Halbrundturm der Befestigung, dreigeschossig, Turm wohl 15. Jahrhundert oder um 1500, Gebäude wohl 18./frühes19. Jahrhundert
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Östlich unterhalb des Schlosses Krenkingen lag ein zugehöriger Wirtschaftshof, der mit Mauern und einem flankierenden Rundturm in das Befestigungssystem von Schloss und Stadt integriert war. Der Turm steht noch bis heute und dürfte im Kern aus dem 16./16. Jahrhundert datieren. Bereits im Spätmittelalter war er wohl von Gebäuden, die sich an die Ringmauer lehnten flankiert. Das heutige Haus wird wohl nicht vor dem 17. Jahrhundert entstanden ein, brannten doch die Schweden im Verbund mit der Besatzung des Hohentwiel 1640 u. a. das Schloss nieder. Das heutige Wohnhaus dürfte ins 18.- oder frühe 19. Jahrhundert datieren und tradiert die Bebauung des Wirtschaftshofes. Es ist wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
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| Zwei Wohnhäuser | Lupfenstraße 2, 3 (Karte) |
Traufständige, dreigeschossige verputzter Bauten unter Satteldach, rückwärtig gegen die Stadtmauer gesetzt, im Kern wohl spätmittelalterlich, Umbauten 18./19. Jahrhundert
[s. Stadtbefestigung] Die beiden Wohnhäuser sind mit ihrer Traufständigkeit charakteristisch für das Siedlungsbild der Engener Altstadt und lehnen sich rückwärtig gegen die ältere Stadtmauer. Die beiden in der Frühen Neuzeit überformten Gebäude haben einen mit spätmittelalterlichem Hauskern. Mächtige profilierte Eichenpfosten mit Unterzügen quer zur Firstrichtung, welche in den Giebelwänden, eingebettet in spätere Ausmauerungen, ablesbar sind (im Keller und den Vollgeschossen) belegen, dass die Häuser konstruktiv zusammenhängend errichtet wurden und ehemals mit dem durch Umbau weitgehend erneuerten Haus Nr. 1 eine von massiven Brandmauern abgeschlossene Einheit bildeten. Die in ihrer spätmittelalterlichen Struktur überlieferten Häuser haben wichtige Beduetung für die Stadtbau- und Siedlungsgeschichte Engens und veranschaulichen vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse. |
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| Wohnhaus | Lupfenstraße 4 (Karte) |
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, rückwärtig gegen die ältere Stadtmauer gesetzt, Fenster mit gekehlten Gewänden, im 1. Obergeschoss zweiteilig, hier Kastenerker, darunter Segmentbogenpforte, wohl um 1600 oder früher
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Das Wohnhaus ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für die historische Siedlungsstruktur der Engener Altstadt und ist wie die ganze Bebauung in der Lupfenstraße gegen die ältere Stadtmauer gesetzt. Der verputzte Bau mit zum Teil gewölbtem Keller wird in seiner Erscheinung vor allem durch einen über der korbbogigen Haustür angeordneten Erker in der südöstlichen Hälfte des Obergeschosses bestimmt, dessen Front ein Fenster des 19. Jahrhunderts, die nördliche Schmalseite jedoch ein spätgotisches Fenster mit gekehltem Gewände besitzt. Die dahinterliegende straßenseitige Stube weist zur Straße hin zwei von einer Säule getrennte stichbogige Fensternischen auf, deren eine vom Erker, die andere von einem spätgotischen Zwillingsfenster eingenommen wird. Die hölzerne Innenkonstruktion des Hauses deutet u. a durch in der Trennwand zum Haus Nr. 5 steckende Eichenstützen auf einen ehemaligen Zusammenhang mit diesem nördlichen Nachbarhaus hin. Der Bau hat seine spätmittelalterliche Hausstruktur und Substanz einschließlich Teilen des Dachwerks ohne gravierende Eingriffe überliefert. Er veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
102775853 | ||
| Wohnhaus mit Ökonomie | Lupfenstraße 8 (Karte) |
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, rückwärtig gegen die ältere Stadtmauer gesetzt, Tennentor in Fachwerk mit Korbbogen, 17./18. Jahrhundert
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Das Gebäude mit korbbogiger Einfahrt und ehemaliger Tenne im südlichen Teil des Erdgeschosses erhielt seine Gestalt mit regelmäßig angeordneten Fenstern in beiden Obergeschossen wohl im 17./18. Jahrhundert, jedoch weisen ältere Strukturen im Innern, vor allem ein tonnengewölbter Kellerraum, auf die Einbeziehung früherer bzw. mittelalterlicher Substanz in das rückwärtig an die Stadtmauer angebaute Haus hin. Das Gebäude ist in seiner historischen Struktur und Substanz einschließlich des Dachwerks ohne gravierende Verluste erhalten und stellt ein anschauliches Bauzeugnis eines städtischen Ackerbürgerhauses im Kontext eines mittelalterlichen Straßenzugs dar. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in Engen und ist Zeugnis der Wirtschafts- und Stadtbaugeschichte. |
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| Wohnhaus mit Badstube | Lupfenstraße 20 (Karte) |
Ab 1737, Färberei traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, rückwärtig gegen die ältere Stadtmauer gesetzt, Korbbogentor, tonnengewölbter Keller, im Erdgeschoss zweischiffige, dreijochige Badstube mit Kreuzgewölben, erbaut durch Stadtwerkmeister Benedikt Halwerger, 1609 (a, i), Umbauten nach 1732 (2. Obergeschoss aufgesetzt 1962)
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Das 1962 um ein Stockwerk erhöhte Gebäude nimmt eine der breitesten Parzellen der auf der Westseite in geschlossener Zeile bebauten, mittelalterlichen Lupfenstrasse (ehem. Schindelgasse) ein und besitzt im nördlichen Teil des Erdgeschosses einen zweischiffigen, dreijochigen Raum mit Kreuzgratgewölben und zwei gedrungenen, mit Würfelkapitellen versehenen Stützen. Ein Kapitell ist mit Steinmetzzeichen und der Jahreszahl 1609 versehen. Hierbei handelt es sich um die alte Engener Badstube. Solche Räume, die von der hoch entwickelten und weit verbreiteten spätmittelalterlichen Badekultur vor dem Dreißigjährigen Krieg zeugen, sind selten überliefert. Erstmals belegt ist eine Badstube für Engen um 1399/1402. Diese lag allerdings an einer anderen Stelle als der 1609 anstelle einer älteren Badstube des 16. Jahrhunderts errichtete Neubau. Das Gebäude ist damit nicht nur ein wichtiges Zeugnis der Engener Stadtbaugeschichte, sondern auch der Badekultur und Freizeitgestaltung der Bürger der Vormoderne. |
102775969 | ||
| Wohnhaus | Lupfenstraße 21 (Karte) |
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Bau, rückwärtig gegen die ältere Stadtmauer gelehnt, Satteldach mit Aufszugsgaube, Hauseingang in gefastem Gewände, Seitenflurerschließung, im Kern vielleicht spätmittelalterlich, sonst 18./frühes 19. Jahrhundert
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Der rückwärtig die Stadtmauer einbeziehende, straßenseitig mit einer Aufzugsgaube versehene und über einen Tonnengewölbekeller verfügende Bau ist der gerundeten Form der grabenseitigen Wand zufolge unter Verwendung eines Turmfragements (oder einer gerundeten Stadtmauerpartie) entstanden. Er stellt ein aussagekräftiges Beispiel der bescheideneren Engener Bürgerhäuser in einem ehemals von Ackerbürgern und Handwerkern besiedelten Straßenzug entlang der Ringmauer dar. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
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| Hauszeile | Hauptstraße 6; Marktplatz 1 (Karte) |
U. a. Gasthaus Zum Adler (Hauptstraße 6), traufständige, viergeschossige verputzter Massivbauten mit Satteldächern, Nr. 6 mit Staffelgiebeln, alle mit 1983 bis 1986 rekonstruierter, teils dabei frei interpretierter Fassadenmalerei, zwei- und mehrteilige Fenster in gekehlten Gewänden, Marktplatz 1 mit kleinem Erker im 2. Obergeschoss, im Erdgeschoss Bogeneingänge und Bogenfenster, bauzeitliche Ausstattungselemente wie Wandmalereien und hölzerne Kassettendecke, Hauptstraße 6 im ehem. Burgbereich, im Kern teils wohl hochmittelalterlich, sonst spätes 15. bis frühes 17. Jahrhundert, im Adler Gaststube mit Ausmalungen von Emil Dannecker, 1922 und 1954, überarbeitet durch Walter Dannecker, 1967
Die Zeile mit insgesamt vier aneinander gebauten traufständigen Gebäuden an der Nordseite des Marktplatzes steht an der höchsten Stelle des Engener Geländesporns, dort wo ursprünglich die Burg der Herren von Hewen stand. Die jeweils viergeschossigen Gebäude sind auffallend stattlich. Sie besitzen zum Teil mittelalterliche Kerne und sind heute im Wesentlichen durch Um- bzw. Neubau des späten 16./frühen 17. Jahrhundert und die letzte große Renovierung 1983 bis 1986 geprägt. Aufgrund des traditionsreichen Standorts und des Bauaufwands kann man davon ausgehen, dass die Gebäude ursprünglich Sonderfunktionen hatten; zuletzt waren sie zusammengezogen und als Gasthaus Adler samt Metzgerei genutzt. Der zur Hauptstraße gelegene Kopfbau umfasst mit seinem flach gedecktem Keller und den Außenwänden bis einschließlich 2. Obergeschoss einen mittelalterlichen Massivbau. Im 1. Obergeschoss sind an drei Fenstern (Gruppenfenster mit Fenstersäulen) die Ansätze einer gewölbten Stubendecke ablesbar. Das oberste Geschoss wurde wohl zusammen mit dem als verzapfte Konstruktion ausgeführten Dachstuhl im späten 16./frühen 17. Jahrhundert aufgesetzt. Diese Dachkonstruktion mit liegendem, darüberstehendem Dachstuhl und mächtigem Hängewerk lässt darauf schließen, dass im obersten Geschoss ursprünglich ein großer Saal vorhanden war. Der die Nordwestecke des Marktplatzes einnehmende stattliche Baukörper ist über einem Gewölbekeller errichtet und besitzt u. a. im 2. Obergeschoss zur rückwärtigen Gasse hin einen Raum mit originaler Rankenmalerei und rot gefasstem Fachwerk; zum Marktplatz befand sich ursprünglich eine reiche Renaissancekassettendecke, die heute ins 3. Obergeschoss transloziert ist. Dort haben sich ebenfalls Raumfassungen mit rotem Fachwerk und Rankenmalerei überliefert, des weiteren Renaissancemalereien mit figürlichen Szenen. All das spricht für wohlhabende Bauherren. Die Dachstuhlkonstruktion ist als liegender Stuhl mit überblattenden Kopfbändern ausgeführt und wohl ins späte 15. bis mittlere 16. Jahrhundert zu datieren. Das äußre Erscheinungsbild des Gesamtkomplexes ist wesentlich durch die letzte Renovierung der 1980er-Jahre geprägt. Damals wurde ausgehend von der im Inneren gefundenen Substanz eine Rekonstruktion des Zustandes des 16./17. Jahrhunderts auch am Außenbau vorgenommen und u. a. Fensteröffnungen samt Gewänden und Erker, Staffelgiebel und Fassadenmalerei rekonstruiert. Damit ist der Gebäudekomplex, der zentrale Bedeutung für die Stadtbaugeschichte hat und mit den überlieferten Ausstattungselementen gehobene vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in Engen illustriert, auch ein Zeugnis der Denkmalpflegegeschichte im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts. Wichtige Bedeutung für die regionale Kunst im 20. Jahrhundert bzw. die repräsentative Ausgestaltung von Gasthäusern haben die Malereien von Vater und Sohn Dannecker in der Wirtsstube. |
