Schöffengrund

hessische Gemeinde im Lahn-Dill-Kreis From Wikipedia, the free encyclopedia

Schöffengrund ist eine Gemeinde im Lahn-Dill-Kreis in Hessen. Der Verwaltungssitz befindet sich im größten und zentral gelegenen Ortsteil Schwalbach.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Schöffengrund
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schöffengrund hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 30′ N,  28′ O
Bundesland:Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-Kreis
Höhe: 287 m ü. NHN
Fläche: 34,11 km²
Einwohner: 6590 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 193 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35641
Vorwahlen: 06445, 06085
Kfz-Kennzeichen: LDK, DIL, WZ
Gemeindeschlüssel: 06 5 32 018
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Neukirchener Straße 5
35641 Schöffengrund
Website: www.schoeffengrund.de
Bürgermeister: Michael Peller (parteilos)
Lage der Gemeinde Schöffengrund im Lahn-Dill-Kreis
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Geografie

Geografische Lage

Schöffengrund liegt nur wenige Kilometer südlich von Wetzlar und östlich von Braunfels im Naturpark Taunus.

Nachbargemeinden und -kreise

Schöffengrund grenzt im Norden an die Städte Solms und Wetzlar, im Osten an die Gemeinde Hüttenberg (alle drei im Lahn-Dill-Kreis), im Südosten an die Gemeinde Langgöns (Landkreis Gießen), im Süden an die Gemeinde Waldsolms sowie im Westen an die Stadt Braunfels (beide Lahn-Dill-Kreis).

Gliederung

Die Gemeinde besteht aus sechs ehemals eigenständigen Gemeinden als Ortsteilen, für die je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet wurde.[2]

Weitere Informationen Ortsteil, Fläche ...
OrtsteilFlächeEw.
1950
Ew.
1987
Ew.
2021
Laufdorf7,08 km²98714551605
Niederquembach3,44 km²489670761
Niederwetz6,50 km²7249451065
Oberquembach5,76 km²511652606
Oberwetz5,44 km²477573444
Schwalbach5,90 km²111514371896
Zusammen34,12 km²430357326577
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Geschichte

Gemeindebildung

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten die Gemeinden Laufdorf, Niederquembach, Niederwetz, Oberquembach, Oberwetz und Schwalbach zum 31. Dezember 1971 freiwillig zu einer neuen Gemeinde mit dem historischen Namen Schöffengrund.[3][4] Der Name Schöffengrund rührt von einem alten Gerichtsbezirk her, dem sogenannten „Quembacher Gericht“, das seine „Malstatt“ auf dem „Stein“ bei Oberquembach hatte. Hier trafen sich die „Schöffen“ aus angesehenen Familien der zum Landgericht gehörenden Dörfer zu den Tagungen des Landgerichts. Für die Ortsteile wurde per Hauptsatzung je ein Ortsbezirk errichtet.[5]

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

Schöffengrund: Einwohnerzahlen von 1973 bis 2020
Jahr  Einwohner
1973
 
5.402
1975
 
5.358
1980
 
5.476
1985
 
5.670
1990
 
6.020
1995
 
6.328
2000
 
6.469
2005
 
6.475
2010
 
6.250
2011
 
6.376
2015
 
6.415
2020
 
6.474
Quelle(n): Hessisches Statistisches Informationssystem[6]; Zensus 2011[7]

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Schöffengrund 6376 Einwohner. Nach dem Lebensalter waren 1074 Einwohner unter 18 Jahren, 2655 zwischen 18 und 49, 1452 zwischen 50 und 64 und 1197 Einwohner waren älter.[8] Unter den Einwohnern waren 189 (3,0 %) Ausländer, von denen 110 aus dem EU-Ausland, 50 aus anderen europäischen Ländern und 30 aus anderen Staaten kamen.[7] Die Einwohner lebten in 2825 Haushalten. Davon waren 606 Singlehaushalte, 801 Paare ohne Kinder und 954 Paare mit Kindern sowie 225 Alleinerziehende und 39 Wohngemeinschaften. In 489 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 1752 Haushaltungen leben keine Senioren.[8]

Religionszugehörigkeit

 1987:4197 evangelische (= 73,2 %), 1166 katholische (= 20,3 %), 253 sonstige (= 4,4 %) Einwohner[9]
 2011:3922 evangelische (= 61,5 %), 1183 katholische (= 18,6 %), 1271 sonstige (= 19,9 %) Einwohner[9]

Politik

Gemeindevertretung

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[10] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[11][12][13]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2021
    
Insgesamt 27 Sitze
Weitere Informationen Parteien und Wählergemeinschaften, % ...
Parteien und Wählergemeinschaften 2021 2016 2011 2006 2001
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
FWG Freie Wählergemeinschaft Schöffengrund 40,4 11 32,2 10 35,2 11 31,6 10 25,2 8
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 20,9 6 21,3 6 16,5 5 24,4 7 20,3 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 20,5 5 22,5 7 26,2 8 28,1 9 35,2 11
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 18,2 5 11,9 4 14,9 5 7,3 2 8,2 3
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft Schöffengrund 12,1 4 7,2 2 8,6 3 11,1 3
Gesamt 100,0 27 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 54,8 52,2 49,8 47,9 55,4
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Bürgermeister

Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Schöffengrund neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und sieben weitere Beigeordnete angehören.[14] Bürgermeister ist seit dem 1. März 2017 der parteiunabhängige Michael Peller.[15] Der Amtsvorgänger Hans-Peter Stock wechselte in seiner zweiten Amtszeit am 31. Dezember 2016 als hauptamtlicher Kreisbeigeordneter zum Landkreis Gießen. Danach leitete der Erste Beigeordnete Ulrich Patzwaldt (FWG) die Gemeindeverwaltung kommissarisch und die Wahl des neuen Bürgermeisters musste vorgezogen werden.[16] Michael Peller erhielt am 29. Januar 2017 im ersten Wahlgang bei 56,8 Prozent Wahlbeteiligung 58,6 Prozent der Stimmen. Es folgte eine Wiederwahl ohne Gegenkandidaten im September 2022.[17]

Amtszeiten der Bürgermeister[18]
  • 2017–2029 Michael Peller[15]
  • 2008–2016 Hans-Peter Stock[16]
  • 2002–2008 Norbert Schmitt (SPD)
  • 1984–2002 Stefan Rech (SPD)

Ortsbeiräte

Für alle eingegliederten ehemaligen Gemeinden wurde je ein Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung gebildet.[5] Die Ortsbezirke sind durch das Gebiet der ehemaligen Gemeinden abgegrenzt und bestehen je nach Ortsbezirksgröße aus drei bis fünf Mitgliedern. Die Wahl der Ortsbeiräte erfolgt im Rahmen der Kommunalwahlen. Der Ortsbeirat wählt eines seiner Mitglieder zum Ortsvorsteher bzw. zur Ortsvorsteherin.

Partnerschaften

Die Gemeinde Schöffengrund unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kulturdenkmäler in Schöffengrund

Naturdenkmäler in Schöffengrund

Verkehr

Über Buslinien der Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil ist Schöffengrund an den Bahnverkehr in Wetzlar (Dillstrecke Richtung Siegen und Fulda) und in Brandoberndorf (Bahnstrecke Friedrichsdorf–Albshausen Richtung Frankfurt/Main) angeschlossen.

Literatur

Einzelnachweise

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