Röslau

Gemeinde im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge in Bayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Röslau ist eine Gemeinde an der Porzellanstraße im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Regierungsbezirk Oberfranken). Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Röslau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Röslau hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 5′ N, 11° 58′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Wunsiedel im Fichtelgebirge
Höhe: 571 m ü. NHN
Fläche: 29,83 km²
Einwohner: 1991 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95195
Vorwahl: 09238
Kfz-Kennzeichen: WUN, MAK, REH, SEL
Gemeindeschlüssel: 09 4 79 145
Gemeindegliederung: 11 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
95195 Röslau
Website: www.roeslau.de
Erster Bürgermeister: Heiko Tröger (CSU)
Lage der Gemeinde Röslau im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge
KarteThiersteinSchönwaldNagel
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Geographie

Röslau von Norden

Röslau liegt auf 569 m ü. NHN im Tal der Eger an der Kreuzung der Staatsstraßen 2177 und 2180 und ist geografischer Mittelpunkt des Fichtelgebirges.[2][3]

Gemeindegliederung

Es gibt elf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[4][5]

Das Pfarrdorf Oberröslau, die Dörfer Ludwigsfeld und Unterröslau und die Einöde Schafhaus zählen zum Gemeindeteil Röslau.

Es gibt die Gemarkungen Bödlas, Dürnberg, Grün, Neudes (Gemarkungsteil 2) und Oberröslau.[6] Röslau liegt teils in der Gemarkung Oberröslau, teils in der Gemarkung Grün.[7]

Geschichte

Bis zur Gemeindefusion

Der Ort Rößlein wurde erstmals 1398 im Lehensbuch des Nürnberger Burggrafen Johann III. genannt. 1419 wurde Heinz von Lüchau mit dem Herrensitz belehnt. 1467 kam der Ort an die Herren von Reitzenstein; 1488 ging das Lehen an Wilhelm von Schirnding, der in der Folge den größten Teil von Röslau als Lehen besaß.

1651 wurde das Lehen Oberröslau Philipp von Waldenfels zugesprochen. 1754 erfolgte eine Teilung des Rittergutes Oberröslau, und Mitte des 19. Jahrhunderts kam es in bürgerlichen Besitz.

1826 entstand der Ort Ludwigsfeld, der im Jahre 1925 nach Oberröslau eingemeindet wurde.[8] Durch den Bau der Fichtelgebirgsbahn 1875–1877 siedelten sich bedeutende Industrien an. Von 1907 bis 2000 lag hier der Stammsitz des Porzellanherstellers Gebr. Winterling, und seit 1882 bis heute ist die Marke „Röslau“ ein Begriff für Musiksaiten (vor allem Klaviersaiten) und Federdraht.

Die Gemeinde Dürnberg wurde 1956 nach Oberröslau eingemeindet. Im Jahr 1963 wurde der Name der Gemeinde Grün amtlich in Unterröslau geändert.[8] Am 1. Januar 1966 erfolgte die freiwillige Zusammenlegung der Gemeinden Oberröslau und Unterröslau. Am 1. Mai 1967 wurde die Gemeinde Oberröslau nach Röslau umbenannt.[9]

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1978 Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Neudes eingegliedert.[10]

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 sank Röslaus Einwohnerzahl von 2734 auf 2146 um 588 Einwohner bzw. um 21,5 %.

Gemeinde Röslau

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 19701987200720102013201620192022
Einwohner 33232764238122662197212721262076
Häuser[11] 612736736750752
Quelle [12][13][14][14][14][14][15][15]
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Ort Röslau

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 19701987
Einwohner 28542319
Häuser[11] 604
Quelle [12][13]
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Politik

Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist Heiko Tröger (CSU), der sich bei der Wahl am 8. Oktober 2023 mit 62,38 % gegen den Amtsinhaber und einen weiteren Kandidaten durchsetzte. Sein unterlegener Vorgänger Torsten Gebhardt (SPD) erreichte 32,32 %.

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 14 Mitgliedern (Wahlperiode 2026–2032):

   
Insgesamt 14 Sitze

Wahlperiode 2020–2026

Wahlperiode 2014–2020

Wappen und Flagge

Wappen
Wappen Gde. Röslau
Wappen Gde. Röslau
Blasonierung: „In Blau auf goldenem Dreiberg ein steigendes silbernes Einhorn.“[16]
Wappenbegründung: Seit 1967 führt Röslau dasselbe Wappen, das Oberröslau im Jahre 1928 erhielt. Die ehemalige Herrschaft der Herren von Waldenfels wird durch das Einhorn symbolisiert; der Dreiberg verweist auf die Lage im Fichtelgebirge.
Flagge

Die Gemeindeflagge ist weiß-blau-gelb gestreift mit aufgelegtem Wappen.[17]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

Röslau ist Sitz der Stahl- und Drahtwerk Röslau GmbH, eines Herstellers von Federstahldraht und Marktführer von Musiksaiten für Flügel und Klaviere.[20] Im Jahr 2001 wurde die Firma Druckfederntechnik Röslau (DFTR) in Gebäuden der ehemaligen Porzellanfabrik der Gebr. Winterling gegründet, sie ist eine Niederlassung der Scherdel GmbH und beschäftigt derzeit über 200 Mitarbeiter.[21]

Windpark

2017 errichtete der Wiesbadener Projektentwickler ABO Wind in Röslau einen aus drei Anlagen des Typs GE Wind Energy 2.75-120 bestehenden Windpark mit jeweils 139 Meter Nabenhöhe und 2,75 Megawatt Nennleistung.[22] Während der Bauarbeiten siedelte sich im Umfeld des Windparks ein Seeadlerpärchen an. In der ARD-Sendung W wie Wissen vom 3. September 2016 wurde unter dem Titel „Wie gefährlich sind Windkraftanlagen für Vögel und Fledermäuse?“ kritisiert, dass der Windpark Rotmilane und seltene Seeadler gefährde.[23] Bereits im April 2016 hatten der BUND[24] und der Landesbund für Vogelschutz darauf aufmerksam gemacht: „Windpark Röslau bedroht ersten oberfränkischen Seeadler“ und solle deshalb nicht weiter gebaut werden.[25] Nach einem kurzen Baustopp nahm das Unternehmen trotz Anwesenheit der Seeadler den Bau des Windparks im August 2016 wieder auf.

Verkehr

Der Haltepunkt Röslau befindet sich an der Bahnstrecke Weiden–Oberkotzau. Die Staatsstraße 2177 führt über Brücklas nach Wunsiedel (5,1 km südlich) bzw. über Neudes nach Marktleuthen (5,2 km nördlich). Die Staatsstraße 2180 führt über Franken nach Bad Weißenstadt (7 km westlich) bzw. über Bernstein zur Anschlussstelle 11 der Bundesautobahn 93 (9 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Reicholdsgrün (4,8 km nördlich).[2]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Dietmar Herrmann, Helmut Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land. Lexikon. Ackermannverlag, Hof (Saale) 2000, ISBN 3-929364-18-2, Sp. 552 f.
  • Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel. 2. Auflage. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner GmbH, Hof (Saale) 1975, DNB 760334978, S. 187188.

Einzelnachweise

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