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Weitere Bilder |
Ehemaliges Amtsgericht | Marktplatz 2 (Karte) |
Heute städtisches Verwaltungsgebäude, in halboffener Bebauung den Marktplatz nach Westen abschließendes dreigeschossiges Gebäude mit Walmdach, ehemals zwei eigenständige Häuser, das Südliche mit Ecklisenen, Fassaden einheitlich verputzt, hoher Sockel mit profiliertem Gesims im Erdgeschoss die Rahmungen mit Verdachungen in Form von Dreiecksgiebeln, das linke, südliche erbaut als Wohnhaus 1807, das rechte, nördliche ehemalige „Gasthaus zum Engel“ nach Brand 1845 wiederaufgebaut, beide Häuser nach Erwerb durch den Badischen Staat zum Amtsgericht vereinigt 1864
Der Standort des ehemaligen Amtsgerichtes liegt im Bereich der höchsten Erhebung des Bergsporns auf dem die vor dem 11. Jahrhundert gegründete herrschaftliche Burg errichtet worden war. Nach der Stadtgründung in den 1280er Jahren gehörten der Marktplatz mit dem Wirtshaus Adler und Bereich um das Rathaus zum repräsentativen Areal der Stadtburg. Nachdem Stadtbrand 1845 wurde der linke Flügel als Wohn- und Geschäftshaus und der rechte Flügel zunächst als Gasthaus Engel mit der Posthalterei wieder aufgebaut, bevor die Stadt 1864 beide Gebäude erwarb und als Amtsgericht nutzte. Im Rahmen der postmodernen Stadtsanierung in den 1970er/80er Jahren wurde der neuklassizistische Arkadengang eingefügt. Für die Marktplatzgestaltung gewann die Stadt Engen 1983 beim Landeswettbewerb „Bauen und Wohnen in alter Umgebung“ einen Sonderpreis. |
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| Blanksches Haus | Marktplatz 3 (Karte) |
Wohn- und Geschäftshaus mit der Schaufront giebelständig zum erhöht zur Hauptstraße gelegenen Marktplatz ausgerichteter dreigeschossiger, zur Hauptstraße viergeschossiger Bau, mit zweigeschossigem, polygonalem Eckerker, die Rückseite des Satteldachs abgewalmt, verputzt,über der rundbogigen Haustür mit querovalem Oberlicht bez. 1911
Das nach dem Stadtbrand 1911 neu errichtete Wohn- und Geschäftshaus ist im Stadtbild im Kontext von Marktplatz und Hauptstraße dominant und als markanter Vertreter der Reformarchitektur der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg im kleinstädtischen Kontext in der regional Kulturlandschaft bemerkenswert |
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| Mühle mit Säge | Mundingstraße 6 (Karte) |
Zweiflügeliger Baukomplex, bestehend aus:
Die in Altdorf stehende Mühle besteht aus dem langgestreckten Hauptgebäude und der an seiner Rückseite erhaltenen, L-förmig dazu angeordneten Sägemühle. Die Mühle ist 1588 als Hintere Mühle genannt, das Haupthaus wurde vermutlich nach Zerstörung durch die Franzosen 1796 neu erbaut. Die ursprüngliche Untergliederung in Mahlmühle, Wohnteil und Ökonomiegebäude ist auch nach Aufgabe dieser Nutzungen durch die unterschiedlichen Fenster- und Türöffnungen bzw. geschlossene Wandflächen noch nachvollziehbar. Prägend ist die in zwei Phasen entstandene Außenbemalung: Aus dem späten 18. Jahrhundert stammen die im Zopfstil ausgeführten Supraporten bzw. ornamentalen Fensterbekrönungen im Wohn- bzw. Gastwirtschaftsbereich. Sie wurden von dem Dekorationsmaler Emil Dannecker (1883 bis 1964) restauriert, dem auch die großflächige Darstellung einer Heuernte von 1937 zu verdanken ist. Im Inneren sind der zweigeschossige Raum der Mahlmühle sowie Teile der technischen Ausstattung integriert in einen neuen Nutzungszusammenhang erhalten geblieben. Bemerkenswert ist auch die Gaststube mit kassettierter Bretterbalkendecke, einfachen Lamberien und einer Ausmalung mit Supraporten, Fassung der Fenstergewände und einzelnen figürlichen Darstellungen in gemalten Säulennischen (z. B. Hl. Katharina), die in Anlehnung an eine Fassung des 18. Jahrhunderts 1955 von Dannecker ausgeführt wurde. Die ursprünglich über dem Mühlkanal errichtete Sägemühle besitzt eine spätmittelalterliche verblattete Holzkonstruktion, die für eine Entstehungszeit im 15. oder der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts spricht. Über einem Massivsockel ist eine dreischiffige Halle errichtet, darüber ein relativ flach geneigtes Satteldach mit Pfette und Mittelstützenreihe. Die Konstruktion wird ausgesteift durch Steigbänder, die an den Außenpfosten angeblattet sind und über den Deckenbalken bis zur Mittelstützenreihe unterhalb der Pfette führen. Die Eingangstraufseite weist verblattete Kopfbüge auf. Ein Sägegatter des frühen 20. Jahrhunderts sowie Teile des älteren hölzernen Sägegatters sind noch vorhanden. Die traditionsreiche Mühle ist ein zentrales Zeugnis der Stadt- und Baugeschichte Engens. Das Haupthaus mit seiner Fassung aus dem 18. Jahrhundert bzw. der Neu- und Überfassung durch den in Engen sehr bekannten Kunstmaler Dannecker ein qualitätvolles Beispiel für die Kunstentwicklungen in der Region. Eins dermaßen frühe Sägemühle ist in ihrem Erhaltungszustand ein Seltenheitsfall. Sie veranschaulicht spätmittelalterliche Bau- und Konstruktionsprinzipien und besitzt wichtige Bedeutung für die Hausforschung und die Technikgeschichte. |
102776364 | ||
| Pumpenhaus eingeshcosisger Masisvbau aus bossiertem Quadermauerwerk | Mundingstraße 8 (Karte) |
Steiles Walmdach, längsseitige Erschließung mit profiliertem Türgewände, erbaut anstelle einer älteren Brunnenstube nach Plänen des Badischen Kulturbauamtes Konstanz für die Wasserversorgung der Stadt Engen, 1923/24 (a)
Das keline Funktionsgebäude dokumentiert die Einrichtung einer modernen Wasserversorgung in Engen. Das mit Außenwänden in Bossenquaderwerk und barock profiliertem Türgewände versehene Gebäude löste eine damals baufällige Brunnenstube ab und zeigt in Baukörper und Detailformen eine sorgfältige, an Gartenhäusern des 18. Jahrhunderts orientierte Gestaltung im Sinne der Heimatschutzbewegung. Das im originalen Bestand überlieferte Pumpenhaus ist ein sehr anschauliches Beispiel aus den 1920er-Jahren für die verhältnismäßig aufwendige, an traditionsgebundenen Formen ausgerichtete Gestaltungsweise technischer Bauten. |
102776395 | ||
| Verkaufsraum und Büros der Zentralgenossenschaft Engen-Mühlhausen | Richard-Stocker-Straße 8 (Karte) |
Freistehender, dreigeschossiger verputzter Massivbau, hohes, umseitig überkragendes Mansardwalmdach mit Zwerchhaus, Erdgeschoss mit Bänderrustizierung und Rundbogenöffnungen, Obergeschoss zusammengefasst durch Ecklisenen, rundbogiger Haupteingang mit flankierenden Rechteckfenstern, im Inneren Treppenhaus mit bauzeitlichem Schmiedeeisengeländer, wohl 2. Jahrzehnt 20. Jahrhundert
Das stattliche Gebäude mit Verkaufsraum und Büros der Zentralgenossenschaft Engen-Mühlhausen ist Zeugnis für die Ausbildung großer landwirtschaftlicher Erzeugergenossenschaften im frühen 20. Jahrhundert, um Produkte besser vermarkten zu können und die Mitglieder wirtschaftlich abzusichern. Das hohe Gebäude mit Mansardwalmdach ist durch den hohen Sockel mit Putzrustizierung und das Motiv der Serliana am alten Haupteingang zu den Verkaufsräumen, sowie seitliche Lisenen geprägt. Die ehem. Büros bzw. Wohnungen werden über ein seitliches Treppenhaus erschlossen. Das Gebäude ist kurz vor oder im Jahrzehnt nach dem ersten Weltkrieg entstanden und zeigt eine für die Reformarchitektur unter dem Einfluss des Heimatschutzgedankens charakteristische Kubatur und Gestaltung, die sich an Bauten des späteren 18. oder frühen 19. Jahrhunderts orientiert. Bemerkenswert sind u. a. einige der originalen Fenster mit differenzierter Sprossierung im Erdgeschoss. Das Gebäude ist Zeugnis der Wirtschafts-, Sozial- und Stadtbaugeschichte Engens. |
102914079 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Sammlungsgasse 2 (Karte) |
Konditorei-Café Huber, traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, rückseitig gegen die ältere Stadtmauer gesetzt, Ladenzone im Erdgeschoss mit Travertinverkleidung, im 2. Obergeschoss Kastenerker mit gekehlten Fenstergewänden, im Kern 16. Jahrhundert oder älter, weitgehender Neubau 1758 (a), Café im Erdgeschoss, 1930er-Jahre
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für die Bebauungstruktur der Engener Altstadt und lehnt sich rückseitig gegen die ältere Stadtmauer. Der Bau datiert im Kern wohl an den Ausgang des Mittelalters, ins 16. Jahrhundert, wobei der spätgotische Erker im 2. Obergeschoss eventuell eine Ergänzung erst aus dem 1. Drittel des 20. Jahrhunderts darstellt, als das Haus eine neue, qualitätvoll gestaltete Ladenfront mit Travertinverkleidung erhielt. Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert ist das Haus, das 1758 wegen Baufälligkeit in weiten Teilen neu erstellt werden musste, als Standort einer Apotheke belegt. Es hat damit wichtige Bedeutung für die Stadt- und Baugeschichte Engens. |
102776437 | ||
| Wohnhaus | Sammlungsgasse 3 (Karte) |
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, rückseitig gegen die ältere Stadtmauer gelehnt, Fenster und Hauseingang in Rechteckgewänden, im Kern wohl noch 14. Jahrhundert, Umbauten 18./19. Jahrhundert
Das an die ältere Stadtmauer angebaute Haus ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für das Engener Siedlungsbild. Es weist im hölzernen Gefüge des Innenausbaues mit je zwei abgefassten Eichenstützen in jedem Geschoss inklusive des Kellers und dem stehenden Eichendachstuhl mittelalterliche Konstruktionsmerkmale und Substanz auf und ist vorbehaltlich dendrochronolgischer Untersuchung möglicherweise noch ins 14. Jahrhundert zu datieren. Die Straßenfassade ist im 18./19. Jahrhundert umgestaltet worden, trägt aber in der unregelmäßigen Durchfensterung noch mittelalterliche Züge. Ein kleines Einfahrtstor im westlichen Bereich des Erdgeschosses markiert die dahinterliegende Ökonomiezone und verweist damit auf den landwirtschaftlichen Nebenerwerb vieler Bürger Engens in vormoderner Zeit. im 18. und 19. Jahrhundert war es Wohnung des Stadtphysikus, des Arztes. Das Haus, das den vollständigsten mittelalterlichen Dachstuhl Engens besitzt, ist damit ein zentrales und wichtiges Zeugnis der Stadtbau- und Siedlungsgeschichte. |
