Sky du Mont

deutscher Schauspieler und Autor From Wikipedia, the free encyclopedia

Sky du Mont (früher auch Dumont, eigentlich Marco Claudio Cayetano Neven du Mont; * 20. Mai 1947 in Buenos Aires, Argentinien) ist ein deutscher Schauspieler, Synchronsprecher und Autor.

Portrait Sky du Mont
Sky du Mont (2025)

Leben

Herkunft und Ausbildung

Sky du Mont stammt aus der Verlegerfamilie DuMont. Sein deutsch-russischer Vater, der Verleger Klaus Christian Bremme (1921–2013),[1][2] und seine englische Mutter Chiquita Neven du Mont (1921–2018),[3] eine Tochter des deutschen Journalisten Mark Neven DuMont, waren im Zweiten Weltkrieg vor den Nazis nach Argentinien geflohen.[4] Er musste einen spanischen Namen bekommen, weil dies unter Präsident Juan Perón Gesetz war.[4] Den Spitznamen „Sky“ verdankt er seinem älteren in Deutschland geborenen Bruder Christian Bremme (1943–2023), der „Cay“ (für Cayetano) nicht aussprechen konnte.[5][6] Die Eltern ließen sich scheiden, als du Mont vier Jahre alt war.[1] 1952 zog die Mutter mit ihm zurück nach Europa. Seine Schulzeit verbrachte er in London, seine Matura machte er in der Schweiz.[7] Im Besitz einer Arbeitserlaubnis (work permit) für das Vereinigte Königreich, war du Mont in jungen Jahren als Immobilienmakler in London tätig. Nach einer Zurückweisung bei der Wiedereinreise nach England zog er mit 22 Jahren dauerhaft nach München.[8]

Schauspielkarriere

Nach dem Besuch einer Schauspielschule in München übernahm du Mont 1971 erste Rollen am Theater und beim Fernsehen.[1] Er wirkte in der Folgezeit in zahlreichen nationalen Film- und Fernsehproduktionen mit, wie Der Winter, der ein Sommer war (1976), Das Boot (1981) oder Manila (2000). Er spielte darüber hinaus wiederholt Gastrollen in mehreren Fernsehserien und -reihen, u. a. in Der Kommissar, Der Alte, Derrick, Tatort, Wolffs Revier, Adelheid und ihre Mörder, Forsthaus Falkenau, Polizeiinspektion 1, Zwei Münchner in Hamburg, Unser Charly und Siska. Mitte der 2000er-Jahre verkörperte er einen verarmten Millionär in der Serie Arme Millionäre.

Bekannt wurde Sky du Mont insbesondere durch die Verkörperung von vorwiegend distinguierten und charmanten Figuren,[9] darunter Geschäftsmänner, Wissenschaftler, Ärzte oder Aristokraten. Zugleich hatten seine Figuren einen halbseidenen Hintergrund oder entpuppten sich als Schurken,[10] etwa in mehreren seiner Derrick-Auftritte. Mit Otto Waalkes arbeitete er bei den Filmkomödien Otto – Der Film (1985) und Otto’s Eleven (2011) zusammen, in beiden Filmen war du Monts Figur der Gegenspieler von Otto. 2014 besetzte ihn Su Turhan in dem Märchenfilm Die drei Federn als Fürst Gundolf in der Hauptrolle.

Besondere Bekanntheit brachte du Mont auch sein Auftritt als Westernschurke Santa Maria in Michael Herbigs Kinoerfolg Der Schuh des Manitu aus dem Jahr 2001, für seine Darstellung wurde er mit dem Bambi und dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet. Für seine Mitwirkung in Herbigs Komödie (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 erhielt er im Jahr 2004 erneut einen Bambi und einen Deutschen Comedypreis.[11] Bei den Filmen Buddy (2013) und Bullyparade – Der Film arbeitete er abermals mit Herbig als Regisseur zusammen.

Seit den 1970er-Jahren spielte du Mont mehrfach in internationalen Filmproduktionen, unter anderem an der Seite von Laurence Olivier, William Holden, Gregory Peck, Rod Steiger, Lee Marvin und Anthony Quinn. An der Seite von Tom Cruise und Nicole Kidman verkörperte er in Stanley Kubricks letzter Regiearbeit Eyes Wide Shut (1999) in einer Nebenrolle einen ungarischen Geschäftsmann. Zudem war er in 59 Folgen der US-amerikanischen Krankenhaus-Serie General Hospital zu sehen. Nach eigenen Angaben wurde du Mont Anfang der 1970er-Jahre für die Rolle von James Bond getestet, bevor Roger Moore sie übernahm.[12]

Um 2017 herum zog sich du Mont zunehmend von Film- und Fernsehrollen zurück und arbeitet seitdem vorrangig als Theaterschauspieler und Sprecher. 2025 erklärte er: „55 Jahre lang im Wohnwagen sitzen, ist einfach genug“.[13] Deshalb werde der 2025 veröffentlichte Herbig-Film Das Kanu des Manitu sein letzter Film sein. Zugleich betonte du Mont, er bleibe in anderen Bereichen weiter beruflich tätig.[13]

Moderationen, Sprechertätigkeiten und Bücher

Sky du Mont (2017)

