Sachbücher des Monats

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Die Liste Sachbücher des Monats ist ein undotierter Buchpreis, mit dem eine Jury seit 2007 monatlich (mit einer Unterbrechung von August bis November 2017) ausgewählte geistes- und sozialwissenschaftliche Neuerscheinungen des deutschsprachigen Buchmarkts auf einer Liste empfiehlt.

Hintergrund

In einem Punkteverfahren wurden in der Jury vorgeschlagene Bücher bewertet und die ersten zehn Plätze veröffentlicht. Zu den Büchern wurden kurze Kritiken geschrieben. Zusätzlich zu den zehn Büchern wurde monatlich wechselnd von einem der Juroren ein Buch mit einer besonderen persönlichen Empfehlung versehen. Die Veröffentlichung erfolgte in der Süddeutschen Zeitung, im Norddeutschen Rundfunk, Buchjournal, Börsenblatt und in Telepolis.

Die Liste und das Stimmabgabeverfahren wurde vom seinerzeitigen SZ-Redakteur Knud von Harbou und dem seinerzeitigen NDR-Redakteur Andreas Wang „erfunden“, die beiden Unternehmen Süddeutsche Zeitung und Norddeutscher Rundfunk wurden in der Öffentlichkeit als die Herausgeber der Liste wahrgenommen. Wang betreute die Liste auch nach seinem Ausscheiden beim NDR im Jahr 2010 weiterhin als Pensionär.

Das Nominierungsverfahren wurde im Juni 2017, nachdem Rolf Peter Sieferles Buch Finis Germania aus dem rechtsextremen Verlag Antaios auf Platz 9 platziert worden war, ausgesetzt.[1] Das Buch war auf die Liste gekommen, weil der Juror Johannes Saltzwedel (Der Spiegel) seine zwanzig Stimmpunkte nach eigenen Angaben in drei aufeinanderfolgenden Monaten jeweils auf dieses Buch kumuliert hatte.[2] NDR und Süddeutsche Zeitung schieden daraufhin endgültig aus dem Projekt aus.

Nach einer mehrmonatigen Pause wurde die Liste im Dezember 2017 mit einem geänderten Auswahlverfahren und Partnern aus den drei großen deutschsprachigen Ländern wieder aufgenommen. Die Themen der zu bewertenden Bücher wurden auf Natur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ausgedehnt, um ein größeres Spektrum gesellschaftlicher Probleme widerzuspiegeln. Weitergeführt wurde die Liste von der Welt, WDR 5, der Neuen Zürcher Zeitung und dem ORF-Kulturprogramm Österreich 1.[3]

ZDF, Deutschlandfunk und Die Zeit riefen bereits einen Monat zuvor eine eigene Sachbuch-Bestenliste ins Leben.[4]

Jury

Vor der Umstellung des Nominierungssystems

Im Juni 2017 bestand die Jury aus folgenden 26 Mitgliedern, von denen einige nach der Neustrukturierung Ende 2017 wieder dabei waren:[5]

Nach der Umstellung des Nominierungssystems

Der neuen Jury, deren Mitgliederzahl nicht festgelegt ist, gehörten Anfang 2020 an:[6]

Zusätzlich gibt es seit der Neuausrichtung Ende 2017 „Gastjuroren“, die mit „Besonderen Empfehlungen“ außerhalb der Liste mitwirken können.

Platz 1

[veraltet]

Siehe auch

  • Sachbuch-Bestenliste, eine weitere von ZDF, Zeit und Deutschlandfunk seit dem Herbst 2017 geführte Liste, aufgrund des Saltzwedel-Skandals entstanden

Literatur

  • Susanne Beyer: Menschenwerk. In eigener Sache. Die Empfehlung einer Essaysammlung mit rechtsradikalen Inhalten durch einen SPIEGEL-Redakteur bedarf einer Erklärung. In: Der Spiegel. Nr. 25, 2017, S. 126–128 (online).

Einzelnachweise

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