102776456 | ||
| Wohnhaus | Sammlungsgasse 4 (Karte) |
1790 bis 1821 (a) Schule, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, rückseitig gegen die ältere Stadtmauer gebaut, zweiteilige Fenster in gekehlten Gewänden, Haustüre in Kielbogengewände, im Erdgeschoss zwei firstparallele, nebeneinander angeordnete Tonnengewölbe, historische wandfeste Ausstattungen, 15./frühes 16. Jahrhundert, Erneuerung und Umbauten 1815 (a)
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Das stattliche spätmittelalterliche Bürgerhaus ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für die Bebauung der Engener Altstadt und befand sich ursprünglich im Besitz der Dominikanerinnen. Die mittelalterliche Hausstruktur zeigt sich am Außenbau zur Straße hin in der unregelmäßigen Fensteranordnung und den überwiegend mit gotisch profilierten Steingewänden versehenen Öffnungen, wobei besonders die Haustür mit einem wohl im 15. Jahrhundert zu datierenden Eselsrückgengewände hervorzuheben ist. Entsprechendes trifft für die wesentlich schlichter gehaltene Rückfront zu, welche sich unter Einbeziehung der älteren Stadtmauer hoch über das steil abfallende Gelände erhebt. Das Erdgeschoss umfasst neben dem Flur im westlichen Hausteil zwei firstparallele, nebeneinander angeordnete Tonnengewölbe, die die Funktion des Erdgeschosses als Wirtschaftsbereich dokumentieren und deren vorderes zur Straße hin zwei kleine Rechteckfenster mit gotischen Steingewänden aufweist. Eine vom Erdgeschoss bis ins Dach erhaltene hölzerne Blockstufentreppe, größtenteils mit einem barocken Geländer aus gedrechselten Stäben versehen, ist in mehrfach abgewinkelten Läufen im nordwestlichen Grundrissbereich angeordnet und dient in Verbindung mit Flurflächen im ersten und 2. Obergeschoss zur Erschließung des Hauses. Der in Kombination mit massiven Außenwänden ausgeführt Holz-/Fachwerkausbau im Innern spiegelt in seiner auf saalartige Geschosse angelegten Grundstruktur mit mächtigen Holzstützen und Unterzügen mittelalterliche Baugewohnheiten. Mittelalterliche und frühneuzeitliche Substanz bestimmt im wesentlichen die Gestalt der Innenräume, wobei vor allem auf eine Bohlenstube im 2. Obergeschoss und zahlreiche farbige Dekorationsbefunde im gesamten Wohnbereich hinzuweisen ist. Eine barocke Ausstattungsphase zeichnet sich außer am Treppengeländer vor allem an einigen Türen und einem Wandschrank ab, auch dürfte in diesem Zusammenhang die Erneuerung des Dachstuhls erfolgt sein. Das Haus beherbergte 1790 bis 1821 die Engener Schule nebst Wohnung für den Oberlehrer (Praezeptor) und ist durch günstige Umstände von nennenswerten modernisierenden Eingriffen bis heute verschont geblieben. Es ist ein zentrales Zeugnis der Engener Stadt- und Baugeschichte. |
98841266 | ||
| Katharinankaplanei | Sammlungsgasse 5 (Karte) |
1815 bis 1821 (a), Schulhaus und Wohnung des Provisors (Unterlehrer), traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, rückseitig gegen die Stadtmauer gesetzt, Fenster in gekehlten Gewänden, im 1. Obergeschoss urspr. vierteilig, Hauseingang in gefastem Rundbogengewände, wohl 15. Jahrhundert, Umbau 1815 (a)
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Das stattliche spätgotische Gebäude ist mit seiner Traufständigjeit charakteristisch für die Engener Altstadtbebauung und lehnt sich mit seiner Rückseite gegen die ältere Stadtmauer. Der spätmittelalterliche stehende Dachstuhl aus Eichenholz mit verblatteter Konstruktion und die erkennbaren Teile des hölzernen Innengefüges belegen die weitgehend intakt überlieferte mittelalterliche Hausstruktur, welche auch am Außenbau in der unregelmäßigen Anordnung und den gekehlten Steingewänden der Fenster ablesbar ist. Das Erdgeschoss diente ursprünglich wohl Ökonomiefunktionen. Der Überlieferung zufolge beherbergte der Bau bis 1814 die St. Katharinenkaplanei und danach bis 1821 das zweite Engener Schulhaus mit Wohnung für den Unterlehrer (vgl. Sammlungsgasse 4). Das Gebäude ist damit ein wichtiges Zeugnis nicht nur der Engener Bau-, sondern auch der Stadt-, Kirchen und Bildungsgeschichte. |
102776498 | ||
| Wohnhaus | Sammlungsgasse 6 (Karte) |
1616 bis 1742 zum Pfarrhof (Nr. 8) gehörig, traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, rückseitig gegen die ältere Stadtmauer gesetzt, Fenster in gekehlten Gewänden, u. a. im 1. Obergeschoss vierteilig-gestuftes Stubenfenster, wohl 15./16. Jahrhundert
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Das mit der Rückseite gegen die ältere Stadtmauer gesetzte Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für die Wohnbebauung der Engener Altstadt. Es war 1616 bis 1742 Bestandteil des Pfarrhofs. Das Haus verfügt über eine hölzerne Innenstruktur mit mächtigen Eichenstützen und einen liegenden, verblatteten Dachstuhl. Während das Erdgeschoss Ökonomiezecken diente und zur Straße nur ein kleines Fenster neben der Eingangstür aufweist, zeichnen sich die Stuben der beiden darüberliegenden Wohngeschosse durch je eine aufwendige vier- bzw. dreibahnige gestufte gotische Fenstergruppe aus. Dachstuhlkonstruktion und Fenstergestalt deuten auf eine Entstehung im 15./16. Jahrhundert hin, jedoch weist ein im östlichen Giebel steckender Binder einer stehenden mittelalterlichen Vorgängerdachstuhl auf ältere, im Haus aufgegangene Bauteile hin. Im Erdgeschoss befindet sich rückwärtig ein großer Raum mit Bretterbalkendecke, welcher Reste alter Wandfassung aufweist. Das ohne nennenswerte Störungen überlieferte Haus beherbergte der Überlieferung noch ehemals eine Kaplanei und zählt zu den am vollständigsten erhaltenen spätmittelalterlichen Häusern der Engener Altstadt. Es ist wichtiges Zeugnis der Stadtbau- und Kirchengeschichte. |
102776519 | ||
| Sog. Sammlung | Sammlungsgasse 11; Schulstraße 25 (Karte) |
Kloster der Dominikanerinnen, Anfänge als Beginenniederlassung, um 1300, Ankauf eines Hauses (Nr. 11) 1333/35 (a), nach Aufhebung 1821 bis 1967 Schule (heute Museum), zweiflügelige Anlage aus einem zwei- bzw. dreigeschossigen verputzten Massivbau in der Nordwestecke der Stadtbefestigung, bestehend aus Nordflügel (Nr. 11), im Kern vor 1333, Umbau 1374 (d), Erweiterung nach Osten 1472 (a); Westflügel (Schulstraße 25), langgestreckter Bau in Hanglage, Nordteil im Kern 1493 (a) und 1501 (a), daran nach Norden ausspringend Klosterkirche, nach außen fünfeckiger Saalbau, im Inneren mit Kreuzgratgewölben und halbrunder Apsis, 1629 (d), Umbau 1660 (a), Umgestaltung 1725 (a), übriger Westflügel 1660 (a), erweitert nach Süden 1737 (a); Klostergarten mit Einfriedungsmauern, 1726 (a)
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Das bis 1821 bestehende Dominikanerinnenkloster St. Wolfgang prägt mit seinen ausgedehnten Baulichkeiten wesentlich das Erscheinungsbild der Engener Altstadt mit und dominiert die nordwestliche Ecke der älteren Stadtanlage. In den komplex einbezogen ist die hochmittelalterliche Stadtbefestigung. Das Kloster der Dominikmanerinnen ging aus einer Beginenniederlassung, der Sammlung, um 1300 hervor, und gab der Sammlungsgassse ihren Namen. 1333/35 erwarben die Schwestern ein Haus an der nördlichen Stadtmauer das 1374 umgebaut wurde, wie eine dendrochronologische Untersuchung ergab. Nach und nach wuchs der Komplex, bis er in der Zeit von Spätrenaissance und Barock seine bestehende Größe und sein heutiges Aussehen erhielt. Die Klosterkirche springt bastionsartig nach Norden über die Stadtmauer hervor und ersetzte 1629 eine ältere, weiter östlich gelegene Kapelle. Mit seinem Kernbestand aus dem 14. Jahrhundert zählt der Klosterkomplex zu den ältesten überlieferten Gebäuden in Engen. Im Inneren blieben Befunde und Ausstattungselemente aus den verschiedenen Epochen erhalten und dokumentieren so die Entwicklungsgeschichte wie auch die Lebens- und Wohnverhältnisse der Schwestern seit dem späten Mittelalter. Ein ist damit ein herausragendes und wichtiges Zeugnis der Bau- und Glaubensgeschichte der Stadt. |
1190296 | ||
| Gasthof Sternen-Post | Scheffelstraße 24 (Karte) |
Ab 1794 Poststation, freistehender zweigeshcosisger verputzter Masisvbau auf hohem Kellersockel, mächtiges Mansardwalmdach mit Gauben, Erschließung über einläufige Freitreppe, Hauseingang mit Gebälk und Dreiecksgiebel, errichtetanstelle des 1796 von den Franzosen niedergebrannten Vorgängers bis 1799 (a), Erneuerung 1862 (i)
Der stattliche Gasthof in Altdorf entstand nach der Zerstörung durch die Franzosen 1796 am Platz eines seit 1670 belegten Vorgängers. Der in Baukörper und Detailausbildung noch ganz barocker Formensprache verpflichtete Bau erfüllte dank seiner verkehrsgünstigen Lage an der alten Landstraße als wichtiger überregionaler Verkehrsverbindung durch den Hegau seit 1794 auch die Funktion der Engener Poststation, zumal sich hier die Postrouten kreuzten. Der Gasthof Zum Sternen war aufgrund der Platzverhältnisse überdies geschickter gelegen als der bisher als Poststation genutzte Gasthof Engel in der Stadt. Den Zugang bildet eine mit Dreiecksgiebel bekrönte Türe in der westlichen Mittelachse, die über eine Außentreppe erreicht wird. Ein Anbau an der nördlichen Schmalseite, im Kellertor 1862 datiert, entstand während der Bauzeit der östlich am Hause vorbeiziehenden Bahnlinie. Eine Tafel an der nordwestlichen Hausecke erinnert an Aufenthaltedes Dichters Josef Victor (von) Scheffel im Hause, das damit wichtige Bedeutung für die Stadt-, Verkehrs- und Wirtschaftsgeschichte Engens hat. |
102777662 | ||
| Gasthof Zu den drei Kronen | Schwarzwaldstraße 2 (Karte) |
Freistehender, dreigeschossiger verputzter Massivbau auf Kellersockel, hohes Satteldach, östliches Giebeldreieck aus Fachwerk, aufgeputzte Eckquaderungen, holzgerahmte Fenster, traufseitige Erschließung über zweiläufige Freitreppe, nach Brandzerstörung durch die Franzosen 1796 (a) Wiederuafbau, um 1797/98 (a)
