Metrolinie 3 (Athen)
U-Bahnlinie in Athen
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Die Metrolinie 3 ist eine Linie der Metro Athen. Aufgrund ihrer Linienkennfarbe wird sie auch als „μπλε γραμμή“ („Blaue Linie“) bezeichnet. Ihr erster Abschnitt wurde am 28. Januar 2000 eröffnet. Die meisten Züge der Linie 3 beginnen oder enden in Doukissis Plakentias; ein Zug zum Flughafen fährt alle 36 Minuten und nutzt den Teil der Strecke gemeinsam mit der Vorortbahn von Athen. Mit einer Länge von 47,3 Kilometern ist Linie 3 die längste Linie des Systems.
| Streckenlänge: | 47,3 km |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Eröffnung: | 2000 |
| Stationen: | 27 |
| Streckengeschwindigkeit: | 80 km/h |
| Endstationen: | Dimotiko Theatro Diethnis Aerolimenas Athinon |
| Betreiber: | Elliniko Metro |
Verlauf

Die Linie beginnt im Westen in Piräus und verläuft zunächst nach Norden bis Egaleo. Von dort wendet sie sich nach Osten, unterquert das Stadtzentrum und schwenkt anschließend nach Nordosten. In einem weiten Bogen folgt sie den nördlichen Ausläufern des Pentelikon, bevor sie schließlich in südöstlicher Richtung zum Athener Flughafen weiterführt.
Der Streckenabschnitt von Piräus bis Doukissis Plakentias verläuft vollständig unterirdisch. Ab Doukissis Plakentias verläuft die Linie oberirdisch weiter bis zum Flughafen Athen. Der Abschnitt, der gemeinsam mit der Vorortbahn genutzt wird, liegt in der Mitteltrasse der Autobahnen A6 und A64.
Die Fahrtzeit für die gesamte Strecke zwischen den beiden Endstationen wird mit 59 Minuten angegeben.[1]
Geschichte
Die Anfänge und frühe Planung
Die Bestrebungen zur Erweiterung der Athener U-Bahn begannen bereits in den 1950er Jahren und wurden unter Ministerpräsident Georgios Papandreou in den 1960er Jahren intensiviert.[2] Unter der anschließenden Militärdiktatur wurde eine Studie beauftragt, die erstmals die Schaffung einer Linie vom Gebiet Elliniko nach Peristeri über das Zentrum Athens vorsah.[3]
Nach dem Sturz der Diktatur wurde 1977 nach einem internationalen Wettbewerb eine Vorstudie für die Planung eines U-Bahn-Netzes in Auftrag gegeben. Diese Studie bildete die Grundlage für die spätere Errichtung des Netzes in den 2000er Jahren. Sie schlug die Schaffung von zwei neuen Linien vor. Die PASOK-Regierung, die das Erweiterungsprojekt während ihrer ersten Amtszeit ab 1981 ausgesetzt hatte, nahm die Pläne für die U-Bahn 1985 wieder auf und integrierte sie in den neuen Stadtentwicklungsplan Athens, der im selben Jahr vorgestellt wurde.
Im Januar 1991 begann die Regierung der Nea Dimokratia das Ausschreibungsverfahren zur Vergabe des Auftrags für den Bau der neuen U-Bahn-Abschnitte.[4] Geplant war die Errichtung von zwei Linien mit einer Gesamtlänge von über 20 Kilometern und insgesamt 21 Stationen.
Die Projektleitung wurde von der damaligen Aufsichtsbehörde an die neu gegründete Aktiengesellschaft, Attiko Metro, übertragen. Als Auftragnehmer wurde im Juni 1991 das Konsortium „Olympic Metro“ ausgewählt.
Beginn der Bauarbeiten
Die ursprüngliche Bauphase der Athener Metro begann im November 1992, als die Tunnelbohrmaschinen ihre Arbeit aufnahmen. Die Strecke wurde nicht als ein einheitliches Projekt fertiggestellt, sondern in mehreren Abschnitten eröffnet. Bereits 1997 wurde angekündigt, dass die Linie 3 im Dezember 1999 in Betrieb genommen werden sollten. Im Mai 1999 begannen die Testfahrten der Züge, und gleichzeitig wurde bestätigt, dass die Linie Ende Dezember 1999 eröffnet werden sollte. Allerdings führte ein unerwartetes technisches Problem im Stromversorgungssystem Mitte Dezember zu einer Verschiebung der Eröffnung um einen Monat. Die Inbetriebnahme erfolgte schließlich am 28. Januar 2000, gleichzeitig mit der Eröffnung der Linie 2.
