Menslage

Gemeinde im Landkreis Osnabrück in Niedersachsen From Wikipedia, the free encyclopedia

Menslage ist eine Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Artland im Norden des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen und liegt im Artland als Teil des Erholungsgebiets Hasetal.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Menslage
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Menslage hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 52° 40′ N,  49′ O
Bundesland:Niedersachsen
Landkreis: Osnabrück
Samtgemeinde: Artland
Höhe: 23 m ü. NHN
Fläche: 65,23 km²
Einwohner: 2318 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49637
Vorwahlen: 05437, 05431, 05436
Kfz-Kennzeichen: OS, BSB, MEL, WTL
Gemeindeschlüssel: 03 4 59 025
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 14
49637 Menslage
Website: www.menslage.de
Bürgermeisterin: Doris Schmidt (SPD)
Lage der Gemeinde Menslage im Landkreis Osnabrück
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Ortsteile Menslage
Ortsplan
Kirchwinkel

Zum Kirchspiel Menslage gehören die Bauerschaften Andorf, Borg, Bottorf, Hahlen, Hahnenmoor, Herbergen, Klein Mimmelage, Renslage, Schandorf, Wasserhausen und Wierup.

Gemeindegliederung und Nachbargemeinden

Gemeindegliederung

Menslage besteht aus den 1972 eingemeindeten ehemaligen Gemeinden:

  • Menslage
  • Andorf
  • Borg
  • Bottorf
  • Hahlen
  • Hahnenmoor
  • Herbergen
  • Klein Mimmelage
  • Renslage
  • Schandorf
  • Wasserhausen
  • Wierup

Nachbargemeinden

Menslage grenzt im Osten an Quakenbrück und Badbergen, im Süden an Nortrup, Kettenkamp, Eggermühlen und Berge, im Westen an Herzlake (Landkreis Emsland) sowie im Norden an Löningen und Essen (Oldenburg) (beide Landkreis Cloppenburg).

Geografie

Geografische Lage

Menslage liegt im Norden des Artlands am Übergang zum Oldenburger Münsterland. Die Kleine Hase durchfließt das Gemeindegebiet von Osten nach Westen und ist westlich des Gemeindeteils Menslage als Hahnenmoorkanal kanalisiert.

Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete

Das Gemeindegebiet von Menslage gehört hydrologisch zum Einzugsgebiet der Hase und damit zum Flusssystem der Ems.

Ein zentrales Gewässer ist die Kleine Hase, die bei Quakenbrück über das Schützenhofwehr abgeleitet wird und bei Menslage in den Hahnenmoorkanal mündet. Die Kleine Hase hat eine Lauflänge von etwa 24 km in diesem Abschnitt (Kleine Hase / Hahnenmoorkanal). Der Wasserabfluss der Kleinen Hase wird durch das Schützenhofwehr maßgeblich beeinflusst: Steuerung des Durchflusses und Teilung des Wassers in unterschiedliche Kanäle sind historisch gewachsen. Das Gewässersystem wurde stark verändert: früher verlief die Kleine Hase anders, heute wurden Flussbettverlegungen und Abklemmen alter Verläufe vorgenommen (z. B. ursprüngliche Mündung in die Große Hase).[2]

Das Naturschutzgebiet Hahlener Moor (NSG WE 168)[3] liegt teilweise im Gebiet der Gemeinde Menslage und ist Teil des FFH-Gebiets „Hahnenmoor, Hahlener Moor, Suddenmoor“. Die Moorlandschaft umfasst etwa 300 Hektar und stellt trotz früherer Entwässerung und Nutzung einen ökologisch wertvollen Lebensraum sowie einen der wenigen verbliebenen Moorreste der Region dar.