Der ungemein stattliche Bau in Altdorf ist einer von zwei großen alten Gasthöfen in der ursprünglich älteren Siedlung unterhalb der Stadt. Sein Dachstuhl ist als bemerkenswerte Zimmermannsarbeit dreigeschossig in liegender Konstruktion ausgeführt. Über dem Erdgeschoss mit den Wirtsräumen dienen die beiden Vollgeschosse (wohl schon ursprünglich) Wohn- und Gästebeherbergungszwecken. Teile des derzeitigen Außenputzes mit Eckquaderung sowie des inneren Ausbaues gehören einer Modernisierungsphase der Zeit um 1890/1900 an. Das mit seiner mächtigen Kubatur ortsbildprägende Gebäude entstand nach der Brandzerstörung Altdorfs durch französische Truppen 1796 und ersetzte den seit 1665 am Ort belegten Vorgänger. Das stattliche Anwesen ist von gravierenden Veränderungen bisher verschont und stellt ein sehr aussagekräftiges Beispiel eines Landgasthofes der Zeit um 1800. Es dokumentiert die Bedeutung Altdorfs als Etappenstation an einer wichtigen Fernhandelsstraße und ist damit wichtiges Zeugnis der Stadt-, Verkehrs- und Baugeschichte Engens am Ausgang der Frühen Neuzeit. |
102777782 | ||
| Gefallenendenkmal in der Nordostecke einer umfriedeten Grünanlage auf hier als Exedra abgeteiltem gepflastertem Platz | Am Schranken (Karte) |
Im Zentrum Sockel mit zwei überlebensgroßen Soldaten in Wehrmachtsuniform, der eine mit Fahne, der andere mit geschultertem Gewehr ausschreitend, rückwärtige Exedra mit drei Inschrifttafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, geschaffen von Bildhauer E Gutmann nach Entwurf von Architekt E. Böttlingen, 1936/37 (i), Inschriftfelder von 1937 zurückgearbeitet und ersetzt durch „Den Toten beider Weltkriege“ und 8 Tafeln mit Namen der Toten des Zweiten Weltkriegs hinzugefügt, nach 1945
Das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges ist mit seiner martialisch.heroischen Bildsprache zeittypisch für die nationalsozialistisch geprägte Gedenkkultur im sog. Dritten Reich. Der Opfertod der Gefallenen für das Vaterland wird hier verherrlicht und der Ruhm einer im Feld angeblich unbezwungenen deutschen Armee wird hier beschworen. In zeittypischer Weise bildet es den Mittelpunkt einer Art kleiner Feier- und Aufmarschplatz. Es ist bezeichnend, dass man einen teil der Sockelinschriften nach 1945 quasi löschte, um dem Denkmal einen neuen Sinngehalt nach dem von nationalsozialistischen Deutschland ausgelösten Zweiten Weltkrieg zu verleihen. Das Denkmal ist damit ein wichtiges Zeugnis der Geschichte in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts und der Gedenkkultur in der Stadt Engen. |
107031850 | ||
| Stadthaus | Spendgasse 1 (Karte) |
Stadtschreiberei, ab 1813 Wohnhaus des staatl. Obereinnehmers, traufständiger, dreigeschossiger Bau mit Satteldach, hoher Kellersockel mit Rundbogenportal, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit giebelseitigen Geschossvorkragungen, errichtet anstelle des ältesten Engener Rathauses, um 1650
Der schmale Bau auf tiefer Parzelle bildet den nördlichen Abschluss einer kurzen Häuserzeile zwischen der sogenannten Hohwacht und dem Rathaus, zu welchem der Giebel des Gebäudes mit jeweils leicht auskragenden Fachwerkgeschossen weist. Das Haus nimmt seinerseits die Stelle des älteren Rathauses ein, woher noch die Bezeichnung Stadthaus rührt; jedoch dürfte der heutige Bau seine Gestalt erst nach der Übertragung des Rathauses ins Nachbaranwesen erhalten haben, möglicherweise unter Beibehaltung älterer Bauteile wie z. B. dem großen tonnengewölbten Keller. Er diente nachweislich als Stadtschreiberei. 1813 wurde der Bau zur Wohnung des staatlichen Obereinnehmers eingerichtet. Das Gebäude dokumentiert damit Aspekte der Bau- und Stadtgeschichte Engens. |
102778018 | ||
| Wohnhaus | Spendgasse 2 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Kniestock und hohem Kellersockel, Satteldach mit Aufzugsgaube, Fenster in hölzernen Rechteckgewänden, Erschließung über einläufige Freitreppe, Haustür ein gekehltem Rundbogen, im Inneren historische wandfeste Ausstattung, u. a. Balken-Bretter-Decke mit Lindenblattmotiv, im Kern spätmittelaltelrichem 15./16. Jahrhundert, Umbauten um 1700 und 19. Jahrhundert
Das stattliche Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für die Wohnbebauung der Engener Altstadt. Es weist einen spätmittelalterlichen Kernbestand auf. In den Wohngeschossen sind Teile des mittelalterlichen Hausgerüsts, welches mit Veränderungen des 18./19. Jahrhunderts den Bau auch außen (Fenster) bestimmt, erhalten geblieben, wie eine weitgehend erhaltene sog. Konstanzer Bühne, eine Bretter-Balken-Decke, mit Lindenblattmotiv im südöstlichen Eckzimmer des Erdgeschosses belegt. Baugeschichtlich relevante Substanz ist vor allem im Dachraum erkennbar, wo sich mit einem eichenen Stuhl in stehender, verblatteter Konstruktion eines der wenigen erhaltenen Engener Dachwerke aus dem Spätmittelalter vorfindet. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist aufgrund seines Alters ein wichtiges Zeugnis der Stadtbau- und Siedlungsgeschichte. |
102778030 | ||
| Stadthof der Herren von Reischach | Spendgasse 9 (Karte) |
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach und Staffelgiebeln, rückwärtig gegen die ältere Stadtmauer gesetzt, im 1. Obergeschoss zwei dreiteilig-gestufte Fenster, im 2. Obergeschoss vierteiliges Fnster, gekehlte Fenstergewände, Wappentafel in gestäbter Rahmung mit Inschrift und Wappen der Herren von Reischach, verblattetes Dachwerk, 1527/28 (d)
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Der stattliche Massivbau ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für die Wohnbebauung der Engener Altstadt und mit seiner Rückseite gegen die hochmittelalterliche Stadtmauer gesetzt. Das Gebäude ist mit seiner Kubatur, und den Treppengiebeln sowie den Fensterformen ein charakteristisches Beispiel für den herrschaftlichen Profanbau der Spätgotik in der Region, wie er auch auf den Schlössern des Adels entstand. Tatsächlich handelt es sich, wie das Wappen ausweist, um den einstigen Stadthof der Herren von Reischach, die erstmals für das Jahr 1423 in Engen mit Besitz belegt sind. Der bestehende Bau erhielt seine heutige Form weitgehend 1527/28, wie die dendrochronologische Untersuchung des Hauses ergab. Damals wurden zwei ältere zweigeschossige Bauten vereinigt und mit einem gemeinsamen dritten Geschoss nebst liegendem, verblattetem Dachstuhl versehen. Die beiden älteren Baukörper zeichnen sich an der mit der Stadtmauer zusammenfallenden Rückseite durch einen abknickenden Wandverlauf ab, zur Straße hin fallen unterschiedliche Gestalt und Sohlbankniveau der spätgotischen Fenster ins Auge. Das Gebäude stellt ein anschauliches Beispiel eines spätmittelalterlichen Adelsstadthofes dar und hat seine historische Hausstruktur im wesentlichen bewahrt. Es ist wichtiges Zeugnis der Engener Bau- und Stadtgeschichte. |
102778047 | ||
| Wohnhaus | Sammlungsgasse 9; Sporngasse 6 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, errichtet 1572/73 (d), Teilung unterhalb der Firstlinie in zwei Einheiten, 1748 (d)
Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für die Bebauung in der Engener Altstadt. Im Kern datiert es ins Jahr 1573. Das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes wird vor allem durch Gestaltung des 18./19. Jahrhunderts bestimmt, wobei jedoch die unregelmäßige Durchfensterung, verblattetes, liegendes Dachwerk (bei Schulplatz Nr. 4) und ein von Schulplatz 4 aus zugänglicher Keller unter Sammlungsgasse 9 auf einen spätmittelalterlichen Hauskern hindeuten. Die westlich abschließende, stark dimensionierte Giebelwand rührt von abgebrochenen Resten des mittelalterlichen, ab 1619 zum Kloster St. Wolfgang gehörigen Kaplaneipfründhauses St. Antonius und einem als „Synagoge“ bezeichneten Ökonomiebau her. Das Gebäude wurde 1748 unterhalb der Firstlinie geteilt. Es ist damit ein wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte und veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse. |
102777673 | ||
| Wohnhaus | Vorstadt 3 (Karte) |
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, rückwärtig gegen die jüngere Stadtmauer gesetzt, Hauseingang mit kleiner Freitreppe, profiliertem Rundbogenportal und Oberlicht, seitlich Tennentor, im Kern 16./17. Jahrhundert, Reste von Fassadenmalereien Emil Danneckers, 1925/26 (a)
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit in geschlossener Bauzeile charakteristisch für die Bebauung der Engener Vorstadt zu beiden Seiten des platzartig aufgeweiteten Straßenmarktes. Es ist unter Einbeziehung der Stadtmauer als rückwärtiger, über dem abschüssigen Gelände aufragender Außenwand errichtet worden. Die einstige tlw. Ökonomiefunktion des Hauses ist am Außenbau am Einfahrtstor und im Dach am Bergeraum mit Resten eines Aufzugsschachtes ablesbar geblieben. Auf eine ehemals reiche Ausstattung weist im ersten Obergeschoss eine Tür des frühen 17. Jahrhunderts mit aufwendigem Rahmenwerk in deutschen Renaissanceformen hin. Das Gebäude ist in seiner historischen Struktur im wesentlichen und einschließlich baugeschichtlich relevanter Details überliefert. Es ist veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und Zeugnis der Stadtbau- und Hausgeschichte Engens. Bemerkenswert sind überdies die Reste einer Fassadenmalerei des vielbeschäftigten Kunst- und Dekorationsmalers Emil Dannecker, der sich hier an renaissancezeitlichen und barocken Fassadenbemalungen orientierte wie sie u. a. im schweizerischen Stein am Rhein zu finden sind und wie sie auch in anderen Städten im Bodensee- und Oberrheingebiet verbreitet waren. |
102778076 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Vorstadt 7 (Karte) |
Traufständiger, dreigeschossiger Bau mit Satteldach, rückwärtig gegen die jüngere Stadtmauer gesetzt, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, stuckierter Ornamentfries unter Traufe, Ladenfront mit geschweiften Bögen über beschnitzten Pfosten, im Kern 17./18. Jahrhundert, Ladeneinbau wohl 2. Jahrzehnt 20. Jahrhundert
Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit in geschlossener Bauzeile charakteristisch für die Bebauung der Engener Vorstadt zu beiden Seiten des platzartig aufgeweiteten Straßenmarktes. Rückwärtig ist es gegen die jüngere Stadtmauer des 14. Jahrhunderts gesetzt. Der Kellerbereich mag noch ins Spätmittelalter zurückreichen. Die aufgehende Substanz entstand in der Frühen Neuzeit. Im Inneren ablesbar blieben die Flurküche, alte Türblätter sowie die Raumstruktur, in der auch die tlw. Ökonomienutzung des ehemaligen Ackerbürgerhauses noch ablesbar geblieben ist. Im frühen 20. Jahrhundert erfolgte ein origineller Ladeneinbau in barockisierend-volkstümlichen Formen, die kurioserweise mit den geschweiften Bögen an Architekturformen des osmanischen Barocks im 18./19. Jahrhundert erinnern - eventuell ein gewollter Exotismus. Das Gebäude ist damit ein aussagekräftiges Zeugnis der Engener Stadtbau- und Hausgeschichte. |