Du Mont arbeitet gelegentlich auch als Moderator. Ab Mai 2000 moderierte du Mont zwei Jahre lang das VIP-Journal Sky Lights im SWR Fernsehen.[14] 2016 begann du Mont die Mystery-Fernsehserie Haunted – Seelen ohne Frieden des Privatsenders TLC Deutschland zu moderieren.[15] Die Serie geht angeblichen paranormalen Aktivitäten im deutschsprachigen Raum nach.[16] Seit 25. Februar 2022 ist er Sprecher der Mystery Doku-Reihe Nightwatch – Jenseits der Angst auf TLC.[17]

Sky du Mont ist auch als Synchronsprecher und Sprecher in Werbespots, Kinotrailern und Dokumentationen (z. B. Eisbär, Affe & Co.) zu hören.[18] Er übernahm seit 2011 in einigen Vorstellungen die Sprecherrolle im Musical The Rocky Horror Show.[19] Ab 2006 war er als Nachfolger von Manfred Steffen als Erzähler der britischen Kinderserie Thomas und seine Freunde ab der achten Staffel bis zur zwanzigsten Staffel im Jahr 2017 zu hören. Darüber hinaus ist du Mont Sprecher des seit 2021 erscheinenden Podcasts Tatort Deutschland aus dem Hause Springer.[20]

2003 veröffentlichte er seinen ersten Roman Prinz und Paparazzi. Es folgten fünf weitere Romane sowie ein Kinderbuch Sophies Weihnacht. Sein Roman Jung sterben ist auch keine Lösung erschien 2018.[21]

Politisches und soziales Engagement

Du Mont engagiert sich für die Tierrechtsorganisation PETA,[22] für die Felix Burda Stiftung,[23] bei Make-A-Wish Deutschland[24] und unterstützte in der Vergangenheit wiederholt World Vision Deutschland[25] und die McDonald’s Kinderhilfe.[26] Sky du Mont engagierte sich 2009 für die Bürgerinitiative Wir wollen lernen.[27]

Er war seit 2009 Mitglied der FDP und engagierte sich in Wahlkämpfen für Hinnerk Fock und Guido Westerwelle.[28][29] Im Wahlkampf zur Bürgerschaftswahl in Hamburg 2008 spielte er in einem Wahlwerbespot der Partei.[30] Anfang 2018 trat er aus der Partei aus. Als Grund dafür nannte er den Abbruch der Sondierungen für eine Regierungskoalition mit CDU und Grünen nach der Bundestagswahl 2017 durch die Partei.[31][32]

Privates

1972 heiratete du Mont in erster Ehe die Schauspielerin Helga Lehner. Er trennte sich von ihr, als er die französische Schauspielerin Diane Stolojan kennenlernte, die er 1992 heiratete. Sie bekamen einen Sohn und ließen sich 1995 wieder scheiden. Von 1995 bis 2000 war du Mont in dritter Ehe mit der Schauspielerin Cosima von Borsody verheiratet. Im September 2000 heiratete er in vierter Ehe Mirja Becker. Mit ihr trat du Mont 2005/06 als Teil der Stammbesetzung der Spielshow Typisch Frau – Typisch Mann auf. Beide lebten gemeinsam in Hamburg-Rissen.[33] Sie haben gemeinsam eine Tochter (* 2001) und einen Sohn (* 2006).[34][35] Im Juli 2016 gab Sky du Mont die einige Monate zurückliegende Trennung von seiner Frau bekannt.[36] Seit 2022 ist er mit der österreichischen Journalistin Julia Schütze (* 1976) liiert.[37]

Du Mont lebt in Hamburg-Nienstedten und in St. Pölten.[38]

Kontroversen

Im November 2022 löste er mit der Behauptung, in der Milchwirtschaft lasse man Kälber systematisch verenden, in der Sendung 3 nach 9 während einer Buchvorstellung Unmut in der Landwirtschaft aus. Landwirtschaftsverbände sprachen von Unwahrheit und Verleumdungen und kündigten eine Unterlassungsklage an. Selbst ein Tierschutzverband erklärte, dass ihm von der von du Mont behaupteten Praxis kein Fall bekannt sei.[39][40][41] Nach einer Einladung des Landvolks auf einen familiengeführten Milchviehbetrieb im Landkreis Northeim, wo er sich über die Tierhaltung informierte, entschuldigte sich du Mont für seine in der Sendung gemachten Aussagen und bedauerte sie.[42]

Filmografie

Kinofilme

Fernsehfilme

Fernsehserien

Fernsehauftritte (Auswahl)

Sprecherrollen (Auswahl)

[77]

Bibliographie

Kinderbücher

Romane

Hörbücher

Auszeichnungen

  • 2001: E&E Excellence Award
  • 2004: Bambi: Sonderpreis der Jury für (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 (mit Bully Herbig, Anja Kling, Til Schweiger, Christian Tramitz, Rick Kavanian)[79]
  • 2006: Ernennung zum „Genießer des Jahres“[80]
  • 2010: Goldenes Schlitzohr
  • 2011: Reinhold-Maier-Medaille
  • 2012: Felix-Burda-Award in der Kategorie „Stars for Prevention“

Literatur

Einzelnachweise

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