Am 28. Januar 2000 wurde der erste Abschnitt der Linie 3 zwischen Syntagma und Ethniki Amyna übergeben.[5] Die Verlängerung nach Monastiraki folgte drei Jahre später, am 22. April 2003, mit einem 1,4 km langen Tunnel und der neuen Station Monastiraki, die unter dem Monastiraki-Platz errichtet wurde.[6] Die Station blieb vier Jahre lang die westliche Endstation der Linie. Die Verzögerung dieser Verlängerung resultierte aus Einwänden der Kirche: Man befürchtete, dass der Tunnel unter der Mitropoleos-Straße die Stabilität der Kathedrale von Athen gefährden könnte. 1995 überzeugte die Kirche den damaligen Minister Kostas Laliotis, den Verlauf zu ändern. Daraufhin wurde der Tunnel von der Mitropoleos-Straße auf die Ermou-Straße verlegt.[7] Der Bau der Station Kerameikos wurde ebenfalls verschoben, um das archäologische Areal des Kerameikos-Friedhofs zu schützen.[8] Im Juni 1996 wurde der Tunnel um 45 Meter versetzt, um die archäologische Stätte zu umgehen. Die Station Geoponiki auf der Iera Odos wurde als Folge ebenfalls neu positioniert.
Erste Erweiterungen nach Osten

Die Verlängerung zum Flughafen Athen war zunächst nicht vorgesehen.[9] Im September 1997, wenige Tage nach der Vergabe der Olympischen Spiele 2004 an Athen, erklärte der zuständige Staatssekretär, dass es keine Pläne gebe, die Metro bis zum neuen Flughafen in Spata zu führen. Zwei Gründe wurden damals genannt: Erstens sollten kurzfristige Änderungen nicht die Bodenwerte in den Mesogeia-Regionen zu stark beeinflussen, zweitens ging man davon aus, dass der Vorortbahn die Transportbedürfnisse abdecken könne. Bald erkannte das Ministerium jedoch die Notwendigkeit einer direkten Metroverbindung zum Flughafen und entschied sich, die neue Linie 3 in Teilen auf der Strecke der Vorortbahn zu führen.
Die erste Bauphase der Verlängerung umfasste die Stationen: Doukissis Plakentias, Stavros und Flughafen Athen. Die zweite Phase beinhaltete die Anpassung bestehender Vorortbahnstationen an den Metrobetrieb: Pallini, Paiania-Katza und Koropi. Diese Stationen waren zuvor nur für die Vorortbahn in Betrieb. Die dritte Phase der Erweiterung umfasste die Stationen Cholargos, Agia Paraskevi und Nomismatokopio im Abschnitt Ethniki Amyna – Chalandri.
Am 24. Juli 2004 wurde der Abschnitt Ethniki Amyna – Chalandri eröffnet. Vier Tage später, am 28. Juli 2004, folgte die Station Doukissis Plakentias. Am 30. Juli 2004 ging die Station am Athener Flughafen in Betrieb. Insgesamt wurden 5,6 km Tunnel gebaut und 20,7 km oberirdische Streckenabschnitte gemeinsam mit der Vorortbahn genutzt.[10] Auf dem Abschnitt Doukissis Plakentias – Flughafen verkehren nur Züge der zweiten Generation, da andere Züge keine Stromabnehmer für Wechselstrom besitzen. Im Juli 2006 wurden die Stationen Koropi und Paiania-Katza sowie im September Pallini in das Metro-Netz integriert.[11]
Die drei noch fehlenden Zwischenstationen der Linie wurden in der dritten Phase realisiert: Nomismatokopio und Cholargos hatten bereits beim Tunnelbau entsprechende Rohbauten, während Agia Paraskevi erst später errichtet werden konnte. Dafür musste die Verbindung zum Flughafen zwischen Februar und September 2009 für 6,5 Monate unterbrochen werden, um den Tunnel an der entsprechenden Stelle abzureißen und den neuen Bahnhof zu errichten. Der Abschnitt Ethniki Amyna – Flughafen wurde Anfang September 2009 wieder eröffnet, Nomismatokopio am 2. September 2009, Cholargos am 23. Juli 2010 und schließlich Agia Paraskevi am 30. Dezember 2010.[12]
Westliche Erweiterung nach Piräus


Ab 2012 begannen die Bauarbeiten für die westliche Verlängerung der Linie 3 nach Dimotiko Theatro über Piräus, die am 10. Oktober 2022 abgeschlossen wurde.