102778100 | ||
Weitere Bilder |
Stadt-Apotheke | Vorstadt 8 (Karte) |
Herrschaftliches Beamtenwohnhaus, seit 1827 Apotheke, traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Drittelwalmdach mit Aufschiebling, straßenseitig Doppelfenste rin gekehlten Gewänden, gekehltes Rundbogenportal mit Oberlicht, 1580 (i); Umbauten 18. und 20. Jahrhundert; seitlich Hofmauer mit Toreinfahrt in Korbbogen, 18. Jahrhundert
Das eine tiefe Parzelle einnehmende Massivgebäude mit regelmäßiger Durchfensterung schließt eine kurze geschlossene Vorstadt-Häuserzeile unweit der Stadtkirche nach Norden ab, hierin eine wohl in der Bebauungsplangeschichte der Vorstadt begründete Zäsur markierend. Die älteren Teile des Baues konzentrieren sich im unteren Bereich mit der 1580 datierten und mit Oberlicht versehenen Rundbogenpforte sowie den zum Teil gewölbt ausgeführten Kellern. Die barocke Umbauphase ist u. a. in Stuckprofildecken und mit dem Dachwerk dokumentiert. Das stattliche, herrschaftlich wirkende Haus diente zumindest im 18. und frühen 19. Jahrhundert als Wohnung fürstenbergischer Beamter. 1827 zog hier die neu geschaffene Bezirksapotheke ein, um der entsprechenden Regierungsverordnung zur Einrichtung von Bezirksapotheken Folge zu leisten, die heutige Stadt-Apotheke. das Gebäude ist damit nicht nur ein Zeugnis der Stadtbau- und Verwaltungs-, sondern auch der badischen bzw. der Engener Apothekengeschichte. |
102778128 | |
| Wohn- und Geschäftshaus mit Seilerei | Vorstadt 10 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Fachwerkinnenausbau und Satteldach, im Erdgeschoss mittiger Hauseingang, Schaufenster und seitlich angeordnetes Tennentor zum Ökonomieteil bzw. zur Seilerei, Neubau nach Brand, 1871 (a); rückwärtig Garten mit Terrassierungen und Wegesystem
Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit in geschlossener Bauzeile charakteristisch für die Bebauung der Engener Vorstadt zu beiden Seiten des platzartig aufgeweiteten Straßenmarktes. Das sehr tiefe Haus wurde 1871 nach einem Brand unter Einbeziehung der sehr schmalen Nachbarparzelle in der überlieferten Form neu errichtet. Es handelt sich um einen Massivbau mit Fachwerkinnenausbau. Das Innere umfasst einen großen, vom Vorgängerbau erhaltenen Gewölbekeller, der die Breite der ursprünglichen Parzelle überliefert. Der Grundriss ist zwei-, partiell dreischiffig und dreizonig. Über die ganze Haustiefe verläuft die lange, schmale Tenne, die gleichzeitig auch als Seilerei diente und die durch den mittig innenliegenden Heuraum mit dem Dachgeschoss verbunden ist. Im rückwärtigen Teil des Hauses befindet sich der Kuhstall, der durch eine Klappe in den rückwärtigen Garten entmistet wurde. Für die Seilerei dienten der Laden und die dahinter angeordnete Hechelkammer. Im Obergeschoss ist die Stube samt einem von der Küche aus heizbaren Kachelofen aus den 1920er-/30er-Jahren und die daneben angeordnete Kammer in traditioneller Anordnung überliefert. An der Südseite sind dem Haus Wagenschopf, Höfchen und Holzlege vorgelagert. Eine Holztreppe führt zum zugehörigen, unterhalb der Stadtmauer gelegenen Garten. Dieser Garten besitzt mit Terrassierung, Mittelweg und Lattenzaun noch die charakteristischen Elemente eines bäuerlichen Gartens. Das Anwesen veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse einer kleinstädtischen Handwerkerfamilie in der Gründerzeit und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
102779033 | ||
| Wohnhaus | Vorstadt 15 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Bau unter Satteldach mit Aufschiebling, rückseitig gegen die jüngere Stadtmauer gesetzt, seitlich angeordneter Hauseingang, 17./18. Jahrhundert
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit in geschlossener Bauzeile charakteristisch für die Bebauung der Engener Vorstadt zu beiden Seiten des platzartig aufgeweiteten Straßenmarktes. Der Massivbau besitzt drei bzw. zwei Achsen mit gleichmäßig angeordneten flachrechteckigen Fenstern und ein die unregelmäßige Bauparzelle durch den rückwärtigen Dachvorsprung ausgleichendes steiles Satteldach. Das in wesentlichen Teilen intakt überlieferte Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für ein Engener Bürgerhaus und besitzt vor allem stadtbaugeschichtliche Aussagekraft. |
102779020 | ||
| Gewölbekeller | Vorstadt 17 (Karte) |
Gegen die jüngere Stadtmauer gesetzt, quer zum First angeordnete Paralleltonnen von stattlichen Dimensionen, wohl spätmittelalterlich
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Unter dem Gebäude hat sich ein aus zwei quer zum First angeordneten Paralleltonnen bestehender Keller von stattlichen Dimensionen erhalten, dessen Entstehung wohl in die Zeit der Anlage der Vorstadt zurückreichen dürfte. Es handelt sich in der wegen des felsigen Untergrundes zumeist nur über bescheidene Keller verfügenden Engener Altstadtbebauung um eine der ausgedehntesten vorbarocken Anlagen. Sie war als Lagerraum über einen großzügigen Zugang auf den Straßenmarkt in der Vorstadt ausgerichtet. Die Kellergewölbe sind Zeugnis der Engener Siedlungs- und Stadtbaugeschichte. |
102779081 | ||
| Wohnhaus | Vorstadt 20 (Karte) |
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, rückwärtig gegen die Stadtmauer gesetzt, Erd- und 1. Obergeschoss massiv, 2. Obergeschoss Fachwerk, seitlich Tennentor zum Ökonomieteil, Gewölbekeller wohl und Teile der aufgehenden Substanz im Kern spätmittelalterlich, Aufstockung wohl 17. Jahrhundert, Umbauten 19. Jahrhundert
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit in geschlossener Bauzeile charakteristisch für die Bebauung der Engener Vorstadt zu beiden Seiten des platzartig aufgeweiteten Straßenmarktes. Das rückwärtig die jüngere Stadtmauer einbeziehende Gebäude besitzt über massiven Außenwänden ein in Fachwerk ausgeführtes drittes Geschoss, das wohl im 17. Jahrhundert auf einen spätmittelalterlichen Hauskern mit Tonnengewölbekeller aufgesetzt wurde. Der Ökonomiebereich im südlichen Teil des Hauses ist im Inneren sowie am Außenbau, z. B. am breiten Tor mit dahinterliegende Einfahrtszone, ablesbar und dokumentiert das stark von der Nebenerwerbslandwirtschaft geprägte Erwerbsleben Engens in der Vormoderne. Das mit seiner baugeschichtlich relevanten Substanz im wesentlichen intakt erhaltene Haus besitzt vor allem hauskundlichen und stadtbaugeschichtlichen Quellen- und Anschauungswert. |
102779110 | ||
| Wohnhaus | Vorstadt 22 (Karte) |
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, rückwärtig gegen die jüngere Stadtmauer gesetzt, im 1. Obergeschoss straßenseitig Kastenerker, verblatteter Dachstuhl, im Kern spätmittelalterlich, Umbauten 18. Jahrhundert
Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit in geschlossener Bauzeile charakteristisch für die Bebauung der Engener Vorstadt zu beiden Seiten des platzartig aufgeweiteten Straßenmarktes. Das gegen die jüngere Stadtmauer gesetzte Gebäude weist zur Straße hin im 1. Obergeschoss einen Kastenerker auf und entspricht im Innern, dem schmalen, tiefen Parzellenzuschnitt entsprechend, mittelalterlicher Grundrissorganisation, ein Befund, der auch mit der Substanz des zum Teil verblatteten Dachstuhls in Einklang steht. Das Haus ist in seiner historischen Struktur und Substanz weitgehend erhalten und besitzt vor allem stadtbaugeschichtlichen Quellenwert. |
102779138 | ||
| Wohnhaus | Vorstadt 25 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, rückwärtig gegen die Stadtmauer gesetzt, Satteldach mit Gaubenband, im 2. Obergeschoss ein Zwillingsfenster mit gekehlten Gewänden, Eingang in gekehlter Rundbogenpforte mit Oberlicht, darüber Wappentafel des Schultheißen Michael Frey und seiner Frau, errichtet 1558 (i), Umbau für Frey, 1620 (i), weitere Umbauten 18. Jahrhundert
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Das stattliche Gbeäude ist mit seiner Traufständigkeit in geschlossener Bauzeile charakteristisch für die Bebauung der Engener Vorstadt zu beiden Seiten des platzartig aufgeweiteten Straßenmarktes. Es lehnt sich rückseitig gegen die jüngere Stadtmauer. Der Bau datiert nach Ausweis der Jahreszahl am Hauseingang ins Jahr 1558. Das 1620 in die Fassade eingesetzte, von einem Engel präsentierte Doppelwappen des Schultheißen Michael Frey und seiner Ehefrau, einer geborenen von Waldkirch, verweist auf vornehme Besitzer bzw. Angehörige der städtischen Oberschicht als Eigentümer des Hauses und auf einen eventuellen Umbau. Das Gebäude ist damit ein wichtiges Zeugnis der Stadtbau- und Sozialgeschichte Engens in der Frühen Neuzeit. |
102779210 | ||
| Kaplaneihaus für die Kaplaneien St. Margaretha | Vorstadt 24, 26 (Karte) |
St. Nikolaus und Heilig Kreuz, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau über Kellersockel, Satteldach, rückwärtig gegen die jüngere Stadtmauer gesetzt, urspr. dreiteiliges Reihenhaus mit drei Eingängen, davon zwei mit je einläufiger Freitreppe erhalten, zwei- und dreiteilige Fenster in gekehlten Gewänden, Haustüren mit Oberlichtern, Tafel mit Wappen der Grafen von Pappenheim in Rollwerkkartusche, 1623 (a, i)
[s. Stadtbefestigung, Hauptstraße 1] Das Gebäude wurde 1623 auf Veranlassung des Landgrafen Maximilian von Pappenheim für die Kaplaneien St. Margaretha, St. Nikolaus und Heiligkreuz in der Vorstadt errichtet. Die Straßenseite gliedert sich in drei gleichartige Abschnitte, jeweils mit Haustür im Erdgeschoss und danebenliegender Achse mit dreiteiligem Gruppenfenster im Erd- und Obergeschoss. Diese Aufteilung entspricht der ursprünglichen Anlage; die mittlere Tür ist modern vermauert. Das Aufgehen älterer Strukturen in dem mit einem einheitlichen liegenden Dachstuhl versehenen und die Stadtmauer einbeziehenden Gebäude zeichnet sich vor allem im Kellerbereich und an der rückwärtigen Außenseite ab. Der qualitätvolle Renaissancebau ist wichtiges Zeugnis der Stadtbau- und Kirchengeschichte Engens unter den Grafen von Pappenheim. |
102779151 | ||
