Museo Vincenzo Vela

Museum in Mendrisio im Kanton Tessin, Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Museo Vincenzo Vela (bis 2014 Museo Vela) ist ein Künstlermuseum in Ligornetto, einem Ortsteil von Mendrisio in der Schweiz, das primär dem Werk des Tessiner Bildhauers Vincenzo Vela gewidmet ist. Es ist das älteste öffentliche Museum des Kantons Tessin und verfügt über eine der bedeutendsten Skulpturensammlungen Europas. Im Schweizerischen Kulturgüterschutzinventar wird es als Objekt von nationaler Bedeutung geführt.

Schnelle Fakten Daten ...
Museo Vincenzo Vela
Daten
Ort Via Lorenzo Vela 6
6853 Ligornetto
Schweiz Schweiz
Art
Architekt Cipriano Aimetti und Isidoro Spinelli
Mario Botta (Renovation)
Gründungsdatum 1868
Eröffnung 26. September 1898
Besucheranzahl (jährlich) 4'310 (2024)[1]
Betreiber
Leitung
Antonia Nessi
Website
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Geschichte

Baugeschichte

Vincenzo Vela war in den 1840er und 1850er Jahren in Norditalien als Bildhauer zu grossem Ruhm und einem beträchtlichen Vermögen gelangt. In den 1860er Jahren liess er in seinem Geburtsort Ligornetto eine herrschaftliche Residenz errichten, die zugleich als Atelier und Museum dienen sollte. Die ersten Pläne dafür erarbeitete Cipriano Aimetti, Architekt am savoyischen Hof, nach Velas Vorgaben zwischen 1862 und 1863 in Turin. Im März 1863 nahm sich Velas Freund, der Tessiner Isidoro Spinelli, des Projekts an. 1865 waren die Bauarbeiten abgeschlossen.[2][3] Die Familie Vela zog 1867 ein.[4]

Privatmuseum

Ab 1868 fungierte die Villa Vela als Privatmuseum und war für ein interessiertes Publikum geöffnet. Um 1880 verfassten Velas Gattin Sabina Vela-Dragoni und sein Sohn, der Maler Spartaco Vela, einen Ausstellungskatalog. Des grossen Andrangs wegen wurde ein Aufseher notwendig, für den 1881 das Pförtnerhaus im Chaletstil von Augusto Guidini gebaut wurde.[5] Nach Vincenzo Velas Tod 1891 ging die Villa an sein einziges Kind Spartaco über, der nur vier Jahre später, am 23. Juni 1895, ebenfalls verstarb. In seinem Testament vermachte er die Villa mit allen dazugehörigen Werken seines Vaters und von ihm selbst, die Gemäldesammlung, die Bibliothek und den Park dem Schweizer Staat, unter der Bedingung, dass man nichts davon verkaufe oder transferiere und das Haus der Öffentlichkeit zugänglich bleibe. Gemäss Spartaco Velas Wunsch sollte das Gebäude entweder als Museum oder als Schule «für das Gemeinwohl» verwendet werden. Dazu kamen das Inventar von Vincenzo Velas Atelier in Mailand und 10'000 Franken zur Ausstattung der Räumlichkeiten.[6][7] Noch hatte aber Vincenzo Velas Bruder, der Bildhauer Lorenzo Vela, Wohnrecht im Haus.[8]

Nationales Kunstmuseum

Der zentrale Salon für die Modelle (Salone pei modelli)

Lorenzo Vela starb am 10. Januar 1897 und vermachte seinen künstlerischen Nachlass ebenfalls dem Bund. Dieser liess das Haus renovieren und zum nationalen Kunstmuseum ausbauen.[8] Am 15. April 1897 nahm Bundesrat Eugène Ruffy die Liegenschaft persönlich in Augenschein.[9] Am 26. September 1898 genehmigte Bundesrat Adrien Lachenal die ausgeführten Arbeiten vor Ort und eröffnete das Museum.[10]

Zwischen 1997 und 2001 wurde das Haus nach Plänen von Mario Botta umgebaut.

Sammlung

Die Sammlung des Museo Vincenzo Vela umfasst rund 5000 Werke, die hauptsächlich aus den Nachlässen von Vincenzo, Spartaco und Lorenzo Vela stammen. Darunter befinden sich auch eine Sammlung zeitgenössischer Fotografien (eine der ältesten der Schweiz) und rund tausend Handzeichnungen Vincenzo Velas.

Skulpturen

Herzstück der Sammlung sind die Skulpturen und Plastiken aus Vincenzo Velas Nachlass, darunter Gipsmodelle von beinahe allen seinen bildhauerischen Arbeiten und Terrakotta- und Gipsbozzetti. Von Lorenzo Vela sind Gips- und Terrakottaplastiken zu sehen. Das Museum hat im Laufe der Zeit einige von Vincenzo Velas Marmorstatuen erworben. Durch Schenkungen kamen weitere Bildwerke, auch von Schülern und Mitarbeitern, hinzu.

Pinakothek

Nebst zahlreichen Gemälden und Entwürfen Spartaco Velas ist das Museum auch im Besitz der privaten Gemäldesammlungen der drei Erblasser. Sie bieten ein Panorama der norditalienischen Kunst der 1850er bis 1880er Jahre. Vertreten sind Maler des Risorgimento wie Francesco Hayez, Leone Eydoux, die Gebrüder Gerolamo und Domenico Induno und Eleuterio Pagliano und etwas jüngere Künstler wie Giuseppe Bertini, Mosè Bianchi und Giovanni Segantini.

Literatur

Einzelnachweise

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