Am 1. März 2012 wurde ein Vertrag zwischen Attiko Metro S.A. und einem Konsortium für den Bau der Verlängerung der Linie 3 von Haidari nach Piräus unterzeichnet. Die 7,6 km lange Strecke umfasst sechs Stationen. Die Verlängerung nach Nikaia im Jahr 2020 brachte die Gemeinden Korydallos und Nikaia in das Einzugsgebiet des Netzes, bedient täglich etwa 132.000 Fahrgäste[13] und verbindet nach Abschluss der Bauarbeiten 2022 den Hafen von Piräus, den größten Passagierhafen Europas, mit dem Flughafen Athen in nur einer Stunde. Die Fertigstellung der letzten drei Stationen erfolgte am 10. Oktober 2022.[14]
Zukünftige Erweiterungen
Verworfene Erweiterungen
Ursprünglich war nach Dimotiko Theatro eine weitere Station namens Evaggelistria geplant. Aufgrund örtlicher Einwände, insbesondere durch den Metropoliten von Piräus, wurde der Bau der Station am 10. November 2008 gestrichen.[16]
Es gab Pläne für eine Station zwischen Korydallos und Nikaia namens Perivolaki, die jedoch nicht umgesetzt wurden.
Für die Linie 3 war eine Zweigstrecke von Panormou nach Marousi vorgesehen.[17] Dieser Vorschlag wurde am 1. Dezember 2005 in die U-förmige Linie 4 integriert, da eine Zweigstrecke die Zugfrequenz auf beiden Abschnitten eingeschränkt hätte. Die geplante Zweigstrecke entsprach in etwa der heutigen Phase 2 der Linie 4.
Stationen
Die Linie 3 umfasst insgesamt 27 Stationen.
| Name | Gemeinde | Eröffnung | Umsteigemöglichkeiten |
|---|---|---|---|
| Dimotiko Theatro | Piräus | 10. Oktober 2022 | |
| Piräus | Piräus | 10. Oktober 2022 | |
| Maniatika | Piräus | 10. Oktober 2022 | |
| Nikaia | Nikea-Agios Ioannis Rendis | 7. Juli 2020 | |
| Korydallos | Korydallos | 7. Juli 2020 | |
| Agia Varvara | Agia Varvara | 7. Juli 2020 | |
| Agia Marina | Agia Varvara | 14. Dezember 2013 | |
| Egaleo | Egaleo | 26. Mai 2007 | |
| Eleonas | Egaleo | 26. Mai 2007 | |
| Kerameikos | Athen | 26. Mai 2007 | |
| Monastiraki | Athen | 22. April 2003 | |
| Syntagma | Athen | 28. Januar 2000 | |
| Evangelismos | Athen | 28. Januar 2000 | |
| Megaro Mousikis | Athen | 28. Januar 2000 | |
| Ambelokipi | Athen | 28. Januar 2000 | |
| Panormou | Athen | 28. Januar 2000 | |
| Katechaki | Athen | 28. Januar 2000 | |
| Ethniki Amyna | Athen, Papagos-Cholargos | 28. Januar 2000 | |
| Cholargos | Chalandri, Papagos-Cholargos | 23. Juli 2010 | |
| Nomismatokopio | Agia Paraskevi, Chalandri | 2. September 2009 | |
| Agia Paraskevi | Chalandri | 30. Dezember 2010 | |
| Chalandri | Chalandri | 24. Juli 2004 | |
| Doukissis Plakentias | Chalandri | 28. Juli 2004 | |
| Pallini | Pallini | September 2006 | |
| Paiania–Kantza | Peania | 10. Juli 2006 | |
| Koropi | Kropia | 10. Juli 2006 | |
| Diethnis Aerolimenas Athinon | Spata | 30. Juli 2004 |
Fahrzeuge
| Generation | Hersteller | Image | Passagiere | Seit |
|---|---|---|---|---|
| I | Siemens Mobility, Daimler-Benz, Alsthοm | 1.030 | 2000 | |
| II | Hanwha-Rotem, Mitsubishi Vapor, Knorr-Bremse | 1.062 | 2003 | |
| III | Hyundai Rotem, Siemens Mobility | 1.032 | 2014 |
Weblinks
- Offizielle Website der Stasy S.A. (Linien 1, 2, 3) (griechisch, englisch)
- Athen U-Bahn-Führer. Interaktiv U-bahn plan.