Das Naturschutzgebiet Hahnenmoor (NSG WE 054)[4] ist ein größeres Moorgebiet, das sich über die Landkreise Osnabrück und Emsland erstreckt. Es war historisch prägend für die regionalen Moorlandschaften und beeinflusste unter anderem die Hydrologie des Quakenbrücker Beckens. Heute sind dort noch Moorreste erhalten, wenngleich große Teile durch menschliche Eingriffe verändert wurden.

Im Flurbereinigungsverfahren „Menslage-Hahlen“ werden entwässerte Moor- und Niederungsflächen dokumentiert, darunter ehemalige Moorwälder sowie Nieder- und Übergangsmoore. Viele dieser Flächen werden heute landwirtschaftlich genutzt. Die ursprüngliche Moorvegetation ist größtenteils verloren gegangen und nur noch in Resten vorhanden.

Menslage ist von Fluss- und Moorlandschaften geprägt. Historisch entwässerte und landwirtschaftlich genutzte Flächen haben den natürlichen Wasserhaushalt stark verändert, was zu abgesenktem Grundwasserspiegel, Nährstoffbelastung und instabilen Abflussverhältnissen führt. Ökologisch sind die naturnahen Moorflächen stark fragmentiert, wodurch spezialisierte Pflanzen- und Tierarten bedroht sind und degradierte Torfböden CO₂ freisetzen. Renaturierungsmaßnahmen sind technisch anspruchsvoll und stehen oft im Zielkonflikt mit landwirtschaftlicher Nutzung.[5][6][7][8]

Das Hase-Binnendelta des Artlands

Untergrundverhältnisse

Menslage gehört geologisch zum Norddeutschen Tiefland. Der Untergrund besteht in den oberen Schichten überwiegend aus Sand, feinkörnigen Sedimenten und Moorböden, die eine hohe Wasserspeicherfähigkeit aufweisen. Darunter folgen festere Schichten aus Ton und Mergel. In größerer Tiefe treten stellenweise salz- und tonhaltige Gesteine auf, die geologisch untersucht wurden.

Das Grundwasser liegt aufgrund des gut durchlässigen Untergrunds vergleichsweise oberflächennah: In tiefer gelegenen Bereichen oft bereits in einer Tiefe von etwa 1 bis 3 m, in höher gelegenen Gebieten meist zwischen 5 und 10 m. Die Region gilt insgesamt als grundwasserreich, wobei das oberflächennahe Grundwasser grundsätzlich anfällig für Verunreinigungen ist. Wirtschaftlich bedeutsame Rohstoffvorkommen sind in der Region jedoch nicht in größerem Umfang vorhanden.[9]

Klima

Gemäßigtes Seeklima beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Menslage 8,5–9,0 °C und es fallen ca. 700 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20–25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Geschichte

Menslage wurde 1188 erstmals als Mencelage erwähnt.[10] Im Jahr darauf fanden sich die Schreibweisen Menkelage oder Mencelaghe und um 1350 Menslaghe; seit 1442 ist die heutige Schreibweise üblich. Die Namensherkunft unterliegt verschiedenen Deutungen. Während man zunächst annahm, Menslage bedeute eine mit Minze bewachsene Niederung, was im feuchten und fruchtbaren Urstromtal der Hase durchaus denkbar wäre, geht man heute davon aus, dass der Name mit dem Meyerhof zu Menslage zu tun hat, der noch heute existiert und vermutlich aus einem um 800 erbauten fränkischen Königs- oder Wehrhof entstanden ist.

Möglicherweise waren die ersten Bewohner „Menken“ oder „Mensken“ – wie früher Mönche genannt wurden – und dass man ihre Behausung Menkelage nannte, woraus sich Menslage entwickelt haben könnte. Nachgewiesen ist jedenfalls, dass zur Zeit Karls des Großen Mönche beim Bau dieses Meyerhofes sowie eines Heerlagers im heutigen Ortsteil Herbergen tätig waren.

