Museo Vincenzo Vela
Museum in Mendrisio im Kanton Tessin, Schweiz
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Das Museo Vincenzo Vela (bis 2014 Museo Vela) ist ein Künstlermuseum in Ligornetto, einem Ortsteil von Mendrisio in der Schweiz, das primär dem Werk des Tessiner Bildhauers Vincenzo Vela gewidmet ist. Es ist das älteste öffentliche Museum des Kantons Tessin und verfügt über eine der bedeutendsten Skulpturensammlungen Europas. Im Schweizerischen Kulturgüterschutzinventar wird es als Objekt von nationaler Bedeutung geführt.
| Daten | |
|---|---|
| Ort | Via Lorenzo Vela 6 6853 Ligornetto |
| Art | |
| Architekt | Cipriano Aimetti und Isidoro Spinelli Mario Botta (Renovation) |
| Gründungsdatum | 1868 |
| Eröffnung | 26. September 1898 |
| Besucheranzahl (jährlich) | 4'310 (2024)[1] |
| Betreiber | |
| Leitung |
Antonia Nessi
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| Website | |
Geschichte
Baugeschichte
Vincenzo Vela war in den 1840er und 1850er Jahren in Norditalien als Bildhauer zu grossem Ruhm und einem beträchtlichen Vermögen gelangt. In den 1860er Jahren liess er in seinem Geburtsort Ligornetto eine herrschaftliche Residenz errichten, die zugleich als Atelier und Museum dienen sollte. Die ersten Pläne dafür erarbeitete Cipriano Aimetti, Architekt am savoyischen Hof, nach Velas Vorgaben zwischen 1862 und 1863 in Turin. Im März 1863 nahm sich Velas Freund, der Tessiner Isidoro Spinelli, des Projekts an. 1865 waren die Bauarbeiten abgeschlossen.[2][3] Die Familie Vela zog 1867 ein.[4]
Privatmuseum
Ab 1868 fungierte die Villa Vela als Privatmuseum und war für ein interessiertes Publikum geöffnet. Um 1880 verfassten Velas Gattin Sabina Vela-Dragoni und sein Sohn, der Maler Spartaco Vela, einen Ausstellungskatalog. Des grossen Andrangs wegen wurde ein Aufseher notwendig, für den 1881 das Pförtnerhaus im Chaletstil von Augusto Guidini gebaut wurde.[5] Nach Vincenzo Velas Tod 1891 ging die Villa an sein einziges Kind Spartaco über, der nur vier Jahre später, am 23. Juni 1895, ebenfalls verstarb. In seinem Testament vermachte er die Villa mit allen dazugehörigen Werken seines Vaters und von ihm selbst, die Gemäldesammlung, die Bibliothek und den Park dem Schweizer Staat, unter der Bedingung, dass man nichts davon verkaufe oder transferiere und das Haus der Öffentlichkeit zugänglich bleibe. Gemäss Spartaco Velas Wunsch sollte das Gebäude entweder als Museum oder als Schule «für das Gemeinwohl» verwendet werden. Dazu kamen das Inventar von Vincenzo Velas Atelier in Mailand und 10'000 Franken zur Ausstattung der Räumlichkeiten.[6][7] Noch hatte aber Vincenzo Velas Bruder, der Bildhauer Lorenzo Vela, Wohnrecht im Haus.[8]
Nationales Kunstmuseum

Lorenzo Vela starb am 10. Januar 1897 und vermachte seinen künstlerischen Nachlass ebenfalls dem Bund. Dieser liess das Haus renovieren und zum nationalen Kunstmuseum ausbauen.[8] Am 15. April 1897 nahm Bundesrat Eugène Ruffy die Liegenschaft persönlich in Augenschein.[9] Am 26. September 1898 genehmigte Bundesrat Adrien Lachenal die ausgeführten Arbeiten vor Ort und eröffnete das Museum.[10]
Zwischen 1997 und 2001 wurde das Haus nach Plänen von Mario Botta umgebaut.
Sammlung
Die Sammlung des Museo Vincenzo Vela umfasst rund 5000 Werke, die hauptsächlich aus den Nachlässen von Vincenzo, Spartaco und Lorenzo Vela stammen. Darunter befinden sich auch eine Sammlung zeitgenössischer Fotografien (eine der ältesten der Schweiz) und rund tausend Handzeichnungen Vincenzo Velas.
Skulpturen
Herzstück der Sammlung sind die Skulpturen und Plastiken aus Vincenzo Velas Nachlass, darunter Gipsmodelle von beinahe allen seinen bildhauerischen Arbeiten und Terrakotta- und Gipsbozzetti. Von Lorenzo Vela sind Gips- und Terrakottaplastiken zu sehen. Das Museum hat im Laufe der Zeit einige von Vincenzo Velas Marmorstatuen erworben. Durch Schenkungen kamen weitere Bildwerke, auch von Schülern und Mitarbeitern, hinzu.
- Vincenzo Vela: Das Morgengebet (1846)
- Vincenzo Vela: Porträt der kleinen Gräfin Leopoldina d’Adda mit Hund (1852–54)
- Vincenzo Vela: Die letzten Augenblicke Napoleons I. (1866)
- Vincenzo Vela: Die Opfer der Arbeit (1882)
Pinakothek
Nebst zahlreichen Gemälden und Entwürfen Spartaco Velas ist das Museum auch im Besitz der privaten Gemäldesammlungen der drei Erblasser. Sie bieten ein Panorama der norditalienischen Kunst der 1850er bis 1880er Jahre. Vertreten sind Maler des Risorgimento wie Francesco Hayez, Leone Eydoux, die Gebrüder Gerolamo und Domenico Induno und Eleuterio Pagliano und etwas jüngere Künstler wie Giuseppe Bertini, Mosè Bianchi und Giovanni Segantini.
- Francesco Hayez: Geflügelter Genius (1817)
- Gerolamo Induno: Die Wache (1851)
- Eleuterio Pagliano: Die Kameliendame (1852)
- Domenico Induno: Marketenderin, bewegt vor einem Kreuz stehend (1853)
- Leone Eydoux: Die Genesende (1857)
- Adolfo Feragutti Visconti: Weiblicher Kopf (1873–1876)
- Giovanni Segantini: Landschaft mit Schafen (1881)
- Spartaco Vela: Rizpa wacht bei den Leichnamen ihrer Söhne (1881)
- Spartaco Vela: Frieden oder Die Madonna der Berge (ca. 1891)
Literatur
- Marc-Joachim Wasmer: Museo Vincenzo Vela in Ligornetto (= Schweizerische Kunstführer. Band 1070). GSK, Bern 1987, ISBN 3-85782-401-8.
- Gianna A. Mina (Hrsg.): Museo Vela. Le Collezioni. Scultura, pittura, grafica, fotografia. Cornèr, Lugano 2002, ISBN 978-3-85782401-2.
- Gianna A. Mina: Museo Vincenzo Vela. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 5. Juli 2022.