| Gasthaus Zum Lamm | Vorstadt 27 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mezzanin, hohem Kellersockel und Walmdach, Erdgeschossfenster mit Segmentbögen, im Mezzanin kleine doppelte Lüftungs- und Lichtöffnungen, mittige Hauserschließung über Freitreppe, Haustüre in Segmentbogen, erbaut unter Einbeziehung älterer Gewölbekeller, wohl zwischen 1830 und 1850
Das stattliche Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für einen städtischen Gasthof der Biedermeierzeit und erhebt sich verkehrsgünstig an der durch die Stadt führenden zentralen Straßenachse. Mit seiner Kubatur und strengen, axialsymmetrischen Gestaltung ist der Bau charakteristisch für die Zeit des Klassizismus. Er entstand wohl infolge der Niederlegung des Oberen Tores am Zugang zur Vorstadt und ist wichtiges Zeugnis der Stadtbau-, Verkehrs- und Wirtschaftsgeschichte. |
102779251 |
Weitere Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in der Kernstadt Engen mit der Stadt Engen (⊙), dem Gehöft Hühnerbrunnerhof (⊙) und dem Wohnplatz Bahnstation Talmühle (⊙), die nicht in der Denkmaldatenbank geführt werden:
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
Weitere Bilder |
Pfarrhaus | Engen, Hauptstraße 2 (Karte) |
1533 | ||
Weitere Bilder |
Kloster St. Wolfgang | Engen, Klostergasse 19 (Karte) |
um 1320/33 | Um 1320/33 als Niederlassung von Beginen gegründet, später Dominikanerinnenkloster, 1803 aufgehoben.[1] Der Name St. Wolfgang stammt von einem Altar, der 1335 im Kloster aufgestellt wurde. Heute dient das Gebäude als Bürgerhaus mit Kindergarten, Vereinsräume sowie dem städtischen Museum Engen.[2] |
Neuhausen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Gefallenendenkmal für beide Weltkriege auf dreieckiger als Grünfläche gestalteter Verkehrsinsel | Lindenstraße 10, 12 (Karte) |
Das zur Lindenstraße ausgerichtete Gefallenendenkmal besteht aus einem hochrechteckigen Granitsockel mit niedrigeren seitlich angeböschten Pfeilern mit Kugelaufsätzen und Löwenkopfrelief am gestuften Sockelfuß, auf dem Sockel Skulptur eines kniend betenden Soldaten, Inschriften der Errichtungszeit nicht mehr lesbar, die Namen der Gefallenen von 1939 bis 45 auf einer nachträglich auf die Stufen gesetzten einen Tafel, um 1925
Das Denkmal ist mehr oder weniger im Zentrum des Ortes an einer T-Kreuzung aufgestellt und auf die Lindenstraße ausgerichtet, so dass der Abschnitt vor dem Denkmal der durch den Ort führenden Hauptstraße als Versammlungsfläche bei Gedenkveranstaltungen am Volkstrauertag diente. Es ist ein wichtiges Zeugnis der lokalen Gedenkkultur und der Ortsgeschichte und steht beispielhaft für den in der Zwischenkriegszeit häufigen Typus der Gestaltung mit Figur eines am Kameradengrab knienden Soldaten. |
112984630 | ||
| Kath. Filialkirche St. Blasius | Lindenstraße 11 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit eingezogenem Rechteckchor, Treppengiebeln, Satteldach und großem Giebelreiter, Rundbogenfenster, Eingangsportal in gestuftem Blendbogen und mit Tympanon, im Inneren flache Holzdecke, Westempore mit Orgel, historische Ausstattung, errichtet nach Entwurf von Brauser, Erzbischöfliches Bauamt Freiburg, 1875 bis 1878 (a)
Die katholische Kirche St. Blasius, Filial von Engen, setzt einen markanten Akzent im Ortsbild von Neuhausen. Sie entstand als Ersatz für die mi8ttelaltelriche Blasiuskirche. Bereits seit 1841 hatte die Gemeinde immer wieder um einen Neubau nachgesucht, der schließlich 1875 bewilligt und bis 1878 in zurückhaltend neuromanischen Formen ausgeführt wurde. Dabei zeigt sich in der Architektur immer noch der stilistische Einfluss des badischen Baumeisters Heinrich Hübsch. Das Innere zeigt eine für die Entstehungszeit charakteristische historistische Ausstattung, so den Hochaltar und die Farbverglasung im Chor von der renommierten Kunstfirma Lütz & Elmpt in Konstanz. Außerdem nahm der Neubau Stücke aus der alten Kirche auf. Er ist ein anschauliches Beispiel für eine Filialkirche in der Erzdiözese Freiburg in den 1870er-Jahren und hat wichtige Bedeutung für die Neuhausener Orts- und Kirchengeschichte. |
102781400 | ||
| Zehntscheune | Maierbachstraße 3 (Karte) |
Verputzter Masisvbau mit Staffelgiebeln und Satteldach, Neubau nach Brand, 1704 (a), Erweiterung bzw. Umbau Westteil zur Wohnung, 1910 bis 1915 (a)
Am südwestlichen Ortsrand, in der Nachbarschaft des abgegangenen Schlosses, jenseits der ehemaligen Bachfurt erhebt sich die einstige Zehntscheune. Sie ist der Überlieferung zufolge nach einem Brand 1704 wiederaufgebaut worden, was nach dem Baubefund mit liegendem Dachstuhl und Staffelgiebel auf der Ostseite auf den vorhandenen Bestand zu beziehen sein dürfte. Nach Privatisierung des Gebäudes infolge der Zehntablösung um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde 1910/15 ein Abschnitt im Westen zum Wohnteil an- oder ausgebaut. Die Zehntscheune, als herrschaftlicher Sonderbau am Ort durch ihre Staffelgiebel ausgewiesen, ist damit ein Zeugnis früherer Herrschafts- und Abgabeverhältnisse in Neuhausen und von ortsgeschichtlicher Bedeutung. |
102781431 | ||
| Kapelle St. Blasius und St. Sebastian | Maierbachstraße (Karte) |
Seit 1878 profaniert, Langhaus, massiver verputzter Saalbau mit Satteldach, Eckquaderungen, Rundbogenfenster, im Kern romanisch, um 1200, Abbruch Chor und Turm 1879/80 (a)
Die einstige, erstmals 1493 genannte Kapelle St. Blasius und St. Sebastian, altes Filial von Engen, wurde 1878 nach dem Neubau der Filialkirche aufgegeben und profaniert. Die romanische Chorturmanlage wurde kurz darauf in weiten Teilen abgebrochen, nur das Langhaus blieb stehen und wurde zum Lagerhaus umgenutzt. Baugeschichtlich aussagekräftig ist im derzeitigen Zustand des Gebäudes vor allem der westliche Giebel mit Spuren von mindestens drei Dachansätzen. Die Reste der Kapelle sind wichtiges Zeugnis der Neuhausener Siedlungs-, Ortsbau- und Kirchengeschichte und bilden den ältesten überlieferten Bauzeugen am Ort. |
102781566 | ||
| Gemeindetrotte (Gemeindekelter) | Waldstraße (Karte) |
Langgestreckter, oberhalb des Ortes gelegener, verputzter Bruchsteinbau mit Satteldach, liegende, zum Teil in Eichenholz ausgeführte Dachstuhlkonstruktion von 7 liegenden Bindern, davon 3 als Hängewerk für einen kräftigen Mittelunterzug ausgebildet, um 1700
Die einstige Gemeindetrotte ist ein langgestreckter Massivbau in der Nähe abgegangener Weinberganlagen. Das Keltergebäude ist als einfacher Zweckbau gestaltet und weist zur Gewinnung von stützenfreier Arbeitsfläche im Innern eine liegende, zum Teil in Eichenholz ausgeführte Dachstuhlkonstruktion auf, wobei von sieben liegenden Bindern drei als Hängewerk für einen kräftigen Mittelunterzug ausgebildet sind. Das ohne gravierende Eingriffe überlieferte Haus mit seiner bemerkenswerten Dachwerksabzimmerung ist besonders als anschauliches Zeugnis der dörflichen Wirtschaftsgeschichte von Bedeutung und dokumentiert die einstige Bedeutung des seit 1399 belegten Weinbaus für Neuhausen. Sie ist das letzte erhaltene von ursprünglich insgesamt drei Keltergebäuden am Ort. |
102781585 |
Stetten
Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Stetten mit dem Dorf Stetten (⊙) und dem Gehöft Mühle (⊙):
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Fünf Wegkreuze | Nähe Burgstraße 10 (Karte) |
Teils aus Sandstein, teils aus Gusseisen auf Sandsteinsockel, teils mit gusseisernem Corpus, 1888 bis 1908 (i)
An den alten Ortsverbindungsstraßen um Stetten wurden im späten 19./frühen 20. Jahrhundert insgesamt fünf Wegkreuze an Straßengabelungen und zudem meist an landschaftlich besonders eindrucksvollen Punkten aufgestellt. Diese innerhalb zweier Jahrzehnte aufgestellten Wegkreuze sind durch die Inschriften als Andachtskreuze gekennzeichnet und ein spezifischer Ausdruck katholischer Frömmigkeit von zugleich kulturlandschaftsprägender Bedeutung. Möglicherweise übernehmen sie hier darüber hinaus die Funktion landschaftlich besonders schöne Punkte zu kennzeichnen, wie dies damals andernorts durch die von den sogenannten Verschönerungsvereinen gesetzten Denkmäler geschah. |
102781939 | ||
Weitere Bilder |
Burg Neuhewen | (Karte) |
1200 - 1300 | Auch Stettener Schlößchen genannt, Burgruine, gegründet in der 2. Hälfte 13. Jahrhundert durch die Herren von Hewen/Engen, zerstört im Dreißigjährigen Krieg 1639 (a), bestehend aus:
Der Neuhewen ist der höchste Berg des Hegaus, wenn auch nicht so markant wie andere Burgberge der Region. Auf seinem Gipfel liegen die Reste der gleichnamigen Burg, welche wohl in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts durch die Herren von Hewen/Engen gegründet und im Unterschied zu Althewen als Neuhewen benannt wurde. Die Bauformen des überlieferten Bestandes, einer annähe4rnd quadratischen Hauptburg mit viereckigem Bergfried, sprechen für eine Datierung der Anlage ins spätere 13. Jahrhundert, so die Eckbuckelquader oder der spitzbogige Hocheingang des Turms. Der Anlage sind Halsgräben und eine Vorburg vorgelagert. In dieser standen im 14. Jahrhundert nachweislich sechs Häuser und eine Scheune. Die mit seiner viereckigen Grundform und dem aufwendig gestalteten Turm anspruchsvoll gestaltete Burg ist Ausdruck des Herrschaftsanspruches der Herren von Hewen, gelangte allerdings schon um 1300 an Österreich und anschließend in wechselnde Hände, zeitweilig in die der Herren von Reischach, die in Engen auch über ein Stadthaus verfügten. Neuhewen fiel 1639 den Kriegshandlungen im Umfeld der Belagerung des Hohentwiel durch kurbayerische Truppen zum Opfer, suchten doch die gegnerischen Parteien zu verhindern, dass der jeweils andere die vorhandenen Burgen als militärische Stützpunkte nutzen konnte - ein bemerkenswerter Hinweis auf die nach wie vor ungebrochene Funktion von Burgen im Rahmen der frühneuzeitlichen Kriegsführung. Neuhewen dokumentiert mit seinem Baubestand anschaulich die Entwicklungen im Burgenbau zur Zeit der Hochgotik und zeigt in der anspruchsvollen Gestaltung des Bergfrieds den Repräsentationswillen der Herren von Hewen als hochadeliger Bauherren auf der einst weithin sichtbar das Land dominierenden Burg. Sie bildete ein deutliches Zeichen ihrer Herrschaft über Land und Leute. Neuhewen ist damit ein bedeutendes Zeugnis der Herrschafts- und Adelsgeschichte im Hegau. |
98814536 |
Einzelne Wegekreuze: Es ist unklar, welche davon Teil der o. g. fünf Wegekreuze sind.
Welschingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Trotte | Auf Löbern 17 (Karte) |
Teils aus verputztem Bruchstein und Basaltbrocken, teils in Sichtfachwerk erbaut, Satteldach und Stufengiebel, längsseitig Licht- und Belüftungsschlitze, dreieckige Öffnungen aus Ziegeln im Fachwerkgiebel, giebelseitiges Einfahrtstor, Dachwerk als fünfsäuliges Hängewerk, wohl 17. oder frühes 18. Jahrhundert
Das mächtige Keltergebäude, das bis heute zum Mosten genutzt wird, dokumentiert die einst große Bedeutung des in Welschingen für das Jahr 1400 erstmals fassbaren Weinbaus für das Erwerbsleben des Dorfes. Es ist mit seiner Architektur und Bauweise charakteristisch für die Trotten in der Region und nicht nur durch seine Dimensionen, sondern auch den Staffelgiebel als Sonderbau innerhalb der Siedlungsstruktur des Dorfes kenntlich. Ein fünfsäuliges Hänkgewerk ermöglichte einen stützenfreien Raum, in dessen einer Ecke eine Stube für den Kelterwärter eingerichtet wurde. Das Gebäude ist damit ein wichtiges Zeugnis der Welschinger Agrar- und Wirtschaftsgeschichte. |
102782337 | ||
| Friedhofskapelle St. Joseph und Friedhof | Beim Gottesacker (Karte) |
Die Kapelle ein massiver verputzter Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss und achteckigem Dachreiter, Vordach über Holzpfosten, im Inneren verputzte Flachdecke, Kreuzweg der Firma Benzinger, 1899 (a), errichtet aufgrund eines Gelöbnisses der Katharina Bürsner, 1898 (a), Friedhof mit Friedhofsmauer, gusseisernem Tor und auf die Friedofskapelle zuführender Allee, um 1900
Die Friedhofskapelle St. Joseph steht in einem typischen, aus hygienischen Gründen außerhalb der Ortslage angelegten Gottesacker. Sie entstand als private Stiftung aufgrund eines Gelöbnisses zu Ehren des heiligen Joseph, der als Schutzpatron der Sterbenden gilt. Der einfache neugotische Bau tradiert mit seiner Grundrissform einen alten Typus des Kapellenbaus. Er ist ein anschauliches Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit in der katholisch geprägten Region und als Privatstiftung Zeugnis der Ortsgeschichte. |
102783270 | ||
| Quereinhaus | Dorfstraße 8 (Karte) |
Traufständiger, verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, rückseitig jüngerer hakenförmiger Ökonomieteil, zweigeschossiger Wohnteil, viereckiges Tennentor, im Erdgeschoss Stube mit Balkendecke, im Obergeschoss Stube mit kassettierter Bretter-Balken-Decke sowie Wandtäfer, Einbauschrank und alten Türblätterm, daneben Küche mit Tonfliesenbelag, wohl 18. Jahrhundert, Umbauten und rückwärtige Erweiterung, 19. Jahrhundert
Der relativ kurze Quereinhaus dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Welschingens. Mit seiner wohl weitgehend bauzeitlichen wandfesten Ausstattung in Erd- und Obergeschoss veranschaulicht es eindrücklich frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse der bäuerlichen Landbevölkerung im Hegau. Es ist dabei auch ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
102782434 | ||
| Streckgehöft | Dorfstraße 42 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau, Satteldach mit Klötzchenfries am Traufgesims, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, traufseitige Erschließung mit kleiner Freitreppe, Haustüre mit Oberlicht, zweizoniger Grundriss, historische Ausstattungselemente,1871/72 (d); daran in Firstlinie anschließend Ökonomieteil, Fachwerkbau mit Satteldach, traufseitige Erschließung, östlicher Teil mit Stall und Resten einer Bohlenstube im 1. Obergeschoss 1544/45 (d), erweitert mit Tenne nach Osten, 1714/15 (d)
Das giebelständig zur Straße stehende langgestreckte bäuerliche Anwesen setzt sich zusammen aus einem zweigeschossigen Wohnteil des späteren 19. Jahrhunderts und einem im First niederen Ökonomieteil. Dieser Ökonomieteil besteht jedoch tatsächlich aus dem spätmittelalterlichen Bauernhaus und einem Scheunenanbau des frühen 18. Jahrhunderts. Mit dem auf 1544/45 dendrochronologisch datierten Mittelteil handelt es sich um den ältesten überlieferten bäuerlichen Wohnbau am Ort. Er tritt nach außen durch ein einfaches Fachwerkgerüst mit senkrechten und waagrechten Hölzern in Erscheinung. Im Inneren ist das Gebäude zweischiffig/zweizonig. In der Südostecke des Obergeschosses haben sich Reste der Bohlenstube und des Fenstererkers erhalten, an der Giebelwand die Ofenstelle. Das Dach ist als stehender Stuhl mit jeweils zwei verblatteten Kopfbändern konstruiert. 1715 wurde das Gebäude als erster Erweiterungsschritt um ein Gefach nach rückwärts verlängert. Dieses Gefach umfasst die Tenne. Der gründerzeitliche Wohnteil ist ein auf Verputz angelegter Fachwerkbau. Der zweizonige Grundriss mit Erschließung und Küche zur Rückseite sowie Stube und Kammer zur Giebelseite ist in beiden Geschossen vorhanden, so dass zwei Wohneinheiten für Alt- und Jungbauern oder für zwei Familien im Zuge einer Hofteilung vorhanden waren. In beiden Geschossen sind zudem wesentliche Teile der Ausstattung erhalten. So die von der Küche her beheizbaren Kachelöfen, im Erdgeschoss mit sogenannter Ofenkunst und Kacheln mit Maßwerkornamentik ein Ofen aus der Erbauungszeit, im Obergeschoss mit marmorierten Kacheln ein Ofen des 18. Jahrhunderts, der wohl aus dem Altbau hierher versetzt wurde. Des Weiteren sind Türen, Wandverkleidungen sowie biedermeierliche Möbel überliefert. Das aus drei Bauphasen bestehende Streckgehöft zeigt sehr anschaulich, in welch ökonomischer Weise früher besehende Bausubstanz um- und weitergenutzt wurde, wie sich die Ansprüche des bäuerlichen Wohnens und Wirtschaftens verändert haben; es ist gerade in Bezug auf seinen spätmittelalterlichen Hausteil von großem Interesse für die Hausforschung und für die Ortsgeschichte und stellt mit seinem Wohnteil des 19. Jahrhunderts ein außerordentlich authentisch überliefertes Beispiel für Wohnen in dieser Zeit dar. |
1190300 | ||
| Quereinhaus | Dorfstraße 48 (Karte) |
Verputzter Massiv- und Fachwerkbau mit Satteldach, teils verblattetes Gefüge, Wohngeschoss über Stallteil, traufseitige Erschließung, unter Mittelteil großer tonnengewölbter Keller, wohl 1. Hälfte 16. Jahrhundert, frühneuzeitliche Umbauten
Das Quereinhaus dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Sieldungsstruktur Welschingens. Der Bau entstand, wie die verblattete Fachwerkkonstruktion belegt, spätestens in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts und weist mit einem hinter dem Wohngiebel verlaufenden Querflur im Erdgeschoss nebst einem großen Tonnengewölbekeller in der Hausmitte eine ungewöhnliche Grundrissstruktur auf. Letzterer mag auf einen Weinbauern als Bauherrn schließen lassen. Farbbefunde an der Fassade deuten auf eine einst vorhandene, aufwendige Außendekoration u. a. mit gemalten Eckquadern hin, was eine ursprünglich vielleicht nicht ausschließlich bäuerliche Nutzung des Hauses denkbar erscheinen lässt. Bei dem Gebäude, das zu den ältesten überlieferten Wohnbauten am Ort zählt, handelt es sich um ein hauskundlich bemerkenswertes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102782570 | ||
| Wegkreuz | (Karte) |
Zwischen zwei Linden als Schutzbäumen, Sandstein, hoher Sockel mit Kelchrelief, nasenbesetztes Kreuz mit Gusseisenkorpus, gestiftet durch die Gemeinde Welschingen, 1895 (i)
Das am Rande der Landstraße stehende und von zwei zur Anlage gehörigen Linden flankierte Wegkreuz stellt ein anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit dar und ist prägender Bestandteil der Kulturlandschaft in der überwiegend katholischen Region. |
102783162 | ||
| Schulhaus | Turmstraße 31 (Karte) |
Freistehender zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, umlaufendes Gurtband, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, Haupteingang in Segmentbogennische mit Treppenaufgang, errichtet nach Entwürfen der Bezirksbauinspektion Donaueschingen durch Maurermeister Simon Weber, Welschingen, 1837/38 (a)
Schulunterricht ist für Welschingen seit 1784 belegt, ein eigenes Schulhaus, wie üblich mit Lehrerwohnung im Obergeschoss, erhielt das Dorf allerdings erst 1837/38. Es handelt sich um einen charakteristischen klassizistischen Schulbau, wie er in vielen Dörfer im Großherzogtum Baden errichtet wurde und steht mit seiner einfachen und strengen Gestaltung noch deutlich in der Nachfolge der Bauschule Friedrich Weinbrenners. Das Gebäude ist wichtiges Zeugnis der Orts-, Bau- und Bildungsgeschichte Welschingens in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. |
102782723 | ||
| Altes kath. Pfarrhaus (seit 1974 privates Wohnhaus) | Turmstraße 33 (Karte) |
Massives verputztes Quereinhaus mit Satteldach, zweigeschossiger Wohnteil mit Ecklisenen, traufseitige Erschließung, Tenneneinfahrt mit Rundbogen; Garten und Baumwiese mit Einfriedungsmauer aus Bruchstein, erbaut nach Entwürfen des fürstenbergischen Baumeisters Franz Josef Salzmann, 1759 bis 1761 (a)
Die Anlage von Pfarrhaus und zugehörigem Pfarrgarten mit Baumwiese veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eines katholischen Landgeistlichen in der Frühen Neuzeit. Bemerkenswerter Weise wurde das Pfarrhaus als traditionelles bäuerliches Quereinhaus entworfen und illustriert so die Nebenerwerbslandwirtschaft des Pfarrers. Verantwortlich für die Planung des Gebäudes war der vielbeschäftigte und für das Bauschaffen des Spätbarock im Fürstentum Fürstenberg bedeutende Baumeister Franz Joseph Salzmann (1724 bis 1786), denn den Pfarrsatz und damit die Baulast der geistlichen Gebäude am Ort hatte die Landesherrschaft der Grafen/Fürsten von Fürstenberg zu tragen. Der Pfarrhof ist damit wichtiges Zeugnis für die Geschichte des Ortes und der Pfarrei, die seit 1519 besteht. Er illustriert dabei auch die umfassende Tätigkeit eines landesherrlichen Baubeamten im 18. Jahrhundert. |
102782832 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Jakobus d. Ä. | Turmstraße 40 (Karte) |