Eine weitere Deutung bezieht sich schließlich auf das Ministerialengeschlecht derer zu Menslage, das zur Dienstmannschaft der Grafen Otto und Johann von Oldenburg gehörte, denen wiederum besagter Meyerhof um 1245 gehörte und die auf dem weitläufigen Grund des Meyerhofs ein Zisterzienserkloster stifteten, das zunächst den Namen „Rosenthal“ trug und 1252 von Menslage in den Börsteler Wald zog und aus dem wiederum das heutige, freiweltliche Damenstift Börstel hervorging. Die erste Kunde über einen Besitzer des Meyerhofes bringt eine Quakenbrücker Urkunde aus dem Jahre 1486, worin ein Meyer tho Menslage genannt wird – eventuell ein Mitglied dieses Ministerialengeschlechts.

Die Marienkirche in der Ortsmitte wurde 1247 von den Grafen zu Oldenburg auf Erlaubnis des Abts des Klosters Corvey gegründet. Damit erfolgte die Abpfarrung von der Mutterkirche in Löningen und das Kirchspiel Menslage war entstanden. Die im frühgotischen Stil aus Raseneisenstein erbaute Kirche wurde zunächst ohne Turm errichtet, der erst 1579 nachträglich angebaut wurde und für den Ueffelner Sandstein verwendet wurde. Rund um den an der Nordseite der Kirche gelegenen Friedhof wurden Speicher aus Felssteinen errichtet, die von der Bevölkerung zur Getreidelagerung genutzt wurde. So entstand ein abgeschlossener Platz, der nur durch zwei Eingänge zugänglich war: Die Andorfer und die Herberger Pforte. Bei Kriegsgefahr retteten sich die Einwohner an diesen gesicherten Platz. Mit der Zeit verloren die Speicher ihre Bedeutung, weil die Bauern es vorzogen, das wertvolle Getreide an sicheren Plätzen auf ihren eigenen Höfen zu lagern; einer der alten Speicher wurde zum Ratsspeicher umgebaut, in dem künftig der Kirchenvorstand tagte und aus den anderen entstanden Wohn- und Arbeitsräume, hauptsächlich Werkstätten der Kirchhöfer und Wördener.

Am Nachmittag des 15. September 1852 wurde der Bauerschaften Schandorf und Herbergen sowie der heutige Bippener Ortsteil Ohrte von einer Windhose heimgesucht.[11]

Bis zum 30. Juni 1972 gehörten Menslage und alle Ortsteile dem Landkreis Bersenbrück an und gelangten nach dessen Auflösung zum neuen Landkreis Osnabrück.

Einwohnerentwicklung

Bevölkerungsentwicklung in Menslage seit 1987

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Menslage im jeweiligen Gebietsstand und jeweils am 31. Dezember.

Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[12] auf der Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.

Bei den Angaben aus den Jahren 1961 (6. Juni) und 1970 (27. Mai) handelt es sich um die jeweiligen Volkszählungsergebnisse.[13]

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
19612965
19702905
19872434
19902433
19952693
20002649
20052546
20102509
20112534
20152462
20172441
20182418
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Kultur und Sehenswürdigkeiten

Religion

Die Bevölkerung der Gemeinde ist überwiegend traditionell evangelisch geprägt. Im Zentrum der Gemeinde befindet sich die evangelisch-lutherische Kirche St. Marien.[14]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat gegenwärtig 13 Mitglieder. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 2.001 und 3.000 Einwohnern.[15] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.

Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996.

Weitere Informationen Rat der Gemeinde Menslage: Wahlergebnisse und Gemeinderäte, SPD ...
Rat der Gemeinde Menslage: Wahlergebnisse und Gemeinderäte
SPD CDU GRÜNE FDP Einzel-
bewerber
1
Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode %Mandate%Mandate %Mandate %Mandate % Mandate %Gesamtanzahl der Sitze im Rat %
2021–2026 52,2 7 29,2 4 10,9 1 7,7 1 100 13 63,23
2016–2021 44,3 6 34,6 4 8,9 1 5,8 1 6,7 1 100 13 63,46
2011–2016 53,97 32,94 7,61 5,61 100 13 65,05
2006–2011 43,05 47,56 5,01 4,61 100 13 69,3
2001–2006 47,56 44,07 3,60 4,90 100 13 68,0
1996–2001 53,18 33,75 6,60 6,60 100 13 69,5
Prozentanteile gerundet.
Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[16], Landkreis Osnabrück[17][18].
Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet,
da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.

