Reinswinden
Ortsteil der Gemeinde Geslau
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Reinswinden (früher auch Reinhartswinden genannt) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Geslau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).[2] Reinhartswinden liegt in der Gemarkung Schwabsroth.[3]
Reinswinden Gemeinde Geslau | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 21′ N, 10° 18′ O |
| Höhe: | 458 m ü. NHN |
| Einwohner: | 20 (25. Mai 1987)[1] |
| Postleitzahl: | 91608 |
| Vorwahl: | 09867 |
Reinswinden, Luftaufnahme (2016) | |
Geografie
Der Weiler liegt am südlichen Rand der Frankenhöhe. 0,5 km südwestlich liegt das Waldgebiet Seeschläge. Die Kreisstraße AN 7 führt nach Oberndorf (1 km südlich) bzw. nach Schwabsroth (0,8 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt die Staatsstraße 2250 kreuzend nach Gunzendorf (2 km nördlich).[4]
Geschichte
Aus dem Grundwort „–winden“ kann man schließen, dass der Ort zu den Wendensiedlungen zählt, die im Mittelalter von den Obrigkeiten in größerer Zahl planmäßig angelegt wurden.
Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1608 wurden für Reinswinden 6 Mannschaften verzeichnet: 2 Anwesen unterstanden dem Kastenamt Colmberg, 1 Anwesen Sebastian von Müssenlohe zu Burgthann, 2 Anwesen dem Spital der Reichsstadt Rothenburg und 1 Anwesen dem Juliusspital Würzburg. Das Hochgericht übte das Vogtamt Colmberg aus.[5] Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1681 wurden für Reinswinden ebenfalls 6 Mannschaften verzeichnet, jedoch mit veränderten grundherrschaftlichen Verhältnissen: 3 Anwesen unterstanden dem Kastenamt Colmberg, 2 Anwesen der Reichsstadt Rothenburg und 1 Anwesen der Herren von Crailsheim zu Rügland.[6]
Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Reinswinden 6 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Vogtamt Colmberg aus. Grundherren waren nach wie vor das Kastenamt Colmberg (1 Hof, 2 Köblergüter), das Rittergut Rügland (1 Hof) und die Reichsstadt Rothenburg (1 Hof, 1 Köblergut).[7] Es gab zu dieser Zeit 7 Untertansfamilien.[8][9] Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.[10]
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Reinswinden dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Schwabsroth und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Schwabsroth zugeordnet.[11] Am 1. Januar 1972 wurde Reinswinden im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Geslau eingemeindet.[10][12]
Ehemaliges Baudenkmal
- Haus Nr. 3: Wohnstallhaus von 1817 mit massivem Erdgeschoss und in Fachwerk aufgestocktem Wohnteil mit ansprechend proportioniertem Giebel. Am Keilstein der profilierten Türrahmung bezeichnet „1817“.[13]
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Kilian (Geslau) gepfarrt.[7] Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannis (Rothenburg ob der Tauber) gepfarrt.[23]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Reinhartswinden. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 466 (Digitalisat).
- Johann Kaspar Bundschuh: Reinswinden. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 467 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Reinzwind. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 363 (Digitalisat).
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Hans Karlmann Ramisch: Landkreis Rothenburg ob der Tauber (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 25). Deutscher Kunstverlag, München 1967, DNB 457879254, S. 89.
Weblinks
- Reinswinden in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 26. November 2021.
- Reinswinden in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 19. September 2019.
- Reinswinden im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 26. April 2025.