Bis 1806 Unserer Lieben Faru vom Berge Karmel, stattlicher verputzter Saalbau mit Satteldach, eingezogener Rechteckchor mit Satteldach, mittiger Frontturm im Westen mit rundbogigen Biforien und Treppengiebeln, hier figürlicher und ornamentaler Bauschmuck in Form von Reliefs und Löwenkopf, im Süden Sakristeianbau, im Inneren flach gedeckt, Deckengemälde von Robert Rauch nach Entwurf von Baurat J. Hitzel, 1933 (a), im Chor, auf südl. und nördl. Langhauswand Reste von Wandmalereien, um 1350, um 1400 bis 1410 und 1500, Farbverglasung der Glasmalerei-Werkstätte Lütz & Elmpt, Konstanz, 1934, historische Ausstattung, Kirche errichtet zwischen 1200 und 1250, Turmerhöhung um 1500, Umbau 18. Jahrhundert, wohl ab 1793, Verlegung der Sakristei auf die Südseite durch Architekt Schwarzwälder, 1850/51 (a), Einbau Erdgeschosszugang in Turm, 1877/78, Erweiterung der Sakristei nach Entwurf des Erzbischöflichen Bauamtes Konstanz, 1908 (a), Anlage Heizungskeller darunter, 1911 (a), umfassende Erneuerung und Erweiterung des Langhauses um eine Achse nach Osten unter Kürzung des Chores nach Entwurf von Baurat J. Hitzel, 1932 bis 1934 (a); Kirchhof, umfasst von Einfriedungsmauer mit geböschten Pfeilern, im Kern spätmittelalterliche, Reparaturen 1896 und 1898 (a); auf dem Kirchhof zwischen Sakristei und Langhaus Lourdesgrotte, um 1910
Die alte Welschinger Kirche, die nach dem heutigen Baubefund in die Zeit um 1200/1250 zurückreicht, war ursprünglich Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel geweiht, seit 1806 Jakobus d. Ä. Sie hat jahrhundertelang durch die Wallfahrt „Mariä Schmerz vom guten Tod“ überörtliche Bedeutung besessen. Die 1451 genannte Bruderschaft des Einhorns ist im Zusammenhang mit der Marienverehrung zu sehen. Das Gnadenbild, eine heute in die neue Kirche überführte Pietá, stammt aus der Zeit um 1500. 1519 wurde Welschingen Sitz einer Pfarrei. Der Turm der Kirche war ursprünglich nur vom Kirchenschiff zugänglich und besaß vielleicht Wehrfunktion. Archaisch wirkende Reliefs an den Gebäudekanten des Untergeschosses sind nicht abschließend gedeutet: Reiter und Drache sind wohl als heiliger Georg zu lesen, dazu kommen Löwenkopf, Sonne, Mond und ein Neidkopf. Das Schiff hat im wesentlichen seine romanische Bausubstanz bewahrt und weist vor allem eine höchst beachtliche Ausmalung aus der Mitte des 14. Jahrhunderts im Chor und aus dem frühen 15. Jahrhundert bzw. der Zeit um 1500 im Langhaus auf, die 1976 entdeckt wurde. Im Chor erscheint die Darstellung eines knienden Ritters mit dem Wappen der Herren von Hewen, um 1350 - ein Verweis auf die Orts- und Patronatsherrschaft. Die überlieferte Ausmalung hat in der Region sowohl hinsichtlich ihrer Quantität wie ihrer Qualität eine hohe Wertigkeit. Im lauf des 18. bis 20. Jahrhunderts wurde die Welschinger Kirche mehrfach erneuert und umgebaut. Durchgreifend war die Erneuerung 1932 bis 1934 mit einer Erweiterung des Langhauses nach Osten unter Verkürzung des Chores. In diese Zeit datiert auch die heutige Innenraumausstattung. Die Ausmalung führte 1933 Robert Rauch aus Mimenhausen (unter Mitwirkung von Theobold Moriel aus Radolfzell) nach Entwurf von Baurat J. Hitzel aus. Große Fresken entstanden an der Chorrückwand als Gliederungssystem für die zum Teil von der barocken Ausstattung in den neuen Hochaltar übernommenen Skulpturen mit mittig einer Gloriole für das Kreuz. Für das große Deckenfresko im Langhaus ist ein mariologisches Programm mit Einhorn, das in der Geschichte der Marienverehrung in Welschingen seine besondere Verankerung hat, entwickelt worden. Für diese Malerei ist die gelängte expressionistische Figurenauffassung charakteristisch sowie für die Ausstattung insgesamt ein differenziert metallisch wirkende Blau-grün-gold-Fassung. Die metallische Wirkung beruht auf der hier angewandten Maltechnik, die zeitgenössisch, jedoch in Sakralräumen äußerst selten ist. Die Hohlkehlen wurden versilbert, die Wandvorlagen vergoldet und ähnlich mit den Ausstattungsstücken verfahren. Darüber wurde dann im Sprühverfahren eine matte Farbschicht aufgebracht. Gleichzeitig entstanden, ebenfalls nach Hitzels Entwurf, die farbigen Glasfenster, deren symbolische Bedeutung durch eingefügte Worte jeweils erklärt ist. Ausgeführt wurden sie von der Glasmalereiwerkstätte Lutz & Elmpt in Konstanz. Im gleichen Zeitraum wurden weite Teile der Ausstattung neu und damit insgesamt einer der ganz wenigen kirchlichen Innenräume der 1930er-Jahre im süddeutschen Raum geschaffen. Die alte Welschinger Pfarrkirche, Mittelpunkt der Pfarrgemeinde bis 1974, stellt mit dem zugehörigen Kirchhof und seiner Umfriedung das zentrale Zeugnis der Welschinger Orts- und Kirchengeschichte dar. Schon der romanische Bau, errichtet unter den Herren von Hewen, zeigte eine anspruchsvolle Gestaltung mit Bauskulptur. Die Kirche, die heute sowohl durch ihre herausragende mittelalterliche Substanz geprägt ist wie durch ihre einheitliche, eigenständige und anspruchsvolle Ausstattung der 1930er-Jahre gehört zu den herausragenden Zeugnissen des sakralen Architektur- und Kunstschaffens im nördlichen Hegau. |
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Weitere Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Welschingen mit dem Dorf Welschingen (⊙) sowie den Höfen Bleiche, Denklehof (⊙), Gefällhof (⊙), Rotenbühlerhof (⊙) und Talhof (⊙), die in der Denkmaldatenbank nicht eingetragen sind:
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
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| Kriegerdenkmal | Welschingen (Karte) |
Kriegerdenkmal neben der alten Kirche zu Welschingen | |||
| Wegkreuz | Welschingen (Karte) |
Wegkreuz am Mühlbach, westlich von Welschingen | |||
| Wegkreuz | Welschingen (Karte) |
Wegkreuz am Weg von der Haltestelle Welschingen-Neuhausen nach Neuhausen bei der Unterführung | |||
| Wegkreuz | Welschingen, westlicher Ortseingang (Karte) |
Wegkreuz am westlichen Ortseingang von Welschingen | |||
| Wegkreuz | Welschingen, Unterm Berg (Gewann) (Karte) |
Wegkreuz im Gewann „Unterm Berg“ südöstlich von Welschingen | |||
| Wegkreuz | Welschingen, Friedhof (vor) (Karte) |
Wegkreuz vor dem Friedhof von Welschingen | |||
| Wegkreuz | Welschingen, Friedhof (vor) (Karte) |
Wegkreuz vor dem Welschinger Friedhof |
Zimmerholz
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
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| Fünf Laufbrunnen im Ortsgebiet | Eduard-Ege-Straße 10/1, 13, 24, 30; Witternstraße 4 (Karte) |
Die beiden älteren mit Steintrögen und steinernen Stöcken, 1878 bzw. 1888 (i), die jüngeren mit Kunststeintrögen und gusseisernen Stöcken, 1892 (a)
Im Verlaufe der Zimmerholzer Hauptstraße haben sich insgesamt fünf5 Laufbrunnen erhalten, die ein anschauliches Zeugnis dörflicher Wasserversorgung zu Ende des 19. Jahrhunderts darstellen. Vom Erscheinungsbild her sind diese Brunnen zwei Aufstellungsphasen zuzuordnen: zwei mit rechteckigem Steintrog, steinernem Brunnenstock und seitlicher kleinerer Tiertränke sind mit G. Z. (= Gemeinde Zimmerholz) 1887 bzw. 1888 bezeichnet, die übrigen besitzen Kunststeinbecken mit schrägen, gefelderten Wandungen und abgeschrägten Ecken sowie eiserne Brunnenstöcken. Sie sind alle 1892 datiert. Sämtliche Brunnen erinnern mit ihren stattlich dimensionierten Trögen an ihre ehemalige Bestimmung als Viehtränke und besitzen in ihrem ortsbildprägenden Bestand einen u. a. kulturgeschichtlich aussagekräftigen Zeugniswert. |
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Weitere Bilder |
Kath. Filialkirche St. Georg und St. Ulrich | Sankt-Ulrich-Straße 1 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit Satteldach, eingezogener Polygonalchor, daran nördlich Sakristeianbau mit Pultdach, Westturm mit Satteldach und Treppengiebeln und kleinen Uhren-Zwerchgiebel, im Inneren (erneuerte) hölzerne Felderdecke mit Deckenbildern, Westempore, Langhauswände mit aufstuckierten Bildrahmen, Farbverglasung der Firma Lütz & Elmpt, Konstanz, 1929/30 (a), reiche historische Ausstattung, u.a. Hochaltar, 1710, mit Altarblatt von Franz Karl Bieg, 1780, Neubau an neuem Standort als Ersatz für ältere Kapelle, 1660 (a), Erneuerung und Sakristeianbau durch Maurermeister Friedrich Rief, 1837 bis 1841 (a), Vergrößerung Empore 1845 (a)
Die katholische Kirche St. Georg und St. Sebastian in Zimmerholz, seit Alters ein Filial von Engen, tradiert in ihrer Grundrissform und mit dem von Treppengiebeln bekrönten Turm die für die Region charakteristische Form spätgotischer Dorfkirchen in die Zeit des Frühbarock nach dem dreißigjährigen Krieg. Sie setzt mit ihrer erhöhten Lage den markanten, prägenden Akzent im Ortsbild. In seltener Vollständigkeit blieb im inneren eine Ausstattung des späteren 17. und frühen 18. Jahrhunderts erhalten. Den Höhepunkt stellt hier der hochbarocke Hochaltar von 1710 mit dem 1780 vom vielbeschäftigten Engener Maler Franz Karl Bieg geschaffenen Altarblatt dar, das den heiligen Bischof Ulrich von Augsburg vor der Ungarnschalcht auf dem Lechfeld zeigt. Der ohne nennenswerte Störungen überlieferte Bau ist ein aussagekräftiges Beispiel einer traditioneller Formensprache verpflichteten Dorfkirche aus der Zeit der Gegenreformation und besitzt neben ihrem Bezug zur Ortsgeschichte und Baugeschichte von Zimmerholz auch typologisch-architekturgeschichtliche Bedeutung. |
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Weitere Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Zimmerholz mit dem Dorf Zimmerholz (⊙) sowie den Höfen Eichenweghof, Neubrunnerhof und Schanzengrundhof, die in der Denkmaldatenbank nicht verzeichnet sind:
Anmerkungen
- Diese Liste entspricht möglicherweise nicht dem aktuellen Stand der offiziellen Denkmalliste. Diese kann über die zuständigen Behörden eingesehen werden. Daher garantiert das Vorhandensein oder Fehlen eines Bauwerks oder Ensembles in dieser Liste nicht, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein eingetragenes Denkmal ist oder nicht. Eine verbindliche Auskunft erteilt das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg.