Nordwest-Washington-Synode
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Die Nordwest-Washington-Synode ist eine Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELCA). Sie umfasst die Counties östlich des Puget Sound im Bundesstaat Washington und wird (Stand 2/2026) von Bischöfin Shelley Bryan Wee geleitet.

Geschichte
Bis in die 1880er-Jahre hatten sich nur wenige Siedler im Pazifischen Nordwesten niedergelassen, doch mit dem Anschluss an die transkontinentalen Eisenbahnstrecken änderte sich dies und die Einwohnerzahl von Washington stieg rasant an. Unter diesen Siedlern waren viele deutsche und skandinavische Immigranten, die zu einem großen Teil den zahlreichen an ethnischen Linien getrennten lutherischen Synoden, die im Osten und im Mittleren Westen entstanden waren, angehörten. Unter den deutschsprachigen Synoden waren es vor allem die Missouri- und die Ohio-Synode, die viele Gemeinden in Washington gründeten und schon vor 1900 eigenständige Distrikte im Pazifischen Nordwesten einrichteten. Dabei war Missouri stärker im Westen, Ohio stärker im Osten des Bundesstaats vertreten. Die Norwegische Synode hatte bereits 1893 unter Bjug Harstad ihren Pazifik-Distrikt eingerichtet, auch die Schwedische Augustana-Synode und die finnische Suomi-Synode hatten viele Kirche in Washington vorzuweisen.[1]

Im Laufe des 20. Jahrhunderts vereinigten sich viele dieser nationalen Kirchen zu den großen Denominationen der Amerikanischen Lutherischen Kirche (ALC) und der Lutherischen Kirche in Amerika (LCA), wobei die ALC in Washington wesentlich stärker vertreten war. Die Missouri-Synode hatte sich an diesen Unionen nicht beteiligt, doch viele Gemeinden und Geistliche im Nordwesten gehörten dem liberalen Flügel der Synode an, der sich nach der Seminex-Kontroverse als AELC selbstständig machte. Aus diesen drei Kirchen entstand 1987 die ELCA, die sich geographisch ganz neu aufstellte und in Washington drei Regional-Synoden einrichtete. Erster Bischof der Nordwest-Washington-Synode wurde Lowell Knutson, der zuvor schon Bischof der ALC für den Pazifischen Nordwesten gewesen war.
Schon unter Knutson legte die Nordwest-Washington-Synode großen Wert auf die Inklusion von LGBT-Personen in das kirchliche Leben und gründete dazu auch die Open Door Ministries, obwohl die Gesamtkirche noch deutlich restriktivere Positionen zu diesem Thema vertrat. Die Synode unterstützt das Reconciling-in-Christ-Programm, das die historische Schuld der Kirche an der Unterdrückung sexueller Minderheiten anerkennt und sich für umfassende Gleichberechtigung in der lutherischen Kirche einsetzt. 2019 wurde mit Shelley Bryan Wee erstmals eine Bischöfin zum Oberhaupt der Synode gewählt.[2]
Seit 1998 unterhält die Synode partnerschaftliche Beziehungen zur Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland. Bis zum russischen Überfall auf die Ukraine gab es häufige Besuchsfahrten und theologische Kooperationen.[3] Die Synode arbeitet weiterhin eng mit anderen protestantischen Kirchen in der Region zusammen. So wird ein neu gewählter Bischof üblicherweise in der episkopalen St. Mark’s Cathedral ins Amt eingeführt.
Organisation und Struktur
Die Alaska-Synode umfasst 90 Gemeinden mit 25.307 Gemeindegliedern. Sie gliedert sich in zehn Konferenzen, denen jeweils ein Dekan vorsteht. Die Gemeinden werden von 305 Geistlichen und einer Reihe von Prädikanten betreut.[4]
Oberstes Organ der Synode ist die Synodalversammlung (synod assembly), die jährlich zusammenkommt. Sie wählt den Synodalrat (synod council), der die Geschäfte der Synode führt, sowie den Bischof als leitenden Geistlichen. Die Amtszeit des Bischofs ist auf sechs Jahre ausgelegt, wobei eine Wiederwahl möglich ist. Sitz der Büros der Synode ist die St. John United Lutheran Church in Seattle.[5]
Bischöfe
- 1988–1994 Lowell Knutson
- 1994–1995 Paul Bartling (ad interim)
- 1995–2001 Donald Maier
- 2001–2013 William Boerger
- 2013–2019 Brian Kirby Unti
- seit 2019 Shelley Bryan Wee
Weblinks
- Website der Nordwest-Washington-Synode