___________________________
1 2016: Eckelt
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Bürgermeister

  • seit 2020 Doris Schmidt (SPD)[19]
  • 2011–2020 Jürgen Kruse (SPD)
  • 2010–2011 Max Eckelt (CDU)
  • 2001–2010 Dirk Kopmeyer (CDU)[20]
  • 1992–2001 Werner Osing (SPD)[21]
  • 19??–1992 Dieter See (SPD)

Wappen und Banner

Banner der Gemeinde
Wappen der Gemeinde Menslage
Wappen der Gemeinde Menslage
Blasonierung: „Von Rot und Silber (Weiß) im Wellenschnitt gespalten, darin in verwechselten Farben vorn ein linksgewendeter Drache ohne Flügel und Klauen, hinten eine Rose mit silbernem (weißem) Butzen.“[22]
Wappenbegründung: Das von Ulf-Dietrich Korn entworfene Wappen wurde 1983 vom Landkreis Osnabrück verliehen. „Artländer Drache“, Wellenteilung und Farben sind dem Wappen der Samtgemeinde entlehnt. Der Wellenschnitt symbolisiert zudem den Wasserreichtum der Gemeinde. Die Rose geht zurück auf das Wappenbild der Herren von Darlage, welche in Hahlen und Herbergen ansässig waren, 1188 erstmals urkundlich erwähnt wurden und 1408 mit Adelheid von Menslage erloschen. Sie hatten das Gogericht Menslage als tecklenburgisches Lehen inne. Über sie kam das Kirchspiel Menslage im 14. Jahrhundert zum Bistum Osnabrück.
Bannerbeschreibung
„Das Banner ist gespalten von Weiß und Rot mit dem aufgelegten Wappen in der Mitte des Tuches. Die Hauptsatzung gibt folgende ungenaue Beschreibung: Die Gemeinde führt eine Flagge. Das hochrechteckige Tuch ist von Weiß und Rot senkrecht geteilt und mittig mit dem Wappen belegt.“

Städtepartnerschaften

Verkehr

Menslage war von 1904 bis 1952 an die Kleinbahn Lingen–Berge–Quakenbrück angeschlossen.

Die Busse der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück stellen im Stundentakt eine Anbindung her von Menslage nach Quakenbrück zum Bahnhof (mit Zuganschluss nach Osnabrück und Oldenburg) sowie nach Fürstenau.

Der Ort liegt an der Ferienstraße Artland-Route.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Johann Hermann Möhlenkamp (1836 in die USA ausgewandert), Urururgroßvater von Taylor Swift[23]
  • Bernhard Möllmann (* 10. September 1832; † 30. Dezember 1897), Politiker, Oberbürgermeister von Osnabrück, Mitglied des Preußischen Herrenhauses
  • Gustav Möllmann (* 8. Februar 1851; † 20. Januar 1919), Apotheker und Botaniker
  • Friedrich Wachhorst de Wente (* 23. Februar 1863 in Bottorf; † 16. Februar 1939 in Groß Mimmelage), Politiker DDP bzw. Deutsche Staatspartei.
  • Margarete zur Bentlage (* 24. März 1891; † 16. Februar 1954 in Garmisch-Partenkirchen), Schriftstellerin

Literatur

  • Erich Wobbe: 800 Jahre Menslage im Artland. In: Osnabrücker Land. Heimat-Jahrbuch. 1988, ISSN 0171-2136, S. 38–44.

Einzelnachweise

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